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Karl Doemens: Babyboomer und Pillenknick-Generation

 
       
   

Kurzbiographie

  • 1960 in Aachen geboren
  • Studium der Geschichte und Germanistik
 
       
   

Aktuellster Beitrag

 
       
   

Karl Doemens in seiner eigenen Schreibe

 
       
   

DOEMENS, Karl (2001): "Jedes Kind ist gleich viel wert".
Stolterfoht will Familien-Zuschüsse zur Pflegeversicherung,
in: Frankfurter Rundschau v. 28.04.

DOEMENS, Karl (2003): Rürup-Kommission teilt Vorsorge in drei Klassen ein.
Besteuerungsplan belastet Durchschnittsrentner vom Jahrgang 2013 an. Übergangsperiode dauert bis 2040,
in: Frankfurter Rundschau v. 18.03.

Karl DOEMENS berichtet über den Abschlussbericht der Rürup-Kommission, der von SPD, Grünen und Arbeitgebern begrüßt, von CDU und Rentenversicherern dagegen kritisiert wird. Die Ausgangssituation beschreibt DOEMENS folgendermaßen:

"Ausgangspunkt des Gutachtens ist das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von vor einem Jahr, das die steuerliche Ungleichbehandlung von Beamtenpensionen und Arbeitnehmerrenten gerügt hatte. Die Altersbezüge der Staatsdiener werden derzeit jenseits eines Freibetrags von 3072 Euro voll belastet, während der Staat bei den Renten nur auf den Ertragsteil (durchschnittlich 27 Prozent) zugreift."

Die Rürup-Kommission hat nun Vorschläge zur langfristigen Umstellung von der Rentenbeitragsbesteuerung auf die Rentenbesteuerung vorgestellt ("Alterseinkünftegesetz"). Es sollen jedoch nicht alle Arten von Renten gleich behandelt werden. Zum Schluss wird darauf hingewiesen, dass die Reform der Zustimmung des Bundesrates bedarf und die konkrete Kritik des CDU-Sozialexperten Andreas STORM genannt:

"Durch das Stufenmodell würden die mittleren Jahrgänge stark belastet. Außerdem sei die Abschaffung des Steuerprivilegs der Lebensversicherungen »nicht akzeptabel«."

DOEMENS, Karl (2003): Pillenknick gefährdet Versorgung der Babyboomer.
Die langfristigen Probleme der Rentenversicherung bleiben - und damit die Frage nach der Lebensarbeitszeit,
in: Frankfurter Rundschau v. 18.03.

"Eigentlich erwartete die Bundesregierung erst nach dem Jahr 2025 einen Renten-Beitragssatz von 20,5 Prozent. So sieht es das Prognosetableau der Riester-Reform vor. Seit Freitag aber ist klar: Ohne kurzfristige Notoperationen wird der Satz schon im Januar 2004 erreicht",

erläutert uns Karl DOEMENS die Ausgangssituation. Als Ursache der Probleme nennt der die Arbeitsmarktsituation und politische Fehlentscheidungen. Die mit der Rentenreform aus dem Jahr 2001 eingeführte Rentenformel hält DOEMENS für nicht ausreichend, um den Beitragssatz unter 22 Prozent zu halten:

"Schon bald nämlich droht die demografische Zeitbombe die gesetzliche Altersvorsorge zu erschüttern: Die Babyboom-Generation geht in Ruhestand und die Pillenknick-Generation muss für diese Senioren zahlen".

Danach kommt DOEMENS auf den aktuellen Anlass zu sprechen: eine bevorstehende Kabinettssitzung, auf der eine Nachbesserung der Riester-Reform auf der Agenda steht. Dabei geht es um die Vorschläge der Rürup-Kommission:

"Sie schlägt angesichts der in den kommenden drei Jahrzehnten voraussichtlich um drei Jahre steigenden Lebenserwartung von 2010 an die stufenweise Anhabung des Rentenalters und die Einführung eines beitragsdämpfenden Nachhaltigkeitsfaktor vor."

Zwischen 2011 und 2035 soll das Renteneintrittsalter pro Geburtsjahrgang um einen Monat auf 67 Jahre angehoben werden. Der Jahrgang 1968 ("die heute 35-Jährigen") soll als erster 67 Jahre lang arbeiten. Eine Abschaffung der Frühverrentung würde dagegen wenig helfen, erklärt uns DOEMENS.

"Nach Rürups Prognosen läge der Beitragssatz 2030 bei 22 Prozent. Das Bruttorentenniveau würde von heute 48 auf 40 Prozent sinken, worunter (...) die Geburtsjahrgänge 1960 bis 1970 am stärksten zu leiden hätten."

Solange die "Notoperation" jedoch laufe, sieht DOEMENS die Pläne der Rürup-Kommission als nicht durchsetzbar.

DOEMENS, Karl (2003): Vorruhestand,
in: Frankfurter Rundschau v. 25.04.

Karl DOEMENS erklärt uns, dass auf längere Sicht an einer Heraufsetzung des Rentenalters kein Weg vorbeiführt, weil die Gewerkschaften eine "dauerhafte Deckelung des Beitragssatzes und die Garantie eines gewissen Leistungsniveaus erkämpft" haben.

Angesichts sinkender Einnahmen der Rentenkassen aufgrund der Konjunkturschwäche bliebe nur die Rente mit 67 als Ausweg, da weder der Beitragssatz erhöht, noch das Rentenniveau abgesenkt werden könne. Das sieht DOEMENS aber nicht als Problem der Klientel der Seniorenverbände, sondern der heute Beschäftigten:

"Es sind die unter 57-Jährigen. Am stärksten sogar die heute Zwanzig- und Dreißigjährigen, die sicher zwei Jahre länger arbeiten müssen: Erst im Jahr 2020 erreicht das demografische Problem in Deutschland seinen Höhepunkt."

Die heutigen Rentner sollen deshalb auch einen "geringen" Beitrag zur Bewältigung der Probleme (welcher?) leisten.

DOEMENS, Karl (2003): Populistischer Irrtum,
in: Frankfurter Rundschau v. 18.11.

DOEMENS, Karl (2004): Generation Sandwich.
FR-Tagesthema Die langfristige Rentenreform: Die nächste Rentner-Wutwelle wird nicht lange auf sich warten lassen. Doch wirklich gekniffen sind nicht die Senioren, sondern die "Sandwich-Generation". Sie erhält im Alter ein Fünftel weniger,
in: Frankfurter Rundschau v. 11.03.

"Im Kern gibt die Schmidtsche Rentenreform für 2020 und 2030 die Beitragsziele (20 und 22 Prozent) vor und dämpft die Rentenanpassungen so stark, dass trotz der Alterung der Gesellschaft diese Prämissen bei mittlerer wirtschaftlicher Entwicklung voraussichtlich eingehalten werden",

formuliert Karl DOEMENS das Ziel der Beitragsstabilisierung. Den Ökonomen Axel BÖRSCH-SUPAN ("Demografie-Experte") wird damit zitiert, dass er sich um seine Kinder (das Alter wird nicht verraten!) keine Sorgen mache, denn:

"Wenn sie vom Eintritt ins Berufsleben an stetig vier Prozent ihres Einkommens sparen würden, könnten sie aus der privaten und der gesetzlichen Vorsorge zusammen im Alter mehr herausholen als die heutigen Senioren aus dem reinen Umlagesystem."

