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- DETTLING, Daniel (2000): Generation auf
Widerruf,
in: Blätter für deutsche und internationale Politik Nr.5, Mai
- Norma DAMME & Daniel DETTLING (2001):
"Kinder, Karriere und Kooperation".
Familienpolitik nach dem Karlsruher Urteil,
in: Die Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte Nr.6, Juni
- DETTLING, Daniel & Werner Eichhorst
(2002): Die blockierte Republik.
Warum die Parteien nicht das tun, was ihre Politiker wissen,
in: Frankfurter Rundschau v. 28.11.
- DETTLING, Daniel (2003):
Gegensätze ziehen nicht mehr.
Es gibt sie längst, die neuen Reformer - sie haben es nur selbst
noch nicht gemerkt,
in: Tagesspiegel v. 06.02.
- DETTLING, Daniel (2003): Vergesst das
deutsche Modell.
Die Generation der 30- bis 40-Jährigen hat schon verloren, bevor
sie richtig loslegen konnte. Daniel Dettling plädiert deshalb für eine
Revolution der Jungen,
in: Frankfurter Rundschau v. 10.02.
- Kommentar:
Wenn man zu lange am FAZ-Stammtisch sitzt,
dann kommen solche depressiven Pamphlete heraus, wie jenes von
DETTLING.
Man kann ein Glas halbleer oder halbvoll
sehen, DETTLING wählt erstere Methode.
Für
die zweite Methode steht dagegen
Detlef GÜRTLER, der die
angeblichen Schwächen des Modells Deutschland als Stärken sieht und
damit versucht die produktiven Potenziale unseres Sozialstaats
nutzbar zu machen.
Die
Untergangspropheten mit der
"Die Lage ist ernster als die Stimmung"-Attitüde - also das
Lager der neoliberalen Besitzstandswahrer - liegt uns nun schon seit
30 Jahren mit den gleichen Parolen in den Ohren. Kein Wunder also,
dass die 89er nichts anderes mehr kennen und deshalb die Leerformeln
einfach nachplappern.
Statt
Jammern, sind Visionen angesagt!
Die "I-AG des Monats" ist z.B. gefragt.
Dieser Tage wurden in einer langen städtischen
Fußgängerzone Lampen von Straßenleuchten ausgewechselt. Zwei
Arbeiter fuhren mit einem orangefarbenen Transporter mit Hebebühne
vor. Das Fahrzeug wurde fest verankert. Ein Arbeiter ließ sich
hochfahren an die Leuchte in 3 m Höhe und wechselte die Lampe aus.
Der Fahrer saß derweil im Fahrzeug, statt z.B. in einem teuren Café
einen Kaffee zu konsumieren und dadurch die schwächelnde Wirtschaft
anzukurbeln. Sein nächster Einsatz kam erst, als die Lampe
ausgewechselt war und die Hebebühne wieder nach unten gefahren
werden musste. Nach der Entankerung des Transporters wurde zur
nächsten Straßenlampe gefahren. Dieses Spektakel, bei dem kein
arbeitsloser FAZ-Journalist dabeistand, dauerte ca. 15 Minuten.
Mit
einer I-AG - z.B. einem Ex-FAZ-Journalisten - wäre das ganz anders
gegangen: Vorfahren mit dem eigenen Kleinauto, Abladen einer
handelsüblichen Leiter, Austausch der Lampe. Fünf Minuten
Arbeitszeit. Gespart: ein teures Spezialfahrzeug, das hauptsächlich
Roboter hergestellt haben und ein Mann, der durch Konsum die
Wirtschaft ankurbeln könnte. Für die I-AG wären sogar noch 5 Minuten
Pause drin.
Der
Produktivitätsfortschritt inklusive nachhaltigeres Wirtschaften
könnte als sinnvolle Generationengerechtigkeit dem Sozialstaat
zugute kommen.
Ein
Tipp also für unsere nachwachsenden Jammer-Intellektuellen: Statt am
FAZ-Stammtisch die Zeit zu vertrödeln (angeblich fehlt diese
laut DETTLING) und sich im Selbstmitleid zu baden, lieber mit
offenen Augen durch die Straßen laufen.
In
Deutschland sind konkrete und keine abstrakten Probleme zu lösen!
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DETTLING, Daniel (2003): Gemeinsinn reicht nicht.
