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Ursula von der Leyen: Wir müssen unser Land für die Frauen verändern

 
       
     
       
     
       
   

Ursula von der Leyen in ihrer eigenen Schreibe

 
       
   
LEYEN, Ursula von der (2006): Amerika - da ist es besser.
Themenausgabe "Gutes, altes Deutschland": Eine persönliche Erfahrung aus vier Jahren in den USA: Familie, Gemeinschaft und Beruf bilden das Ganze des Lebens,
in: Tagesspiegel v. 28.05.

LEYEN, Ursula von (2006): Alt, jung und ganz jung in einem Bienenstock.
Mehrgenerationenhäuser eröffnen neue Chancen für das Gemeinwesen,
in: Tagesspiegel v. 21.12.

LEYEN, Ursula von (2009): Windelharte Wahrheit.
Berichte von der Wickelfront gibt es viele. Der von Dieter Bednarz ist anders. Ehrlich und gewitzt erzählt er vom Wechselbad der Gefühle,
in:
Rheinischer Merkur Nr.9 v. 26.02.

 
       
   

Ursula von der Leyen: Porträts und Gespräche

 
       
   

HASSE, Edgar S. (2003): Kinder, Karriere und die Harmonie der Generationen.
Ernst Albrechts Tochter Ursula von der Leyen soll in Niedersachsen Ministerin für Familie, Soziales und Gesundheit werden,
in: Welt v. 18.02.

Die Welt stellt ihre Favoritin für das Amt der Familienministerin in Niedersachsen vor. Als Mutter von 7 Kindern verkörpert sie das identitätspolitische Ideal der aristokratischen Großfamilie und stellt als Tochter von Ernst ALBRECHT gleichzeitig die größtmögliche Provokation für Alt-Linke dar.

REPORTAGE: Ursula von der Leyen - Eine politische Karriere.
Nach einem Jahr Kommunalpolitik wird Ursula von der Leyen (CDU) morgen Familienministerin Niedersachsens. Die Frau hat übrigens sieben Kinder bekommen. Und gearbeitet. Als Ärztin. Und sich engagiert. Und in Stanford studiert und gelebt. Ach so, die Tochter von Ernst Albrecht ist sie auch,

HAARHOFF, Heike (2003): Die Supermutterpowertochter,
in: TAZ v. 03.03.

Was zu erwarten war! Ein bissiges Porträt der neuen niedersächsischen Familienministerin von Heike HAARHOFF. Als Einstimmung gibt es das "Duell zweier Adliger" um einen niedersächsischen Wahlkreis. Bemerkungen wie

"mädchenhafte Gestalt, und dazu ein Lächeln wie jemand, der immer auf der Sonnenseite gestanden hat: offen, gewinnend, großzügig. Beinahe ist man versucht zu denken: eine aristokratische Erscheinung. Aber vielleicht liegt das auch nur an dem Pony im Stall",

bereiten vor auf den familienpolitischen Identitätskonflikt:

"Hat sie nicht sieben Kinder bekommen? Nebenher immer gearbeitet? Klar, die Finanzen stimmten seit Generationen auch ohne ihr Zutun, aber trotzdem. Ist sie nicht sogar jetzt, als Ministerin, bereit, sich in Nachbarschaft, Schule, Kindergarten zu engagieren? Na also. Ursula von der Leyen, Supermutterpowerfrau.
            Frauen, deren Alltag anders aussieht, platzt da schon mal der Kragen. »Alles läuft bei ihr über Geld und Beziehungen«, klagt die SPD-Ratsfrau Regina Runge-Beneke, die Ursula von der Leyen ein Jahr lang im Stadtrat von Sehnde erlebt hat. »Hätte sie nicht diese reiche Familie und das viele Personal, sie würde ganz anders reden.« Runge-Beneke, 54 Jahre, ist seit 15 Jahren in der Kommunalpolitik, sie hat drei Kinder und musste ihre volle Lehrerinnenstelle auf eine halbe reduzieren, »um alles unter einen Hut zu kriegen«.

MIES, Petra (2003): Dicht am Leben.
Ursula von der Leyen ist Mutter von sieben Kindern, Ärztin, Tochter von Ernst Albrecht - und jetzt auch Sozialministerin in Niedersachsen,
in: Frankfurter Rundschau v. 15.03.

Petra MIES zeigt sich schon mal staatstragend und liefert ein positives Porträt der neuen Familienministerin in Niedersachsen. Zur taz wird abgegrenzt:

"Die Frauenärztin, die so flott zur konservativ-dynamischen Vorzeigefrau avancierte, hat Neider".

Da werden so manchem die Tränen kommen:

"Die Familie nage zwar nicht am Hungertuch, aber als Ministerin gebe sie erstmals nicht ihr komplettes Gehalt für die Kinderfrau aus, die nachmittags kommt. Ihr Mann und sie haben sich stets die Familienarbeit geteilt, aber weil beide auch außer Haus arbeiten brauchen sie Hilfe".

Das wäre doch eine Angelegenheit für die nächste FR-Spendenaktion: "Ein Herz für den verarmten Adel"! 

MENG, Richard & Michael BERGIUS (2005): "Zeit für Kinder muss Priorität haben".
Die CDU-Politikerin Ursula von der Leyen über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Strategie der Union,
in: Frankfurter Rundschau v. 11.04.