DOEMENS beschreibt dies als Zinseszinseffekt, gibt jedoch zu bedenken, dass die Unsicherheit des Kapitalmarkts die Renditen schmälern könnten. Die Leidtragenden der Rentenpolitik beschreibt DOEMENS als die Sandwich-Generation:

"Richtig traurig aber sieht es für die heute 35- bis 50-Jährigen aus. »Das Problem ist die Sandwich-Generation«, glaubt Rürup. Bei ihnen kommen nämlich mehrere fatale Entwicklungen zusammen. Zunächst bleibt ihnen nicht mehr so lange Zeit zu sparen wie den Jungen. Außerdem bekommen sie nicht nur die normalen Folgen der Langlebigkeit zu spüren: Die Alterspyramide nähert sich in ihrer Form immer mehr einer Zypresse mit relativ schmalem Stamm und breiterer Krone an. Auf die relativ breiten Jahrgänge der Baby-Boomer folgt unmittelbar der Pillen-Knick. Die Zahl der Teens und Twens liegt also drastisch unter der der Menschen im mittleren Alter. Dieses Manko könnte selbst eine (sehr unwahrscheinliche) Explosion der Geburtenrate in der Zukunft nicht mehr aufheben: Die Sandwich-Generation erreicht das Rentenalter, bevor die Neugeborenen ihr erstes Geld verdienen.
Vor diesem Hintergrund erschließt sich die Debatte über das Mindestniveau: Die Regierung hat keine Probleme, bis 2020 eine Relation von 46 Prozent zu versprechen. Erst dann nämlich erreichen die ersten Baby-Boomer das Ruhestandsalter. Die wirklich kritischen Jahre für die Rentenkassen folgen 2020 bis 2030. Kaum ein Experte zweifelt daran, dass dann die gesetzlichen Altersgrenzen heraufgesetzt werden müssen. Das Niveau der heutigen Rente wird die Sandwich-Generation trotzdem nicht einmal annähernd erreichen",

schreibt Karl DOEMENS. Dagegen sieht Martin SCHACHT auf diese Generation als die "ewige Zielgruppe" ein goldenes Zeitalter zukommen. Der Widerspruch lässt sich jedoch leicht klären: Martin SCHACHT spricht nur für jene goldene Erben- und Topverdienergruppe, die zukünftig die Elite dieser Altersgruppe sein wird. Gelänge dieser Gruppe, das was den 68ern mit dieser Rentenreform gelungen ist, dann winkt ihnen tatsächlich eine goldene Ära. Nach dieser BoBo-Elite kommt dann die Sintflut...

DOEMENS, Karl (2004): Mutige Reform,
in: Frankfurter Rundschau v. 12.03.

Karl DOEMENS beklagt, dass das Prognosetableau im Vorfeld der Riesterreform auf "Druck der Gewerkschaften" getürkt worden sei und deshalb in den letzten Jahren immer wieder nachjustiert werden musste:

"Jedes Jahr musste (Anm.: seit der Riester-Reform 2001) nachjustiert werden - erst durch die Anhebung der Beitragsgrenze, dann durch die Nullrunde und den Griff in die Reserven. Trotzdem liegt der Beitragssatz 0,8 Punkte über den Prognosen."

Diese Gefahr eines ständigen Nachjustierens sieht DOEMENS angesichts der neuen Rentenformel nicht mehr gegeben:

"Das Gesetz stellt mit einer neuen Anpassungsformel die Weichen für die langfristige Stabilisierung der Beitragssätze bei 22 Prozent. Der Preis dafür ist hoch: Er besteht in der Beschneidung des Leistungsniveaus um ein Fünftel."

Ein anderer Effekt, ist dass nun der Druck zur Einführung der Rente mit 67 gestiegen ist:

"Paradoxerweise steigt mit dem höheren Leistungsziel der Druck, das Rentenalter bald auf 67 Jahre heraufzusetzen."

DOEMENS, Karl (2009): Franz Ruland.
Renten-Papst rügt Regierung,
in: Frankfurter Rundschau v. 07.05.

DOEMENS, Karl (2009): Die Rückkehr des Norbert Blüm,
in: Frankfurter Rundschau v. 07.05.

BERGIUS, Michael & Karl DOEMENS (2009): Wahlkampfthema Rente.
FR-Tagesthema: Von Panikmachern und Gekniffenen,
in: Frankfurter Rundschau v. 13.07.

DOEMENS, Karl (2009): Rente mit 69.
Nur ein Rechenbeispiel,
in: Frankfurter Rundschau v. 22.07.

DOEMENS, Karl (2010): Krippen-Garantie steht auf der Kippe,
in: Frankfurter Rundschau v. 05.01.

DOEMENS, Karl (2010): Kein Raum in der Krippe,
in: Frankfurter Rundschau v. 05.01.

FRANKFURTER RUNDSCHAU-Tagesthema: Fit, aktiv, einflussreich.
Die Generation 65 plus ist so gesund wie nie zuvor, bildungshungrig und mobil, politisch entscheidend. Doch nicht alle Rentnerinnen und Rentner teilen dieses Glück

DOEMENS, Karl (2015): ...und dann Sprachen lernen.
Wer heutzutage in Rente geht, denkt oft nicht zuerst an den Ruhestand,
in: Frankfurter Rundschau v. 30.07.

DOEMENS, Karl (2015): Neu denken über das Alter.
Opas Ohrensessel ist ein Bild von gestern. Die Rentner von heute sind voller Tatendrang. Das könnte die Gesellschaft viel stärker nutzen,
in: Frankfurter Rundschau v. 30.07.

Karl DOEMENS beschreibt den typischen Rentner aus dem Akademikermilieu, den er als Leitbild für die Gesellschaft präsentiert.

KÖLNER STADT-ANZEIGER-Titelgeschichte: Mehr Kinder und mehr Ehen

DOEMENS, Karl (2015): Mehr Kinder und mehr Ehen.
Statistik: Rund 715.000 Mädchen und Jungen geboren - Höchste Rate seit dem Jahr 2004,,
in: Kölner Stadt-Anzeiger v. 22.08.

DOEMENS, Karl (2015): Mehr Geburten - aber nicht genug.
Die Geburtenrate in Deutschland steigt, aber langfristig braucht es Zuwanderung für eine stabile Quote. Und zwischen den Bundesländern gibt es große Unterschiede,
in: Frankfurter Rundschau Online v. 22.08.

DOEMENS, Karl (2015): Baby-Boom in Deutschland.
Erstmals seit zehn Jahren werden im Jahr 2014 mehr als 700.000 Kinder geboren. Zuwachs in Berlin besonders deutlich. Experten sehen Einwanderung als eine Ursache,
in: Berliner Zeitung v. 22.08.

DOEMENS, Karl (2015): Renten-Hokuspokus.
Analyse: Die Versicherungswirtschaft glaubt, die Entwicklung der gesetzlichen Rente bis zum Jahr 2040 voraussagen zu können - und kreiert prompt ein düsteres Szenario,
in: Frankfurter Rundschau
v. 13.11.

Karl DOEMENS kritisiert, dass die Auftragsstudie auf der 13. Bevölkerungsvorausberechnung fußt, die für ihn bereits ins "Altpapier" gehöre. Den langen Zeitraum erklärt DOEMENS dadurch, dass die Rendite der privaten Altersvorsorge derzeit so bescheiden sei, dass es ein sehr düsteres Szenario für die gesetzliche Rente brauche, um die Dringlichkeit der Privatvorsorge sichtbar zu machen.

