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Gustav Seibt: Mein Kampf gegen die Spaßgesellschaft

 
       
   
  • Kurzbiographie

 
       
     
       
   

Gustav Seibt in seiner eigenen Schreibe

 
   
  • SEIBT, Gustav (2000): Aussortieren, was falsch ist,
    in:
    Die ZEIT Nr.10 v. 02.03.
  • SEIBT, Gustav (2000): Belecktes Unglück.
    Michel Houellebecq malt die Schrecken der Moderne aus: Zu Frank Castorfs Berliner Inszenierung der "Elementarteilchen",
    in: Die ZEIT Nr.50 v. 07.12.
  • SEIBT, Gustav (2001): Generationen.
    Geschichte. Eine Kolumne,
    in: Merkur Nr.3, März
    • Inhalt:
      Gustav SEIBT beschäftigt sich mit Sebastian Haffners Buch "Geschichte eines Deutschen" und erläutert seine "Hypothese einer Zweistufigkeit bei der Generationenbildung - frühe Erfahrung und spätere Objektivierung".
            
        Für SEIBT gibt es demzufolge zwar eine "Generation Golf", die in den Büchern von Christian Kracht, David Wagner und Joachim Helfer beschrieben wird, aber keine Generation der "89er".
  • SEIBT, Gustav (2001): Dunkel ist die Speise des Aristokraten.
    Das Jahr "1979" und der Zerfall der schönen Schuhe: Christian Kracht ist ein ästhetischer Fundamentalist,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 12.10.
    • Inhalt:
      Rezension des Buches "1979" von Christian KRACHT.
  • SEIBT, Gustav (2001): Du darfst.
    Bitte nicht in die Biotonne: Welchen Nerv trifft Florian Illies?,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 26.10.
  • SEIBT, Gustav (2002): Kapitalismus als Lebensform,
    in: Merkur H.3, März, S.249-256
    • Inhalt:
      SEIBT beschreibt HOUELLEBECQs Roman "Elementarteilchen" als "grelle Bebilderung von Panajotis Kondylis' kulturkritischem Traktat über den Niedergang der bürgerlichen Denk- und Lebensform aus dem Jahr 1991. Höhnisch hatte der brillante griechische Reaktionär den Emanzipationsbewegungen der sechziger und siebziger Jahre vorgerechnet, daß sie mit dem Abräumen der Reste von bürgerlicher »Repression« das Feld für die Funktionsimperative der Konsumgesellschaft bereinigt hätten; denn massenhafter Hedonismus erweitert die Märkte der Wohlstandsgesellschaft, und die  »Emanzipation« vereinzelt die Menschen.
      (...).
      Für ihn war die Revolte von 1968 nur eine Vorbereitung für das überschießende Wachstum des tertiären Sektors in jener Freizeitindustrie, die sich nach der primären Befriedigung im Nachkriegswirtschaftswunder ausbildete.
      Auch Michel Houellebecq beschreibt die heutige Welt als Supermarkt. Seine Intention ist emanzipationsskeptisch und kapitalismuskritisch zugleich".
  • SEIBT, Gustav (2002): My Own Private Tradition,
    in: Akzente ("Tradition") H.4 August, S.331-340
    • Kommentar:
      SEIBT schildert hier ausführlich seine Sozialisation zum Bildungsbürger. Gleichzeitig entwickelt er eine "Generationentheorie":

            
        "Erzogen wird man durch Eltern und Gleichaltrige, die eigentlichen Gegenbegriffe sind nicht Tradition und Fortschritt, sondern Traditionen und Generation. Traditionen werden weitergetragen im Familiengedächtnis  (...). Der Staat spielt jedenfalls in Deutschland für die Durchsetzung und Bewahrung von Traditionen eine ganz untergeordnete Rolle (...). Die Sozialisation in der Gleichzeitigkeit der Generation wird heute übermächtig gefördert durch die Ausdifferenzierung einer eigenen Jugendkultur, nicht zuletzt in einem separaten Wirtschaftszweig. Der heutige Nimbus des Generationenbegriffs mit seinem Kult der Gegenwärtigkeit ist eine Folge vermehrten Wohlstands".
            