MISHRA, Robin (2005): "Mentalitätswandel ist überfällig".
Fragen an Ursula von der Leyen. Die CDU-Politikerin Ursula von der Leyen, Mutter von sieben Kindern, soll in der Regierung von Angela Merkel Familienministerin werden.
in: Rheinischer Merkur Nr.46 v. 17.11.

Das Elterngeld honoriert beruflichen Erfolg (hohes Einkommen) statt Leistung (z.B. Bevorzugung von Akademikerinnen, die aus Nicht-Akademikerelternhäusern stammen) oder Bedürftigkeit. Die jüngeren Frauen der Generation Praktikum profitieren als Berufsanfängerinnen nicht vom Elterngeld. Hauptzielgruppe sind dagegen momentan die Spätgebärenden der Generation Ally. Ursula von der LEYEN rechtfertigt dies folgendermaßen:

"Damit honorieren wir, dass eine junge Arzthelferin, Handwerksmeisterin oder Informatikerin auf Einkommen verzichtet, um einem Kind das Leben zu schenken".

MÖLLER, Johann Michael (2005): "Tiefe Liebe zu Kinder".
Familienministerin Ursula von der Leyen über Väter, das Elterngeld und ihren Streit mit dem Finanzminister,
in: Welt v. 21.12.

GASCHKE, Susanne (2006): Die Moderne.
Familienministerin Ursula von der Leyen streitet für Haushaltshilfen und Elterngeld – und provoziert mit ihrer Biografie Rechte wie Linke,
in: Die ZEIT Nr.5 v. 26.01.

SZ-Magazin-Titelgeschichte: Die Mutter der Nation.
Kinder und Karriere. Warum bloß ist niemand stolz auf diese Frau?

POELCHAU, Nina (2006): Die Rabenmutter.
Ursula von der Leyen hat sieben Kinder. Und dann auch noch Karriere gemacht. Ausgerechnet als Familienministerin. Das darf doch nicht wahr sein! Hier sind ein paar Einblicke in unsere Neidgesellschaft,
in: SZ-Magazin v. 27.01.

Das Magazin für die Besserverdienenden findet eine Politik für die Mütterelite gut. Um jede Kritik im Keim zu ersticken, pappt man von der LEYEN ein Stereotyp wie Rabenmutter auf die Stirn und bezichtigt die Kritiker als Neidhammel. Gegen solche Demagogie muss sachliche Kritik blass aussehen. Nur: wen will man damit überzeugen? Offenbar predigt man am liebsten zur gläubigen Gemeinde der Überzeugten.

"Entweder Job oder Kind – 32, 7 Prozent der Akademikerinnen bleiben heute kinderlos",

belehrt uns POELCHAU, das sind im Vergleich zu Martina MEISTER immerhin schon 7,3 Prozent weniger. Das liegt immer noch 1,7 Prozent über Felix BERTH, der am 08.11.2005 die SZ-Leser über die "demografischen Märchen" aufgeklärt hat. Der Elterngeld-Wahlkampf war vorüber und wen interessieren dann noch die Lügen von gestern, wenn der Zweck jedes Mittel heiligt?

SCHUMACHER, Hajo (2006): Eine Frau für alle.
Familienministerin Ursula von der Leyen verkauft Politik wie eine Marketing-Expertin,
in: Welt v. 01.02.

Hajo SCHUMACHER kann Ursula von der LEYEN nicht so viel abgewinnen wie das SZ-Magazin oder die ZEIT. Für SCHUMACHER besitzt sie das

"Image der Perfektfrau (...), die Versatzstücke aller Stile und Epochen vereint, von Pam Anderson über Magda Goebbels bis Antje Schäffer-Kühnemann".

Am Ende schadet ihr das Image der perfekten Frau, glaubt SCHUMACHER:

"Kann dieses Spiel lange gut gehen? Eher nicht. Denn Frau von der Leyen wird mit jeder Marketing-Offensive, die sie noch eine Spur unwirklicher erscheinen läßt, ihre sicher geglaubten Verbündeten verlieren: Frauen. Gerade Mütter, die Beruf, Erziehung, Familie und eigenes Leben im täglichen Kampf organisieren müssen, reagieren zunehmend allergisch auf Hinweise von Männern, daß das bißchen Kinder, Karriere und Küche ja wohl locker zu schaffen sei. Die von der Leyen könne das ja auch. Die sei sogar Ministerin. Und sehe auch noch toll aus dabei."

YOUNG, Marc (2006): Mrs. Baby-Boom im Kabinett.
Deutschlands alternde Gesellschaft bräuchte dringend mehr Kinder. Familienministerin Ursula von der Leyen geht lächelnd mit gutem Beispiel voran. Dennoch schlägt ihr Misstrauen entgegen. Wieso? Ein Amerikaner sucht Antworten,
in: Spiegel Online v. 04.02.

