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Jürgen Rüttgers: Die
Marktwirtschaft muss sozial bleiben
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Jürgen Rüttgers
in seiner eigenen Schreibe
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RÜTTGERS, Jürgen (2005): "Zuviel über Flat-Tax und zuwenig über
Menschen geredet".
Die CDU muß ihr Profil als Partei der sozialen Marktwirtschaft
schärfen - Ruf nach Neuvermessung der Verantwortungsräume zwischen
Staat und Gesellschaft,
in: Welt v. 05.12.
- Kommentar:
Jürgen RÜTTGERS variiert nun in der Welt
seine Kritik am Elterngeld, die er
im
Rheinischen Merkur geübt hat, indem er sich nun
auch zum Anwalt der Alleinerziehenden macht:
"Es
ist auch ungerecht, Besserverdienern ein höheres Elterngeld zu
geben als Geringverdienern. Das führt doch nicht zu mehr Kindern
bei Akademikerinnen. Für 1800 Euro im Monat für die Dauer von ein
paar Monaten entscheidet sich niemand für Kinder. Es ist auch
nicht verfassungsgemäß, wenn Eltern gezwungen werden sollen,
während der Kinderphase zu Hause zu bleiben. Das benachteiligt
Alleinerziehende und schränkt die Erziehungsfreiheit der Eltern
staatlich ein. Zudem werden alle Väter und Mütter diskriminiert,
die sich entscheiden, ihren Beruf zu unterbrechen und sich der
Kindererziehung zu widmen. Der Staat muß aufhören, sich wie der
Vormund seiner Bürger zu benehmen."
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RÜTTGERS, Jürgen (2006): Der Markenkern der CDU,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 19.08.
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Jürgen Rüttgers
im Gespräch
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- RUTZ, Michael & Matthias
GIERTH (2005): Wofür steht die Union?
Seit einem halben Jahr ist er Ministerpräsident von NRW. Seine
Analyse: „Wir haben zu viel über Zahlen und zu wenig über Menschen
geredet.“
in: Rheinischer Merkur Nr.48 v. 01.12.
- Kommentar:
Jürgen RÜTTGERS sagt den Katholiken das, was
sie hören wollen:
"Der
Koalitionsvertrag ist eine Arbeitsgrundlage, mehr nicht. Es ist
richtig, dass wir mehr für Kinder tun, dass wir mehr Kinder aus der
Sozialhilfe holen wollen. Und es ist bedauerlich, dass wir für
Kinder keine höheren Freibeträge vereinbaren konnten. Das Elterngeld
wird sicher noch einmal diskutiert: Dass Menschen umso mehr für ihre
Kinder bekommen, je höher sie verdienen, ist unsozial. Das
entspricht nicht der Position der CDU.
Auch
die Vorschrift, welcher Elternteil zu Hause bleiben muss, um das
volle Elterngeld zu erhalten, ist für eine Unionspolitik höchst
ungewöhnlich.
Die
Regelung, Väter zwei Monate zur Betreuung zu verpflichten, ist
überhaupt nicht verfassungsgemäß konstruierbar. Es widerspricht auch
der Aufgabe der Politik: Es ist nicht an uns, den Menschen zu sagen,
wie sie zu leben und ihre Familie zu organisieren haben. Wir müssen
Menschen die Möglichkeit geben, ihr Leben familienfreundlich zu
gestalten. Alles andere ist Vätern und Müttern selbst zu
überlassen."
-
BREUER, Helmut & Kristian FRIEGELJ (2005): "Jedes Kind muß dem Staat
gleich viel wert sein".
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers über
Erziehung, soziale Gerechtigkeit und die Arbeit der großen Koalition,
in: Welt v. 23.12.
- BRAUN, Stefan & Hans-Ulrich JÖRGES
(2007): Herr Rüttgers, sind Sie der schwarze Lafontaine?
