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Konrad Adam: Feindbild Single

 
       
   
  • Kurzbiografie

    • 1942 in Wuppertal geboren
    • Studium der Alten Sprachen, Geschichte und Philosophie
    • 1996 Buch "Für Kinder haften die Eltern"
    • 2002 Sachbuch "Die deutsche Bildungsmisere"
    • Chefredakteur der Tageszeitung "Die Welt"
 
       
     
       
   

Konrad Adam in seiner eigenen Schreibe

 
   
  • ADAM, Konrad (2001): Weiblicher Paternalismus.
    Die SPD kommt von der Vorstellung nicht los, die Frauen zu ihrem Glück zwingen zu sollen,
    in: Welt v. 18.01.
  • ADAM, Konrad (2001): Die Flucht der Jungen aus dem Land der grauen Köpfe.
    Mit der staatlich subventionierte Rücksichtslosigkeit gegen Familien und Kinder muss Schluss sein,
    in: Welt v.19.04
  • ADAM, Konrad (2001): Mehr für mehr Kinder.
    Nicht der Mangel an Finanzkapital, sondern das ausbleibende Humankapital könnte das Wirtschaftswachstum zum Stillstand bringen,
    in: Welt v. 27.06.
    • Kommentar:
      ADAM fordert eine "geburtenfreundliche Politik", nicht weil ihm Kinder am Herzen liegen, sondern weil Kinder als "Humankapital" notwendig für zukünftiges Wirtschaftswachstum sind. Die Kinderzahl muss groß genug sein, damit die Wirtschaft eine sinnvolle Auswahl treffen kann!
                  "Dies nämlich hat noch niemand gewagt: den Nachweis zu führen, dass sich der Stolz des Landes, seine Wirtschaftskraft, auch mit anhaltend niedrigen Geburtenraten verteidigen lasse."
                  Möglicherweise muss ADAM seine Ansichten bald revidieren, denn die Gentechniker und Reproduktionsmediziner könnten ADAM beim Wort nehmen und den Beweis antreten wollen, dass die geforderte Bestenauslese auch vorgeburtlich erfolgen könnte. Ökonomisch gesehen ist die vorgeburtliche Auslese kostengünstiger, schließlich fällt der "Ausschuss" dann nicht lebenslang der Gemeinschaft der Besten zur Last.
                  Beide Argumentationslogiken unterscheiden sich nicht voneinander, sie reduzieren Kinder auf ihre ökonomische Funktion. Dies mag gut für eine effektive Volkswirtschaft sein, aber wer möchte in solch einer Gesellschaft leben?
  • ADAM, Konrad (2001): Die neue Familien-SPD.
    Partei wagt es wieder, von der "Kernfamilie" zu sprechen,
    in: Welt v. 30.06.
    • Inhalt:
      ADAM begrüßt die Abkehr von einer Familienpolitik, die sich an den Alleinerziehenden orientiert.
  • ADAM, Konrad (2001): Rettung für ein sterbendes Volk.
    Nur mit deutlichen Steuervorteilen für Familien lässt sich Bevölkerungspolitik machen,
    in: Welt v. 05.07.
    • Kommentar:
      "Mindestens ein Drittel aller Ehen bleibt lebenslang kinderlos, profitiert aber trotzdem von dem stattlichen Begünstigungsvolumen des Ehegattensplittings, das sich nach Schätzungen auf eine zweistellige Milliardensumme im Jahr beläuft."
            
        Üblicherweise wird behauptet, dass ein Drittel aller Frauen heutzutage lebenslang kinderlos bleiben würde - Belege dafür müssen die jeweiligen Autoren jedoch schuldig bleiben. ADAMS spricht nun gar von einem Drittel aller Ehen, die lebenslang kinderlos bleiben würden.
            
        Mit der Zunahme von Scheidungen und Wiederheiraten erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass eine "Kurzehe" kinderlos bleibt. Im Regelfall gilt jedoch immer noch, dass eine Ehe geschlossen wird, wenn ein Kind bereits vorhanden ist oder unterwegs ist. Wenn z.B. ein Mann drei Mal heiratet, dann kann eine Ehe kinderlos geblieben sein, und seine beiden Kinder stammen aus der zweiten und dritten Ehe. Für diesen Mann gilt dann, dass ein Drittel seiner Ehen lebenslang kinderlos geblieben ist. Das ist aber keine Argumentation, die der Sache angemessen ist. Vergleiche sind nur sinnvoll, wenn Daten vorgelegt werden, aus denen ersichtlich ist, wie viel Personen - obwohl sie mindestens einmal im Leben verheiratet waren - lebenslang kinderlos bleiben. Solche Daten existieren jedoch vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden nicht.
            