Was Kanzler Schröder am 14. März der jungen Generation sagen
müsste,
in: Welt v. 12.03.
- Kommentar:
"Das deutsche Modell
ist das Projekt einer
skeptischen
Generation. Aus Angst vor zu viel Dynamik und Unsicherheit hat
man Land und Unternehmen lahm gelegt mit Regeln, Sicherungen und
Politikverflechtung. Im Zeitalter von Globalisierung und
Individualisierung lassen sich Gerechtigkeit und Wachstum dagegen
oft nur durch produktive Ungleichheit und
schöpferische
Zerstörung erreichen",
meint DETTLING Junior.
Wie der Vater, so der Sohn!
Das Projekt der nächsten
Generation ist nichts anderes als das Projekt von Pappi's Generation
und der ist ein prominenter 68er - wenngleich auch von der CDU!
- DETTLING, Daniel (2003): Und der
Zukunft zugewandt.
Die Parteien und der politische Innovationsstandort Deutschland,
in: Frankfurter Rundschau v. 31.03.
- Kommentar:
Sohn Daniel hat bei der FR so etwas wie das
politische Repräsentationsmonopol für die Generation Golf ff.
Das
Inhaltliche hat man leider alles bereits
beim Vater bis zum Überdruss
gelesen!
Die
Gründung eines "Think Tank" ist nicht ausreichend, um Neues
hervorzubringen, aber es reicht, um in der Neue-Mitte-Presse als
Generationensprecher zu gelten.
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DETTLING, Daniel (2003): Generation Golfkrieg.
Anders als die 89er haben die demonstrierenden Schüler kein Problem
mit ihren 68er-Lehrern,
in: Welt v. 14.04.
- DETTLING, Daniel (2003):
Nach der Vertreibung aus dem Wirtschaftswunderland.
Zukunftsfähige Gewerkschaften müssen den Übergang organisieren und
dürfen nicht bloß den Untergang der klassischen Arbeit beklagen,
in: Frankfurter Rundschau v. 16.05.
- Kommentar:
Warnfried DETTLINGs Sohn kennt nur zwei moderne
Leitbilder, weswegen er den Übergang vom Industriearbeiter zum
Wissensarbeiter organisieren möchte.
Aber ist der ominöse
Wissensarbeiter nicht nur der altbekannte Prototyp der
Angestelltengewerkschaft?
Der Soziologe
Ulrich BECK hat mit
der Individualisierungsthese bereits Anfang der 80er Jahre die
theoretischen Grundlagen für den Übergang von der Industriearbeiter-
zur Angestelltengesellschaft geschaffen. Die Wissensarbeiter der
Marke DETTLING scheinen jedenfalls die Mentalität BECKscher
Angestellter zu verkörpern. Sie sind unpolitisch und distanziert
gegenüber den Gewerkschaften.
Der Schriftsteller Wilhelm GENANZINO
hat im Roman
"Abschaffel" das Verhältnis der Angestellten zur Gewerkschaft
bereits Ende der 70er Jahre auf den individualisierungstheoretischen
Punkt gebracht:
"Gersthoff war über Nacht zu dem armen
Schwein geworden, das er schon immer gewesen war. Er würde
wochenlang im Krankenhaus liegen müssen, und wenn es Mörst und das
Gesetz nicht gegeben hätte, dann müßte er die Schicksalsmächte darum
bitten, das Maß vollzumachen und ihm den Tod zu bringen (...). Mörst
(...) hoffte dieser Fall würde auf andere Angestellte, die ebenfalls
nicht gewerkschaftlich organisiert waren, wie auch Abschaffel,
beispielgebend wirken. (...). Tatsächlich waren nur wenige
Angestellte in der Gewerkschaft. Jeder Angestellte war ein privates
Monstrum. Allein die Vielzahl ihrer persönlichen Wehwehchen
verleitete die meisten dazu, sich schon für Persönlichkeiten zu
halten, die mit anderen Menschen nichts gemeinsam hatten. So war es
auch mit Abschaffel. Er hörte sich in diesen Tagen interessiert
Mörsts Reden an und stimmte ihm in allem zu. (...). Er war am Anfang
des Weges, den Gersthoff mit einem Herzinfarkt soeben nahezu beendet
hatte. Aber das Eingeständnis führte zu nichts. Es war für ihn nur
wieder eine schöne Stimmung, die er sofort zu seiner Privatsache
machte. Und er ging gleich dazu über, sein Privatleben dem
Privatleben Mörsts gegenüberzustellen. Ein Hundezüchter, hah! Die
beiden Leben waren unvereinbar, und es war Abschaffel nicht möglich
davon abzusehen."