        SEIBT blickt nostalgisch auf seine Jugendzeit zurück und Verständnislosigkeit kennzeichnet sein Blick auf die Generation Golf:
            
        "Ich wechselte gerade aufs Gymnasium, als die Kinder der Generation Golf zur Welt kamen. Wenn ich heute ihre Bücher lese, staune ich über die Abwesenheit des Typs intellektueller und ästhetischer Erfahrungen, die mir, meinen Brüdern und meinen besten Freunden als Halbwüchsigen die erste Richtung gaben; und ich staune über die Abwesenheit all der generationsspezifischen Sensationen bei mir, von denen heute die Jüngeren erzählen, als seien sie schon alte Herren.
      (...)
      Uns wurde weder von den Eltern noch von der Schule irgendetwas aufgedrängt; vor allem aber nicht von einem die Phantasie besetzenden Medium. In einem Schonraum der Ruhe konnte ich meine eigene Phantasie ausbilden".

            
        Für SEIBT ist Tradition gleichbedeutend mit Freiheit:
            
        "Traditionen mögen in archaischeren Gesellschaften oft beengend gewesen, in meiner Generation bedeuteten sie Freiheit - Freiheit von der Horizontlosigkeit einer immer noch neurotisierten Nachkriegsgesellschaft, die ihre Eltern und Großeltern mit guten Gründen hasste."
  • SEIBT, Gustav (2002): Genuss & Verzehr.
    Generationengerechtigkeit: Zur Logik eines Begriffs,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 20.11.
    • Kommentar:
      Nach kurzer Simulation eines Lagerkampfes kehrt die SZ heute wieder zur alten Form zurück.

            
        Der Baby-Boomer Gustav SEIBT hat im Gegensatz zum Generationsgenosse Heinz BUDE sein Schicksal gefunden:
            
        "Die Generation (...) ist ein naturhaftes Faktum, ein soziales Schicksal, aus dem niemand ausbrechen kann. Schicksalhaft ist die Teilhabe an einer Generation in mehrfacher Hinsicht: Zunächst durch das Geburtsdatum, an dem kein Mensch rütteln kann; sodann durch den demographischen Kontext, also den Umfang der Alterskohorte, den man sich ebenfalls nicht aussuchen kann. Zusammen mit seiner Alterskohorte muss jeder Mensch durch die Zeit reisen, und wenn er sich tausendmal sagt: Schon unsere Zahl ist Frevel. Die soziale Herkunft mag man mit Fleiß, Begabung und Glück zur Not hinter sich lassen. An seine Generation bleibt jedermann sein Leben lang gefesselt."
            
        Angesichts des demografischen Schicksals sieht SEIBT dem Fluch der Generationengerechtigkeit ins Auge:
            
        "Die heute Siebzigjährigen sind im Krieg groß geworden, und sie haben danach mit unerhörter Tatkraft jenen Wohlstand geschaffen, in dem die heute vierzigjährigen Babyboomer und ihre noch verzärtelteren Geschwister von der Generation Golf aufwuchsen. Nach solchen Leistungen kann sie der Kampfbegriff der Generationengerechtigkeit nicht ernstlich treffen.
      Doch in zwanzig, dreißig Jahren wird die Generationengerechtigkeit ein ganz anderes Gesicht annehmen. Dann wird eine Altersgruppe massenhaft in Rente gehen, für die Pietät zu empfinden wenig Anlass besteht – sie hat ja nicht einmal für Kinder gesorgt. Vor allem wird sie, wenn sich nicht bald am Renten- und Gesundheitssystem etwas ändert, jede wirtschaftliche Tätigkeit ihrer wenigen Nachkommen ersticken. Der Begriff der Generationengerechtigkeit verspricht dann ein unerfreuliches Konfliktpotential zu entfalten. Wenn nichts passiert, dann werden um 2040 die Generationen einander nicht nur feindlich gegenüberstehen, sondern dazu noch mit dem Gefühl subjektiven Rechts; schließlich kann kein Einzelner etwas dafür, wenn er einem geburtenstarken oder einem geburtenschwachen Jahrgang angehört."