Wie schlecht es um die Rendite der Privatvorsorge derzeit steht, macht ein FAZ-Artikel deutlich:

"Wer 55 Kerzen oder mehr auf seiner Geburtstagstorte zählt, sollte darüber nachdenken, das Geld aus der Lebensversicherung oder aus dem Erbe von Tante Erna in die gesetzliche Rente zu investieren - vor allem dann, wenn der Anleger noch privat krankenversichert ist."

Vor diesem Hintergrund ist die Panik der Versicherungsbranche und ihr Wunsch verständlich, die gesetzliche Rente schlecht aussehen zu lassen.

FRANKFURTER RUNDSCHAU-Titelgeschichte: Die Kinderlein kommen.
Endlich Bescherung: Die Geburtenrate ist so hoch wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr

DOEMENS, Karl (2015): Fruchtbarer Wandel.
Zahl der Neugeborenen hierzulande steigt - aus vielen Gründen, vor allem aber wegen der Familienpolitik,
in: Frankfurter Rundschau
v. 17.12.

"Für die geburtenstarken Jahrgänge wird es aus biologischen Gründen nun langsam Zeit, den aufgeschobenen Kinderwunsch zu verwirklichen. So ist die Geburtenhäufigkeit unter den 29- bis 38-Jährigen besonders hoch",

behauptet Karl DOEMENS. Die Geburtsjahrgänge 1976 - 1985 sind jedoch mit 798.334 bis 865.789 Geborenen geburtenschwächer als die 1986 - 1990 Geborenen, die zwischen 848.232 und 905.675 Lebendgeborene umfassten, d.h. in den nächsten Jahren kommen die relativ geburtenstarken Jahrgänge erst ins Familiengründungsalter. Mit der weiteren Entwicklung der Geburtenraten hat das jedoch erst einmal nichts zu tun.

"Bemerkenswert ist, dass die Geburtenziffer in den ostdeutschen Ländern mit 1,54 Kinder je Frau höher war als im Westen Deutschlands (1,47)",

meint DOEMENS. Hätte er sich mit der Geburtenentwicklung in Deutschland beschäftigt, dann würde er das nicht bemerkenswert, sondern normal finden, denn seit 2010 ist die Geburtenrate in Ostdeutschland höher als in Westdeutschland. Dies wurde übrigens von den Bevölkerungswissenschaftlern nicht so vorhergesehen, denn es wurde angenommen, dass sich die ostdeutsche Geburtenrate an die westdeutsche Geburtenrate anpasst. Inwieweit es zukünftig eine Angleichung geben wird, das muss sich noch zeigen.

BERLINER ZEITUNG-Tagesthema: Im Alter zu wenig Geld?
Derzeit geht es Rentnern in Deutschland vergleichsweise gut, doch vielen Beschäftigten von heute droht Altersarmut. CSU und SPD versprechen nun eine große Reform

DOEMENS, Karl (2016): Die Renten-Verunsicherung.
Altersversorgung: Ausgerechnet in Zeiten, in denen die Seniorenbezüge klar steigen, flammt eine alte Diskussion neu auf. Muss das Absinken des Rentenniveaus gestoppt werden? Droht eine Altersarmut? Was von den Reform-Versprechen zu halten ist,
in:
Berliner Zeitung v. 14.04.

DOEMENS, Karl (2016): Optionen.
Heikle Variante: Beamtenpensionen einbeziehen,
in:
Berliner Zeitung v. 14.04.

DOEMENS, Karl (2016): Renten-Rolle rückwärts.
Gabriel und Seehofer positionieren sich für den Wahlkampf,
in:
Frankfurter Rundschau v. 14.04.

Der inzwischen aus dem Netz genommene Artikel Rentenkapriolen bei SPD und CSU und der Artikel der Print-Ausgabe waren identisch. Die Artikel von Karl DOEMENS in der Berliner Zeitung ("Die Renten-Verunsicherung") und der FR unterscheidet sich folgendermaßen:

"Würde das Niveau bei 50 Prozent festgeschrieben, müssten die Beiträge von derzeit 18,7 Prozent bis 2030 auf über 24 Prozent steigen. Eine solche Botschaft wäre den Bürgern schlecht zu verkaufen."

Der letzte Satz fehlt in der Berliner Zeitung. Ist dies einem Unterschied der Leserschaft bei der Beurteilung der Rente geschuldet?

DOEMENS, Karl (2016): Effizient, rentabel, transparent.
Handlungsoptionen für eine große Rentenreform: Selbständige und Beamte in die gesetzliche Versicherung einbeziehen, betriebliche Altersversorgung stärken,
in:
Frankfurter Rundschau v. 14.04.

Karl DOEMENS (Der Artikel ist identisch mit dem Artikel Optionen in der Berliner Zeitung und dem Online-Artikel der FR) sieht in einem Umbau in eine Erwerbstätigenversicherung die "größtmögliche Reform". Diese sei jedoch aus verfassungsrechtlichen Gründen und aufgrund der starken Beamtenlobby nicht umsetzbar.

Unter der Rubrik Abschaffung der Kürzungsfaktoren fasst DOEMENS die Positionen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Linkspartei zusammen:

"Das DGB-Modell sieht eine Abschaffung des Nachhaltigkeitsfaktors, Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente und eine Aussetzung der Rente mit 67 vor. Dadurch würden laut DGB-Berechnungen die Rücklagen der Rentenkassen bis 2030 komplett abgeschmolzen, dann müsste – auf dem Höhepunkt der demografischen Krise – der Beitragssatz deutlich über 22 Prozent steigen. Die Linkspartei will im Grunde zurück zum Status quo von 1998. Sie fordert ein Sicherungsniveau von 53 Prozent, will die Riester-Verträge ins gesetzliche System überführen und plant weitere Leistungsausweitungen. Sie erwartet für 2030 einen Beitragssatz von 28 Prozent, der aber hälftig vom Arbeitgeber getragen werden soll."

Erstaunlich ist wie schnell sich der demografische Wandel verflüchtigen kann! Im Jahre 2003 erzählte uns Karl DOEMENS im Artikel Vorruhestand:

"Erst im Jahr 2020 erreicht das demografische Problem in Deutschland seinen Höhepunkt."

Nun ist der Höhepunkt der demografischen Krise ins Jahr 2030 gewandert. Gäbe es den demografischen Wandel als schnell weiterwandernde Drohkulisse nicht, man müsste ihn erfinden!

Die Stärkung der Betriebsrente wird als Anliegen der Sozialministerin Andrea NAHLES (SPD) beschrieben. Die Betriebsrente wird als kostengünstiger als die private Vorsorge charakterisiert, als Nachteil wird die Belastung mit dem doppelten Krankenversicherungsbeitrag genannt.

Die Deutschland-Rente wird als Anliegen der Grünen beschrieben, obwohl dies ein Vorschlag schwarz-grüner Landespolitiker aus Hessen ist:

"Nach den Vorstellungen der Ökopartei soll grundsätzlich jeder Arbeitnehmer und jede Arbeitnehmerin über einen Basis-Pensionsfonds fürs Alter vorsorgen. Der soll nicht von privaten Versicherungen, sondern von einer öffentlichen Stelle verwaltet werden, was Vertriebs- und Abschlusskosten senken soll. Außerdem sind strenge Transparenzvorschriften vorgesehen."