Der beklagte tiefe Riss besteht also
nicht erst seit heute, sondern bereits Ende der 70er Jahre sind die
von DETTLING beschriebene Probleme der Gewerkschaften nicht mehr
ganz neu. Man benötigt dazu keinen neuen Begriff wie jenen von der
"Wissensgesellschaft".
Auch die Theorie der kollektiven
Güter ist nicht weiterführend.
Bereits die Entstehung der Grünen
lässt sich mit rationalen Theorien nicht erklären und schon gar
nicht das Verhalten von Sozialstaatsabhängigen (Da die Theorie der
kollektiven Güter - ungeachtet ihrer empirischen Richtigkeit - den
geplanten Sozialabbau rechtfertigen hilft, ist sie auf alle Fälle
die Theorie der Stunde).
Hier führen nur Theorien weiter, die
sowohl Emotionen bzw. Identitäten als auch die Machtverhältnisse in
einer Gesellschaft berücksichtigen.
DETTLING dagegen setzt auf das Ideal
der Vernunft und ein Bündnis von Starken und Schwachen, das doch
sehr an GLOTZige Ideen erinnert. Wo
ist hier die Denkfabrik der jungen Generation? Fehlanzeige!
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DETTLING, Daniel (2003): Sie wollen es nicht mehr besser haben.
Allzu passiv fügen sich die 30-Jährigen in ihr Schicksal als
betrogene Generation,
in:
Welt
v. 01.07.
- Kommentar:
"Warum steigt die nächste Generation jetzt nicht auf
die Barrikaden, wie es die
neue bürgerliche
Protestbewegung um die Meinhard Miegels und Arnulf Barings
vormacht? Warum sammeln sich die 30-Jährigen nicht und gründen
ebenfalls eine »Reformpartei«? Stattdessen überlassen sie das
Aufbegehren einigen konservativen 68ern. Aber auch von diesen geht
keine wirkliche Reformbegeisterung aus. Sie hatten seit den
siebziger Jahren genug Zeit für eine neue Politik gehabt und sie
nicht genutzt",
grenzt sich DETTLING junior nun
deutlicher auch gegen jene 68er ab, die ihm ideologisch eigentlich
nahe stehen. Offenbar ist nun eine neue Zuspitzung angesagt.
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DETTLING, Daniel (2003): Der Lift wartet nicht auf Olaf Scholz.
Ein Neuanfang wird der SPD nur gelingen, wenn sie die
Generationengerechtigkeit thematisiert,
in: Welt v. 28.07.
- DETTLING, Daniel (2003): Damit der
Adler wieder fliegen kann.
Welche Reformen müssen nach den Reformen kommen? Welche
Leitbegriffe brauchen wir?
in: Welt
v. 22.10.
- Kommentar:
Daniel DETTLING grenzt sich einerseits gegen
die alte Elite ab, nur um andererseits das Vokabular der Elite der
68er-Generation übernehmen zu können:
"Eine
neue Politik definiert drei Begriffspaare neu: Individualisierung
und Teilhabe, Freiheit und Fairness, Selbstbestimmung und
Nachfragerdemokratie.
Individualisierung und Teilhabe oder »Nutze Deine Freiheit, aber
trage auch die Folgen«."
Der
Individualisierungsbegriff täuscht darüber hinweg, dass
Organisationen, Familienclans und die soziale Herkunft über die
Chancen des Einzelnen bestimmen.
In
der postmodernen Klassengesellschaft werden die Besserverdienenden
die Individualisierungsfreiheiten nutzen, während im
Niedriglohnsektor die Folgen der Individualisierung getragen werden.
Das ist die schöne neue DETTLING-Welt...
- DETTLING, Daniel (2003): Die verlorene
Generation.
Jung gegen alt. Abschied vom Aufstieg? Aus dem Umverteilungsstaat
muss eine Bürgernation werden. Der Egoismus der Parteien ruiniert jede
Reformpolitik. Wenn die Jugend ihr Schicksal nicht selbst in die Hand
nimmt, ist die Zukunft in Deutschland verspielt,
in: Rheinischer Merkur Nr.50 v. 11.12.
