[ Debatte: Familien contra Singles ] [ News ] [ Homepage ]

 
       
   

Gisela Notz: Kritik des Familismus

 
       
     
       
     
       
   

Gisela Notz in ihrer eigenen Schreibe

 
       
   

NOTZ, Gisela (2005): Ist die "Kernfamilie" noch zu retten?
Bundesweite Umfragen behaupten, finanzielle Überlegungen seien nicht die Hauptursache für Kinderlosigkeit,
in: Junge Welt v. 28.01.

Gisela NOTZ vertritt die Interessen der Doppel-Karriere-Familien: "Vielleicht sollte sich das politische Interesse weniger auf die Bevölkerungsstatistik richten, sondern endlich danach fragen, ob das »klassische Familienmodell« noch zeitgemäß ist. Es ist passend für einen »Haupternährer« und eine »Zuverdienerin«, aber für zwei ebenbürtige Personen versagt es absolut. Ein »neues Rollenverständnis« hat so keine Chance."

 
       
   

Gisela Notz: Gespräche und Porträts

 
       
   

SCHWAB, Waltraud (2011): "Clara Zetkin würde sich im Grab umdrehen".
Schimpfwort: Es war nie eine besondere Auszeichnung, eine Feministin zu sein, meint die Sozialwissenschaftlerin Gisela Notz. Obwohl der Feminismus unser Denken und die Entwicklung der Gesellschaft nachhaltig beeinflusste,
in:
TAZ v. 05.11.

GOETTLE, Gabriele (2012): Arbeit für 0,00 Euro.
Das soziale Ehrenamt als kostenlose Ressource,
in:
TAZ v. 04.06.

Gabriele GOETTLE porträtiert die Sozialwissenschaftlerin Gisela NOTZ, die in einem Beginenhof in Berlin-Kreuzberg wohnt.

Neu:
SONA, Zoe (2017): "In der Realität gehen wir längst andere Wege".
Familismus: Vater, Mutter, Kind, natürlich mit traditioneller Rollenverteilung - für Rechte und "besorgte Eltern" ist das die "Normalfamilie". Sie alle gehören zu den Konservativen, die das Rad der Geschichte wieder zurückdrehen wollen, sagt die Historikerin Gisela Notz,
in:
TAZ v. 08.03.

 
       
       
   

Kritik des Familismus (2015).
Theorie und soziale Realität eines ideologischen Gemäldes
Stuttgart: Schmetterling Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"Familismus bezeichnet die weitgehende Identität von Familie und Gesellschaft. Danach bildet das System aller Familien das Gemeinwesen. Familismus ist auch die Überbewertung des familiären Bereichs als Quelle für soziale Kontakte. In familistischen Gesellschaften – dazu gehört die Bundesrepublik Deutschland ─ gilt die Familie als Dreh- und Angelpunkt aller sozialen Organisationen.
Selbst in das in frauenpolitischer Hinsicht fortschrittliche Grundgesetz für die BRD wurde 1949 der Familismus eingeschrieben, indem die Auffassung von der Familie als wichtigster Baustein einer Gesellschaft aufgenommen wurde und somit eine konservative Familienideologie, die Frauen und Männern eindeutige Rollen zuwies und die bis heute wirkt, verfestigt wurde. Erst die neue Frauenbewegung entwickelte Gegenkonzepte, die heute allerdings zu verblassen scheinen. Staatliche Familienpolitik fördert nach wie vor die traditionelle mit Vater, Mutter und Kind(ern) «normalbesetzte» Kleinfamilie in der Kinder erzogen und pflegebedürftige Menschen versorgt werden sollen. Die soziale Realität hat sich längst von diesem ideologischen Gemälde entfernt.
In der Einführung geht es zunächst um eine historische Rekonstruktion exemplarischer Theorien und Praxen, die zu jenem ideologisierten Familienverständnis führen, das auf das «Gemeinwohl» abzielt, faktisch aber alle Menschen ausschließt, die nicht zu einer Familie gehören und Frauen zu rechtlosen Wesen macht. Am Ende steht die Frage, ob es sinnvoll ist, ein kritikwürdiges System weiter auszuweiten, indem sich häufende Zusammenlebensformen durch vom Staat verordnete Gesetze «normalisiert» werden und damit wiederum andere daran gemessen und ausgegrenzt werden, wenn sie sich nicht in die familiale «Ordnung» fügen."

