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- SINN, Hans-Werner & Silke
ÜBELMESSER (2000): Wann kippt Deutschland um?
in: Ifo-Schnelldienst 28 - 29, 53. Jahrgang
- Inhalt:
Die Autoren geben das Jahr 2023 als das Jahr
an, in dem eine "Rentenreform in Richtung eines kapitalgedeckten
Systems" aufgrund der Altersstruktur ("Gerontokratie") nicht mehr
politisch durchsetzbar wäre.
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SINN, Hans-Werner (2001):
Rentenhöhe nach Kinderzahl.
Das
Verfassungsgerichtsurteil zur Pflegeversicherung muss bei
der Altersversorgung berücksichtigt werden,
in: Welt am
Sonntag v. 08.04.
- SINN, Hans-Werner (2001): Der
Sozialstaat braucht nicht zu weichen.
Doch das Prinzip der Inklusion ist zu überprüfen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.06.
- BERTHOLD, Norbert/BÖRSCH-SUPAN,
Axel/FRANZ, Wolfgang/SINN, Hans-Werner (2002): Hartz-Pläne sind
nicht bezahlbar,
in: Süddeutsche Zeitung v. 15.11.
- SINN, Hans-Werner
(2002): Wer keinen Nachwuchs hat, muss zahlen.
Unser Sozialsystem ist nur zu retten, wenn die notwendigen
Rentenkürzungen und das Riester-Sparen auf Kinderlose
konzentriert werden,
in: Financial Times Deutschland v. 29.12.
- SINN, Hans-Werner (2003): Rente nach der
Kinderzahl,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.01.
- SINN, Hans-Werner (2003): PRO - Ja, sie
sparen genug Geld, um zusätzlich vorzusorgen
- Kommentar:
MERKEL will nicht nur Ehepaaren ohne Kindern,
sondern - wie SINN - allen Kinderlosen die Rente kürzen. SINN
spielt mit der falschen Gleichung Kinderlose = Besserverdienende.
SINN leugnet, dass soziale Ungleichheit quer zur Frage des
Kinderhabens liegt.
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NEUMANN, Philipp (2002):
Kritik an möglicher Renten-Kürzung für Kinderlose.
Wirtschaftsforscher Sinn will Zahlungen halbieren. Union
fordert einen Eltern-Bonus,
in: Welt v. 31.07.
-
GERBER, Torsten (2002):
Klares Nein zur Halbierung der Rente von Nichteltern.
Seltene Einigkeit von SPD und CDU,
in: Welt am Sonntag v. 04.08.
- LÄMMLE, Stefan W. (2002):
Sinn und Unsinn,
in: Trierer Volksfreund v. 05.08.
- Der
lesenswerte Artikel:
HANIKA, Iris (2002): Kinder: Mehr als "Humankapital",
in: Signale - Gedanken zur Zeit. Sendung des
DeutschlandRadio v. 26.12.
- Inhalt:
Iris HANIKA rechnet mit
der fortschreitenden Ökonomisierung der Familie anhand des
Beitrags von Hans-Werner SINN in der Frankfurter
Allgemeinen Sonntagszeitung ab:
"Weil an Weihnachten
einmal die Kinder selbst gemeint sind, ist dies auch die
einzige Zeit des Jahres, wo, wer keine Kinder hat, mit
Mitleid rechnen kann, denn an Weihnachten begreifen auch
hart kalkulierende Eltern, daß ohne Kinder zu sein
ziemlich traurig ist, auch wenn man dabei möglicherweise
ein bißchen Geld spart. Den Rest des Jahres wird auf die
Kinderlosen munter eingeschlagen",
meint HANIKA und
widmet sich der Gleichsetzung von Reproduktion mit
Kapitalbildung bei SINN. HANIKA geht dabei nicht nur bis
zum
"Ganzen Haus" zurück, sondern zur
Sklavenhaltergesellschaft:
"Der Begriff »Humankapital« ist eigentlich nicht die
modernisierte Form des Begriffs »Menschenmaterial«, der im
Ersten Weltkrieg in den sich in Massengräber verwandelnden
Schützengräben entstand, vielmehr ist »Humankapital«
tatsächlich ein wirtschaftswissenschaftlicher
Fachausdruck. Es ist für den Volkswirt das, was der Mensch
selbst mitbringt oder aus sich selbst macht. (...). Nach
der Theorie bilden auch Kinderlose Humankapital - indem
sie sich bilden. Bei der Nonchalance jedoch, mit der
Hans-Werner Sinn die bloße Reproduktion mit Kapitalbildung
gleichsetzt, geht die technische Bedeutung dieses Begriffs
verloren. Der Laie muß an dieser Stelle, wo Humankapital
und Realkapital einander als qualitativ gleichwertig
entgegengesetzt werden, Humankapital als das verstehen,
als was Sklavenhalter ihre Arbeitssklaven verstehen: als
Gelderzeugungsmaschinen in menschlicher Gestalt. Dabei
können Kinder auch wirtschaftlichen Schaden anrichten,
etwa indem sie später drogensüchtig oder kriminell oder
allgemein Nichtsnutze werden und nur Kosten verursachen,
statt etwas von dem in sie investierten Kapital
zurückgeben."
