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Gisela Erler: Familienservice für die Mütterelite

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1946 in Biberach an der Riß geboren
    • Studium der Germanistik und Soziologie
    • 1967 Mitgründerin des Münchner Trikont Verlags
    • Familienforscherin am Deutschen Jugendinstitut in München
    • 1985 Buch "Frauenzimmer"
    • 1987 Mitverfasserin des "Müttermanifests" der Grünen
    • 1991 Aufbau des Familienservice
    • Ehefrau von Warnfried Dettling
 
       
     
       
   

Gisela Erler in ihrer eigenen Schreibe

 
   
  • ERLER, Gisela Anna (1988): Die Ent-Fesselung der Frau durch den Staat. Oder: gibt es eine Alternative zu Abraham Lincoln? In: Thomas Schmid (Hg.) Entstaatlichung. Neue Perspektiven auf das Gemeinwesen, Berlin: Verlag Klaus Wagenbach, S.88-101
    • Inhalt:
      ERLER wirft hier u.a. einen Blick auf die Entsorgung des "Altenbergs":

                "Das Problem ist ernst, und zwar nicht nur für Leute mit Kindern, sondern auch zunehmend für solche, die keine haben und auch einmal zum sogenannten »Altenberg« gehören werden. Noch einmal ein Blick ins Ausland: in Japan ist anscheinend aufgrund verschiedener Umstände, vor allem aufgrund der Wohnungsmieten und einer veränderten Einstellung zur alten Generation, innerhalb weniger Jahrzehnte die traditionelle Versorgung alter Menschen in der Familie zusammengebrochen. Aus diesem Grund ist das »Rentner-Paradies« Mallorca ein beliebtes Thema der japanischen Medien geworden. die japanische Regierung erwog 1987, auf Inseln in Südostasien Wohnkolonien für alte Menschen anzulegen, die dort mit ihrer niedrigen Rente viel besser überleben können als in Japan selbst und niemandem zur Last und auf die Nerven fallen. Die japanischen Medien haben nun entdeckt, daß die Bundesrepublik ein Modell von »Altenexport« durch höhere Kaufkraft in Mallorca entwickelt hat, das allen Verwandten ein gutes Gewissen und nur im Todesfall Probleme mit dem Bestattungsort bereitet.
  • ERLER, Gisela (2003): Ein Herz und eine Seele.
    Sind Sie glücklich? Dann liegt das vielleicht daran, dass Sie eine Familie gegründet haben. Klingt spießig? Im Gegenteil, meint die Familienforscherin Gisela Erler: Die Kleinfamilie ist ungeheuer modern,
    in: SZ-Magazin. Beilage der Süddeutsche Zeitung v. 11.07.
 
       
   

Gisela Erler: Porträts und Gespräche

 
   
  • SPIEGEL (1994): Zufriedene Mütter.
    Eine Münchner Unternehmensberatung hat eine Marktnische entdeckt: Im Auftrag von Firmen vermittelt sie Kinderbetreuungsplätze,
    in: Spiegel Nr.8 v. 21.02.
  • ENGLISCH, Gundula & Anette KOLB (2002): Die Rollen werden neu gemischt.
    Ein Gespräch mit Gisela Erler über Gleichberechtigung, Partnerschaft und Familie,
    in: Change X v. 14.08.
  • Neu:
    MIES, Petra (2003): Die Familien-Unternehmerin.
    Gisela Erler betreibt die ganztägige Betreuung von Kindern berufstätiger Eltern als Geschäft,
    in: Frankfurter Rundschau v. 13.08.
 
       
   

Frauenzimmer (1985).
Für eine Politik des Unterschieds
Berlin: Verlag Klaus Wagenbach

 
   
 
 

Klappentext

"Gisela Anna Erler entwirft in diesem Buch eine selbstbewußte Frauenpolitik der Ungleichheit: daß Frauen anders sind, sieht sie nicht als Mangel, sondern als Chance.
Bisher wollte eine traditionelle Frauenpolitik immer nur die Mauern der - angeblich bloß engen - Frauenwelt einreißen. Gisela Erler schlägt dagegen vor, die verbliebenen Terrains von Frauenmacht als Stützpunkte für Eroberungszüge ins Feindesland zu nutzen. Es geht darum, daß Frauen ihre Wahrnehmungs-, Lebens- und Arbeitsweise in die Institutionen der Gesellschaft tragen: nicht um zu beweisen, daß sie es so gut können wie die Männern, sondern um zur Abrüstung, zur Devolution der Industriegesellschaften beizutragen."