Bevor Spiegel Online Amerikaner an die deutsche Demografiefront schickt, sollten sie wenigstens mit den neusten Statistiken  versorgt werden. Selbst in der ZEIT verbreitet man nicht mehr unbedarft die Lügen über die Kinderlosigkeit der Akademikerinnen. In der Europa-Ausgabe des Time-Magazins vom 30. Januar wurde die deutsche Frage gestellt: Warum zwingt Deutschland Frauen sich zwischen Beruf und Familie entscheiden zu müssen. Ein Hauptproblem wurde dort jedoch im mangelnden Ausbau der Kinderbetreuung gesehen.

BERLINER ZEITUNG-Serie: Volk mit Falten

ZYLKA, Regine (2006): "Eltern sind Zeitkünstler und pragmatisch".
Familienministerin Ursula von der Leyen über Demografie und die kinderfeindliche Arbeitswelt,
in: Berliner Zeitung v. 11.03.

SPIEGEL -Titelgeschichte: Ich bin Deutschland.
Der Kreuzzug der Ursula von der Leyen für Kinder, Kirche und Karriere

FLEISCHHAUER, Jan (2006): "Reibung schafft auch Wärme".
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, 47, über Wertevermittlung in der Erziehung, das geplante Erziehungsgeld und Widerstände gegen ihre Politik,
in: Spiegel Nr.17 v. 24.04.

WOLBER, Cornelia (2006): "Frauen haben es in Deutschland schwerer".
Ursula von der Leyen über vermeintlich faule Mütter, ihr Familienbild und das geplante Elterngeld,
in: Welt v. 28.04.

EUBEL, Cordula (2006): "Kinder müssen merken, wo Grenzen sind".
Familienministerin Ursula von der Leyen über werteorientierte Erziehung, Mehrkindfamilien und die Geburtenrate in Deutschland,
in: Tagesspiegel v. 17.08.

Cordula EUBEL fragt, ob sich die sinkende GeburtenRATE umkehren lasse, obwohl die vorgestern veröffentlichten GeburtenZAHLEN keineswegs eine sinkende GeburtenRATE bedeuten, wie single-generation.de bereits im Juli feststellte. Die GeburtenRATE liegt höher als in der ersten Hälfte der 1990er Jahre und dies obwohl die politische Debatte mit ihrer Single-Rhetorik eine abschreckende Wirkung hat.

RUTZ, Michael (2006): Eine Frage der Gerechtigkeit.
Die Politik kämpft gegen die demografische Krise. Darf sie dabei Eltern und Kinder erziehen? Gespräch mit Ursula von der Leyen und Bischof Marx,
in: Rheinischer Merkur Nr.51 v. 21.12.

BERTH, Felix (2007): "Ich bin es leid, ständig die alten Gräben zu schaufeln".
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen will ideologische Kämpfe vermeiden - und plädiert für einen massiven Ausbau der Kinderkrippen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 09.02.

ROßBACH, Henrike & Stephan LÖWENSTEIN (2007): "Konservativer Feminismus ist ein spannender Begriff".
Bevor über die Finanzierung der Krippenplätze debattiert wird, sollte erst ein gemeinsames Ziel formuliert werden, sagt Ursula von der Leyen. Die Familienministerin im Gespräch mit der F.A.Z. über die Frauenbewegung, Krippenplätze und ihr familienpolitisches Leitbild,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 19.03.

BOYSEN, Jacqueline (2007): Familienministerin schweigt zur Finanzierung von mehr Krippenplätzen.
Ursula von der Leyen will erst mit Steinbrück sprechen,
in:
DeutschlandRadio v. 22.04.

GERMIS, Carsten & Rainer HANK (2007): "Kinder sind nicht nur eine Privatangelegenheit".
Ursula von der Leyen im Interview,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 22.04.

BUCHBINDER, Sascha (2007): "In meinem Ministerium haben wir einen Babyboom".
Familienministerin Ursula von der Leyen erklärt, weshalb die Familienpolitik der CDU so rückständig war und warum manche glauben, dass Kinderbetreuung die DDR zurückbringe,
in:
Tages-Anzeiger Online v. 24.04.

Ursula von der LEYEN u.a. zum Angriff der FAS auf ihre Person: "Die «FAZ am Sonntag» suggerierte letzte Woche, dass Sie Ihre Biografie manipulierten, um die Tatsache zu verschleiern, dass Sie auch mit sieben Kindern erfolgreich waren. Sind Sie überrascht, wie persönlich die Angriffe geführt werden?
             Der Versuch, mich als Person zu verletzen, trifft mich nicht mehr so sehr, weil ich das zu lange erlebt habe. Das begann schon in meiner Zeit als Sozialministerin in Niedersachsen. Damals war das Hauptthema: Darf sie das, mit sieben Kindern? Auch wenn das ganz schwierig ist, habe ich gelernt zu akzeptieren, dass ich als Projektionsfläche herhalten muss. Was mir Mut macht, ist die Tatsache, dass die Zustimmung in der Bevölkerung hoch ist. Das elektrisierende an der Debatte ist, dass sie sich selber Bahn gebrochen hat. Das ist keine Debatte mehr unter Politikern. Vielmehr diskutieren Gesellschaft, Wissenschaft, Kirche miteinander. Weil dem so ist, sind wir heute an dem Punkt, dass wir einen Konsens erreicht haben: Wir wollen mehr Betreuungsangebote, gemeinsam und mit guter Qualität."