- HIG (2003):
Merkel will Kinderlose stärker belasten.
CDU-Vorsitzende für gestaffelte Rentenbeiträge.
Selbstbehalt für Patienten mindestens 300 Euro,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.03.
- Kommentar:
Die kinderlose Yuppiefrau Angela MERKEL
meint machtpolitisch zu punkten, wenn sie sich - die
eigene Lebensform verleugnend - die Vorschläge von
Familienvater Hans-Werner SINN zu eigen macht, der seit
längerem immer wieder einmal die Halbierung der Renten für
Kinderlose ins Gespräch gebracht hat. MERKEL betont, dass
es ihre persönliche Meinung sei und sie nicht die
Parteiposition vertrete.
- HOFFMANN, Andreas (2003):
"Erziehung muss Einfluss auf Altersruhegeld haben".
Sozialministerin Schmidt: Die Idee der CDU-Vorsitzenden
verstößt gegen das Grundprinzip der Versicherung,
in: Süddeutsche Zeitung v. 29.03.
- UWE (2003): Merkels
Rentenvorschläge.
Arbeit am unendlichen Plan
in: Tagesspiegel v. 29.03.
- Inhalt:
UWE bedauert, dass sich MERKELs Vorschläge
höchstens langfristig umsetzen lassen.
- FEUERSTEIN, Rainer (2003):
Zur Kasse,
in: Stuttgarter Nachrichten v. 29.03.
- Inhalt:
FEUERSTEIN hat kein Herz für Angela
MERKEL:
"Heißt Generationenvertrag
denn nicht in erster Linie, dass die Jungen für die Alten
zahlen, was ja auch Kinderlose tun? Wer zahlt mehr
Lohnsteuer: Ein Single oder die Familie mit Steuerklasse
III und drei Kindern? Wer bekommt Mutterschutz,
Erziehungsgeld, Eigenheimzulage, kostenlose
Krankenversicherung? Finanzieren das alles die Kinder
später nach? Und was ist mit dem Mädchen, das später als
Erwachsene im EU-Ausland arbeitet, also keinen Beitrag zur
deutschen Rentenfinanzierung leistet? Wird ihren Eltern
dann konsequenterweise auch die Rente gekürzt?
Ein blankes Aufrechnen von Renten mit der Anzahl zur Welt
gebrachter Kinder ist ein ungeeignetes Mittel. Nicht der
Single ist der Sündenbock für leere Rentenkassen, sondern
die Politik. Dabei ginge es auch anders. Die
Rahmenbedingungen für Eltern müssen so verbessert werden,
dass es nicht mehr um eine Entscheidung für Kind oder
Karriere geht. Für diese positive Perspektive zahlen dann
alle - steuerfinanziert, damit alle sich daran beteiligen.
Auch die kinderlose Abgeordnete Merkel".
- THURNER-FROMM (2003):
Politiker verspielen den Konsens,
in: Stuttgarter Zeitung v. 29.03.
- Kommentar:
THURNER-FROMM stört nur, dass überhaupt
über die Rentenreform diskutiert wird.
- STREIM, Andreas (2003): Nur
eine Rentenkürzung,
in: Märkische Allgemeine v. 29.03.
- Inhalt:
"Im Gewand
der populistischen Familienförderung kommt nur eine
drastische Rentenkürzung daher. Und noch dazu eine
ungerechte. Denn ein Drittel der heutigen Renten bezahlen
nicht die Beitragszahler, sondern alle Steuerzahler, weil
der Bund Milliarden in die Rentenkasse zuschießt. Daran
sind wegen ihrer hohen Steuersätze Singles kräftig
beteiligt - übrigens ebenso wie an der Finanzierung von
Kindergeld, Lehrereinkommen oder dem Bau von Kitas", meint
Andreas STREIM.
- EICKMEIER, Dietrich (2003):
Weniger Rente für Kinderlose? Blaue Wunder, blaue Augen,
in: Weser Kurier v. 29.03.