            
        Um es gar nicht so weit kommen zu lassen, beschreibt SEIBT die Vorzüge eines Generationenkriegs, indem er die Symbolik des Begriffs Generationengerechtigkeit genüsslich ausmalt:
            
        "Die dem Solidaritätsbegriff zugrundeliegende Vorstellung von sozialer Gerechtigkeit ist auf die Gegenwart fixiert (...).
      Mit der Idee der Generationengerechtigkeit wird ein ganz anderer Schnitt durch die Gesellschaft gelegt. Altersgruppen erscheinen nun ähnlich voneinander separiert wie soziale Klassen, und man könnte in Analogie zu den überkommenen ständischen Begriffen vom Lernstand, Arbeitsstand und Ruhestand sprechen, wenn man Jugendliche, Erwachsene und Alte meint. Noch böser ist, wer dem einen Erwerbsstand zwei Verzehrsstände gegenüberstellt. Die politische Kraft solcher Begriffe beruht auf ihrer Bildhaftigkeit. Sie lassen sich illustrieren mit Bildern des Mangels (...) : Braungebrannte Rentner schunkeln auf Mallorca, während – Schnitt! – verarmte kinderreiche Familien mit übergroßen Einkaufswägen durch Billigsupermärkte rollen."

            
        SEIBTs Neue-Mitte-Strategie gipfelt also im Krieg der Familien gegen Singles.
  • SEIBT, Gustav (2003): Mülltüte.
    Dieser Staat ist nicht das Eigentum seiner Angestellten,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 08.01.
    • Kommentar:
      Wenn sich ein Bildungsbürger mit beamtenähnlicher Mentalität im Angestelltenfeuilleton über einen Streik im öffentlichen Dienst ärgert und die Zivilgesellschaft als Streikbrecher instrumentalisieren möchte, dann ist ein anderer Pensionsberechtigter nicht weit:

                  "Da hat das bürgerliche Berlin in Gestalt von Arnulf Baring jüngst die Bürger auf die Barrikaden gerufen, unter anderem, um einem jahrzehntelangen Leben über die Verhältnisse ein Ende zu machen.
      Die Barrikade wäre jetzt da, wenn der Streik käme, und sie sähe aus wie eine Mülltüte."
  • SEIBT, Gustav (2004): Die große Furcht.
    Können Reformen überhaupt "vermittelt" werden?
    in: Süddeutsche Zeitung v. 24.02.
    • Kommentar:
      Was für Arnulf BARING Weimarer Verhältnisse sind, das sind für Gustav SEIBT italienische Verhältnisse, die Deutschland drohen.

            
         Es mag ja sein, dass dem Dramatisierer SEIBT die Sozialreformen nicht weit genug gehen. Es ist jedoch verharmlosend, wenn er bei den Sozialreformen von einem Vermittlungsproblem spricht. Was soll eigentlich vermittelt werden?
            
         SEIBT schreibt dem demografischen Wandel eine Naturgesetzlichkeit zu, die nicht existiert.
            
         Seit Gerd BOSBACH - viel zu spät - die Unumstrittenheit der Bevölkerungsvorausberechnung vom Juni 2003 als Ideologie entlarvt hat, ist es nicht mehr möglich - so wie es SEIBT dennoch versucht - sich auf den unausweichlichen demografischen Wandel zu berufen. Es reicht nicht mehr, Horrorszenarien zu bebildern. Vielmehr ist das statistische Fundament zusammengebrochen, auf dem SEIBT seine Argumentation aufgebaut hat.
            
         Es gibt also kein Vermittlungsproblem, sondern das Ausmaß des demografischen Wandels und dessen Folgen stehen zur Debatte.
            