EICHELE, Holger (2007): "Wir dürfen die Eltern nicht spalten".
Interview mit Ursula von der Leyen über traditionelle Familienbilder, Geburtenrate und die Wertschätzung der Mütter,
in: Münchner Merkur v. 14.09.

"EICHELE: Eine Frau in Deutschland bekommt laut Statistik 1,33 Kinder. Trotz Elterngeld und zusätzlichen Steuervorteilen ist die Geburtenrate 2006 erneut gesunken. Hat die Familienpolitik ihr Ziel verfehlt?
            
LEYEN: Im Jahr 2006 gab es das Elterngeld noch gar nicht, es begann gerade erst die Diskussion darüber. Doch im ersten Quartal 2007 ist die Geburtenrate erstmals seit 30 Jahren nicht weiter gesunken, sondern sogar minimal gestiegen. Das ist hoffentlich der Beginn einer Trendwende",

meint Ursula von der LEYEN. Dies stimmt jedoch weder für die GeburtenZAHLEN noch für die GeburtenRATEN (1990: 1,45; 1994: 1,24; 2000: 1,38).

DANNHAUSER, Claudia (2007): Von der Leyen "Die Welt von gestern wünsche ich mir nicht".
Interview. Die deutsche CDU-Ministerin Von der Leyen warnt vor Kinderlosigkeit durch starre Familienbilder,
in: Die Presse v. 24.09.

RASCHE, Uta (2008): "Es gibt keinen Krieg der Generationen".
Ministerin von der Leyen im Gespräch,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 03.04.

FICK, Axel (2008): "Ansturm der Väter".
Gespräch mit Ursula von der Leyen,
in: Thüringer Allgemeine v. 16.04.

Ursula von der LEYEN sieht eine Trendwende bei der Geburtenrate:

"Ich bin davon überzeugt, dass die Geburtenrate für 2007 deutlich über 1,4 gestiegen ist. Das wäre der höchste Wert seit der Wiedervereinigung. Ich sehe da eine Trendwende, mit ausgelöst durch die neue Familienpolitik, eine breite gesellschaftliche Debatte über Leben mit Kindern, natürlich auch durch die gute Konjunktur. Aber ganz klar: Familienpolitik alleine wird den Babyboom nicht herbeizaubern können."

PFISTER, Rene & Markus FELDKIRCHEN (2008): Nun jammern Sie mal nicht.
Spiegel-Gespräch: Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, 49, über Gleichberechtigung, die grauen Herren aus ihrer Partei und die Frage, warum so viele Frauen mit Til Schweiger ins Bett, aber kein Kind von ihm wollen,
in: Spiegel Nr.18 v. 28.04.

"Es gibt gerade in einer konservativen Partei immer die Frage, wie man modernisiert, ohne Werte über Bord zu werfen. Wir hatten 2007 zum ersten Mal seit Jahren keinen Geburtenrückgang mehr, sondern mit 1,45 die höchste Geburtenrate seit der Wiedervereinigung. Das zeigt, dass unser Weg richtig ist", verkündet Ursula von der LEYEN voreilig.

BERTH, Felix (2008): "Kinderreiche Familien dürfen nicht in die Armut rutschen".
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen bringt einen eigenen Kinderarmutsbericht heraus. Im SZ-Gespräch spricht sie über ein gestaffeltes Kindergeld, den Armutsbericht und die Probleme von Einwanderern auf dem Arbeitsmarkt,
in: Süddeutsche Zeitung v. 26.05.

HASELBERGER, Stephan & Hans MONATH (2008): "Ein Mann muss fürsorglich sein".
Familienministerin Ursula von der Leyen über neue Väter, alte Ängste und die Kosten der Emanzipation,
in: Tagesspiegel v. 13.07.

MISHRA, Robin (2009): "Die Männer stimmen mit den Füßen ab".
CDU-Ministerin Ursula von der Leyen will die Vätermonate ausweiten und Erzieherinnen besser ausbilden. Das Betreuungsgeld betrachtet sie kritisch. Trotz mancher Kritik von Bischöfen sieht sie die meisten Katholiken auf ihrer Seite,
in:
Rheinischer Merkur Nr.11 v. 12.03.

KOUFEN, Katharina & Michaela HOFFMANN (2009): "Elterngeld flexibilisieren".
Ursula von der Leyen im Interview,
in: Wirtschaftswoche Nr.25 v. 15.06.

GAUGELE, Jochen & Maike RÖTTGER (2009): Das neue Elterngeld hilft den Unternehmen.
Die Familienministerin im Interview über den Gebrauch ihres Dienstwagens und die Bedeutung des geplanten Teilelterngeldes für Firmen,
in: Hamburger Abendblatt v. 01.08.

FOCUS-Titelgeschichte: Im Zweifel gegen den Mann.
Ist Gleichberechtigung noch gerecht? Überraschende Fakten zu Sorgerecht, Jobs, Bildung

PLEWNIA, Ulrike & Alexander WENDT (2009): "Mir kommen die Tränen".
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen über Männer, Frauen, Emanzipation und die Frage, warum das Land dringend neue Väter braucht,
in: Focus Nr.38 v. 14.09.