Inhaltsverzeichnis

Augen zu - und durch
Die andere Stimme
Liebe und Gewalt
Medienfrauen - der Lack und seine Risse
Von weiblicher Tücke
Das folgenschwere Dreieck
Das Problem der Söhne
Die Produktion des neuen Mannes
Mütter, Töchter, Frauenmacht
Ein wenig Biologismus
Genus
Die Vereinsamung der Frau
Die Berufung
Exempel USA
Drehbuch für Frauen im Beruf
Die vielgeschmähte Nachbarschaft
Familienbilder
Die Zukunft ist mehr als die Summe ihrer Teile
PS: Um die Ecke weht das Hakenkreuz

Zitat:

Swinging Singles

"Das Alleinleben ist eine Form, die an Bedeutung zunimmt, für ältere Menschen wie für jüngere. Das heißt, wie gesagt, nicht unbedingt, daß auf Familie verzichtet wird - denn viele Alleinstehende leben in intensive Austausch mit ihrer Herkunftsfamilie, ihren Geschwistern und Kindern. Der alleingelebte Alltag mit wechselnden Gespiel(inn)en im Bett war eine Vision der siebziger Jahre, ein Kompromiß zwischen Wohngemeinschaftsansprüchen und der Angst, in einer Zweierbeziehung unterzugehen, an den Zwängen zu ersticken, überrollt zu werden. Wochenendbeziehungen, häufig als Antwort auf mißglückte Ehen, kurze Flirts, strenge Abstinenz - vielfältig sind die Beziehungsformen, die sich ergeben haben. Noch ist wenig bekannt über die Lebenszufriedenheit von Singles, auch wenn der New Yorker Trendkatalog, den die Kaufhäuser zusammen mit der Stadtverwaltung erstellen, feststellt, Single-Sein sei wieder »out«. Wie bei allen gesellschaftlichen Fragen ist es jedoch auch hier irreführend, geschlechtsneutral zu sprechen. Weibliche Homosexualität wird grundverschieden von männlicher gelebt, alte Frauen sind überlebensfähiger als alte Männer. Jüngere Single-Frauen, die sich bewußt für diesen Lebensplan entscheiden, haben ebenfalls andere Motive, Vorstellungen und Erfahrungen als jüngere alleinstehende Männer. Manches deutet darauf hin, daß viele Männer, die bis zur Hälfte der dreißiger Jahre allein gelebt haben, ein sehr starkes Bedürfnis nach Nestwärme entwickeln und häufig sehr unzufrieden oder einsam werden. Der Mann ohne »bessere Hälfte«, der dabei auch positiv überlebt, ist in vieler Hinsicht eine Rarität.
Frauen dagegen, auch wenn ihnen der Verzicht auf Kinder bisweilen schwerfällt und sie allein keine großziehen möchten, schaffen recht häufig ein breites Beziehungsnetz - ihre innere Autonomie hilft ihnen, diesen Lebenswurf zu mehr als einem defizitären zu machen. Daß in Krisensituationen und bei Krankheiten dabei dennoch große Schwierigkeiten entstehen können, ist ein anderes Problem." (S.167)

 
 
 
       
   
  • Gisela Erler in der Debatte

    • WOLSCHNER, Klaus (1986): Hat der Feminismus linke Männer verändert?
      Grüne Wahlkampf-Veranstaltung "Apo -
      Patriarchat - Frauenbewegung" mit Gisela Erler, Waltraud Schoppe, Udo Knapp und Joscha Schmierer / Grüne Frauen: Nichts hat sich in den letzten 18 Jahren geändert,
      in: TAZ v. 12.12.
      • Inhalt:
        WOLSCHNER bereichtet über eine Podiumsdiskussion mit der ökolibertären Grünen Gisela ERLER:

                  
        "Gisela Erler, die selber ihre zehn Jahre Studentenbewegung und Kinderkriegen wegen der Verletzungen weitgehend aus der Erinnerung verdrängt hat, griff die männliche Politik-Form an: die entprivatisierenden Verkehrsformen und Utopien. Es gebe »noch immer keine weibliche Öffentlichkeit«. Die Frauen hätten die Wohngemeinschafter verloddern sehen, als sie ihre Qualifikationen verweigerten: für Lebensfreude sich verantwortlich fühlen, für Stabilität, Wärme, Schönheit arbeiten. »Von selbst verrottet alles.« Auch bei den Grünen sieht sie die abstrakte Automaten-Ökologie, eigentlich heiße aber Ökologie übersetzt »Haushalts-Logik«, müsse im Alltag ansetzen, dort »sozialer Prozeß« werden."
    • PINL, Claudia (1987): Mütterfrust gegen Emanzen.
      Neue Mütterlichkeit bei den Grünen / "Bundesarbeitsgemeinschaft Mütter" soll eingerichtet werden Kampf um neue politische Strukturen richtet sich nicht gegen Männer, sondern gegen Feministinnen
      in: TAZ v. 23.03.
 
     
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 13. August 2003
Update: 10. Oktober 2006
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