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Familie und Familismus (Familialismus)

Versuch einer Begriffserklärung

1.1. Was ist Familie?
1.2. Was ist Familismus/Familialismus
1.3. Familie als gesellschaftliches Leitbild
1.4. Familismus, Geschlecht und Wohlfahrtsstaat
1.5. Familismus in der Familiensoziologie

2. Historischer Rückblick auf Familismen

2.1. Die gute alte Zeit ist eine Schimäre
2.2. Das «ganze Haus» zerfällt, der Familismus bleibt
2.3. Gewerkschaftsmänner als Hüterder Tradition
2.4. Familismus im Kaiserreich
2.5. Familismus im Ersten Weltkrieg
2.6. Familismus in der Weimarer Republik
2.7. Familismus im Nationalsozialismus

3. Historischer Rückblick auf frühe Kritik am Familismus

3.1. Die Beginen als «freie Frauen» ohne Familie
3.2. Frühsozialistische Kritik am Familismus
3.3. Anarchistische Kritik am Familismus
3.4. Marxistische und sozialistische Kritik am Familismus
3.5. Frühe feministische Kritik am Familismus
3.6. Halbherzige Kritik der «ersten alten» Frauenbewegungen am Familismus
3.7. Familismuskritik der sozialistischen Frauenbewegung
3.8. Familismuskritik durch die Theorie der neuen Ethik

4. Die Einschreibung des Familismus in das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und seine Wirkungen auf die Familienpolitik

4.1. Vorgeschichte
4.2. Männer und Frauen sind gleichberechtigt?

4.2.1. Die «natürliche Ordnung» von Ehe und Familie
4.2.2. Mann und Frau sind in der Familie nicht gleichberechtigt

4.3. Hoch-Zeit des Familismus in den 1950er-Jahren

4.3.1. Ein Ministerium zum «Schutze der Familie» wird neu erfunden
4.3.2. Die Hausfrauenehe soll gestärkt werden
4.3.3. Kernfamilie – immer noch eine soziale Gruppe besonderer Art
4.3.4 Exemplarische Kritik sozialdemokratischer Politikerinnen an der Familienpolitik

4.4. Christlicher Familismus und Fundamentalismus
4.5. Die Funktion der Familie im Wohlfahrtsstaat
4.6. Berufliche Situation der Frauen in der frühen BRD
4.7. Familienpolitik der Bundesregierung in der sozial-liberalen Koalition 1969–1972

5. Familismuskritik der «neuen Frauenbewegungen» in Westdeutschland

5.1. Vorgeschichte
5.2. Familismuskritik der 1968er- und 1970er-Jahre

5.2.1. Feministische Wegbereiterinnen der neuen Frauenbewegungen

5.3. Frauenbewegungen in Westdeutschland: Das Private ist politisch

5.3.1. Rückzug der Frauen von Männern und Familie
5.3.2. Die «Lohn für Hausarbeit»-Debatte

5.4. Gemeinschaftsprojekte als Alternativen zur bürgerlichen Kleinfamilie

5.4.1. Zufluchtsräume für Frauen
5.4.2. Wohngemeinschaften
5.4.3. Frauenwohngemeinschaften
5.4.4. Antiautoritäre Kinder- und Schülerläden
5.4.5. Kommunen

5.5. Einfluss der Frauenbewegungen auf die Politik der BRD

6. Familismus in der DDR

6.1. Die paternalistische Abhängigkeit blieb bestehen

6.1.1. Die ökonomische Unabhängigkeit der Frau erleichterte die Trennung
6.1.2. Das Recht auf Selbstbestimmung
6.1.3. Bevölkerungspolitik – auch in der DDR

6.2. Unterschiedliches Rollenverständnis in Ost und West

7. Staatlicher und wirtschaftlicher Familismus nach der «Wende»

7.1. Angst vor dem Verlust «traditioneller Familienwerte»
7.2. Versuch der Herstellung eines gesamtdeutschen Familismus
7.3. Familismus und Bevölkerungspolitik

7.3.1. Bevölkerungspolitik als Familienpolitik der Bundesregierung

7.4 Familienpolitische «Reformen» unterstützen Familismus
7.5. Arbeitsmarktpolitische «Reformen» unterstützen den Familismus
7.6. Vereinbarkeit von Familie und Beruf
7.7. Monetäre Förderung von Ehe und Familie

7.7.1. Hausfrauengehalt und Familiengehalt
7.7.2. Betreuungsgeld

7.8. Förderung der familialen Betreuung von Alten und Pflegebedürftigen

7.8.1. Neue soziale Netze durch bürgerschaftliches Engagement

8. Phänomene des aktuellen Familismus

8.1. Traditionelle Familie als Auslaufmodell?
8.2. Die «vollständige» und «intakte» Familie bleibt Leitbild
8.3. Aktuelle Politik der Bundesregierung
8.4. Christlich-konservativer Familismus

8.4.1. Familie als «Keimzelle des Staates»
8.4.2. Abtreibung als «Mord im Mutterleib»
8.4.3. Die «Märsche für das Leben»

8.5. Familismus und die «neue Rechte»
8.6. Lesbisch-feministische Kritik an Zwangsheterosexualität
8.7. Die gelebte Realität
8.8. Paradoxien der Emanzipation
8.9. Die «Normalisierung» von anderen Lebensformen

9. Perspektiven

 
     
 
       
   

Rezensionen

fehlen noch

 
       
   

weiterführende Links

 
       
     
       
   
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
   
 
     
   
 
   
© 2002 - 2017
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 08. Februar 2016
Update: 08. März 2017