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- BLÜM, Norbert (2002): Die Rente ist
sicher,
in: Süddeutsche Zeitung v. 23.12.
- Kommentar:
Im Gegensatz zu den neoliberalen Kritikern
des gegenwärtigen Rentensystems weist BLÜM auf den blinden Fleck
der aktuellen Rentendebatte hin:
"Die Geburtenzahlen sind nicht das einzige
Kriterium für die Zahl der zukünftigen Beitragszahler. Ebenso
wichtig ist, ob die heute Geborenen morgen Arbeit finden und wie
viel und wie produktiv diese Arbeit ist. Wenn sich die Zahl der
Geburten verdoppeln würde, aber die Arbeitnehmer in Zukunft nur
halb so viel und so produktiv wie heute arbeiteten, wäre gar
nichts gewonnen."
Die Gleichsetzung von höheren
Geburtenraten mit stabileren sozialen Sicherungssystemen ist eine
kurzschlüssige Argumentation.
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BLÜM, Norbert (2003): Lasst es mal wieder menscheln.
Kritik an Unternehmen: Die Sitten guten Managements sind verfallen,
in: Welt am Sonntag v. 23.02.
- Kommentar:
Der ehemalige CDU-Arbeitsminister
Norbert BLÜM
kritisiert die Prinzipien der New Economy und plädiert für ein
Zurück zu den Prinzipien der patriarchalen Old Economy:
"Wenn
die Arbeitnehmer nur auf den »nächsten Schlag« der Entlassungswelle
warten, wird sich keine Leistungsmotivation entwickeln können. Der
»flexible Arbeitnehmer« - heute da, morgen dort - mag dem
Leitbild einer mobil gemachten Wirtschaft entsprechen. Diese
Wirtschaft landet jedoch in einer
Gesellschaft ohne Heimat und Treue. Selbst Ehe und Familie
werden so ein Klotz am Bein dieser neuen Beweglichkeit. Denn
wie sollen dauerhafte Partnerbindungen bestehen, wenn ein Partner
nach Norden hopst, der andere des Jobs wegen nach Süden geht.
Die Menschheit hat Jahrtausende gebraucht, um Sesshaftigkeit zu
lernen. Jetzt degenerieren wir zu
Job-Nomaden.
Stammbelegschaften sind in Gefahr, eine aussterbende Restgröße in
einer Wirtschaft zu werden, die befristete Arbeitsverhältnisse und
Leiharbeit für die Prototypen der modernen Arbeitsverhältnisse hält."
- BLÜM, Norbert (2003):
Die Symmetrie zwischen Alt und Jung ist aus dem Lot.
Mehr Gerechtigkeit schaffen: Mit einer Familienkasse würde aus
dem Zwei-Generationen-Vertrag ein Drei-Generationen-Vertrag,
in: Frankfurter Rundschau v. 28.02.
- Kommentar:
Der ehemalige CDU-Arbeitsminister plädiert für eine
Fortentwicklung des beitragsfinanzierten Rentensystems und
kritisiert jene, die einen Systembruch favorisieren.
So berechtigt das Plädoyer ist,
so falsch sind die Prämissen, die BLÜMs Theorie des
Generationenvertrags unterliegen.
BLÜM stellt idealtypisch die Rechte
und Pflichten der jeweiligen Generationsmitglieder gegenüber, die
sich aus dem Generationenvertrag ergeben. Daraus leitet BLÜM dann
berechtigte und unberechtigte Ansprüche aus dem Vertrag ab.
Seine Argumentation beginnt jedoch bei
der faktischen Schieflage der heutigen Altersstruktur, beginnen
müsste sie jedoch bei der faktischen Schieflage der Altersstruktur
bei Einführung des Rentensystems.
Dann würde sich
nämlich herausstellen, dass ES IM NACHKRIEGSDEUTSCHLAND NIE EINE
AUSGEGLICHENE ALTERSSTRUKTUR im Sinne eines gerechten
Generationenvertrags gab. Bereits die Reform von 1957 hatte
ihre Gewinner und Verlierer.