        Der Begriff "Kinderloser" ist ziemlich dehnbar. Oftmals sind nicht die lebenslang Kinderlosen gemeint, sondern alle jene, die aktuell nicht mit Kindern zusammen leben. Damit kann das Ausmaß der Kinderlosigkeit dramatisiert werden.
            
        ADAMs Behauptung beinhaltet zudem eine implizite Prognose, wenn er schreibt, dass die Ehen kinderlos bleiben werden. Er bezieht sich damit auch auf Ehen, die zur Zeit noch andauern und in denen noch Kinder geboren werden können.
            
        ADAM geht es also nicht um Fakten, sondern er spielt Prophet. Es gibt in Deutschland eine Science-Fiction-Serie im Schundheftchenformat, die sich als größte Weltraumserie der Welt preist (siehe SZ vom 15.06.2001). Perry Rhodan muss darin jedes Mal das ganze Universum retten, ADAM backt etwas kleinere Brötchen - er möchte NUR die Deutschen vor dem Aussterben bewahren. Unter diesem Anspruch geht es heutzutage in der Familienrhetorik scheinbar nicht mehr!
            
        "Raumschiff Enterprise" prägt gemäß Frank SCHIRRMACHER von der FAZ das Weltbild der naturwissenschaftlichen Elite, das Weltbild der Familienrhetoriker wird dagegen von "Perry Rhodan" geprägt. Je größer die beschworene Gefahr, desto weniger muss auf lästige demokratische Regeln Rücksicht genommen werden...
  • ADAM, Konrad (2001): Freiheit statt Emanzipation.
    Die SPD und die jungen Mütter,
    in: Welt v. 09.07.
    • Kommentar:
      ADAM schürt mit einem verengten Familienbegriff den Neid, indem er Familien und Generationen gegeneinander ausspielt.
  • ADAM, Konrad (2001): Genieße jetzt und lass die andern zahlen.
    Im modernen Sozialstaat ist Solidarität nur noch eine Ausrede. Die Familie mit Kindern landet am Rand der Gesellschaft
    in: Welt am Sonntag v. 26.08.
  • ADAM, Konrad (2002): Auswanderungsland Deutschland.
    Den Talentierten, den Ehrgeizigen und den Leistungsträgern hat der Sozialstaat deutscher Prägung nur noch wenig zu bieten,
    in: Welt v. 08.02.
    • Kommentar:
      Der 68er Konrad ADAM schürt den Generationenkonflikt, indem er das Systemvertrauen zu erschüttern versucht. Sein Vokabular ist identisch mit der neoliberalen / individualisierungstheoretischen Sozialstaatskritik à la Generationsgenosse Ulrich BECK.
                  Den Begriff "Spassgesellschaft" hat er - in dem von mir beschriebenen Sinne - auf den Konflikt Familien contra Singles zugespitzt.
                  Folgt man seiner Argumentation und nicht seinen Ressentiments, dann gehört er selbst weder zu den Talentierten, noch zu den Leistungsträgern (die wandern nämlich aus!). Aber er ernährt sich von den Ressentiments gewisser Eliten, die sich von der "Gleichmacherei" gehandicapt fühlen.
                  Der Soziologe Sighard NECKEL hat dieses antidemokratische Ressentiment von Eliten ausgiebig beschrieben.
                  Was HOUELLEBECQ für die Modernisierungsverlierer ist, das ist ADAM sozusagen für die Modernisierungsgewinner.
  • ADAM, Konrad (2002): Wie man die Kindheit kollektiviert.
    Die Grünen wollen die Frauen von ihren Babys emanzipieren und nennen das Familienpolitik,
    in: Welt v. 15.05.
    • Inhalt:
      Konrad ADAM entlarvt die "Kinderpolitik" der Grünen als Politik für Frauen und als Angriff auf das Kindeswohl, das er durch die Einrichtung von Krippenplätzen bedroht sieht:
            