Zuletzt wird die Position des ehemaligen Rentenkassen-Chefs Franz RULAND vorgestellt, dem es um Verbesserungen für einzelne Zielgruppen geht, die besonders von Altersarmut betroffen sind: Alleinerziehende, Soloselbständige, Erwerbsunfähige und Langzeitarbeitslose.

DOEMENS, Karl (2016): Grobe Rechenfehler.
Eine WDR-Prognose zu Rente und Altersarmut erschreckt die Öffentlichkeit. Doch Experten und selbst die Linkspartei gehen auf Distanz,
in:
Berliner Zeitung v. 19.04.

Karl DOEMENS widmet sich ausgiebig der Zerpflügung der WDR-Prognose zur Altersarmut. Dazu bietet er eine Reihe von Experten auf: Matthias W. BIRKWALD (Linkspartei), Paul SCHRÖDER ("Bremer Arbeitsmarktforscher"), Stefan SELL ("Koblenzer Sozialpolitik-Professor"), Axel BÖRSCH-SUPAN und Johannes GREYER (DIW).

Folgende Passage zeigt beispielhaft, wie die WDR-Aussagen von DOEMENS dargestellt werden:

"28,6 Millionen Menschen würden 2030 eine ausreichende Rente haben, steht dort. Doch 25,1 Millionen seien von Altersarmut bedroht. Macht zusammen 53,7 Millionen Ruheständler. »Über welches Land berichtet der WDR?«, amüsiert sich nicht nur der Bremer Arbeitsmarktforscher Paul Schröder. Tatsächlich gibt es in Deutschland derzeit rund 21 Millionen Rentner, und nach den Bevölkerungsprognosen der Bundesregierung wird die Gruppe wegen des höheren Rentenalters bis 2030 nicht dramatisch wachsen. »Da hat sich jemand schlichtweg verstrickt in großen Zahlen«, schüttelt der Koblenzer Sozialpolitik-Professor Stefan Sell den Kopf."

Nimmt man das Interview auf WDR 5 vom 12. April, dann werden diese Zahlen gar nicht genannt. Es wird lediglich von Rentnern "ab 2030" bzw. "gespiegelt ins Jahr 2030" gesprochen. Dass es im Jahr 2030 53,7 Millionen Ruheständler geben soll, wird also gar nicht behauptet, sondern ist eine Lesart, die sich aufgrund der unpräzisen Aussagen ergeben könnte - aber nicht muss. Auf der Website liest man dagegen Folgendes:

"Von heute 53,7 Millionen Beschäftigten droht ab 2030 etwa 25,1 Millionen eine Armutsrente."

Im Original hieß es noch Altersarmut statt Armutsrente. Hier hat der WDR seine Aussage korrigiert. Es heißt aber auch dort, dass "ab 2030" und nicht etwa wie unterstellt "im Jahr 2030", den ehemals 53,7 Millionen Beschäftigten eine Armutsrente droht". Nirgends steht also, dass es im Jahr 2030 53,7 Millionen Ruheständler geben wird, sondern es wird ausgesagt, dass die heute 53,7 Millionen Beschäftigten, wenn sie ab 2030 nach und nach in Rente gehen, eine Armutsrente erhalten werden. Inwieweit diese Aussage richtig ist, wäre also eine ganz andere Frage. Die erste Frage wäre: Gehen von den 53,7 Millionen Beschäftigten  bereits Beschäftigte vor 2030 in Rente. Diese dürften dann gar nicht erst in die Einkommensverteilung eingehen. Man sieht daraus bereits, dass sich mit den Angaben des WDR die Methode gar nicht nachvollzogen werden kann. Jeder ist hier auf Spekulationen angewiesen.

Warum also so ein Wirbel um diese Berechnung? Weil sie zum Talkshow-Thema bei Anne Will wurde? Das hat auch jede unseriöse Prognose von Anwälten der Finanzdienstleister geschafft - mit einem Unterschied: niemals wurden so viele andere Experten zur Beurteilung der Faktenlage herangezogen! Wird hier also aus einer Mücke ein Elefant gemacht?

Grobe Falschdarstellungen sind im Bereich demografischer Wandel keine seltene Ausnahme, nur wenn sie dem neoliberalen Zeitgeist entsprachen wurden diese selten infrage gestellt...  

DOEMENS, Karl (2016): Fehlerhafte Rechnung.
Alarmierende Studie zur Altersarmut weist gravierende methodische Mängel auf. WDR weist Kritik zurück,
in:
Frankfurter Rundschau v. 19.04.

DOEMENS, Karl (2016): Hilfe für die, die sie wirklich brauchen.
Eine Rentenreform ist nötig. Doch nicht so eine, wie Seehofer und Gabriel sie wünschen,
in:
Berliner Zeitung v. 20.04.

Karl DOEMENS hat nichts Neues anzubieten, weshalb er nochmals wiederkäut, was schon in den letzten Tagen vorgekaut wurde.

Doch etwas Neues gibt es schon, denn DOEMENS spricht nicht von 28 Milliarden Euro wie Tagesspiegel und FAZ, um das Rentenniveau auf 50 % zu halten, sondern von 50 Milliarden. Hat er das etwa wie der von DOEMENS gescholtene WDR selber berechnet?

Zum Schluss geht DOEMENS ins Jahr 1998 zurück, um uns klarzumachen, was Rentenversprechen (der SPD) Wert sind:

"die Älteren erinnern sich an den letzten Rentenwahlkampf 1998: Damals zog die SPD lautstark gegen den Blüm'schen Kürzungsfaktor zu Felde. Nach dem Wahlsieg kam das böse Erwachen. Erst gab es zwei Jahre nur einen Inflationsausgleich, dann wurden der Riester- und der Nachhaltigkeitsfaktor eingeführt. Von dem Glaubwürdigkeitsverlust haben sich die Genossen bis heute nicht erholt."

DOEMENS, Karl (2016): Dauerbrenner Rente.
Statt das Altersgeld für den Wahlkampf zu missbrauchen, sollten sich die Regierungsparteien CSU und SPD endlich um die kümmern, die von Altersarmut bedroht sind,
in:
Frankfurter Rundschau v. 20.04.

DOEMENS, Karl (2016): Unehrliche Rentendebatte.
Kommentar,
in:
Frankfurter Rundschau v. 22.04.

DOEMENS, Karl (2016): Neues Rentenkonzept gesucht.
Ministerin Nahles will bis zum Sommer Pläne für die Reform der betrieblichen Altersversorgung vorlegen,
in:
Frankfurter Rundschau v. 26.04.

Karl DOEMENS interpretiert erst einmal die sonntäglichen Interviewaussagen von Andrea NAHLES, bevor er zum Besuch einer Fachtagung über die betriebliche Altersversorgung berichtet. Arbeitsministerium (vertreten durch die Staatssekretärin Yasmin FAHIMI von der SPD) und Finanzministerium (vertreten durch Staatssekretär Michael MEISTER von der CDU) wollen gemäß DOEMENS unterschiedliche Klientel bedienen: letztere die Unternehmen, erster die Geringverdiener. Gemäß DOEMENS soll die Rentendebatte vorerst möglichst beiseite gelegt werden.

DOEMENS, Karl (2016): Auch CDU schraubt an der Rente.
Fraktionsexperte fordert Zwölf-Milliarden-Reform. Betriebsrente soll Pflicht werden,
in:
Frankfurter Rundschau v. 27.04.

