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Bert Rürup: nachhaltige Familienpolitik

 
       
     
       
     
       
   

Bert Rürup in seiner eigenen Schreibe

 
   
  • RÜRUP, Bert (2001): Wie sollen Familien gefördert werden?
    Berufstätigkeit und Mutterschaft besser in Einklang bringen,
    in: Orientierungen zur Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik, H.88, Juni, S.2-4
    • Inhalt:
      RÜRUP wendet sich entschieden gegen eine Lösung innerhalb der Sozialversicherungssysteme, wie sie vom Pflegeurteil des Bundesverfassungsgerichts gefordert wird:

            
        "Finanzielle Erleichterungen für Erziehende durch Beitragsrabatte in den Sozialversicherungen werden nur aus den Lohneinkommen der Sozialversicherten bis zur Beitragsbemessungs- und gegebenenfalls Versicherungspflichtgrenze finanziert, während einerseits alle höheren Arbeitsentgelte sowie alle anderen Einkommensarten nicht zu einer solchen Honorierung der generativen Beiträge herangezogen und andererseits die Kindererziehungsleistungen von Beamten, Richtern, Selbständigen, Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern, die die gleiche Wertigkeit für die Zukunftssicherung der Umlagesysteme haben wie die der Sozialversicherungspflichtigen, nicht honoriert  werden."
  • RÜRUP, Bert (2003): Die Bürgerversicherung entlastet die Arbeitskosten kaum.
    Die Ausweitung der Krankenkassenbeiträge auf Vermögen bringt wenig. Beschäftigungsfeindliche Koppelung an den Lohn bleibt. Zusätzliche Last für Wachstumsbranchen,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.08.
  • SIEMS, Dorothea (2003): "Wir bewegen uns".
    Der Wirtschaftsweise Bert Rürup sieht Deutschland im "Jahr der Erneuerung". In der Familien- und Arbeitsmarktpolitik gebe es aber Nachholbedarf,
    in: Welt v. 13.11.
    • Inhalt:
      Bert RÜRUP lehnt eine Rente nach Kinderzahl ab:

            
        "Es wäre völlig falsch, das Rentensystem für Familienpolitik zu instrumentalisieren. Das Kind eines Selbständigen, Beamten, Arbeitslosen oder Sozialhilfeempfängers ist für die Zukunftssicherung auch unseres Rentensystems genauso wichtig wie das Kind eines Pflichtversicherten. Werden die Beiträge oder Renten nach der Kinderzahl gestaffelt, wie dies die CSU jetzt vorschlägt, ist das der Tod der einkommensbezogenen Rentenversicherung. (...). Wenn man die Kindererziehung bei der Rente höher bewerten will, sollte man den adäquaten Weg über die steuerfinanzierten Kindererziehungszeiten gehen und muss dabei aber die Finanzierungsfragen klären."
  • SCHMIDT, Renate & Bert RÜRUP (2003): Die nützlichen Kinder.
    Familienpolitik lohnt sich,
    in: Die ZEIT Nr.50  v. 04.12.
    • Kommentar:
      Bevölkerungspolitik ist ein Wort, das Politiker (noch) ungern benutzen. Deshalb sprechen sie verschämt von "bevölkerungsbewusster Familienpolitik" (WINGEN) oder hier eben von "nachhaltiger Familienpolitik".

            
        Diese Schönfärberei soll Kinderlose beruhigen, sollte jedoch hellhörig machen, denn über kurz oder lang werden sie vollkommen in der Defensive sein.
            
        Das "Reformer"tandem, verbreitet ökonomistische Plattitüden:
            
        "Für eine Gesellschaft und damit eine Volkswirtschaft wie die unsere bedeuten weniger Kinder weniger Wohlstand, weniger Dynamik, weniger Innovation und weniger Lebensqualität."
            
        Dies ist inzwischen das Standardlamento der Demagogen geworden, die damit Denkverbote etablieren möchten.
            
        Komplexe Sachverhalte werden durch eine eindeutige Ursache-Wirkungskette ersetzt. Bedeuten aber weniger Kinder tatsächlich weniger Wohlstand? Diese Frage soll erst gar nicht gedacht werden.
            
        Die neuen Bundesländer zeigen dagegen, dass die Menschen dorthin ziehen, wo Arbeit ist, die eine Familie ernährt (siehe dazu auch Detlef GÜRTLER) . Die Geburtenraten innerhalb von Deutschland sind höchst unterschiedlich.
            
        Warum sollte eine alternde Gesellschaft nicht innovationsfördernd sein? Ist unsere Elite nicht nur denkfaul? Und ist Lebensqualität nicht von ganz anderen Dingen abhängig?
            
        Wer Kinder instrumentalisiert und Kosten-Nutzen-Analysen anstellt, der muss sich fragen lassen, ob er das Kindeswohl im Auge hat, oder nur die Interessen einer bestimmten Klientel vertritt.
            
