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Guillaume Paoli: Die glücklichen Arbeitslosen

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1959 geboren
    • Mitbegründer der "glücklichen Arbeitslosen"
    • Mitherausgeber der Zeitschrift "müßiggangster"
    • 2002 Herausgeber des Sachbuchs "Mehr Zuckerbrot, weniger Peitsche"
 
       
     
       
   

Guillaume Paoli in seiner eigenen Schreibe

 
   

PAOLI, Guillaume (2001): Wappnet euch mit Gleichmut.
Zur Verteidigung der Faulheit: Ein Strategiepapier aus dem Umkreis der "Glücklichen Arbeitslosen",
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 30.04.

PAOLI, Guillaume (2002): Hartz, was begehrst du mehr?
Heute spricht Hartz: EIne Widerrede,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.08.

Neu:
PAOLI, Guillaume (2003): Mitgestalter der sozialen Skulptur.
Die Zukunft der Arbeit (Teil 5): Eigentlich, so scheint es, wird es Arbeit nur noch für Künstler geben. Zumindest die Einstellungschancen für arbeitslose Kulturwissenschaftler werden inzwischen wieder besser, und Manager bedienen sich immer häufiger künstlerischer Diskurse. Motto: No money, just fun,
in: TAZ v. 11.06.

Guillaume PAOLI wirft einen bestechenden Blick auf die Zukunft der Arbeit und gelangt am Ende zum zentralen Problem unserer schönen neuen Arbeitswelt:

"No money ist ein leichtes Programm, aber wie wird fun hervorgebracht? Auf dem Rückweg nach Berlin bekam ich eine erste Antwort. Der Zug war mit lächelnden Pilgern bepackt, die an der ersten Christ-Parade teilnehmen wollten, darunter wahrscheinlich entlassene Bergarbeiter und erfolgreiche Managementkünstler, Allzweckpraktikantinnen und bedrohte Rentner. Nun aber waren sie in eine frömmelnde Masse vereint, die nur das Schöne und Nette im Leben wahrnahm. Plötzlich wurde mir klar, dass die Zukunft der Arbeit von der Zukunft der Religion abhängt. Nicht von der Unternehmenskultur, dieser armseligen Ersatzreligion, und auch nicht von der Spaßgesellschaft, die nur gewisse Szenen zu verkitten vermag. Es bleibt so, wie es immer war: Einzig die Religion ist Ecstasy fürs Volk."

Christian KRACHT hat dies bereits in 1979 durchexerziert, ist jedoch zu einem anderen Ergebnis gekommen. Kerstin DECKER glaubt, dass  katholische Verlierer am besten mit den Wechselfällen des Lebens zurecht kommen und Michel HOUELLEBECQ trauert sowieso dem Katholizismus nach, tröstet sich zwischenzeitlich aber auf seiner Plattform.

Die Kirche vollzieht stattdessen die neoliberale Wende, möglicherweise in der Hoffnung, dass es den Menschen endlich wieder so dreckig gehen möge, dass sie in die Kirchen strömen. Es könnte aber auch ganz anders sein: Das "goldene Zeitalter der Religion" gab es genauso wenig wie das "goldene Zeitalter der Familie". Es sind nur Elitenerzählungen...

 
       
   

Guillaume Paoli im Gespräch

 
   
  • RICHARDT, Gerd (2002): Literatur ist kein Allheilmittel.
    Rostocker Wissenschaftler: Bücher können keine Untaten verhindern, fördern aber Gefühle,
    in: Ostsee-Zeitung v. 25.05.

 
       
   

Guillaume Paoli und die Glücklichen Arbeitslosen in der Debatte

 
   

DIEDERICHSEN, Diedrich (2002): Das Leben als After Work Party.
Arbeitsplätze sind zentral? Quatsch. Dass Arbeit das Land regieren soll, will nur die PDS. Alle anderen wollen schön leben - von den Kreativen bis hin zu Attac. Gesellschaftskritik entzündet sich an der Unmöglichkeit anständiger Arbeitslosigkeit,
in: TAZ v. 18.09.

Diedrich DIEDERICHSEN sieht in den Glücklichen Arbeitslosen die Avantgarde der neosituationistischen Milieus: "Die im Situationismus immer wieder versuchte Synthese marxistischer mit kreativistischen und existenzialistischen Elementen (...) gewann an Popularität und Selbstverständlichkeit, als die Linke begann, sich von der heiligen Kuh Arbeit zu verabschieden. In den neosituationistischen Milieus entstanden Bewegungen, deren prominenteste sicher die Glücklichen Arbeitslosen in Berlin mit den aus Jungle World und FAZ bekannten Essays ihres Theoretikers Guillaume Paoli sind, die die Arbeit aus dem Katalog der Utopien strichen: Arbeitslosigkeit galt nicht mehr als Problem, sondern als Errungenschaft des Techno-Turbo-Kapitalismus. Zu kritisieren blieb, dass die Arbeitslosen weiterhin für ihre avantgardistische Lebensform bestraft oder bestenfalls therapiert wurden, statt ihnen zu danken.
Wenn die Arbeit abgeschafft ist, rückt das Leben in den Mittelpunkt".