Karl DOEMENS referiert die Position von Karl SCHIEWERLING ("sozialpolitischer Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion"), der eine Stabilisierung des Niveaus der gesetzlichen Rente bei 45 statt bei 43 Prozent in die Rentendebatte einbringt:

"Allerdings würde auch eine Stabilisierung des Niveaus bei 45 Prozent rund zwölf Milliarden Euro kosten, die entweder aus dem Bundeshaushalt überwiesen oder von den Beitragszahlern gestemmt werden müssten. Rein rechnerisch entspricht das einer Anhebung des langfristig erwarteten Beitragssatzes von 22 auf 23 Prozent",

wirft DOEMENS ein. Lieber ist ihm die Stärkung der Betriebsrente, die SCHIEWERLING befürwortet. Diese solle zudem verpflichtend sein. Dazu wird wieder die beliebte Erzählung über das einstige Scheitern dieses Vorhabens präsentiert. Nur die Adenauer-Story von den Kindern, die die Deutschen immer bekämen, ist noch beliebter.

DOEMENS,Karl (2016): Länger arbeiten soll attraktiver werden.
Koalition einigt sich auf die Ausgestaltung der sogenannten Flexi-Rente - die wichtigsten Punkte im Überblick,
in:
Frankfurter Rundschau v. 12.05.

Karl DOEMENS vergleicht die Ergebnisse des "Koalitionsausschusses" (Thomas ÖCHSNER; DOEMENS spricht dagegen von "Koalitionsrunde", "Einigung der Koalitionsspitzen") mit der Koalitionsvereinbarung. Dabei tut er so, als ob nicht die SPD am Verhandlungstisch gesessen hätte, sondern der DGB dabei gewesen wäre. Nicht die Koalitionsvereinbarungen werden also zum Vergleich herangezogen, sondern Erwartungen im Vorfeld, um dann die Ergebnisse als "bescheiden" darstellen zu können. Zudem sind diese Eckpunkte der Flexi-Rente für DOEMENS noch nicht abschließend festgelegt, sondern weiter verhandelbar:

"Ministerin Andrea Nahles (SPD) (will) im Herbst ein Gesamtkonzept zur Rente vorstellen. Dann könnte die Flexi-Rente neu diskutiert werden."

DOEMENS, Karl (2016): Aufklärung statt Alarmismus.
Leidartikel: Wer sich von verallgemeinernden Horrorprognosen etwa bei der Altersarmut treiben lässt, befeuert diffuse Ängste. Damit treibt er unfreiwillig der AfD die Wähler zu,
in:
Frankfurter Rundschau v. 18.05.

Karl DOEMENS nervt uns zum x-ten Mal mit den WDR-Berechnungen von Anfang April und setzt noch die aktuelle DIW-Mittelschicht-Studie obendrauf - und zwar in der unkorrigierten, statt der korrigierten Version. Angeblich werden wir überall nur mit Katastrophenbildern konfrontiert - Belege bleibt DOEMENS schuldig, denn in den Mainstream-Medien wird landauf landab nur die Position der Verteidiger der rot-grünen Rentenreformen gepredigt.

Wer für die Stärkung der gesetzlichen Rente eintritt, den stellt DOEMENS damit kalt, dass er ihm vorwirft, der AfD die Wähler in die Arme zu treiben. Ob diese Drohung unserer Neoliberalen mit einem Totschlagargument funktioniert?

DOEMENS will nur die Riester-Rente stärken und Risikogruppen wie "Langzeitarbeitslose, Behinderte und Alleinerziehende" helfen. Diesen ist jedoch weniger mit dubiosen Förderungen privater Altersvorsorge geholfen, sondern mit einer Verbesserung ihrer Lage auf dem Arbeitsmarkt. Will also DOEMENS lediglich davon ablenken, dass die Lebensstandardsicherung im Alter kein politisches Ziel mehr ist?

Aufklärung? Diese vermisst man bei DOEMENS leider, der sich an falschen Berechnungen aufgeilt, während unseriöse neoliberale Berechnungen lieber erst gar nicht erwähnt werden.

DOEMENS, Karl (2016): Riestern wird immer unbeliebter.
Zahl der Verträge sinkt,
in:
Frankfurter Rundschau v. 09.06.

DOEMENS, Karl (2016): Riester fährt im Rückwärtsgang.
Erstmals sinkt die Zahl der Verträge zur privaten Altersvorsorge. "Zeit für eine kritische Revision",
in:
Frankfurter Rundschau v. 09.06.

"Nach der aktuellen Statistik des Bundessozialministeriums sank der Bestand um rund 1000 auf 16,481 Millionen Verträge. Damit erscheint das offizielle Ziel der Regierung, die Einbußen bei der gesetzlichen Altersvorsorge durch die geförderte private Altersvorsorge auszugleichen, endgültig unerreichbar.
Das Minus trat ein, noch bevor CSU-Chef Horst Seehofer im April die Riester-Rente für gescheitert erklärt hatte",

erklärt uns nun Karl DOEMENS angesichts der Zahlen zur Entwicklung der Riester-Verträge vom Januar bis März 2016. Aber statt die private Altersvorsorge für gescheitert zu erklären, wird weiterhin deren Stärkung propagiert.

Mit der Autorität der Stiftung Warentest, wollen die Verteidiger der Riester-Rente die Zahlen künstlich beatmen, indem sie die Kündigung für falsch erklären. Dazu wird Carola REIMANN ("SPD-Franktionsvize") zitiert. Das Ruhen lassen von Riester-Verträgen kann wenigstens noch als Erfolg verbucht werden - auch wenn die Rendite solcher Verträge gegen Null geht.

Mit Verweis auf Markus KURTH ("Grünen-Rentenexperte") und Peter WEIß ("Unions-Rentenexperte") nennt DOEMENS nur jene, die mit einer Reform die private Altersversorgung stärken wollen, während Kritiker z.B. aus der Linkspartei gar nicht erst erwähnt werden.

Das einzige Problem, das die Verteidiger der Riester-Rente umtreibt, ist die geringe Zahl der Geringverdiener, die sich eine Riester-Rente zulegen. Hier geht es dann lediglich um den Verbreitungsgrad, aber nicht mehr um Alternativen zur privaten Altersvorsorge (wozu auch die betriebliche Altersvorsorge zu zählen ist, deren Stärkung insbesondere Andrea NAHLES (SPD) und der Metallgewerkschaft ein Hauptanliegen ist).

Die Kündigung von Riester-Verträgen ist aus dieser Sicht ein Super Gau der privaten Altersvorsorge, der jetzt wohl mit verstärktem PR entgegen getreten wird.

DOEMENS, Karl (2016): Parität und Parteilichkeit.
Geschäftsführer des Wohlfahrtsverbandes gerät nach Unterstützung der Linken in die Kritik,
in:
Frankfurter Rundschau v. 10.06.

DOEMENS, Karl (2016): Neue Berechnungen heizen die Rentendebatte an.
Das Prognos-Institut erwartet, dass das Niveau bis 2040 auf 41,7 Prozent des Durchschnittslohns fallen wird,
in:
Frankfurter Rundschau v. 14.06.