GERWIEN, Tilman (2009): "Ich kenne es, vor Wut zu kochen".
Ursula von der Leyen, Familienministerin und siebenfache Mutter, hat viel Kritik einstecken müssen. Mit stern-Autor Tilman Gerwien spricht sie über Wickelvolontariate, "Zensursula", ihr Verhältnis zur CDU - und brüllende Minister,
in: stern.de v. 17.09.

Im Interview werden die Welt-Geburtenzahlen nicht direkt genannt, aber es befindet sich auf der Interviewseite ein Verweis auf einen Online-Artikel mit den Zahlen:

"Erst gab es für Sie nur Siege, jetzt häufen sich die Rückschläge: Trotz Elterngeld stagnieren die Geburtenzahlen, die Ausweitung des Elterngeldes für Teilzeitbeschäftigte konnten Sie nicht durchsetzen (...). Müssen Sie jetzt das Verlieren lernen?
            Wieso? Das Teilelterngeld steht im Wahlprogramm der Union. Kritik am Inhalt gab es ohnehin nicht, nur am Tempo, mit dem ich es einführen wollte. (...). Und wenn ich aus dem Geburten-Auf-und-Ab etwas lernen muss, dann, mehr Geduld zu haben. Aber die Modernisierung der Familienpolitik ist ohne Alternative."

 
       
       
   

Wir müssen unser Land für die Frauen verändern (2007).
Maria von Welser im Gespräch mit Ursula von der Leyen
München:
C. Bertelsmann

 
   
     
 

Klappentext

"Karriere oder nur familiäres Glück? Eine rückwärts gewandte Alternative. Aber: Ursula von der Leyen krempelt die Ärmel hoch. Das Elterngeld ist durch – nur ein erster Schritt, damit Frauen gleiche Chancen haben wie Männer. Jetzt geht es um Krippenplätze, haushaltsnahe Hilfe und drastische Veränderungen in der Steuergesetzgebung. In der Diskussion mit Maria von Welser entwickelt die Familienministerin erstmals detailliert ihr frauenpolitisches Konzept. Maria von Welser hat dazu landauf landab mit Frauen gesprochen: über ihre Lebensplanung, ihre Sorgen und Ängste. Und warum Frauenleben so viel besser funktioniert in den benachbarten Ländern."

 
     
 
       
   

Das Buch in der Debatte

GEYER, Christian (2007): Eine Revolutionsschrift.
Ursula von der Leyen will der Wirtschaft Beine machen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 17.03.

Christian GEYER preist die Familienpolitik der Familienministerin als wirtschaftsorientierte Strategie an, die neben einer familienfreundlichen Arbeitswelt auch Arbeitsplätze durch haushaltsnahe Dienstleistungen schafft.

PETROPULOS, Kostas (2007): Ministerielle Verheißungen.
Ursula von der Leyen, Maria von Welser: "Wir müssen unser Land für die Frauen verändern",
in: DeutschlandRadio v. 19.03.

 
       
   

Debatte um die Einführung des Elterngeldes

KORTMANN, Christian (2005): Wir müssen leider draußen bleiben.
Die Generation Praktikum und die Diskriminierung durch "Rankism",
in: Süddeutsche Zeitung v. 09.04.

ROSENKRANZ, Stefanie & Anne SCHÖNHARTING (2005): Land ohne Kinder.
Deutschland hat die niedrigste Geburtenrate in der Europäischen Union. Die Republik vergreist - Resultat völlig verfehlter Familienpolitik. Wir investieren viel Geld in Familien, aber mit weit weniger Erfolg als die Franzosen. Und die letzten mutigen Mütter bezahlen einen schmerzhaft hohen Preis,
in: Stern Nr.27 v. 30.06.

HILDEBRANDT, Tina & Elisabeth NIEJAHR (2006): Männer an den Herd.
Mit »Vätermonaten« heizt die CDU-Familienministerin Ursula von der Leyen in ihrer Partei einen Kulturkampf an – und scheint ihn zu gewinnen,
in: Die ZEIT Nr.18 v. 27.04.

ROSS, Andreas (2006): Die Krise der Wohlstandskinder,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.04.

BERTH, Felix (2006): Starthilfe für die Zögernden.
Warum das neue Elterngeld die Geburtenraten in der Bundesrepublik erhöhen kann,
in: Süddeutsche Zeitung v. 28.12.

 
   

Debatte um die Wirkung des Elterngeldes

SCHWÄGERL, Christian (2007): Wunschwirklichkeit,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.07.

SCHÄFER, Martina (2008): Von der Leyens "zartes Pflänzchen".
Ein Jahr Elterngeld: Was die neue Transferzahlung bewirkt,
in: Rheinischer Merkur Nr.4 v. 24.01.

ROßBACH, Henrike (2008): Viele Wickelvolontäre, kaum Karrierefrauen.
Seit mehr als einem Jahr gibt es das Elterngeld. Fachleute halten dieses familienpolitische Instrument für zeitgemäß. Väter scheinen es auch zu mögen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 05.04.

HEBESTREIT, Steffen (2008): Elterngeld.
Von der Leyen will Papas länger wickeln lassen,
in: Frankfurter Rundschau v. 28.04.

TICHOMIROWA, Katja (2008): Die halbe Revolution.
Elterngeld,
in: Das Parlament Nr.29/30 v. 14.07.