BRODER, Hendryk M. (2002): Heitere Müßiggangster.
Die Berliner Initiative der "Glücklichen Arbeitslosen" will die Arbeitslosigkeit vom Ruch des Unglücks befreien. Das Projekt ist mit viel Arbeit verbunden, vor allem für die Vordenker,
in: Spiegel Nr.48 v. 25.11.

Hendryk M. BRODER stellt den Vordenker der "Glücklichen Arbeitslosen" Guillaume PAOLI sowie die Philosophie der Initiative vor.

 
       
   

Mehr Zuckerbrot, weniger Peitsche (2002)
Aufrufe, Manifeste und Faulheitspapiere der Glücklichen Arbeitslosen
Berlin: Edition Tiamat

 
   
     
 

Klappentext

"Seit 1996 verbreiten die Glücklichen Arbeitslosen eine ketzerische Botschaft: Arbeit für alle werde es nie wieder geben, doch gerade dies sei eine historische Chance. Heute gäbe es bereits Menschen, die außerhalb der Erwerbssphäre ein durchaus glückliches Dasein gefunden hätten. Nicht Arbeitslosigkeit sei das Problem, sondern Geldlosigkeit und mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz. Darum plädieren die Glücklichen Arbeitslosen für eine angemessene, bedingungslose Entlohnung derjenigen, die auf die Mangelware Arbeit freiwillig verzichten. Voraussetzung dafür wäre freilich eine kulturelle Revolution, die sich gegen die alte Arbeitsmoral richten müßte, um die soziale Relevanz der Muße anzuerkennen"

 
     
 
       
   

Rezensionen

HAHN, Anne (2003): Der Müßiggangster genießt und schweigt.
Verweigerung ohne Trotz. Der glückliche Arbeitslose Guillaume Paoli plädiert für "Mehr Zukerbrot, weniger Peitsche",
in: Freitag Nr.3 v. 10.01.

Guillaume PAOLI und die glücklichen Arbeitslosen stellen eine der Gegenelitenfraktion zur großen Besitzstandswahrerkoalition der Neuen Mitte dar.

 
   

Die Arbeitsgesellschaft in der Debatte

DANKE, Susanne & Julia SCHOON (2002): Sind wir Singles die Deppen der Nation?
Arbeitslos + ledig = mobil. So sieht es die Hartz-Kommission. Und will daher junge Leute, die unverheiratet sind, auf Jobsuche quer durch die Republik verschicken,
in: SUPER illu Nr.31 v. 27.07.
DANKE & SCHOON berichten aus den neuen Bundesländern. Junge Singles zwischen 18 und 30 - jenseits des Yuppie-Klischees - äußern sich zum Mobilitätszwang, den Peter HARTZ ins Gespräch gebracht hat.
Norbert F. SCHNEIDER - Berufliche Mobilität und Lebensform

DIEDERICHSEN, Diedrich (2002): Das Leben als After Work Party.
Arbeitsplätze sind zentral? Quatsch. Dass Arbeit das Land regieren soll, will nur die PDS. Alle anderen wollen schön leben - von den Kreativen bis hin zu Attac. Gesellschaftskritik entzündet sich an der Unmöglichkeit anständiger Arbeitslosigkeit,
in: TAZ v. 18.09.

Diedrich DIEDERICHSEN sieht in den Glücklichen Arbeitslosen die Avantgarde der neosituationistischen Milieus: "Die im Situationismus immer wieder versuchte Synthese marxistischer mit kreativistischen und existenzialistischen Elementen (...) gewann an Popularität und Selbstverständlichkeit, als die Linke begann, sich von der heiligen Kuh Arbeit zu verabschieden. In den neosituationistischen Milieus entstanden Bewegungen, deren prominenteste sicher die Glücklichen Arbeitslosen in Berlin mit den aus Jungle World und FAZ bekannten Essays ihres Theoretikers Guillaume Paoli sind, die die Arbeit aus dem Katalog der Utopien strichen: Arbeitslosigkeit galt nicht mehr als Problem, sondern als Errungenschaft des Techno-Turbo-Kapitalismus. Zu kritisieren blieb, dass die Arbeitslosen weiterhin für ihre avantgardistische Lebensform bestraft oder bestenfalls therapiert wurden, statt ihnen zu danken.
Wenn die Arbeit abgeschafft ist, rückt das Leben in den Mittelpunkt".
 
   

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Update: 25. März 2016