- Kommentar:
EICKMEIER ist der irrigen Meinung, dass MERKEL nur die
kinderlosen Ehepaare zur Rentenfinanzierung stärker
heranziehen möchte.
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DRIBBUSCH, Barbara (2003): Ein Schritt zu weit.
Rentendebatte: Kinderlosigkeit darf nicht bestraft
werden,
in: TAZ v. 31.03.
- Kommentar:
DRIBBUSCH will eine Zäsur in der Rentendebatte erkannt
haben:
"Es kommt plötzlich ein Moment
der Bestrafung auf in der Rentendiskussion. So, als
sollten Kinderlose büßen dafür, dass sie keinen Nachwuchs
in die Welt setzten. Eine klare Grenzüberschreitung, denn
es ist natürlich ein Unterschied, ob man für eine stärkere
Förderung von Eltern und Kindern votiert oder ob man sich
für massive Kürzungen bei Kinderlosen ausspricht".
Die Zäsur in der Debatte ist
nicht erst jetzt, sondern bereits im Zuge des
BVG-Urteils
zur Pflegeversicherung vor fast 2 Jahren angelegt
worden.
In Anlehnung an die
HARTZ-Reform macht DRIBBUSCH - humoristisch gemeint -
Vorschläge zur Rettung der Sozialsysteme:
"Haben Singles ein Anrecht auf
kostenlose staatliche Partnervermittlung, unter drei
Vorschlägen muss dann aber einer genommen werden?"
Zum Abschluss kommt
DRIBBUSCH dann zum gleichen Ergebnis wie THURNER-FROMM:
"Debatten wie die über den
Merkel-Vorstoß befördern Ressentiments - zum Beispiel die
zwischen Kinderlosen und Eltern. Mit Ressentiments aber
lassen sich keine Sozialreformen machen".
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ADAM, Konrad (2003): Ohne Kinder keine Rente,
in: Welt v. 01.04.
- Kommentar:
Singlefeind
Konrad ADAM verteidigt Angela MERKELs Vorstoß, indem
er Christian WULFFs Kritik an MERKELs Position in der
Rentenpolitik kritisiert.
Für ADAM ist der Staat ein
Nachtwächterstaat, der nichts als die Konstanz der
DEUTSCHEN Bevölkerungszahl im Sinne hat (Das sagt er hier
nicht explizit, aber gemeint ist es so, wenn man das hinzu
nimmt, was ADAM bereits in anderen Zusammenhängen
geschrieben hat).
Soziale Gerechtigkeit hat
den Staat deshalb nicht zu interessieren.
- FUHRMANN,
Wilfried (2003): Von Kindern, Kinderlosen und Renten.
Der Zeitgeist ist kein guter Ratgeber,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 01.04.
- Kommentar:
FUHRMANN, der an der Potsdamer
Universität Makroökonomische Theorie und Politik lehrt,
ist ein
falscher Freund
der Singles.
Er hält ein Plädoyer im
Sinne der Interessen von
Doppelkarriere-Paaren (benutzt jedoch den weiter
gefassten Begriff der DINKs, der auch geringverdienende
Doppelverdienerpaare beinhaltet) und Yuppies, d.h. gut
verdienender Singles. Deshalb droht er:
"Wer im Rentensystem keine
Nettobelastung, sondern einen ausnutzbaren Vorteil bei
Kinderlosigkeit sieht, sollte im Sinne der Glaubwürdigkeit
die Zwangsmitgliedschaft für Kinderlose aufheben".
Nichtsdestotrotz finden sich
auch Argumente, die für Singles interessant sind, z.B.:
"Solange wir Versicherungen
mit Beiträgen auf Familienbasis und nicht nach Köpfen
(...) haben, tragen Kinderlose auch diese Kosten
zumindest, als ob sie Kinder hätten".
- LÜDEKE, Reinar (2003): Rente nach
Leistung.
Die umlagefinanzierte Rentenversicherung lebt davon, dass
in die künftige Generation investiert wird. Das sollte bei
den Versorgungsansprüchen ganz systematisch berücksichtigt
werden,
in: Financial Times Deutschland v. 02.04.
- Inhalt:
Der Professor für Volkswirtschaftslehre an
der Universität Passau und Mitglied im Wissenschaftlichen
Beirat des Bundesfamilienministeriums verteidigt die
kinderzahlbezogene Rente im Sinne von Hans-Werner SINN.
- MAYER,
Susanne (2003): Strafsteuer für Kinderlose?