Themen-Ausgabe zum Thema Kind

JAP (2007): Leyen-Papas kümmern sich 60 Tage um Kinder.
Zwar beantragen zehn Prozent der Väter Elterngeld. Aber sie wickeln in der Regel nur 2 Monate, Mütter dagegen 12,
in: TAZ v. 14.11.

FÜLLER, Christian & Nicole JANZ (2008): "Bei den Männern brauchen wir härtere Maßnahmen".
Der Väteranteil beim Elterngeld ist kontinuierlich gestiegen - zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Familienland Deutschland", die gestern vorgestellt wurde. Doch trotz des Fortschritts halten immer noch die meisten jungen Männer an dem typischen Ernährermodell fest, kritisiert der Soziologe Hans Bertram,
in: TAZ v. 23.07.

MÜLLER, Matthias (2008): Männer finden Gefallen am Elterngeld,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.07.

WIMBAUER, Christine & Annette HENNINGER (2008): Magd des Marktes.
Das Elterngeld und die neue Familienpolitik,
in: Blätter für deutsche und internationale Politik, August

KAMANN, Matthias (2008): Babyboom in den Dreißigern.
33- bis 37-Jährige Hauptprofiteure des Elterngeldes - Statistik könnte über Sondereffekte hinwegtäuschen,
in: Welt v. 21.08.

Die Veröffentlichung von Geburtenzahlen oder Geburtenraten ist wie immer in den letzten Jahren die Stunde der Schaumschläger .

BERTH, Felix (2008): Ein Land und seine zahlreichen Geburtstage.
Viele halten das Elterngeld für das Wundermittel, doch dies ist nicht alleine der Grund für den Anstieg der Kinderzahl,
in: Süddeutsche Zeitung v. 21.08.

JANZ, Nicole (2008): Sachsens Familien bleibt mehr vom Elterngeld.
In Sachsen wird das Elterngeld nur teilweise zur Steuerberechnung gezählt. Jetzt will auch Hessen diesen Vorteil,
in: TAZ v. 22.08

DESTATIS (2008): Bei mehr als 100 000 Babys bezieht der Vater Elterngeld,
in: Pressemeldung des Statistischen Bundesamtes v. 29.08.

EHRENSTEIN, Claudia (2008): Mehr als 100 000 Väter machen Babypause.
Immer mehr Männer übernehmen Kinderbetreuung - Neues Rollenverhalten durch Elterngeld?
in: Welt v. 30.08.

EHRENSTEIN hat Statements der Soziologen Johannes HUININK und Norbert F. SCHNEIDER eingeholt. Es geht um die Frage, ob das Elterngeld ein Erfolg ist...

GASEROW, Vera (2008): Vollzeit-Väter ein paar Monate.
Elterngeld motiviert mehr Männer, eine Auszeit fürs Baby zu nehmen. Rollenverteilung aber nur begrenzt verändert,
in: Frankfurter Rundschau v. 30.08.

KAPPUS, Monika (2008): Frauenquote.
Männer, gönnt Euch was!
in: Frankfurter Rundschau v. 30.08.

GITSCHIER, Laura (2008): Elterngeld sorgt für kleinen Babyboom in Hamburg,
in: Welt v. 11.09.

GASEROW, Vera (2008): Kein Elterngeld für Oma und Opa.
Sozialverbände fordern bessere Gesetzesnovelle,
in: Frankfurter Rundschau v. 17.09.

JANZ, Nicole (2008): Elterngeld in der Kritik.
Laut Wohlfahrtsverbänden sind geringverdienende sowie in Teilzeit arbeitende Eltern die "Verlierer" beim Elterngeld,
in: TAZ v. 17.09.

TRETBAR, Christian (2008): Umverteilung von Arm zu Reich?
Wohlfahrtsverbände sehen deutliche Mängel beim Elterngeld – und wollen den Mindestbetrag erhöhen,
in: Tagesspiegel v. 17.09.

BÖTTCHER, Annica & Sascha KRIEGER (2008): Elterngeld - eine erste Bilanz,
in: destatis.de v. 28.10.

KRÖTER, Thomas (2008): Elternzeit.
Schnupperurlaub am Wickeltisch,
in: Frankfurter Rundschau v. 29.10.

VITZTHUM, Thomas (2008): Immer mehr Männer wagen sich an den Wickeltisch,
in: Welt v. 30.10.

ALEXANDER, Robin (2008): Eltern statt Elterngeld,
in: Welt v. 30.10.

BRAUN, Stefan (2008): "Elterngeld hilft Kleinverdienern".
Fünf Milliarden hat der Bund bisher für das Elterngeld ausgegeben. Die Familienministerin feiert es als großen Erfolg - und bekommt sogar Lob von der SPD,
in: Süddeutsche Zeitung v. 30.10.

JANZ, Nicole (2008): "Deutliche Verbesserung".
Johannes Singhammer, familienpolitischer Sprecher der Union, will das Elterngeld vorerst nicht erhöhen,
in: TAZ v. 30.10.

JANZ, Nicole (2008): Väter zögerlich dabei.
Nachbesserungsbedarf beim Elterngeld sieht Familienministerin Ursula von der Leyen nicht,
in: TAZ v. 30.10.