        Wir lassen uns keine Denkverbote verordnen!
  • RÜRUP, Bert (2004): Die Wahrheit über den "Rentenklau".
    Steuerliche Begünstigung widerspricht dem Verfassungsrecht. Plädoyer gegen weitere Freibeträge,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 25.02.
 
       
   

Bert Rürup im Gespräch

 
     
       
   

"Nachhaltige Familienpolitik im Interesse einer aktiven Bevölkerungspolitik (2003).
Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
(zusammen mit Sandra GRUESCU)

 
   
 
 

Inhaltsverzeichnis

I. Bestandsaufnahmen

I.1 Familienpolitik: Begriff, Begründung und Typologie
I.2 Demographische Entwicklung
I.3 Ökonomische Determinanten des Geburtenverhaltens
I.4 Familienpolitik über die Rentenversicherung?
I.5 Familienpolitische Leistungen: Ein internationaler Vergleich
I.6 Einkommenssituation von Familien

II. Zwischenfazit aus den Bestandsaufnahmen

III. Zusammenhänge zwischen der demographischen Entwicklung und dem wirtschaftlichen Wachstum

IV. Überlegungen zu einer nachhaltigen Familienpolitik

IV.1 Ökonomische Grundlagen einer nachhaltigen Familienpolitik
IV.2 Ein Opportunitätskostenansatz
IV.3 Ein Zeitansatz

V. Vorschlag zur Ausgestaltung einer nachhaltigen Familienpolitik

V.1 Konkrete Maßnahmen
V.2 Flankierende Regelungen

VI. Fazit

 

 

 
       
   
  • Das Gutachten in der Debatte

    • Neu:
      Evangelische Aktionsgemeinschaft für Familienfragen (2004): Zukunft mit mehr Kindern.
      Zusammenfassende Darstellung des Gutachtens zu einer nachhaltigen Familienpolitik,
      in: pro familia magazin, Schwerpunkt Familienpolitik = Bevölkerungspolitik, H.1,S.4-5
    • MAYER, Tilman (2004): Das willkommene Gutachten,
      in: pro familia magazin, Schwerpunkt Familienpolitik = Bevölkerungspolitik, H.1,S.6
    • JANSEN, Mechthild (2004): Schenken wir dem Markt ein Kind oder: Der ökonomische Charme der Familie,
      in: pro familia magazin, Schwerpunkt Familienpolitik = Bevölkerungspolitik, H.1,S.7-10
    • RIEDEL, Christel (2004): Ambivalente Frauen in ambivalenten Zeiten.
      Die Ursachen der deutschen Fortpflanzungsmisere werden nicht nur in den Medien in dem postfeministischen Verhältnis von Männern und Frauen gesehen, d.h. unter anderem in den neuen bildungsbegünstigten Berufsbiografien der Frauen und der nach wie vor geringen Sehnsucht der Männer, Familienarbeit zu übernehmen. Was eine neue nachhaltige Familienpolitik aus der Sicht des Deutschen Frauenrates für die Frauenpolitik bedeutet, ist Gegenstand des folgenden Beitrags,
      in: pro familia magazin, Schwerpunkt Familienpolitik = Bevölkerungspolitik, H.1,S.11-12
    • GÜNTER, Markus (2004): Familienpolitik oder Bevölkerungspolitik?
      Der Deutsche Caritasverband weist seit langem darauf hin, dass es über das bevölkerungspolitische Interesse hinaus einer Familienpolitik bedarf, die die bestehende "strukturelle Rücksichtslosigkeit" gegenüber Familien beseitigt. Der Verband fordert Gerechtigkeit für Familien. Die aktuelle Familienpolitik darf sich daher nicht nur auf Strukturleistungen beschränken. Es geht um die Ethik der Verteilungs- und Belastungsmaßstäbe und um eine Neujustierung der Belastungen nach Leistungsfähigkeit. Der Autor klopft das Rürup-Gutachten nach diesen Kriterien ab,
      in: pro familia magazin, Schwerpunkt Familienpolitik = Bevölkerungspolitik, H.1,S.13-14
    • PINL, Claudia (2004): Das Ende des Familien-Ernährers?
      Selbst wenn de Staat sämtliche Kosten übernehmen würde, könnte dies den Trend zur Kinderlosigkeit nicht umkehren. Das Gutachten bleibt letztlich die Argumente schuldig, weshalb in Deutschland die Geburtenrate gesteigert werden soll, wenngleich die Mittel dazu der Autorin durchaus sympathisch sind. Dabei stört sie weniger die bevölkerungspolitische Zielsetzung des Rürup-Gutachtens als vielmehr der Mangel an Ideen, der die Zementierung der Rollenmodelle verhindern könnte,
      in: pro familia magazin, Schwerpunkt Familienpolitik = Bevölkerungspolitik, H.1,S.18-19
 
   

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