        "Das Hirn ist in den ersten Jahren wie ein dünn gesponnenes Netz, das der Aktivierung bedarf, um eng und fest zu werden. Was in dieser Zeit nicht belebt wird, verkümmert und stirbt ab, irreversibel.
      Wollten sie wirklich Politik für Kinder machen, hätten die Vorkämpfer der Ganztagsbetreuung 'von null bis 14' auf solche Erkenntnisse zu antworten. Sie müssten fragen, was gut ist für die Kinder, und dann erst ihre Wahlprogramme schmieden. Aber das tun sie nicht - wahrscheinlich, weil sie es nicht können. Ihr Glaube, dass Sozialarbeiter die Eltern in ihrer Rolle als geborene Anwälte der Kinder ersetzen oder gar übertreffen könnten, ist durch nichts gestützt, weder durch die Erfahrung noch durch die Verfassung, durch die Wissenschaft schon gar nicht."
  • ADAM, Konrad (2002): Kein grünes Herz für kleine Kinder.
    Wo es die meisten Kinderkrippen gibt, fielen die PISA-Ergebnisse auch am schlechtesten aus,
    in: Welt v. 12.07.
    • Kommentar:
      Ein Lob der Hausfrauenfamilie und eine Absage an die Karrieremutter, die ganz ohne den Namen Katherina REICHE auskommt.
  • ADAM, Konrad (2002): Räume ohne Volk,
    in: Welt v. 22.07.
  • ADAM, Konrad (2002): Eltern, das neue Proletariat.
    Eine Antwort auf die Familienpolitikerinnen von Rot, Grün und Gelb,
    in: Welt v. 25.07.
  • ADAM, Konrad (2002): Aufmarsch der Generationen.
    Den Achtundsechzigern sind die Neunundachtziger gefolgt, es gab die Generation Golf und die Generation Berlin, die Generation Blattmacher und die Fun-Generation. Und täglich wird die Reihe länger,
    in: Welt v. 27.09.
    • Kommentar:
      Beim Begriff "Generation" landet Konrad ADAM früher oder später - meist früher - beim Generationenvertrag und damit beim Sozialstaat. Heute beklagt er die Auflösung der Generationenfolge:

            
        "Um sich als Generation zu empfinden, blickt man nicht mehr nach oben oder nach unten, zu den Eltern hinauf oder zu den Kindern hinab. Die einen sind weit weg im Altersheim gelandet, die anderen vermieden oder abgetrieben worden."
            
        Da sehnt sich ADAM doch lieber nostalgisch verklärt nach dem Image der Flakhelfer- bzw. skeptischen Generation zurück:
            
        "Schicksale, wie sie die »verlorene«, die Flakhelfer-Generation hinter sich gebracht hatte, gibt es nicht mehr, typische Einstellungen und dauerhafte Prägungen, wie sie der »skeptischen« Generation zugeschrieben wurden, auch nicht."
  • ADAM, Konrad (2002): Gleichheit statt Gerechtigkeit.
    Leitartikel: Zum Koalitionsvertrag,
    in: Welt v. 17.10.
  • ADAM, Konrad (2002): Der Generationenbruch,
    in: Welt v. 26.10.
  • ADAM, Konrad (2002): Kuschen vor den Alten.
    Die Rentner sind zur mächtigen Gruppe geworden. Darum traut sich keine Partei, ihnen Opfer zuzumuten. Und die Umverteiler wehren sich gegen die Erkenntnis, dass der Wohlfahrtsstaat die Altersarmut längst abgeschafft hat,
    in: Welt v. 07.11.
  • ADAM, Konrad (2002): Die falschen Rentenkonzepte
    in: Welt v. 14.11.
  • ADAM, Konrad (2003): Unsere Kinder! Wessen Kinder?
    in: Welt v. 05.02.
    • Kommentar:
      Kinderlose sollen aus der Politik verschwinden,
      fordert Konrad ADAM in seinem Leitartikel und beruft sich dabei auf NIETZSCHE. "75 Prozent der Deutschen lieben Kinder, der Rest hat welche", zitiert er Harald SCHMIDT.

                  Otto Normalleser wird ihm beipflichten, denn kinderlos sind immer die anderen. Warum?
      Die Verlogenheit der Argumentation von ADAM resultiert aus der Zweideutigkeit seines Elternbegriffs. Die Schizophrenie der Begriffsverwendung dürfte den Wenigsten überhaupt auffallen, denn der rhetorische Kunstgriff der Sozialpopulisten besteht in der Montage zweier widersprüchlicher Elternbegriffe.