DOEMENS, Karl (2016): Rentenniveau stürzt bis 2040 um knapp sechs Prozent.
Eine neue Studie des Freiburger Prognos-Instituts beschäftigt sich mit der Zukunft des Rentenniveaus. Dabei wurden mehrere Szenarien durchgerechnet. Das Fazit: Das Rentenalter anzuheben bringt wenig,
in: Berliner
Zeitung v. 14.06.

Im Gegensatz zu den anderen Medienberichten, gibt es zur GDV-Auftragsstudie Perspektive 2040 der Prognos AG eine Stellungnahme von Matthias W. BIRKWALD (Linkspartei), der sowohl eine Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters, als auch eine weitere Förderung der Riester-Rente ablehnt. Eine Auseinandersetzung mit den Berechnungen gibt es jedoch auch hier nicht. 

DOEMENS, Karl (2016): Armutsrisiko erkannt.
Koalition will Selbständige zur Altersvorsorge verpflichten,
in:
Frankfurter Rundschau v. 13.07.

Karl DOEMENS weist darauf hin, dass der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung schon seit langem eine obligatorische Altersvorsorgung gefordert hat. Dabei werden uns "Solo-Selbständige mit sehr geringen Einkünften" als Trittbrettfahrer vorgestellt, da sie aufgrund der Grundsicherung im Alter keinen Anreiz zur Eigenvorsorge hätten. Von jenen, denen es um die Stärkung der privaten Altersvorsorge geht, werden uns dagegen die Geringverdiener der gesetzlichen Rentenversicherung als Trittbrettfahrer präsentiert, denn auch diese kommen ja in den Genuss der Grundsicherung im Alter, weswegen dieses Argument eher fadenscheinig ist.

DOEMENS zitiert - im Gegensatz zu Kerstin SCHWENN in der FAZ - auch Stellungnahmen von Martin ROSEMANN (SPD), dem es um die Einbindung von Selbständigen in die gesetzliche Rente geht. Die Befürchtung der BDA, dass die zusätzlichen Einnahmen zur Leistungsausweitung missbraucht werden könnten, versucht er damit zu entkräftigen, dass diese zusätzlichen Einnahmen als Demografiereserve für die schwere Zeit ab 2030 angespart werden sollen.

Eine solche Demografiereserve ist jedoch purer Nonsens angesichts der Kapitalmarktprobleme. Dann wäre es doch sinnvoller Selbständige erst ab 2030 in die gesetzliche Rentenversicherung einzubinden, wenn dies der einzige Zweck sein sollte.

Am Ende wird noch Markus KURTH (Grüne) zitiert, der wie ROSEMANN für eine Einbindung in die gesetzliche Rente plädiert.

DOEMENS, Karl (2016): IG Metall fordert höhere Renten.
Die Altersbezüge sollen möglichst bald wieder ungebremst wie die Löhne steigen,
in:
Frankfurter Rundschau v. 21.07.

DOEMENS, Karl (2016): Wahlkampf mit der Rente.
Kommentar,
in:
Frankfurter Rundschau v. 21.07.

"Nun kann es keinen Zweifel mehr geben: Den Bundesbürgern steht im nächsten Jahr ein Rentenwahlkampf bevor",

plustert sich Karl DOEMENS angesichts des IG Metall-Diskussionspapiers auf. Peter THELEN sieht im Handelsblatt dagegen nur einen heißen Debattensommer auf uns zukommen.

Besonders dramatisiert wird die von der IG Metall maximal vorgesehene Erhöhung des Beitragssatzes auf 25 Prozent. DOEMENS spricht von "um gut sechs Punkte auf 25 Prozent hochschießen", was bereits eine Verzerrung darstellt, denn 2030 würde der Beitragssatz auch so auf 22 Prozent ansteigen, d.h. es gibt lediglich ein Unterschied von 4 Prozent und das über eine sehr lange Zeitdauer. Von "Hochschießen" kann also gar keine Rede sein.

"Spätestens beim nächsten Konjunktureinbruch müsste die Regierung die Notbremse ziehen - so wie Anfang des Jahrtausends",

will uns DOEMENS Angst machen. Damals gab es jedoch nicht nur einen Konjunktureinbruch, sondern eine hohe, langandauernde Massenarbeitslosigkeit und politisch zu verantwortende Sparziele zu Lasten der Rentenversicherung, was DOEMENS verschweigt.

DOEMENS, Karl (2016): Teure Rentenpläne.
Was Nahles' Reformpaket für Ostrentner bringt und was Schäuble davon hält,
in:
Frankfurter Rundschau v. 22.07.

DOEMENS, Karl (2016): Gute Chancen für Ost-Renten.
Kommentar,
in:
Frankfurter Rundschau v. 22.07.

DOEMENS, Karl (2016): Die Tücken der Gleichheit.
Leidartikel: Bis heute werden die Renten in West und Ost unterschiedlich berechnet. Das will die Bundesregierung jetzt ändern. Aber sorgt sie damit automatisch für mehr Gerechtigkeit?
in:
Frankfurter Rundschau v. 27.07.

DOEMENS, Karl (2016): Bundesbank für Rente mit 69.
Autoren begründen Forderung mit dem demografischen Wandel,
in: Frankfurter Rundschau
v. 16.08.

Karl DOEMENS zitiert bis auf den CDU-Generalsekretär Peter TAUBER ("mochte sich nicht festlegen") lediglich ablehnende Stimmen zum Bundesbankvorschlag. Das demografische Problem der Renten wird uns als Aufeinandertreffen von Babyboomer- und Pillenknick-Generation dargestellt. DOEMENS kritisiert an den Bundesbank-Berechnungen nicht deren bevölkerungspolitischen Annahmen, sondern nur die Annahmen zum Standardrentner:

"die Bundesbank (will)(...) die Definition der Standardrente verändern. Bislang setzt diese Rechengröße 45 Beitragsjahre voraus. Die Währungshüter plädieren dafür, die unterstellte Einzahlzeit zunächst auf 47 und dann auf 49 Jahre verlängern. Dadurch wird die Senkung des Renteniveaus teilweise kaschiert."

Die Vorstellung der Bundesbank-Ökonomen zur Prognosen erklärt uns DOEMENS folgendermaßen:

"Schon früher hatte die Bundesbank kritisiert, dass die Vorausberechnungen der Bundsregierung zur Rente in weniger als 15 Jahren enden. Nun plädieren die Währungshüter erneut für längerfristige Prognosen - möglicherweise mit alternativen Szenarien bei positiven oder negativen Abweichungen."

Die Berechnung von Alternativszenarien sollte eigentlich selbstverständlich sein und nicht nur als Ausnahmefall betrachtet werden, wobei auch mögliche Trendwenden einzubeziehen wären. Bei der Geburtenrate ist das bislang nicht der Fall, sodass die Bundesbank-Berechnungen für die Zeit nach 2040 nichts als Kaffeesatzleserei sind. 

DOEMENS, Karl (2016): Rentendebatte nimmt Fahrt auf.
Dass die Deutschen erstmals seit Jahren wieder früher in den Ruhestand gehen, muss die Regierung beunruhigen,
in: Frankfurter Rundschau
v. 22.08.

Karl DOEMENS, neoliberaler Einpeitscher der FR hat Zeitung gelesen und präsentiert uns zum wiederholten Male die Lobbyisten der Finanzdienstleister und der Arbeitgeber, die in einer Erhöhung des Renteneintrittsalters ihre Profitinteressen am besten vertreten sehen. Wissenschaftlich werden diese Interessen von Bert RÜRUP und Axel BÖRSCH-SUPAN als Befürworter der Kapitaldeckung flankiert.

