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- KRAMM, Jutta (2003): Von einer Tasche in die
andere,
in: Berliner Zeitung v. 02.06.
- Kommentar:
Astrid ROSENSCHON vom
Kieler Institut für Weltwirtschaft hat im August 2001 alle
steuerlichen Subventionen und Vergünstigungen für Familien
aufgelistet. Ihr Fazit:
"Die Zahlen lassen - selbst bei
hohem Selbstfinanzierungsgrad (der Familien) - die häufig
vorgebrachte These, in Deutschland gebe es zu wenig
Familienförderung, zweifelhaft erscheinen."
Jutta KRAMM ist als Singlefeindin mit
diesem Befund nicht zufrieden. Dieses Ergebnis passt nicht zu den
Thesen ihrer Gewährsmänner Paul KIRCHHOF
und Jürgen BORCHERT.
Die Liste von ROSENSCHON ist
umfangreich, aber nicht bei jeder Position liefert sie auch
Geldbeträge, d.h. die Liste ist immer noch nicht vollständig. Seit
August 2001 sind zudem eine Reihe singlefeindlicher Gesetze in Kraft
getreten, die in die Berechnungen keinen Eingang gefunden haben.
- KLEIN, Michael (2003):
Halali auf Nachwuchsverweigerer.
Der Staat subventioniert das Kinderkriegen - und erreicht das
Gegenteil des Erhofften,
in: Welt v. 30.12.
- Kommentar:
Michael KLEIN, der eine Agentur für Nachrichten aus
den Sozialwissenschaften betreibt, ist leider bezüglich der
Geburtenrate von Frauen der Generation Ally nicht auf dem aktuellen
Stand. Statt der von
Jürgen DORBRITZ bereits 2001 errechneten 27 % (und sehr
wahrscheinlich aufgrund der zunehmenden Zahl von Spätgebärenden noch
zu hoch geschätzt) für die 1965 Geborenen werden von ihm
"mindestens" 33 % ausgewiesen.
Bei den
Vergünstigungen für Familien greift KLEIN auf die Daten von Astrid
ROSENSCHON zurück, die hier bereits vor einiger Zeit vorgestellt
worden sind.
KLEIN sorgt
sich vor allem um das "down-breeding", das durch finanzielle Anreize
gefördert wird:
"diejenigen, die sich
fortpflanzen (...) (gehören) nicht" unbedingt zur geistigen Elite
ihrer Gesellschaft". Mit diesem Argument hat die derzeitige
Familienministerin Renate SCHMIDT
schon vor Jahren ihre Politik für die Mütterelite begründet und sich
damit gegen die Erhöhung des Kindergeldes und für die Förderung der
Kinderbetreuung ausgesprochen.
Mit Verweis auf den
Volkswirt Norbert BERTHOLD erklärt KLEIN, dass die Sicherheit der
zukünftigen Renten nicht in erster Linie von einem Baby-Boom
abhängt, sondern von Erwerbstätigen, die Beiträge zahlen, statt als
Arbeitslose die Sozialkassen zusätzlich zu belasten.
-
ADAM, Konrad (2004): Wer hilft eigentlich der Familie?
Die Deutschen vergreisen, weil es immer weniger Kinder gibt. Aber
auch unsere Nachbarn ringen um eine geeignete Familienpolitik. Eine
kurze Bestandsaufnahme,
in: Welt v. 24.01.
- Kommentar:
Singlefeind
Konrad ADAM konnte sich bisher
unwidersprochen auf die Berechnungen von
Hans-Werner
SINNs Münchner Ifo-Institut berufen, wenn es darum ging,
zu beweisen, dass die deutsche Politik familienfeindlich sei.
Inzwischen hat jedoch Astrid ROSENSCHON vom Kieler
Weltwirtschaftsinstitut eine andere Rechnung aufgemacht, die den
Singlefeinden weniger gefällt und die deshalb Konrad ADAM - mit
Berufung auf den gesunden Menschenverstand der Eltern - zu
entkräften versucht.
Die unterschiedlichen
Berechnungen der beiden Ökonomen lassen Unterschiede im Familienbild
und in der Zuordnung von Leistungen erkennen.
ROSENSCHON hat im Gegensatz
zu SINN die Bildungsinvestitionen als familienpolitische Leistungen
eingestuft. Dies ist insofern richtig, weil zwar Singles auch selber
in den Genuss der Leistungen kommen, jedoch zusätzlich die Kosten
für die Kinder anderer mittragen müssen.
Desweiteren hat ROSENSCHON
im Gegensatz zu SINN die steuerlichen Vorteile des
Ehegattensplittings miteinbezogen, die allen Verheirateten zugute
kommen. Dies betrifft zwar auch kinderlose Eheleute, aber
nicht-verheiratete Singles sind am stärksten benachteiligt.
In der Frage des
Ehegattensplittungs deutet sich u.a. der Kulturkampf zwischen
Alter (traditionelle
Manager-Ehe) und
Neuer Mitte (Doppelkarriere-Familien) an.
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NIEJAHR, Elisabeth (2004): Alt
sind nur die anderen, Frankfurt a/M: Fischer
- Inhalt:
NIEJAHR weist darauf hin, dass inzwischen neue
Leistungen hinzugekommen sind:
"Seit die Studie erschienen ist,
kamen noch weitere Leistungen für Eltern hinzu - etwa bei der
Riester-Rente. Wer Kinder hat, bekommt höhere Zuschüsse vom Staat zur
privaten Altersvorsorge." (S.175)
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