Mit welcher Berechtigung wird das schnelle
Bevölkerungswachstum bis Mitte der 60er Jahre, das erst die
heutige demografische Problemlage verursacht, zum normativen
Bezugspunkt der Debatte um die Generationengerechtigkeit?
Warum ist nicht der ideale
Bevölkerungsaufbau der Bezugspunkt?
Der Babyboom der 60er Jahre war über
das Jahrhundert hinweg betrachtet die Ausnahme von der Regel. In
der heutigen Debatte wird jedoch genau diese Ausnahme zur Norm
erhoben.
Nur vor diesem Hintergrund lassen sich
jene Aufrechungen begründen, die unsere gegenwärtige Debatte um
die Generationengerechtigkeit prägen.
- BLÜM, Norbert (2003): Versicherung
für Pflegefälle beibehalten,
in: Süddeutsche Zeitung v. 17.03.
- RHEINISCHER MERKUR (2003): Hat die
umlagefinanzierte Pflegeversicherung noch Zukunft?
Pro und Contra. Die Rürup-Kommission streitet an diesem
Donnerstag über die Pflegeversicherung, die zuletzt mit einem
400-Millionen-Euro-Minus im Jahr 2002 Schlagzeilen machte. Statt
über Beiträge könnten die Kosten auch über Steuern finanziert
werden, glauben viele Experten,
in: Rheinsicher Merkur Nr.14 v. 03.04.
- BLÜM, Norbert: Pro - Ja, wir dürfen
arme Familien nicht im Stich lassen
- BLÜM, Norbert (2003): Lob der
Gewerkschaft.
Ein Plädoyer für den Hauptangeklagten,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.05.
- BLÜM, Norbert (2003): Das soll ich
sein!
Ein Politiker antwortet dem Bürgerkonvent,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 21.06.
- Kommentar:
Norbert BLÜM rechnet mit MIEGELs
BürgerKonvent ab:
Zuerst
zitiert BLÜM hinterlistig aus der Selbstdarstellung des
BürgerKonvents "Weder beziehen sie ihren Lebensunterhalt aus
politischen Aktivitäten, noch streben sie politische Ämter an", um
dann hinzuzufügen: "Den kleinen Schönheitsfehler, daß ihr Sprecher
Miegel sich sein Geld mit Politikberatung verdient und er
Vorsitzende Langguth nie eine politisches Amt, von denen er viele
innehatte, abgelehnt hat, muß man freilich übersehen".
BLÜM
weist darauf hin, dass der BürgerKonvent die "goldenen Zeiten der
Armut und der Bildungslosigkeit" beschwört und dies darauf
hinauslaufe, dass "Not wieder herrschen müsse, wenn mehr gebetet
werden soll".
Dies
ist exakt das neoliberale Programm, dem hierzulande auch die
Kirchen zustimmen, denn schon der Volksmund weiß "Not lehrt
Beten"!
BLÜM
setzt dem "Wahrheitsstau" des BürgerKonvents einen
"Gerechtigkeitsstau" entgegen.
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BLÜM, Norbert (2003): Auf dem fatalen Holzweg in die
Schlaraffenland-Rente.
In der Union wird der Grundrente unter neuem Namen wieder Leben
eingehaucht. Aber wer den Sozialstaat auf Armutsbekämpfung
reduziert, entfernt aus ihm das Leistungsprinzip,
in: Welt am Sonntag v. 22.06.
- Neu:
BLÜM, Norbert (2003): Alt
ist nicht blöd,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 11.10.
- Kommentar:
BLÜM nimmt die sozialpopulistische Rhetorik
auseinander:
"Demographie
ist das Schlüsselwort, um das die sozialpolitische Debatte kreist.