         Wer wie SEIBT behauptet, dass ein bislang funktionierender Pluralismus per Demografie ausgehebelt wird, leugnet die bestehende Schieflage im System der Interessenorganisation.
            
         Im Gegensatz zu den Familienfundamentalisten haben Singles keine Lobby.
            
         Denn anders ist es nicht zu erklären, dass es über ein halbes Jahr gedauert hat, bis die Strittigkeit des demografischen Wandels überhaupt thematisiert werden konnte. Non-Decision-Making nennt man in den Politikwissenschaften dieses Phänomen, bei dem der politische Gegner nicht einmal in der Lage ist, berechtigte Kritik in den politischen Prozess einzubringen. Die Mitte-Medien haben dies bis zur Verabschiedung der Agenda-Gesetze im Dezember verhindert.
            
         Nur im August durfte Detlef GÜRTLER in der Welt erste Zweifel anmelden. Ein Echo erzeugte das nicht. Die ehemals alternative, neuerdings neoliberale TAZ veröffentlichte nicht einmal einen kritischen Leserbrief von single-dasein.de.
            
         SEIBT bläht - wie das Polarisierer gerne tun - die Minderheit der lebenslang Kinderlosen auf, indem er sie mit den Eltern, deren Kinder ausgezogen sind, zu einem "Keulenhaupt" zusammenfasst, das dann "zu großen Teilen aus Kinderlosen" besteht.
            
         Tatsächlich gibt es diese Interessenidentität nicht, die SEIBT und andere Sozialpopulisten behaupten, damit das ersehnte Drama seinen unguten Lauf nehmen kann.
            
         Es ist offensichtlich, dass SEIBT hier einen Generationenkonflikt inszeniert, der nichts anderes ist als ein Klassenkampf von oben.
            
         Unsere Eliten stehlen sich aus der Verantwortung. Solidarität kennen sie nur unter Ihresgleichen. Da wird sich  mit Josef ACKERMANN (siehe hierzu Sighard NECKEL in der ZEIT) verbrüdert, der seine Verachtung für den demokratischen Staat im Gerichtssaal demonstriert. Und nicht zuletzt werden gerne die Arbeitnehmertugenden gelobt, obgleich es so manchem eher auf die gewünschte Fügsamkeit ankommt und weniger auf Leistungsgerechtigkeit.
            
         Der Elitenforscher Michael HARTMANN hat hierzu in der FR vom 09.02.2004 treffend bemerkt:
            
         "Entgegen den Beteuerungen der meisten Politiker, Manager und Medienvertreter handelt es sich bei Eliten nämlich nicht einfach um die Leistungsstärksten eines jeden gesellschaftlichen Sektors. Das in diesem Zusammenhang immer wieder verwendete Beispiel vom Spitzensport führt in die Irre. Im Sport zählt man, lässt man Doping und Ähnliches einmal außer Acht, in der Regel auf Grund seiner individuellen Leistung zur Spitze. Damit ist keine dauerhafte soziale Stellung in der Gesellschaft verknüpft. Deshalb wird normalerweise ja auch von Spitzensportlern und nicht von der Sportelite geredet. Ein Leichtathlet, dessen Körper den Belastungen nicht stand hält, ist ebenso schnell wieder unten, wie er oben war.
      Genau das ist bei den wirklichen Eliten in Wirtschaft, Verwaltung, Justiz, Wissenschaft und Justiz anders. Sie gehören qua Position und zumeist auch qua sozialer Herkunft relativ dauerhaft zu den so genannten besseren Kreisen der Gesellschaft.
      "
  • SEIBT, Gustav (2004): Die neue Notgemeinschaft,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 14.08.
    • Kommentar:
      SEIBT betätigt sich als Demagoge, wenn er behauptet, dass der Bevölkerungsrückgang, der keineswegs so zwangsläufig kommen muss, wie das die Apokalyptiker à la SEIBT uns weismachen wollen, zu Wohlstandsverlusten führt.