                  Zum einen beruft sich ADAM auf die amtliche Haushaltsstatistik, wenn er Eltern als bedrohte Minderheit anspricht.
                  Eltern, deren Kinder nicht mehr im Elternhaushalt leben, werden in der Statistik zu Kinderlosen umdefiniert. Auf diese Lebensphase der jungen Eltern bezieht sich SCHMIDTs Bonmot.
            
       Die Soziologie hat mit dem Begriff der multilokalen Mehrgenerationen-Familie diese statistische Unsichtbarkeit der Familie rückgängig gemacht. Durch den Auszug eines Kindes endet nicht die  Elternschaft. Eltern werden deshalb auch nicht zu Kinderlosen, wie die amtliche Statistik das behauptet. Folgt man diesem Gedanken, dann stellen Eltern die Bevölkerungsmehrheit und lebenslang Kinderlose sind die Ausnahme. Diese Sichtweise vertritt auch ADAM. Er geht sogar noch darüber hinaus, indem er Kinder sogar als lebenslangen Besitz der Eltern betrachtet. Darauf verweist zum einen sein Possessivpronomen, das den elterlichen Anspruch begründet und zum anderen die von Adam SMITH entlehnte, aber verkürzte, Wendung von den Eltern als Anwälten des Gemeinwohls.
                  Der rhetorische Kunstgriff des Sozialpopulisten besteht also darin, dass er sich einerseits der Gunst der Eltern als Bevölkerungsmehrheit versichert, um ihnen andererseits das erhabene Gefühl einer gesellschaftlichen Minderheit zu verschaffen.
                  Diese Identitätspolitik führt dazu, dass Kinderlose letztlich immer die anderen sind.
  • ADAM, Konrad (2003): Undank ist der Wohlfahrt Lohn,
    in: Welt v. 05.03.
    • Kommentar:
      "Die Kernaufgabe bei der Schaffung eines Niedriglohnsektors liegt darin, dass neue Stellen geschaffen werden, und dies setzt eine Reform der Sozialhilfe voraus, die die Anspruchslöhne und mit ihnen die tatsächlichen Löhne senkt".

                  Das ist die Kurzformel des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (2002) für die Strategie der Lohnspreizung.
            
        Konrad ADAM zeigt sich in seinem Leitartikel als exzellenter Erfüllungsgehilfe.
  • ADAM, Konrad (2003): Die neue Utopie der Altersforschung.
    Wie die Überalterung die Gesellschaft verändert und diese sich einzurichten versucht,
    in: Welt v. 03.06.
  • ADAM, Konrad (2004): Machts doch wie ich!
    Albrecht Müller mogelt mit Mythen,
    in: Welt v. 25.09.
    • Kommentar:
      Singlefeind Konrad ADAM ist verständlicherweise nicht begeistert über das Buch "Die Reformlüge" von Albrecht MÜLLER, denn es widerspricht seinem familienfundamentalistischen Standpunkt.
  • ADAM, Konrad (2004): Lohn ohne Leistung,
    in: Welt v. 04.10.
    • Kommentar:
      Singlefeind Konrad ADAM polemisiert gegen Kinderlose:

            
        "Eltern wollen mehr für sich behalten und weniger für andere bezahlen, weniger für Kinderlose wie Michael Klein, Gunnar Heinsohn oder Katharina Rutschky. Weniger für diejenigen also, die sie seit Jahren darüber aufklären, wie schön und frei das Leben ohne Kinder sei. Dagegen wäre wenig einzuwenden, wenn sie mit dem Begriff der Eigenständigkeit Ernst machen und auf ihren Alterslohn, das Gegenstück zum Kinderaufwand, verzichten würden. So konsequent ist allerdings bislang noch keiner von ihnen gewesen. Sie wollen auch da ernten, wo sie nicht gesät haben."
            
        Ein Marktradikaler wie Anthony de JASAY sieht das ganz anders. Er würde ADAM entgegen halten, dass ein staatlicher "Alterslohn" ganz abgeschafft gehöre. Dies wäre ADAM auch nicht recht... 
  • ADAM, Konrad (2005): Not lehrt beten,
    in: Welt v. 04.02.
    • Inhalt:
      Konrad ADAM widmet sich der Wende im Denken von Ulrich BECK.
  • ADAM, Konrad (2005): Die Kinder der Freiheit sind müde.
    Der Soziologe Ulrich Beck hat einst den Lebensunternehmer gefeiert. Heute hat er Zweifel,
    in: Welt v. 21.05.
  • Neu:
    ADAM, Konrad (2005): Arme Kinder,
    in: Welt v. 11.07.
    • Kommentar:
      Konrad ADAM plädiert für ein Familienwahlrecht und begründet es damit, dass angeblich die Kinderlosen an der Macht seien.