SVE (2008): Ohne Eltern keine Chance.
Wer Elterngeld beantragt, muss ordentlich rechnen, um nicht viel schlechter dazustehen. Drei Beispiele,
in: TAZ v. 30.10.

KUZMANY, Stefan (2008): Kinder, Kinder.
Das neue "Elterngeld" ist nicht ganz so gut wie sein Ruf,
in: TAZ v. 30.10.

GUTMAIR, Ulrich (2008): Ursulas stille Reaktion.
Neue deutsche Bevölkerungspolitik: Tarndiskurs "Neue Väter": Mit dem Elterngeld will die weiße, deutsche Mittelklasse ihre Hegemonie sichern,
in:
TAZ v. 01.11.

BERTH, Felix (2008): Baby-Boom in München.
Im ersten Halbjahr 2007 steigt die Zahl der Geburten in der Landeshauptstadt deutlich an - das Elterngeld hat einen Anteil daran,
in:
sueddeutsche.de v. 14.11.

JANZ, Nicole (2009): Wieder ein paar Babys mehr.
Die Zahl der Geburten ist in Deutschland im vergangenen Jahr wieder leicht gestiegen. Vor allem mehr Frauen zwischen 30 und 40 Jahren haben Kinder bekommen. Das zeigt der aktuelle "Familienreport", den Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Montag vorstellte,
in:
TAZ v. 17.02.

GASCHKE, Susanne (2009): Bilderbuch-Väter.
Deutschland feiert mehr Geburten. Das liegt an einer effektiven Politik und an Männern, die sich endlich ändern dürfen,
in:
Die ZEIT Nr.9 v. 19.02.

BERTH, Felix (2009): Weniger Geburten trotz Elterngeld.
Statistiker melden Rückgang der Baby-Zahlen im Jahr 2008,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 10.03.

BERTH, Felix (2009): Zahlentricks der Ministerin,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 10.03.

DESTATIS (2009): 2008: Mehr Sterbefälle und Eheschließungen, etwas weniger Geburten,
in:
Pressemitteilung Statistisches Bundesamt Wiesbaden v. 07.04.

LAUFER, Benjamin (2009): "Politik wirkt erst in 15 Jahren.
Ob sich Elterngeld und Kita-Ausbau auf die Geburtenzahlen auswirken, zeigt sich erst nach langer Zeit, sagt Familienforscher Hans Bertram. Denn Menschen reagieren nicht mechanisch auf Regeln,
in: taz.de v. 08.04.

JANZ, Nicole (2009): Trotz Elterngeld bleibt Babyboom aus.
Im Jahr 2008 ist die Zahl der Geburten überraschend auf 675.000 gesunken - das liegt unter den bisherigen Schätzungen. Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) übt sich nun in Demut. Sie hatte voreilig einen Aufwärtstrend verkündet,
in: TAZ v. 08.04.

BRUNS, Tissy (2009): Ursulas heile Familie.
Die sinkenden Geburtenzahlen widerlegen das Elterngeld nicht. Trotzdem bleibt dessen Wirkung auf die Familientauglichkeit der Gesellschaft beschränkt,
in: Tagesspiegel v. 08.04.

MONATH, Hans (2009): Wieder weniger dicke Bäuche.
Die Geburtenzahlen gehen zurück – das bringt Familienministerin Leyen in Erklärungsnot,
in: Tagesspiegel v. 08.04.

SIEMS, Dorothea (2009): Geburten als Maßstab,
in: Welt Online v. 08.04.

MÖLLER, Barbara (2009): Der Flop der Familienministerin.
Der Abwärtstrend ist unumkehrbar, sagt der renommierte Demograf Herwig Birg,
in: Hamburger Abendblatt v. 08.04.

PANY, Thomas (2009): Weniger Geburten in Deutschland.
Neueste Zahlen des statistischen Bundesamtes entzaubern den "magischen Fruchtbarkeitsfaktor" Elterngeld,
in: Telepolis v. 08.04.

GERMIS, Carsten & Inge KLOEPFER (2009): Wo kommen die Kinder her.
Das Elterngeld sollte einen Babyboom bei qualifizierten Frauen auslösen. Das klappt nicht. Kinder kriegt vor allem die Unterschicht,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 12.04.

PETROPULOS, Kostas (2009): Familienpolitik in der Wirtschaftskrise.
Geburtenknick dank Elterngeld?
in: DeutschlandRadio v. 15.05.

KULLMANN, Kerstin & Merlind THEILE (2009): Krieg um Zahlen.
Ursula von der Leyen hat ihren politischen Erfolg eng mit der Entwicklung der Geburten verknüpft. 2008 wurden in Deutschland weniger Babys geboren, in der Statistik liegt es europaweit ganz hinten. Ist die Ministerin mit ihrer Politik gescheitert?
in: Spiegel Nr.33 v. 10.08.