Statt uns aufzuklären, wird uns jedoch - wie bereits in der Schwesterzeitung FAS - nur mittels Dampfhammermethode - ein wirres Sammelsurium von Vorstellungen der letzten Wochen (diese können alle auf dieser Website nachgelesen werden) präsentiert, die für uns weder vergleichbar noch nachvollziehbar sind. Da werden Zahlen zu Renteneintrittsaltern genannt, die sich auf ganz verschiedene Geburtsjahrgänge und Zeiträume beziehen. Da werden Kosten präsentiert, deren Zusammensetzung und Aufkommenszeiträume nicht erläutert werden, sondern lediglich durch ihre Herkunft (Experten, Autorität) geadelt werden.

Und nicht zuletzt finden sich keinerlei neue Argumente, die diesen Artikel rechtfertigen, sondern wir haben es hier mit einem Mantra zu tun, das eine bestimmte Argumentationsrichtung zur unhinterfragbaren Selbstverständlichkeit im öffentlichen Diskurs machen soll, um damit politische Reformen als alternativlos erscheinen zu lassen.

Die einzige angebliche Neuigkeit bei DOEMENS ist die These von einer Trendumkehr beim Renteneintrittsalter, die durch die abschlagsfreie Rente ab 63 bewirkt sein soll:

"Unter dem Eindruck der aktuell guten Finanzlage hatte die große Koalition die Rente mit 63 beschlossen. (...). Nun zeigen sich erste Auswirkungen: Nachdem das durchschnittliche Rentenalter in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen war, ist es 2015 nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins »Spiegel« von 64,1 auf 64,0 Jahre gesunken."

Die These von einer Trendumkehr ist so alt wie die Debatte um die Rente ab 63. Erst war sie nur ein Argument gegen die Einführung, als dies gescheitert war, versuchten die Gegner mittels statistischen Tricks immer wieder eine Trendumkehr herbeizuschreiben. Die Spiegel-Kurzmeldung - von einem Bericht zu sprechen wäre eine grandiose Übertreibung - die per Agenturmeldung zur Sensation aufgeblasen wurde - wird seitdem von Neoliberalen wie ein Heiligtum durch die Mainstreamzeitungen getragen, um die bösen Geister zu vertreiben.

Leider sagen die uns von DOEMENS präsentierten Zahlen nichts über den Anteil aus, den die Rente ab 63 an dieser Entwicklung hat. Es wird noch nicht einmal deutlich, ob es hier um einen Anstieg der Altersrenten oder aller Renten geht, also z.B. auch der Erwerbsminderungsrenten oder der Hinterbliebenenrenten. Auch Zwangsverrentungen durch Jobcenter könnten zu dieser Entwicklung beigetragen haben. Wir warten lieber auf seriöse Analysen!

DOEMENS, Karl (2016): Steigt die Ost-Rente doch nicht?
Sozialministerin Nahles will Kosten für geplante Angleichung nicht tragen,
in:
Frankfurter Rundschau v. 30.08.

Karl DOEMENS berichtet anlässlich einer Anfrage der Grünen über den Streit um die Finanzierung der Ostrentenangleichung. Markus KURTH stellt sich bei der Kostenfrage auf die Seite von Andreas NAHLES. Wolfgang SCHÄUBLE lehnt die Finanzierung aus Bundesmitteln ab:

"Die Ost-West-Rentenangleichung sei keine »prioritäre Maßnahme«, hatte er Ende Juli an das Sozialministerium geschrieben: Deshalb sei die Gegenfinanzierung »unmittelbar, vollständig und dauerhaft im gleichen Politikbereich, also der gesetzlichen Rentenversicherung, sicherzustellen«",

zitiert DOEMENS die Begründung des Finanzministers. MERKEL greife nicht ein, weil es Proteste von ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten (HASELOFF und TILLICH) gegen den geplanten Wegfall der Höherwertung von Ost-Löhnen gebe, erklärt uns DOEMENS.

DOEMENS, Karl (2016): SPD fordert Steuergeld für Ostrente.
Sozialdemokraten sehen Kanzlerin in der Pflicht, die Reform gegen Widerstände durchzusetzen,
in:
Frankfurter Rundschau v. 31.08.

Karl DOEMENS ergänzt seine Argumentation vom Vortag um Stellungnahmen der SPD-Politiker Thomas OPPERMANN, Michael MÜLLER, Manuela SCHWESIG. Nur bei dem haushaltspolitischen Sprecher der Unionsfraktion Eckardt REHBERG, der eine Angleichung ablehnt, erwähnt DOEMENS dessen Verbindung zum Landtagswahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern.

DOEMENS, Karl (2016): "Rente muss fürs Bierchen reichen".
Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert zur Bundestagswahl einen Kurswechsel in der Altersversorgung,
in: Frankfurter Rundschau
v. 07.09.

Der neoliberale Einpeitscher Karl DOEMENS verfälscht den DGB-Slogan "Rente muss auch morgen reichen" zu "Rente muss für ein Bierchen reichen", um die DGB-Kampagne ins Lächerliche zu ziehen. Zu den rund 50 Milliarden Kosten für 2029, die uns eine IW-Berechnung im Mai noch vorrechnete, packt DOEMENS nochmals 30 Milliarden drauf, damit die Abschreckung einer Stabilisierung des Niveaus der gesetzlichen Rente bei eventuellen Sympathisanten auch wirklich wirkt. Er beruft sich dabei auf einen angeblichen "Sprecher" des BDA. Das Zitat von DOEMENS findet sich jedoch nicht auf der offiziellen Website der BDA. Unseriöser geht Medienberichterstattung kaum noch!

DOEMENS, Karl (2016): Renten im freien Fall.
Sozialministerium legt Prognose zur langfristigen Entwicklung vor,
in:
Frankfurter Rundschau v. 29.09.

"Die nun bekanntgewordenen Zahlen sind noch vorläufig, zeigen aber eine eindeutige Tendenz",

relativiert Karl DOEMENS den Wert der vorab in Umlauf gebrachten Zahlen des Bundesarbeitsministeriums.

"Fast die Hälfte aller sozialversicherungspflichtigen Geringverdiener mit einem Einkommen von weniger als 1.500 Euro im Monat betreibt (...) keinerlei private oder betriebliche Vorsorge",

erklärt uns DOEMENS im Zusammenhang mit drohender Altersarmut. Bei Dorothea SIEMS, die Altersarmut verharmlosen möchte, klingt der gleiche Sachverhalt dagegen wesentlich freundlicher:

"zwei Drittel der staatlichen Förderung (ging) an Bezieher niedriger Einkommen".

Möglicherweise liegt die unterschiedliche Darstellung daran, dass der Begriff "Geringverdiener" und "Bezieher niedriger Einkommen" ganz andere Einkommensgruppen ins Visier nimmt.

Zum Schluss geht DOMENS noch auf das Ergebnis des Spitzengesprächs zur betrieblichen Altersvorsorge ein. Im Gegensatz zur SZ, formuliert DOEMENS bei der Anrechnung auf die Grundsicherung vorsichtiger:

"Diskutiert wird darüber (...), ob Betriebsrenten bei Geringverdienern künftig nicht mehr zu hundert Prozent auf die Grundsicherung angerechnet werden sollen."  