            
        Solche Demagogie ist nur möglich, indem Eltern zu Kinderlosen umdefiniert werden, d.h. durch einen verkürzten Familienbegriff, der haushaltsübergreifende Bindungen von Eltern und Kindern negiert.
            
        Single-dasein.de hat dies als Single-Lüge bezeichnet.
            
        Gerade haben Manfred SCHAREIN & Rainer UNGER, beide Mitarbeiter beim Bevölkerungsinstitut für Bevölkerungsforschung, in den hauseigenen BIB-Mitteilungen vom 30.06.2005 eingeräumt, dass die Zahl der kinderlosen Akademikerinnen niedriger ist, als dies die Demografen bislang ausgewiesen haben.
            
        Schuld ist die STEINZEIT-Methodologie mit der in Deutschland Kinderlosigkeit geschätzt wird.
            
        Es musste erst in der FAZ auf Seite 1 stehen, damit Demografen sich überhaupt mit diesem Thema befasst haben.
            
        Single-dasein.de hat seit 2001 immer wieder darauf hingewiesen, dass die Kinderlosigkeit überschätzt und die Geburtenrate in der amtlichen Statistik zu niedrig ausgewiesen wird.
            
        Wenn ADAM nun wieder behauptet, dass  "jede kommende Generation um ein Drittel kleiner sein wird als die vorausgehende", dann ist das in erster Linie spekulativ, denn die Prämissen der Demografen sind offensichtlich bislang falsch gewesen.
            
        Ulrike WINKELMANN schrieb z.B. in der TAZ vom 21.01.2005 unter Berufung auf den neuesten Bevölkerungsbericht, dass von den 1965 geborenen Frauen nur 20 % kinderlos bleiben.
            
        Wie single-dasein.de immer wieder betont hat, haben die deutschen Demografen die Erhöhung des Gebäralters nicht ausreichend berücksichtigt. Dies hat inzwischen auch die Sozialwissenschaftlerin Michaela KREYENFELD bemängelt.
            
        Die neuesten Daten von SCHAREIN & UNGER bestätigen, dass von den Demografen zu vorschnell lebenslange Kinderlosigkeit diagnostiziert wurde, wo nur Spätgebären vorlag.
            
        Gerade für die Universitätsabsolventinnen gilt, dass Geburten im Alter jenseits von 35 Jahren üblich sind.
            
        Im Jahr 2003 lag nach den Daten von SCHAREIN & UNGER z.B. die Kinderlosigkeit der 35-39Jährigen bei ca. 40 %, bei den 36-40Jährigen bei ca.38 %, bei den 37-41Jährigen bei ca. 33 % und bei den 41-45Jährigen sogar nur bei ca. 28 %. Dies zeigt wie entscheidend die Wahl der Altersgruppe ist.
            
        Es darf angenommen werden, dass die heute 35-39Jährigen Akademikerinnen also noch Kinder bekommen werden und ihre endgültige Kinderlosigkeit nicht bei 40 %, sondern eher bei 30 %  oder sogar noch darunter liegen wird. In der Gesamtbevölkerung ist demnach die lebenslange Kinderlosigkeit noch niedriger.
            
        Es ist dem Soziologen Christian SCHMITT zu verdanken, dass diese Spitze des Eisberges - als ein kleines Mosaiksteinchen der Single-Lüge - nun auch in die Öffentlichkeit gelangt ist.
 
       
   

Für Kinder haften die Eltern (1996)
Die Familie als Opfer der Wohlstandsgesellschaft
Berlin: Quadriga

 
   
 
 

Klappentext

"Die Familie hat in der Gesellschaft keine Chance. Der Staat mit seinen Institutionen steht ihr gleichgültig gegenüber und sorgt dafür, daß Familien mit Kindern finanziell ausgebeutet werden: Obwohl die Kinder später einmal die Altersversorgung auch der Kinderlosen garantieren sollen, werden die Anstrengungen der Erziehung und die dadurch verbundenen Kosten gesellschaftlich nicht anerkannt."

