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Martin van
Creveld: (Sozial)-Staat und
Geschlecht
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Martin van Creveld in seiner
eigenen Schreibe
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CREVELD, Martin van (2003): Das arme starke Geschlecht: Schon vor
der Geburt diskriminiert.
Männer arbeiten schwer, sterben früher und haben weniger Rechte
als Frauen,
in: Welt v. 08.04.
- Kommentar:
Die Welt liefert den Text zum gestrigen
Focus-Artikel von KLONOVSKY & SCHERER nach.
CREVELD greift
einerseits die Kritik der 70er-Jahre-Feministinnen auf:
"Ein und dasselbe Verhalten, z.B. Weinen, wird bei einem Jungen
missbilligt und gerügt, während es bei einem Mädchen dazu führt,
dass man es in den Arm nimmt und tröstet. So war es schon im alten
Sparta, als die Mütter (nicht die Väter) ihre Söhne aufforderten,
mit ihren Schildern zurückzukehren oder auf ihnen".
Andererseits greift er
die Errungenschaften der 70er-Jahre-Feministinnen an:
"Ein Mann, der sich wegen sexueller Belästigung oder eines
sexuellen Übergriffs zu verantworten hat, muss sich einer genauen
Prüfung seiner Vergangenheit unterziehen, damit ermittelt werden
kann, ob ein »Verhaltensmuster« vorliegt; dasselbe Gericht, das
eine solche Untersuchung als Beweismittel anerkennt, wird sich
jedoch weigern, der Frage nachzugehen, ob sie eine Schlampe ist
oder ihn provoziert hat".
Man darf auf die Reaktion von
Alice SCHWARZER
gespannt sein...
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Martin van Creveld im Gespräch
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Klappentext
"Warum bezeichnet sich in den
Vereinigten Staaten nur eine von drei Frauen als
Feministin, während viele andere diesem Begriff
extrem ablehnend gegenüberstehen? Warum haben von
Florence Nightingale bis Simone de Beauvoir viele
berühmte Frauen gesagt, daß sie nie unter den
Benachteiligungen litten, die angeblich mit ihrem
Geschlecht verbunden sind? Und weshalb ergeben
Umfragen unter Frauen der verschiedensten
Nationalitäten, daß die meisten von ihnen sich nicht
diskriminiert fühlen?
Martin van Creveld hat mit seinem jüngsten Buch eine
antifeministische Polemik verfaßt. Seine provokante
These lautet: Frauen werden nicht unterdrückt und
sind nie unterdrückt worden. Sie sind das eigentlich
privilegierte Geschlecht und sind dies auch in der
Vergangenheit immer gewesen.
Dazu führt Creveld zahlreiche Beispiele aus
Geschichte und Gegenwart an. Als Kinder werden
Frauen sanfter behandelt. Als Erwachsene stehen sie
unter geringerem Druck, sich zu behaupten und ihren
Verpflichtungen nachzukommen. Im Berufsalltag
übernehmen sie weniger als die Hälfte der Arbeit.
Und im Wirtschaftsleben sind sie oft in der
beneidenswerten Situation, Geld ausgeben zu können,
ohne es verdienen zu müssen.
Vor diesem Hintergrund ist es für Creveld plausibel,
daß die meisten Frauen mit ihrem Los offenbar mehr
und weniger zufrieden sind und daß nicht mehr Frauen
ihre Kosmetika weggeworfen und ihre BHs verbrannt
haben, um in die Blaumänner zu steigen und männliche
Berufe auszuüben.
Die Botschaft am Ende seines Buches: Jede Medaille
hat zwei Seiten. Wenn Frauen Männern auch nicht in
jeder Hinsicht gleichkommen, so sind sie ihnen
gegenüber doch in vielen anderen Dingen bevorzugt.
Für jeden Nachteil, den sie erleiden müssen, gibt es
ein Privileg, das sie allein genießen. Dafür sollten
sie ein Bewußtsein entwickeln, um das Zusammenleben
und das Verständnis zwischen den Geschlechtern zu
erleichtern."
Pressestimmen
"Ein ärgerliches Buch. Fast 500 Seiten Wehklagen
eines Zukurzgekommenen, der im Namen aller
zukurzgekommenen Männer endlich das von den
Feministinnen und ihren männlichen Helfershelfern
verordnete Schweigen bricht."
(Franziska Sperr in der
Süddeutschen Zeitung v. 30.06.2003)
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Das Buch in der Debatte
- KLONOVSKY, Michael & Martin
SCHERER (2003): Das privilegierte Geschlecht.
Frauen, heißt es ständig, werden benachteiligt. Stimmt
das wirklich, fragten sich unabhängig voneinander ein
israelischer und ein deutscher Forscher. Ihre Antwort: nein!
in: Focus Nr.15 v. 07.04.
- Kommentar:
Der FOCUS setzt sich an die Spitze der
neuen Männerbewegung, die im Windschatten des
Postfeminismus surft. Die Autoren stellen die Bücher von
Martin van CREVELD ("Das bevorzugte Geschlecht") und Arne
HOFFMANN ("Sind Frauen bessere Menschen?")
- PETER, Stefanie (2003):
Bevorzugte Frau, gekränkter Mann.
Ein Rundumschlag Martin van Crevelds,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 26.06.
-
RUTSCHKY, Katharina (2003): Das wehleidige Geschlecht.
Professor Creveld rechnet mit dem Feminismus ab. Auf zwei
Dezimalstellen hinterm Komma genau,
in: Berliner Zeitung v. 30.06.
- SPERR, Franziska (2003): Männer
sind so verletzlich.
Martin van Creveld findet, dass Frauen immer und überall
böse bevorzugt werden,
in: Literaturbeilage der Süddeutschen Zeitung v.
30.06.
- PLATTHAUS, Andreas
(2003): Na ja, Männer, zu kleines Gehirn.
Martin van Creveld fürchtet den Triumph des Feminismus,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.07.
-
Neu:
BRAUN, Christina
von (2003): Die Paranoiker verfolgen mich.
Wie sich ein Militärhistoriker als Cheerleader der Männer
gegen die ewig privilegierten Frauen qualifiziert,
in: Literaturen, Nr.9, September
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weiterführende
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