Angela Merkel hat Recht: Familien müssen entlastet
werden,
in: Die ZEIT Nr.15 v. 03.04.
- BARBIER, Hans D. (2003): Tief im
Abseits.
Zur Ordnung,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 04.04.
- Inhalt:
BARBIER kritisiert die Position von
Hans-Werner SINN und seiner Adeptin MERKEL aus
wirtschaftsliberaler Sicht:
"Wo liegt die Ratio der
halben Rente für Kinderlose, wenn Nachkommen der Zeugenden
in der Sozialhilfekarriere anstatt im Erwerbspotential
landen oder wenn sie als Hochbegabte nach dem
subventionierten Studium dem deutschen Sozialstaat den
Rücken kehren, um ihren Lebensweg im Ausland zu suchen?"
- STELZNER, Holger (2003): Kinder
als Rentenfaktor,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 05.04.
- Kommentar:
STELZNER ist gegen eine "Ergänzung
der Rentenformel um einen Strafabschlag für Kinderlose",
denn:
"Es gibt eine Vielzahl guter Gründe
für einen finanziellen Ausgleich der privaten Kosten der
Kindererziehung (...). Die Rentenversicherung ist jedoch
der falsche Ort für den Lastenausgleich der
Kindererziehung. gesellschafts- und ordnungspolitisch
richtig kann dieser Ausgleich nur über Steuern erfolgen".
Das Ansinnen der
Bevölkerungsökonomen, die gemäß ihrer Produktionsideologie
kinderlose Rentner als ökonomische Schmarotzer betrachten,
bezeichnet er als "moralisch gefährliche Saat".
Die "Zeugungs- und
Gebärpflicht für alle Deutschstämmige" - wie sie z.B. von
Konrad ADAM impliziert wird - könne
das Schrumpfen der Bevölkerung nicht verhindern.
Zum Abschluss fordert STELZNER:
"Anstatt das generative Verhalten der
Menschen zu steuern, sollten wir unser Rentensystem um
eine kapitalgedeckte Vorsorge ergänzen".
Eine solche kapital gedeckte
Vorsorge benachteiligt jedoch arme Kinderlose, während sie
Yuppies und Doppelkarriere-Paare - siehe
FUHRMANN in der FAZ vom 01.04. -
Vorteile verschafft.
- RM: Pro und Contra:
Sollen Kinderlose weniger Rente erhalten?
Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel
will Ehepaaren ohne Nachwuchs ihre Ansprüche im Alter
halbieren. Dieser brisante Vorschlag findet nicht nur in der
Union heftigen Widerspruch. Angesichts der Ebbe in der
Rentenkasse erhält der Plan jedoch zusätzliche Virulenz,
in: Rheinischer Merkur Nr.15 v. 10.04.
- SINN, Hans-Werner (2003): PRO -
Ja, sie sparen genug Geld, um zusätzlich vorzusorgen
- Kommentar:
MERKEL will nicht nur Ehepaaren ohne
Kindern, sondern - wie SINN - allen Kinderlosen die
Rente kürzen. SINN spielt mit der falschen Gleichung
Kinderlose = Besserverdienende. SINN leugnet, dass
soziale Ungleichheit quer zur Frage des Kinderhabens
liegt.
- MEURER, Anne (2003): CONTRA -
Nein, Familien werden bereits enorm begünstigt
- Inhalt:
MEURER weist darauf hin, "dass Familien
bereits heute für eine geringere Beitragsbelastung
relativ höhere Leistungen erhalten als Kinderlose".
MEURER fordert, dass der Familienlastenausgleich von
allen zu bezahlten ist, d.h. per Steuern finanziert
werden muss.
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Neu:
WÖRL, Volker (2003): Wie
viele Kinder hast du?
Das Renten-Dilemma: Die alten Rezepte führen nicht zum
Ziel,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.08.
- Kommentar:
Die Gerontokratie der SZ setzt - im
Hinblick auf einen heißen Herbst - die Rentenreform schon
jetzt auf die Agenda. WÖRL macht klar, dass
Singles keine Lobby im
politischen System haben,
denn der einzige Reformpunkt, der
sowohl politisch durchsetzbar wäre und im Interesse von
WÖRL ist, ist eine Rentehöhe nach Kinderzahl.
Er
folgt damit dem Vorschlag der Singlefeinde Hans-Werner
SINN und Paul KIRCHHOF:
"Das riecht nach
obrigkeitlichem Einzug in die Schlafzimmer, ist aber
ökonomisch logisch und auch liberal", tönt WÖRL.
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