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Jürgen Kaube:
Otto Normalabweicher
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Jürgen Kaube bei
single-generation.de
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Jürgen Kaube
in seiner eigenen Schreibe
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KAUBE, Jürgen (2005): Otto Normalabweicher.
Vom Aufstieg der Minderheiten,
in: DeutschlandRadio Berlin v. 07.02.
- Kommentar:
Jürgen KAUBE erzählt uns die Story vom
Aufstieg der Minderheiten:
"Die Soziologen sprechen von
»Individualisierung«. Damit meinen sie, dass es nicht mehr möglich
sei, sich in all diesen Dimensionen des eigenen Lebens an einem
durchschnittlichen Verhalten, also am Normalfall zu orientieren.
Ob man Kinder hat oder nicht, ob man sich kirchlich bindet, welche
Partei man wählt und welche Kleidung man trägt, ja im äußersten
Extrem sogar die Geschlechtszugehörigkeit - schlechterdings alles
sei zu einer Frage eigener Entscheidungen geworden.
(...).
Diesem Bild ist vorgeworfen worden, es übertreibe die Wahlfreiheit
des modernen Individuums. Das mag sein. Eine viel größere
Übertreibung liegt aber darin, dass hier überhaupt von
»Individualisierung« gesprochen wird. Denn aus dem Zerfall des
Typischen und Durchschnittlichen, also aus dem Zerfall eines
klaren Mehrheitsverhaltens ergeben sich nicht Individuen, sondern
- Minderheiten.
Und eben dies war in den letzten Jahrzehnten auf vielen Ebenen des
gesellschaftlichen Lebens zu beobachten: der Aufstieg der
Minderheiten. Man könnte auch sagen: der Aufstieg von »Otto
Normalabweicher«."
Daraus zieht Jürgen KAUBE den
Schluss:
"Es
gehört (...) zu den Risiken, die eine moderne Gesellschaft auf
sich nimmt, dass sie ihren Mehrheiten mitunter das Gefühl
vermittelt, selber nur eine Minderheit zu sein."
KAUBEs Story hört genau dort
auf, wo es spannend wird, nämlich in der Gegenwart.
Was KAUBE beschrieben hat, ist
die Strategie der Identitätspolitik, die zwar zuerst von
bestimmten Minderheiten erfolgreich praktiziert wurde, aber
mittlerweile vom Mainstream adaptiert wird.
Single-generation.de hat
belegt wie
Singles durch statistische
Taschenspielertricks zur Mehrheit stilisiert werden, während die
Familienmehrheit zur Minderheit stilisiert wird.
Dieser Fall spielt
bezeichnenderweise bei KAUBE keine Rolle, denn er ist das
Kennzeichen eines gesellschaftlichen Paradigmenwechsels, der sich
in den 90er Jahren vollzogen hat.
Das Feindbild Single dient in
der Identitätsstrategie des Mainstreams der Stärkung des
Familialismus.
Ohne den
Terror der Individualisierungsthese wären Einpersonenhaushalte
niemals in das Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit gelangt.
Historiker werden dereinst die Interessenlagen sondieren, die dazu
geführt haben. Fakt ist:
Singles
sind Sündenböcke im Kampf der Lebensstile.
Was KAUBE uns hier aufgezeigt
hat, das galt für gestern. Heute gilt:
Normalismus ist angesagt!
- KAUBE, Jürgen (2007): Aufstieg der
tätowierten Existenz.
Von der epidemischen Manie, sich verzieren zu lassen: Das Tattoo
ist die Extremform eines Schmucks, der anderen nicht gefallen, sondern
nur auffallen will. Dabei tragen es immer mehr,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.09.
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Klappentext
"Das gesellschaftliche Leben der letzten
Jahrzehnte ist vom Aufstieg der Minderheiten bestimmt.
Verhalten, das vom Gängigen abweicht, ist nicht nur alltäglich
geworden, es hat auch eine besondere Bedeutung bekommen. In den
Massenmedien wird eine Welt voller Sonderexistenzen vorgeführt,
mit seltsamen Hobbies, seltsamem Aussehen, seltsamen Ansichten.
Das hat kulturelle Wirkungen, die Jürgen Kaube
»Normalabweichung« nennt: Anders zu sein und sein zu wollen wird
zum Durchschnittsfall in der »nivellierten
Mittelstandsgesellschaft« der komplett Vernetzten,
Freizeitkreativen und Alarmisten. Die Normalabweichung hat aber
auch politische Folgen. Minderheiten erheben besonderen Anspruch
auf Schutz und Subvention. Die Frage, wer sich noch in wen
hineinzuversetzen vermag, ist ebenso wenig zu beantworten, wie
die, für wen genau die Politiker Politik machen, wenn sie nach
Mehrheiten Ausschau halten. Jürgen Kaube untersucht in seinen
Essays das Phänomen der »Normalabweichung« und stellt dessen
vielfältige Formen und Manifestationen pointiert und
unterhaltsam vor."
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Beiträge von
single-generation.de zum Thema
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Rezensionen
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TERKESSIDIS, Mark (2007): Kampf der falschen Minderheit.
Der Feuilletonist Jürgen Kaube stört sich an Schwulen,
Kopftuchträgerinnen und Gläubigen. Vor allem aber will er seine
Privilegien behalten,
in: Literaturbeilage der TAZ v. 10.10.
- Inhalt:
Mark TERKESSIDIS rechnet in seiner
Rezension des Buches "Otto Normalabweicher" mit dem Autor Jürgen KAUBE ab:
"Kaube
ist ein Kulturkämpfer - ein Verteidiger der alten Norm der
einheimischen, heterosexuellen, bärtigen Männlichkeit. Sein »Befund«
ist eigentlich eine Kampfansage. Statt über die Gestaltung der
Zukunft nachzudenken, wollen Leute wie er einfach ihre Privilegien
behalten. Er steht dabei in der zweiten Reihe der Abwehr - in der
ersten findet man etwa
Frank Schirrmacher, Hans-Ulrich Jörges,
Matthias Matussek und Henryk M. Broder."
-
NUTT, Harry (2007): Etwas anderes finden wir allemal.
Jürgen Kaube inspiziert die um sich greifende Lust an der
Abweichung,
in: Frankfurter Rundschau v. 29.10.
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weiterführende
Links
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