DOEMENS, Karl (2016): Renteneinheit steht in den Sternen.
Die große Koalition schiebt die geplanten Reformen zur Altersvorsorge vor sich her,
in: Frankfurter Rundschau
v. 05.10.

"SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann (fordert) öffentlich, das Thema aus dem Wahlkampf herauszuhalten",

erzählt uns DOEMENS, ohne uns zu verraten, dass OPPERMANN zum wirtschaftsnahen Seeheimer Kreis gehört. Uns wird erklärt, was beim morgigen "Koalitionsgipfel" in Sachen Rente auf der Agenda stehen könnte. Ausgiebig werden noch einmal die Knackpunkte der Ostrentenanpassung erörtert, um dann einen Kompromissvorschlag aus dem Hut zu zaubern:

"Als Kompromiss schlägt das Kanzleramt nach FR-Informationen vor, die Anpassung in fünf statt in zwei Stufen vorzunehmen. Dadurch würde man Zeit bis 2023 gewinnen und den Übergang etwas sanfter gestalten."

Danach wird uns erklärt, dass dieser Kompromiss zu scheitern drohe, weil CSU-Chef Horst SEEHOFER seinerseits eine Ausweitung der Mütterrente als Kompensation der teuren Ostrentenanpassung verlangt. Der Kanzlerin schreibt DOEMENS eine "defensive Haltung" in dieser Sache zu. Er schließt deshalb darauf, dass dieses Projekt erneut verschoben werden soll.  

DOEMENS, Karl (2016): Der unendliche Rentenstreit.
Kommentar,
in: Frankfurter Rundschau
v. 05.10.

"Nun macht CSU-Chef Seehofer die Zustimmung zur Renteneinheit von einer weiteren Ausweitung der Mütterrente abhängig, die seiner bayerischen Hausfrauenklientel zugutekäme (...). Wer nun noch eine 6,5-Milliarden-Euro-Forderung draufpackt, verpulvert entweder das Geld, das für eine Stabilisierung des Rentenniveaus gebraucht wird. Oder er setzt darauf, dass beide Forderungen am Ende scheitern. Möglich, dass Seehofer genau darauf spekuliert", meint Karl DOEMENS.

DOEMENS, Karl (2016): Spannend wird es nach 2030.
Einige Fakten zu den Rentenvorschlägen der Sozialministerin. Konzept im November,
in: Frankfurter Rundschau
v. 06.10.

"Im Rentenversicherungsbericht 2005 hatte die Regierung für 2016 ein Rentenniveau von 46,8 Prozent und einen Beitragssatz von 19,4 Prozent vorausgesagt. Tatsächlich liegt das Niveau derzeit wegen der guten Arbeitsmarktlage 0,8 Punkte höher und der Beitrag mit 18,7 Prozent 0,7 Punkte niedriger",

erläutert uns Karl DOEMENS, um uns deutlich zu machen, dass die Rentenversicherung sich besser entwickelt hat als prognostiziert. Ein solcher Blick ist nicht wertfrei, denn er hängt stark vom Vergleichszeitraum ab. Zum Mindestrentenniveau bis 2045 erklärt uns DOEMENS:

"Denkbar wäre (...), dass sie die im Gesetz bereits bis 2030 verankerte Untergrenze von 43 Prozent bis zum Jahr 2045"

DOEMENS, Karl (2016): Länger arbeiten soll sich lohnen.
Flexi-Rente im Bundestag,
in:
Frankfurter Rundschau v. 21.10.

Der neoliberale Karl DOEMENS erklärt uns in erster Linie die Arbeitgebersicht zur Flexirente, die im krassen Gegensatz zur Gewerkschaftsposition steht. Während die Arbeitgeber das Arbeiten über die Regelaltersgrenze hinaus vorantreiben wollen, setzen die Gewerkschaften eher auf eine Flexibilisierung des Ausstiegs ab 60 Jahren. Als einziger Kritiker wird der Grüne Markus KURTH namentlich erwähnt. Die Forderungen von Gewerkschaften und Arbeitgeber (wobei nur die Position des Wirtschaftsflügel der CDU erwähnt wird)  werden angeblich beide nicht berücksichtigt. Welche Forderungen tatsächlich in den Gesetzesentwurf eingegangen sind,  das ist dem sehr selektiven Bericht nicht zu entnehmen.

DOEMENS, Karl (2016): Den Rentnern geht es meist gut.
FR-Titelgeschichte: Doch den heutigen Geringverdienern droht im Alter die Armut,
in:
Frankfurter Rundschau v. 27.10.

Der neoliberale Einpeitscher Karl DOEMENS liest den aktuellen Alterssicherungsbericht sehr selektiv. Es geht ihm vor allem um die Dementierung des Problems Altersarmut in Deutschland:

"Tatsächlich verfügen Ehepaare mit einer gesetzlichen Rente unter 250 Euro über ein überdurchschnittliches Bruttoeinkommen von 4.136 Euro im Monat."

Er verrät uns jedoch nicht, wie wenige es in dieser Fallgruppe von Zahnarztgattinnen und ähnlich Privilegierten es gibt. Ausnahmen werden hier also zur Regel stilisiert. Dies ist typisch für neoliberale Argumentation.

Warum werden uns also nicht die Anteile aller Niedrigverdiener im Vergleich zu anderen Einkunftsarten genannt, was doch eine seriöse Berichterstattung machen müsste? Offenbar würde dann die Fadenscheinigkeit dieser Argumentation offensichtlich werden. Da der Bericht noch unveröffentlicht ist, lässt sich diese Selektivität nicht überprüfen. Das Sozialministerium unter Andrea NAHLES ist wenig öffentlichkeitsfreundlich, denn die Praxis von Häppcheninfos hat Methode.

Zum Stand der Rentendebatte gibt es nichts Neues, stattdessen wiederholt DOEMENS, was bei ihm anderweitig schon oft zu lesen war.

Neu:
DOEMENS, Karl (2016): Reaktion auf Ministeriumsstudie.
Union fordert eine Versicherungspflicht für Selbständige,
in:
Frankfurter Rundschau v. 28.10.

Karl DOEMENS stellt die Position des CDU-Bundestagsabgeordneten Peter WEIß in den Mittelpunkt des Beitrags, in dem ansonsten diverse kritisierte Positionen abgehakt werden. Insbesondere den Unterbietungswettbewerb beim Mindestrentenniveau bedient der neoliberale Einpeitscher der FR:

"CDU-Mann Weiß schlägt (...) vor, das Rentenniveau nach 2030 nicht weiter sinken zu lassen. Nach heutigen Prognosen werde dann ein Wert von etwa 44 Prozent erwartet. »Dieses Niveau bis 2045 festzuschreiben, halte ich für eine realistische Perspektive«, sagte Weiß"

Zur Vorsorgepflicht für Selbständige gibt es dagegen nichts Konkretes, sondern nur eine Absichtserklärung angesichts der Ergebnisse des immer noch unveröffentlichten Alterssicherungsbericht 2016.

Carola REIMANN (SPD) zitiert DOEMENS mit dem vielfach geäußerten Wunsch der Unternehmenslobby nach (zumindest teilweisen) Nicht-Anrechnung auf die Grundsicherung - wobei diese nicht die betriebliche Altersvorsorge wie REIMANN, sondern die Privatvorsorge präferieren.

 
       
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 14. April 2016
Update: 21. Juni 2018