Die Republik rückt nach links - und Jürgen Rüttgers rückt mit. Die
CDU müsse sich von ihren neoliberalen Lebenslügen verabschieden,
forderte er voriges Jahr. Jetzt hat er in einem Buch nachgelegt. Der
stern sprach mit dem CDU-Vize über seine Pläne und Motive,
in: Stern Nr.37 v. 06.09.
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Klappentext
"Wider die Lebenslügen
Eine Streitschrift des
nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers zur
Verteidigung der sozialen Marktwirtschaft gegen ihre
neoliberalen Kritiker.
Die Angst vor dem
wirtschaftlichen Abstieg Deutschlands, ja ganz Europas, ist nach
den neuesten Meldungen über den Rückgang der Arbeitslosigkeit
und über verbesserte Wachstumsprognosen etwas in den Hintergrund
getreten. Aber auch weiterhin wird die Behauptung von der
angeblichen Antiquiertheit der sozialen Marktwirtschaft
aufgestellt, um das Heil entweder in einem radikalen
neoliberalen Ökonomismus oder in einem regelungsorientierten
Etatismus zu suchen.
Jürgen Rüttgers hat in den
letzten Monaten mehrfach die Auswüchse neoliberaler
Wirtschaftspolitik angegriffen und für produktive öffentliche
Unruhe gesorgt. Dabei attackierte er nicht nur die
Ungerechtigkeit der Hartz-IV-Gesetze, sondern eine ganze Serie
von weit verbreiteten Lebenslügen unserer Zeit: die wohlfeile
Annahme, dass Steuersenkungen für Unternehmen automatisch zu
neuen Arbeitsplätzen führen. Die Legende von generell zu hohen
Steuern und Löhnen in Deutschland, von zu geringer
unternehmerischer Flexibilität oder von der drohenden
Katastrophe wegen der Überalterung der Bevölkerung.
In einem fulminanten Essay
setzt sich Jürgen Rüttgers kritisch mit Untergangspropheten und
neoliberalen Marktanbetern auseinander, um zu zeigen, dass die
soziale Marktwirtschaft nicht am Ende ist – im Gegenteil. Ihr
gehört die Zukunft. Seine These: Deutschland muss die
Herausforderungen der globalisierten Wissensgesellschaft nutzen,
um die Stärken dieser bewährten Wirtschaftsordnung
wiederzubeleben."
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Vorabdruck
- RÜTTGERS, Jürgen (2007): Die
sieben Lebenslügen.
Im Notfall nach links. CDU-Vize Jürgen Rüttgers wettert
gegen Neoliberale, Sozialabbau, Hartz IV und entwirft seine
Vision vom Sozialstaat der Zukunft. Auszüge aus seinem neuen
Buch,
in: Stern Nr.37 v. 06.09.
- Inhalt:
RÜTTGERS legt u.a. seine Vorstellungen
zur Reform der Rentenversicherung dar:
"Die Bürger dürfen nicht mit
permanenten Kostensteigerungsrunden belastet werden (...).
Das bedeutet unter dem
Aspekt des demografischen Wandels ohne Zweifel Einbußen
bei der Rentenversicherung, weil länger gearbeitet werden
muss, um ein akzeptables Niveau bei der Rente halten zu
können. Um das auszugleichen, muss die Selbstvorsorge
gestärkt werden.
(...).
Konkret: Die eigene Vorsorge für das Alter (...) muss
steuerlich stärker begünstigt werden, wie z.B. bei der
Riester-Rente. Die beitragsgestützten Sicherungssysteme
müssen um kapitalgedeckte Systeme aus betrieblicher und
privater Eigenvorsorge erheblich ergänzt werden.
(...).
Diejenigen, die sich nicht selbst helfen können, müssen sich
auf die Unterstützung der Solidargemeinschaft verlassen
können.
Wir brauchen eine Grundsicherung statt eines
Grundeinkommens!
(...).