KULLMANN & THEILE beschreiben die Folgen, die sich aus der engen Kopplung der familienpolitischen Maßnahmen an die Geburtenentwicklung ergeben:

"Im April 2008 kann von der Leyen einen Etappensieg verkünden. Sie steht in ihrem Büro am Berliner Alexanderplatz, die Hände in den Hosentaschen, sie lacht ein großes Ministerinlachen. 2007 sind erstmals seit zehn Jahren mehr Kinder auf die Welt gekommen. Am 1. Januar 2007 war ihr Elterngeld in Kraft getreten. Sie sagt: »Wir hatten zum ersten Mal seit Jahren keinen Geburtenrückgang mehr, sondern mit 1,45 die höchste Geburtenrate seit der Wiedervereinigung. Ich sehe eine Trendwende, mit ausgelöst durch die neue Familienpolitik.«
Es war die erste Sternstunde ihrer Amtszeit. Dachte sie. In Wahrheit war die Zahl nicht so gut wie zunächst verkündet. Als im August die endgültigen Zahlen für 2007 vorlagen, stellte sich heraus, dass die Quote nur von 1,33 auf 1,37 Kinder pro Frau gestiegen war. Es gab dann noch häufiger Verwirrungen um die Zahlen.
Und nichts ist für Ursula von der Leyen so wichtig wie Zahlen. Sie hatte sich dazu entschieden, den Erfolg ihrer Politik am Anstieg der Geburten im Land zu messen. Demnach ist sie gescheitert.
"

KULLMANN & THEILE beschreiben die Änderung der Veröffentlichungspraxis bei den Geburtenzahlen durch das Statistische Bundesamt seit dem Amtsantritt der Familienministerin:

"Seit von der Leyen im Amt ist, veröffentlicht die Abteilung »Bevölkerung« beim Statistischen Bundesamt in Wiesbaden jeden Monat, zum Quartal und zur Jahresmitte die Geburtenzahlen, die Geburtenrate oder eine Prognose von beidem. Vor 2005, sagt ein Mitarbeiter, habe man einmal im Jahr vermeldet, wie viele Kinder geboren wurden und wie viel das im Schnitt pro Frau war. Das reichte.
Heute veröffentliche man auch die erste, zweite und dritte Schätzung. So wird das Jahr vollgepackt mit einem Auf und Ab von Eventualitäten, bis die Spekuliererei im Spätsommer ihr Ende findet. Dann liegen die endgültigen Geburtenzahlen vor."

Die Autorinnen kritisieren diese Praxis, da sich Trendwenden in der Geburtenentwicklung aufgrund familienpolitischer Maßnahmen nicht in Monaten, sondern erst in Jahren bzw. Jahrzehnten erfassen lassen.

WINKELMANN, Ulrike (2009): Kein Honig für von der Leyen.
Über die leicht gestiegene Geburtenrate 2008,
in: TAZ v. 05.09.

RÖTZER, Florian (2009): Die Deutschen kriegen immer weniger Kinder.
Daran soll trotz Elterngeld nicht nur die Wirtschaftskrise schuld sein, erklärt die Familienministerin von der Leyen,
in: Telepolis v. 16.09.

Zum wiederholten Male bringt die Zeitung Die Welt Zahlen zur Geburtenentwicklung ins Spiel, die nicht offiziell sind und die unwidersprochen verbreitet werden - weil sie gelegen kommen, z.B. von Florian RÖTZER.

Dorothea SIEMS spricht in einem Online-Artikel vom 14.09. von rund 312.000 Geburten im ersten Halbjahr 2009 ("Geburten in Deutschland gehen drastisch zurück"). Die Bildzeitung zieht einen Tag später nach. Offenbar waren der Welt die Geburtenzahlen von 2008 noch zu positiv. Bereits zur offiziellen Veröffentlichung von Geburtenzahlen des Statistischen Bundesamtes Ende Juli antwortete die Welt mit einer Kampagne gegen Kinderlose.

In der taz erschien kürzlich ein Artikel von Gisa FUNCK, in dem Kinderlosigkeit als unentschuldbarer Makel beschrieben wird - und zwar als eine Konsequenz der Debatte um den demografischen Wandel. Anfang des Monats zählte Felix BERTH in der SZ sechs demografische Irrtümer übers Kinderkriegen auf, u. a. die überhöhten Zahlen zur Kinderlosigkeit nicht nur der Akademikerinnen. Single-generation.de hat verglichen, was sich seit 2005 verändert hat.

Bleibt die Welt weiter allein mit ihrer unseriösen Berichterstattung oder greifen nun andere Zeitungen das Thema Kinderlosigkeit auf?
Gestern veröffentlichte ZEIT Online eine dpa-Meldung, wonach die Zahlen alles andere als gesichert sind:

"Die Statistiker bestätigten (...) am Dienstag in Wiesbaden auf Anfrage einen Bericht der Zeitung «Die Welt». Betont wurde allerdings, unter Umständen seien dem Bundesamt noch nicht alle Geburten gemeldet. Eine eindeutige Aussage über den Trend sei daher noch nicht möglich."

Aussagekräftig hinsichtlich der Geburtenrate 2009 sind Halbjahreszahlen sowieso nicht.

Neu:
VITZTHUM, Thomas (2009): Die Konjunkturkrise der Kinder.
Geburtenrückgang um 6,6 % trübt Bilanz der Familienministerin - Experten: Grund auch langsamer Kita-Ausbau,
in: Welt v. 16.09.

 
       
   

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Update: 08. März 2017