- Kommentar:
"Ich freue mich immer, wenn die Rede auf die Krise
kommt, denn dann kann ich meine gepfefferte Standardantwort geben.
»Krise? Mir doch egal. Ich bin seit meinem 13. Lebensjahr in der
Krise.«", entgegnet
Kerstin GRETHER in einem
KURSBUCH-Beitrag über die 30jährigen
einem Journalisten aus der oberen, gebildeten
Mittelschicht.
"Denn der Musiker und Journalist glaubt immer noch, ich sei auch so
ein Neu-Krisengeschädigter wie er, und hadert wieder mit unserem
gemeinsamen Schicksal. die Medienbranche, die Musikindustrie, die
Werbeindustrie. Alle in der Krise. Was aus uns werden soll?
Mit fällt auf, daß er mit »uns« selbstverständlich nur Leute mit
spannenden Berufsaussichten meint. Die anderen haben wir alle
abgehängt, nein, mit kleinbürgerlichen Spießern haben wir nichts zu
tun. Das beweist ja auch eine neue Pisa-Studie, die zum selben
Ergebnis kommt wie die alten:
In keinem Land
der Welt sind die Unterschiede zwischen Arm und Reich so schwer zu
überbrücken wie in Deutschland - nicht mal in Argentinien."
Wenn von "verlorener
Generation" oder "Bürgernation" die Rede ist, dann meint dies jene
Gemeinschaft der Mittelschicht-Elite, die GRETHER hier beschrieben
hat. Jene Neu-Krisengeschädigten, die sich - wie Daniel DETTLING -
für den Nabel der Welt halten.
Ihre Solidarität
unterscheidet zwischen Eliten und Massen. Erstere nutzen die neuen
Freiheiten und das soziale Erbe der Herkunft, dem Rest überlassen
sie den Niedriglohnsektor und die Grundsicherung. Letzteres
begründet dann ihre Philanthropie.
- Neu:
DETTLING, Daniel (2003):
Neues Deutschland.
Patriotismus heißt in die individuelle Aufwärtsmobilität der Bürger
investieren,
in: Welt
v. 08.01.2004
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Klappentext
"Was bewegt die Generation der 25 bis
35-jährigen?
Haben Sie ein politisches Programm?
Ist die Generation '89 wirklich politisch uninteressiert,
desillusioniert und hedonistisch?
Besonders positiv ist es nicht, das Urteil, das
die Öffentlichkeit über die Generation der 25 bis 35jährigen
zurzeit fällt: politisch desinteressiert, desillusioniert
und hedonistisch. »Jung, dynamisch, entlassen«, titelte der
SPIEGEL im Sommer 2002. Warum sind die heute 30jährigen
nicht wie die Vorgängergeneration der »Baby Boomer« durch
die Institutionen marschiert, haben Bohrplattformen gestürmt
oder Fabriktürme besetzt? Was bewegt die 30 bis 35jährigen?
Wie keine Generation zuvor machte sie in der
Wirtschaft Karriere, eroberte Zeitungen und Medien und wurde
von Soziologen und Feuilletonisten politisch empor oder
nieder geschrieben. Viel Projekt, wenig Programmatik? Zwar
ist die Einsicht, dass Reformen überfällig und notwendig
sind, inzwischen common sense; doch tun sich die regierenden
50- bis 60jährigen schwer, von liebgewonnenen Positionen und
Besitzständen abzurücken. Und der »Ruck«, das politische
Aufbegehren einer neuen, unverbrauchten Generation fand bis
heute nicht statt.
Doch so richtig will diese Generation nicht ins
Klischee passen: Die Sozialstaatsverwöhnten gründen eifrig
Start ups, die Karrieristen suchen nach einem Sinn neben dem
Berufsalltag und sie sind sogar politisch - wenn auch nicht
in dem Sinn, wie es sich die Generation Fischer/Schröder und
Co. vorstellt. Welche Themen beschäftigen die »Generation
89«, welche Lösungen haben sie anzubieten? Was kommt nach
der »Generation Golf«?
»Marke D – Das Projekt der nächsten Generation«
will hierzu Denkanstöße geben."
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