            
        Politische Entscheidungen zu Zwangsläufigkeiten zu stilisieren, das ist die Aufgabe, der sich unsere neokonservativen Schreibtischtäter widmen.  
  • SEIBT, Gustav (2005): Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein.
    Täter-Pop und Lebenstriebe, auch anlässlich eines erfolgreichen Films: Zum Stand der Genealogie der Moral,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 12.02.
    • Kommentar:
      SEIBT sieht sich selbst als einer der letzten Feuilleton-Großbürger Deutschlands. Aus dieser Sittenwächter-Perspektive kritisiert er die Kleinbürgerlichkeit der Moral in Hans WEINGARTNERs Film "Die fetten Jahre sind vorbei". Am Ende steht dann das Grundsätzliche:

            
        "Moral unterstützt, erleichtert, enthemmt in der nachchristlichen Welt die nietzscheanischen Lebenstriebe, vor allem die Freude an der Machtausübung, an Gewalt über andere Menschen, nicht zuletzt den Wunsch nach Rache. Ich bin brutal und darf es sein, denn ich bin im Recht, weil, die Welt ist ja schlecht. Und jugendliche Brutalität ist darüber hinaus ja auch noch erotisch attraktiv."
  • SEIBT, Gustav (2009): Die Größe eines Millimeters.
    Von der Politik als neue Klasse entdeckt: das "kreative Bürgertum",
    in:
    Süddeutsche Zeitung v. 08.05.
  • Neu:
    SEIBT, Gustav (2009): Bitte kein sumpfiges Duzen.
    Warum Jan Fleischhauer konservativ sein will,
    in:
    Süddeutsche Zeitung v. 13.05.
    • Inhalt:
      "
      Fleischhauers Buch ist (...) keines der Renegaten-Werke, wie Alt-Linke sie gern zu den Gedenkjahren von 1968 vorlegen. Es ist inszeniert als Selbstbefreiung eines braven Kinds links-bürgerlicher Eltern und eines emanzipatorischen Bildungswesen, das Aufsässigkeit als Anpassungsleistung verlangte - bis hin zu jenem »sumpfigen Duzen« der Lehrer, das schon Rolf-Dieter Brinkmann vor vierzig Jahren so abstoßend fand. Kurzum, es geht um die Kollateralschäden der »Verbeamtung der Ideen von 1968« sowie ihrer breiten Durchsetzung in der Sphäre dessen, was der marxistische Theoretiker Antonio Gramsci »kulturelle Hegemonie« nannte: Medien, Universitäten, Kulturbetrieb", meint Gustav SEIBT der sich in Zeiten des Wahlkampfes der postmodernen Gattung Milieutourismus widmet.
 
       
   

Gustav Seibt im Gespräch

 
   
  • POSCHARDT, Ulf (2008): Konservativ und mutig: Intellektuelle Heimatkunde mit Gustav Seibt.
    Vom Brandenburger Tor über Goethe und Bohrer zur Fußballweltmeisterschaft. Der neue Essayband von Seibt regt eine Neubetrachtung der Deutschen an,
    in: Welt am Sonntag v. 13.04.
 
       
   

Deutsche Erhebungen (2008).
Das Klassische und das Kranke
zu Klampen

 
   
 
 