Fast 60 Prozent aller deutschen Haushalte sorgen nicht genug
für die Rente vor, fast jedem dritten Haushalt droht deshalb
Altersarmut. Zu einer Politik der neuen Sicherheit gehört
deshalb, dass Menschen, die lange Jahre in die solidarische
Altersvorsorge eingezahlt oder entsprechende
Erziehungsleistungen erbracht haben (aber kein Geld für eine
zusätzliche Altersvorsorge hatten oder haben), mit ihrem
Alterseinkommen nicht unter das Niveau der Sozialhilfe und
damit in Altersarmut fallen."
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Das Buch in der Debatte
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WALTER, Franz (2007): Troubadour gegen den Neoliberalismus.
Jürgen Rüttgers schwingt sich zum Ideologen des alten
christdemokratischen Sozialmodells auf: In seiner
Streitschrift zur Marktwirtschaft gibt der
nordrhein-westfälische Regierungschef den Partisanen gegen
den marktradikalen Zeitgeist - mit Anleihen bei Oskar
Lafontaine,
in: Spiegel Online v. 10.09.
- Inhalt:
Der Politikwissenschaftler
Franz WALTER kann zwischen
dem sozialdemokratischen Konzept des vorsorgenden
Sozialstaats und dem RÜTTGERS-Konzept keinen großen
Unterschied erkennen:
"Bei den Sozialdemokraten hier, bei Rüttgers
dort wird die gleiche Trias - dynamische
Wettbewerbsfähigkeit, gesellschaftlicher Zusammenhalt,
solidarische Hilfe zur Selbsthilfe des einzelnen Bürgers -
beschworen. Diesem geht es wie jenen um einen Weg zwischen
Etatismus und Marktdogmatismus. Die beiden früheren großen
weltanschaulichen Lager in den modernen Demokratien - das
christlichkonservative und das sozialistische - standen sich
über ein Jahrhundert kontrastscharf, polarisierend, in
manchen Jahrzehnten gar tödlich verfeindet gegenüber. Das
ist, nimmt man die programmatischen Grundsätze, die derzeit
kursieren, bis auf marginale Differenzen vorbei. Die Große
Koalition in Berlin (und in mehreren Bundesländern) ist eben
nicht nur eher zufälliges Produkt einer misslichen
Arithmetik."
Zudem fragt WALTER, inwieweit die
Thesen von RÜTTGERS nur auf dem Papier stehen, während er im
Düsseldorfer Landtag eine ganz andere Politik betreibt:
"Natürlich fragt man sich bei
der Lektüre des Buches nicht ganz selten, was sich im
Düsseldorfer Kabinett aus Christdemokraten und Neoliberalen
eigentlich abspielen muss. Entweder sind die
freidemokratischen Neoliberalen devote Marionetten, mit
denen Rüttgers machen kann, was er will. Oder aber der
Anti-Neoliberalismus von Rüttgers steht allein auf dem
Papier, ist für den realen Regierungsalltag ohne Bedeutung,
wie es ja die sozialdemokratische Opposition in Düsseldorf
nur zu gern - der Ministerpräsident blinke links, fahre aber
stets rechts - behauptet."
-
BIRNBAUM, Robert (2007): Der Ritter des Sozialen.
Der nordhrein-westfälische Ministerpräsident Rüttgers
wettert gegen Hartz IV und Neoliberalismus – als hätte die
CDU die Lektion nicht längst gelernt. Das wird auch in
seinem jüngsten Buch deutlich,
in: Tagesspiegel v. 14.09.
- Neu:
VATES, Daniela (2007): Lebenslügendetektor.
Jürgen Rüttgers will sich wie schon im Sommer 2006 als
das soziale Gewissen der CDU profilieren,
in: Berliner Zeitung v. 18.09.
- Inhalt:
"Er
predigt mehr Eigenverantwortung und geringere
Lohnnebenkosten. Dem unbedarften Leser kommt das sehr
vertraut vor. Sind das nicht auch die Schlagworte jener
Lebenslügner, die Rüttgers eingangs kritisiert hat?",
fragt sich VATES bei der Lektüre des Buches "Die
Marktwirtschaft muss sozial bleiben" von Jürgen RÜTTGERS.
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