 
 
 
       
   
  • Konrad Adam in der Debatte

    • HABERMANN, Gerd (2002): "Ökonomie des Neides" im Wohlfahrtsstaat.
      Zermürbende Wirkung auf die unternehmerische Elite,
      in: Neue Zürcher Zeitung v. 02.03.
      • Kommentar:
        HABERMANN ist ein Vertreter des apologetischen Liberalismus, sozusagen jener Typus des Liberalen, den der Sozialrichter Jürgen BORCHERT im Blick hat, wenn er die Ausbeutung der Familie beklagt.
              
          HABERMANN verteidigt den Yuppie gegen den gefräßigen Sozialstaat. Seine simple Neidökonomie behauptet, dass die Marktgesellschaft produktiven Neid (Konkurrenz) und der Sozialstaat destruktiven Neid erzeugt. Seine Neidrhetorik ist identisch mit jener von Konrad ADAM, nur dass ADAM die Familie als Beute des Staates thematisiert, während HABERMANN den Yuppie als Beute des Staates sieht.
              
          Während Adam SMITH noch im Egoismus das edelste Motiv des Menschen sah, heißt dies neudeutsch bei HABERMANN Selbstverwirklichung.
              
          HABERMANN und BORCHERT sind Gegenspieler, deren Argumentationen jeweils den anderen als Feindbild benötigen. Heißt BORCHERTs Schlachtruf "Die Kosten der Familie werden privatisiert", so ist HABERMANN's Replik: "die Kosten der Familie werden sozialisiert". Beide können ihre Positionen jedoch nur behaupten und nicht belegen.
              
          Die Prämissen von HABERMANNs Neidökonomik hat der Chronist der Neidgesellschaft Sighard NECKEL in seinem KURSBUCH-Artikel "Deutschlands gelbe Galle" ausführlich beschrieben und auf die dahinter stehenden interessenpolitischen Motive zurückgeführt.
              
          Eine grundlegende Kritik des apologetischen Liberalismus ist bei Jens BECKERT nachzulesen (KURSBUCH 135 "Die Erbengesellschaft" vom März 1999). Dort zeigt BECKERT die Dilemmata liberalen Denkens und deren jeweils einseitigen Lösungen auf, die er als apologetischer, konfiskatorischer und gemeinschaftlicher Liberalismus bezeichnet.
              
          Aber auch die Position von BORCHERT hat ihre blinden Flecken. SCHUMACHER (SZ vom 01.03.2002) bringt eines der Probleme der Kontroverse auf den Punkt:
              
          "Gerne bezichtigen Eltern Singles und Paare ohne Nachwuchs, auf ihre Kosten der Spaßgesellschaft zu frönen. Die Kinderlosen wiederum beklagen ihre exorbitante Steuer- und Abgabenlast und sehen die Nachkommen fremder Leute als Ursache beträchtlichen Konsumverzichts. Jeder vermag ihm genehme Zahlen zu präsentieren, womit das Übel beginnt: Selbst Wirtschaftsweise, Ministerialbeamte oder Sozialpolitiker vermögen nicht präzise zu beziffern, wie viel Geld der Staat unter dem Strich für die Familien ausgibt. Das System ist total intransparent".
              
          Die Intransparenz ist zum Teil aber die Folge der Begriffspolitik, die Familienrhetoriker wie BORCHERT betreiben. Die Umdefinition von Eltern in Kinderlose, die von der amtlichen Haushaltsstatistik unterstützt wird, vergrößert die an sich schon bestehende Intransparenz der Transferleistungen.
    • GÖRING-ECKARDT, Katrin (2002): Eltern wollen Wahlfreiheit.
      Die Gesellschaft muss allerdings dafür sorgen, dass Mütter und Väter ihre Kinder so erziehen, wie sie es für richtig halten, wie sie es können, wie es ihnen möglich ist
      in: Welt v. 03.06.
    • LENKE, Ina (2002): Kein Herz fürs konservative Mutterbild.
      Die familienpolitische Sprecherin der FDP antwortet Konrad Adam,
      in: Welt v. 20.07.
    • SCHMIDT, Renate (2002): Ein Herz für Kinder - und Mütter.
      Die stellvertretende SPD-Vorsitzende antwortet auf Konrad Adam,
      in: Welt 15.07.
 
   

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