Der zum Schlagwort verkommene Begriff hat drei Dimensionen:
Geburtsverhalten, Lebenserwartung sowie Zu- und Abwanderung".
BLÜM weist darauf hin, dass nicht nur der beschleunigte
Bevölkerungsrückgang, sondern auch das beschleunigte
Bevölkerungswachstum - z.B. in den 60er Jahren der Bonner Republik
- fatale Folgen für die Generationenbalance hat bzw. hatte.
BLÜM
erteilt der Anhebung der Altersgrenzen eine Absage:
"Solange
die Lebenserwartung relativ stabil war, konnte auf den
demographischen Faktor in der Rentenformel verzichtet werden.
(...).
Eine Erhöhung der Altersgrenze löst das demographische Problem nur
unvollkommen, weil asymmetrisch: Wer schon Rente erhält, wird von
der Anhebung der Altersgrenze nicht betroffen."
Der
Bevölkerungswissenschaftler Josef SCHMID hat vor kurzem die
Prognosefähigkeit seiner Disziplin hervorgehoben. BLÜM
weist dagegen nach, dass es damit nicht weit her ist. Dazu greift
er auf einen Einwand zurück, den Detlef GÜRTLER mit seinem Buch
"Vorbild Deutschland" in die sozialpolitische Debatte eingebracht
hat
(siehe dazu auch das Zitat des Monats
Februar 2003 auf single-dasein.de):
"1992
wurde von angesehenen Experten, unter ihnen Meinhard Miegel, in
dem aufsehenerregenden Buch »Weil sich das Land ändern muß« für
das Ende des Jahrhunderts ein Bevölkerungsrückgang von einer
Million prognostiziert. Tatsächlich lebten im Jahr 2000 drei
Millionen Einwohner mehr in der Bundesrepublik als 1990, obwohl in
derselben Zeit 784 000 Kinder weniger geboren worden waren. Das
läßt sich nur mit Zuwanderung erklären. In zehn Jahren um vier
Millionen danebengeschossen: Dies kommt der Treffsicherheit eines
alten Vorderladers gleich und sollte die Prognostiker vom hohen
Roß holen."
Die
mangelnde Treffsicherheit hat in der Bevölkerungswissenschaft
Tradition. Dazu vermerkt Klaus JENTZSCH bereits 1979:
"Noch
1966 ging man in der Bundesrepublik Deutschland davon aus, daß im
Jahre 2000 die Bevölkerung um 14 Millionen zunehmen werde. 1972
wurde dann bereits ein Rückgang der Bevölkerung von 4,5 Millionen
vorausgesagt. Dies bedeutet, und damit will ich den Faktor
»Unsicherheit« noch verstärken, einen Unterschied von über 18
Millionen Menschen!" (aus:
Sterben die
wir aus?, 1979, S.9).
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Klappentext
"Das Sommerloch und andere Mythen des politischen
Lebens, der Fußball, die Kunst und die Ferien - Themen für den
Werkzeugmacher und studierten Germanisten, leidenschaftlichen
Sozialpolitiker und überzeugten Christen Blüm, der schon zu
Ministerzeiten nicht nur Akten im Kopf hatte.
(...).
Blüms Geschichten und Texte handeln von bewegten und aufgeregten
Zeiten, von der Fußballweltmeisterschaft 1954, seinem
Lieblingsitaliener, einem Aufstieg zum Kilimandscharo,
beschreiben politische Leitlinien, aber auch die Absurditäten
des politischen Alltags, weinen Bonn eine Träne nach und zeigen,
wie es sich lebt, nach dem Abschied von der Macht.
Unkonventionelle Texte eines Politikers, der schon zu
Ministerzeiten nicht nur Akten im Kopf hatte und sich jetzt noch
intensiver seinen anderen Interessen widmen kann: dem Engagement
für die Menschenrechte, z.B. gegen Kinderarbeit, dem Schreiben
und der Liebe zur Literatur."
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