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Charlotte Höhn: Die Ausrichtung der Bevölkerungsstatistik an der lebenslangen Ehe

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1945 geboren
    • Studium der Volkswirtschaftslehre
    • 1982 Buch "Der Familienzyklus"
    • Leiterin des Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung
 
       
     
       
   

Charlotte Höhn in ihrer eigenen Schreibe

 
   
  • HÖHN, Charlotte/MAMMEY, Ulrich/SCHWARZ, Karl (1980): Die demographische Lage in der Bundesrepublik Deutschland,
    in:
    Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Heft 2, S. 163-224
  • HÖHN, Charlotte (1985): Familienzykluskonzept und Kohortenanalyse,
    in: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, Heft 2, S.147-164
  • SCHWARZ, Karl & Charlotte Höhn (1985): Weniger Kinder - weniger Ehen - weniger Zukunft? Bevölkerungsentwicklung in der Bundesrepublik Deutschland gestern, heute und morgen. Zur Information der Abgeordneten des Deutschen Bundestages und der Parlamente der Bundesländer. Im Auftrag der Deutschen Liga für das Kind in Familie und Gesellschaft, Ottweiler: Ottweiler Druckerei und Verlag
 
       
   

Charlotte Höhn im Gespräch

 
   
  • Neu:
    FISCHER, Jörg (2000): "Wir müssen früher und länger arbeiten".
    Die Bevölkerungswissenschaftlerin Charlotte Höhn über die demographische Entwicklung in Deutschland und die Auswirkungen auf das Sozialsystem,
    in: Junge Freiheit Nr.31-32 v. 28.07.
 
       
   

Der Familienzyklus (1982).
Zur Notwendigkeit einer Konzepterweiterung. Schriftenreihe des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung
Boppard: Boldt

 
   
 
 

Zitat:

Das Konzept des Familienzyklus und seine Konsequenzen

"Die empirische Messung der Phasenlängen des Familienzyklus (Familiengründung, -erweiterung, -schrumpfung und -auflösung) ist nur mit retrospektiv erhobenem Datenmaterial für Kohorten einwandfrei möglich. (...). Mit abnehmender Heiratsneigung und steigender Scheidungshäufigkeit sowie zunehmender Bildung nichtehelicher Lebensgemeinschaften und unvollständiger Familien verliert das Konzept des Familienzyklus, das auf nahezu 100%iger Verheiratung und Ausschluß von Ehelösungen vor dem 50. Geburtsjahr der Frau beruht, allmählich an Dominanz (...) Die Kritik am Familienzyklus erscheint sowohl im Hinblick auf seine abnehmende Repräsentativität von möglichen Lebensverläufen als auch wegen seines normativen Gehalts gerechtfertigt.
Aus beiden Gründen ist eine Konzepterweiterung auf wichtige Lebenszyklen notwendig. Dabei stellt der Familienzyklus eine der möglichen Verlaufsformen dar."
(Höhn, 1982, S.101)

Das Familienzykluskonzept in der Kritik

"Es müßten in weit größerem Umfang »Längschnittergebnisse« bereitgestellt werden können, mit denen man für bestimmte Geburtsjahrgänge und Ehejahrgänge die Eheschließungen, die Ehelösungen und die Wiederverheiratungen im Zeitablauf verfolgen kann (...). Damit wären zugleich erste Schritte getan, um für die Vergangenheit und die Zukunft den Ausschnitt des Ehe- und Familienzyklus modellhaft abzubilden, der mit der Eheschließung beginnt, mit der Ehelösung durch Tod oder Scheidung endet und sich für viele Verwitwete und Geschiedene in einem zweiten oder gar dritten Ehezyklus fortsetzt. Heute wissen wir noch nicht einmal, wieviel Menschen in zweiter oder dritter Ehe leben, wann die erste Ehe der in zweiter Ehe Lebenden geschlossen worden ist und wann ihre erste Ehe endete. Von den Verwitweten und Geschiedenen kennen wir nicht das Datum der Ehelösung. Für eine gründlichere Analyse der neueren Entwicklung von Ehe und Familie fehlen somit wesentliche Informationen."
(aus: Karl Schwarz "Informationen und Informationslücken zur neueren Entwicklung von Ehe und Familie in der Bundesrepublik Deutschland", 1980, S.29)

Das Problem der Erfassbarkeit von Kinderlosigkeit

"Versucht man, den Anteil an Frauen ohne (lebendgeborene) Kinder für verschiedene europäische Länder zu errechnen bzw. abzuschätzen, stößt man allerdings rasch auf die Schwierigkeit, daß die Erfassung der Geburtenrangfolge länderspezifisch variiert (vgl. Sardon 1990). In Deutschland, der Schweiz und seit 1966 in Frankreich werden nur eheliche Lebendgeborene aus der aktuellen Ehe einbezogen, wodurch sowohl außereheliche Geburten als auch Geburten aus früheren Ehen wegfallen. In England und Wales wiederum wird die Geburtenfolge einer (ehelichen) Geburt gemäß allen vorherigen Geburten - ob ehelich oder außerehelich - festgelegt. Sofern der Anteil an außerehelichen Geburten gering und stabil bleibt - wie bisher im Falle der Schweiz - ist die Fehlermarge tolerierbar (und außereheliche Geburten können den Erstgeburten zugerechnet werden). Mit zunehmenden Unehelichenquoten werden entsprechende Schätzwerte jedoch rasch zu ungenau."
(aus: François Höpflinger "Neue Kinderlosigkeit", 1991, S.83) 

 
 
 
       
   

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Update: 26. August 2003
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