Klappentext

"Der erste Umzug einer modernen Hauptstadt mit Parlament, Ministerien, Hof und Armee fand im neunzehnten Jahrhundert in Italien statt - und die erste Hauptstadtdebatte. Gustav Seibt erzählt von einem der letzten großen Kämpfe um Rom, der einen fernen Spiegel aktueller Erfahrungen darstellt.
Zehn Jahre sind zwischen dem Hauptstadtbeschluss des Parlaments und dem Umzug der Regierung verstrichen: Nicht von Berlin ist die Rede, nicht vom heutigen Deutschland, sondern von Rom und Italien im neunzehnten Jahrhundert. Italien wurde 1861 geeinigt, 1871 bezog es seine Hauptstadt Rom. Es gab lange Hauptstadtdebatten davor und einen ebenso langwierigen Umbau der Stadt danach. Darum hatte es einen Krieg gegeben: Italien hatte die Stadt Rom dem Papst mit militärischen Mitteln entreißen müssen. Und neben dem Krieg der Waffen fanden andere Kämpfe auf den Schlachtfeldern der Presse, der Diplomatie, der Geschichtswissenschaft und der Theologie statt: Gestritten wurde um Fortschritt und Legitimität, Religion und Revolution, Kirche und Nation. Schriftsteller und Gelehrte aus ganz Europa beteiligten sich daran und erörterten dabei Grundsatzfragen der Moderne: nationale Identität, Gewissensfreiheit, Selbstbestimmungsrecht der Völker. Gustav Seibt erzählt die Geschichte dieses vergessenen Kampfes, der damals Millionen Menschen bewegt hat, mit ihren vielfältigen Bezügen und Ebenen: der militärischen, der diplomatischen, der weltanschaulichen und der stadthistorischen. Dabei entsteht ein farbiges Bild vom Übergang Alteuropas zum Europa der Nationen zwischen der Revolution 1848 und den Lateranverträgen 1929. Seibts Buch ist ein Abgesang auf das alte Rom der Päpste und eine Liebeserklärung an das freiheitliche Italien des Risorgimento"

 
 
 
       
   
  • Rezensionen

    • SCHULLER, Wolfgang (2008): Wie aus einem Traum ins Heute erwacht,
      Musterbeispiel für den überlegenen Eigensinn, mit dem Gustav Seibts Essays bestechen, ist dessen Abgesang auf die Universität als "Kadettenanstalt für die Akteure des Arbeitsmarktes,
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21.04.
 
       
   

Rom oder Tod (2001)
Der Kampf um die italienische Hauptstadt
Berlin: Siedler Verlag

 
   
 
 

Klappentext

"Der erste Umzug einer modernen Hauptstadt mit Parlament, Ministerien, Hof und Armee fand im neunzehnten Jahrhundert in Italien statt - und die erste Hauptstadtdebatte. Gustav Seibt erzählt von einem der letzten großen Kämpfe um Rom, der einen fernen Spiegel aktueller Erfahrungen darstellt.
Zehn Jahre sind zwischen dem Hauptstadtbeschluss des Parlaments und dem Umzug der Regierung verstrichen: Nicht von Berlin ist die Rede, nicht vom heutigen Deutschland, sondern von Rom und Italien im neunzehnten Jahrhundert. Italien wurde 1861 geeinigt, 1871 bezog es seine Hauptstadt Rom. Es gab lange Hauptstadtdebatten davor und einen ebenso langwierigen Umbau der Stadt danach. Darum hatte es einen Krieg gegeben: Italien hatte die Stadt Rom dem Papst mit militärischen Mitteln entreißen müssen. Und neben dem Krieg der Waffen fanden andere Kämpfe auf den Schlachtfeldern der Presse, der Diplomatie, der Geschichtswissenschaft und der Theologie statt: Gestritten wurde um Fortschritt und Legitimität, Religion und Revolution, Kirche und Nation. Schriftsteller und Gelehrte aus ganz Europa beteiligten sich daran und erörterten dabei Grundsatzfragen der Moderne: nationale Identität, Gewissensfreiheit, Selbstbestimmungsrecht der Völker. Gustav Seibt erzählt die Geschichte dieses vergessenen Kampfes, der damals Millionen Menschen bewegt hat, mit ihren vielfältigen Bezügen und Ebenen: der militärischen, der diplomatischen, der weltanschaulichen und der stadthistorischen. Dabei entsteht ein farbiges Bild vom Übergang Alteuropas zum Europa der Nationen zwischen der Revolution 1848 und den Lateranverträgen 1929. Seibts Buch ist ein Abgesang auf das alte Rom der Päpste und eine Liebeserklärung an das freiheitliche Italien des Risorgimento"

 
 
 
       
   
  • Gustav Seibt in der Debatte

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 05. Februar 2001
Update: 13. Mai 2009
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