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Peter Glotz: Kulturkämpfe im digitalen Kapitalismus

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1939 in Böhmen geboren
    • 1999 Buch "Die beschleunigte Gesellschaft"
    • 2000 Professur für Kommunikationswissenschaft an der Universität St. Gallen
    • 2005 gestorben
 
       
     
       
   

Nachrufe zum Tod von Peter Glotz

 
   
  • SEITZ, Norbert (2005): Ein lustvoller Aufmischer.
    Zum Tode von Peter Glotz, politischer Vordenker und Beweger des "Tankers" SPD
    in: Frankfurter Rundschau v. 27.08.
    • Inhalt:
      Der 78er Norbert SEITZ schildert u.a. das Verhältnis von Peter Glotz zu den 78ern:

                
      "Als Berliner Wissenschaftssenator seit 1977 trieb er sich auch staunend auf Tunix-Kongressen herum, weil er schlicht neugierig auf jene quer zu seiner Lebensdisziplin stehenden Menschen des so genannten neuen »Sozialisationstyps« war. Damit brachte der langjährige Münchener Bundestagabgeordnete einen anderen Zug in die Politik seiner Partei, die damals Ende der 70er Jahre noch eifrig mit Abgrenzungsbeschlüssen und Trennungspapieren gegenüber der grün-alternativen Subkultur befasst war.
                
      Als die sozialliberale Koalition am Ende war, bestellte ihn Willy Brandt zum Bundesgeschäftsführer. Doch Peter Glotz hatte zunächst schlechte Karten. Die linke Intelligenz war scharenweise zur grün-alternativen »Betroffenheits-Schickeria« übergelaufen. Oder schwärmte alsbald für Rita Süssmuth und die CDU-68er. "
  • GEIßLER, Heiner (2005): Der Grenzgänger.
    Zum Tod des ehemaligen SPD-Generalsekretärs Peter Glotz,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 28.08.
    • Inhalt:
      GEIßLER beschreibt GLOTZ als Verfechter einer elitären Wissensgesellschaft. Das Buch Die beschleunigte Gesellschaft bezeichnet er als eines seiner bedeutendsten Bücher.
  • SEMLER, Christian (2005): Der Parteiintellektuelle.
    Peter Glotz hat sich an der SPD die Zähne ausgebissen. So zog er sich seit Mitte der 90er immer mehr in die Wissenschaft zurück,
    in: TAZ v. 27.08.
    • Inhalt:
      SEMLER, Aktivist der 68er-Bewegung hebt hervor, dass Peter GLOTZ zwar ein Angehöriger der 68er-Generation, aber kein 68er war.
  • SCHMID, Thomas (2005): Ein skeptischer Fortschrittsfreund.
    Zum Tode von Peter Glotz,
    in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 28.08.
  • Neu:
    LEPENIES, Wolf (2005): Musil zitieren, nicht Marx.
    Ein Linker ohne Nostalgie und ein kurzweiliger Demokrat: Persönliche Erinnerungen an Peter Glotz,
    in: Welt v. 29.08.
 
   

Peter Glotz in seiner eigenen Schreibe

 
   
  • GLOTZ, Peter (1999): Kritik der Entschleunigung,
    in:
    Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, Themenschwerpunkt: Speed, H.7, Juli, S.621-628
  • GLOTZ, Peter (1999): Digitaler Kapitalismus,
    in:
    Spiegel Nr.39 v. 27.09.
  • GLOTZ, Peter (2000): Non-Profit-Organisationen in der beschleunigten Gesellschaft,
    Vortrag auf dem 7. Deutschen Fundraising-Kongress in Leipzig am 07.04.
  • GLOTZ, Peter (2000): Die Ikonen der New Economy,
    in:
    Woche Nr.31 v. 28.07.
  • GLOTZ, Peter (2000): Zwischen Kulturkritik und Technikwahn.
    Gedanken über das Leben mit den neuen Medien und Europas Rolle im digitalen Kapitalismus,
    in: Die ZEIT Nr.47 v. 16.11.
  • GLOTZ, Peter (2000): Die Konsensverweigerer oder das dritte Drittel,
    in:
    Vorgänge, Heft 4, S.56-66
  • GLOTZ, Peter (2001): Pflasterstrandurlaub.
    Eine Verteidigung der Mainstream-Biographie,
    in: Süddeutsche Zeitung v. 30.01.
  • GLOTZ, Peter (2001): Arbeit in der digitalen Ökonomie.
    Der Kulturkampf zwischen Beschleunigern und Entschleunigern,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 03.01.
  • GLOTZ, Peter (2001): Neues bewegen.
    Gewerkschaften im Digitalen Kapitalismus,
    in: Transparent, April, S.24-28
  • GLOTZ, Peter (2002): Gerechtigkeit heißt nicht Gleichheit.
    Im Umgang mit bürgerlichen Wählern steht die Sozialdemokratie vor einer Zerreißprobe. Seit der Wiederwahl im Herbst gibt sie sich als Arbeiterpartei. Der neue linke Populismus ist falsch - mahnt der SPD-Vordenker, 
    in: Welt am Sonntag v. 29.12.
    • Kommentar:
      Peter GLOTZ schreibt über die Schmerzen zwischen gespreizten Beinen der SPD.

                
      Mit dem linken Bein ist sie programmatisch ihrer industriegesellschaftlichen Klientel verpflichtet, während sie mit dem rechten Bein die Symbolarbeiter als unentbehrliche Elite der Wissensgesellschaft ködert.
                
      Machte sich Peter GLOTZ vor einiger Zeit noch Gedanken um die Gefahr, die durch Gegeneliten in der Zwei-Drittel-Gesellschaft entstehen könnte, so schreibt GLOTZ angesichts der Feuilleton-Revoluzzer:
                
      "unter den Leistungsträgern gibt es (...) überdurchschnittlich viele Opinion Leader. Gegen sie lässt sich nur in Ausnahmesituationen regieren". 
  • GLOTZ, Peter (2003): Kurioser Kopf.
    Walter Dirks - der katholische Publizist. SZ-Serie über große Journalisten (IX),
    in: Süddeutsche Zeitung v. 10.02.
  • GLOTZ, Peter (2003): Reparatur auf hoher See.
    Reformunfähig? Deutschland am Scheideweg,
    in: Rheinischer Merkur Nr.9 v. 27.02.
  • GLOTZ, Peter (2003): Die soziale Selbstgerechtigkeit.
    Ohne eine neue Theorie des Wohlfahrtsstaats ist die SPD nicht mehr regierungsfähig,
    in: Die ZEIT Nr.20 v. 08.05.
    • Kommentar:
      Peter GLOTZ, der Hohepriester der Wissensgesellschaft, lässt auch die letzte Maske fallen.

            
        Die Neue Mitte hat es - mangels ernstzunehmender Gegner - nicht mehr nötig den Sozialabbau als Umbau zu kaschieren. GLOTZ spricht deshalb umverblümt vom "Rückbau" des Sozialstaats. GLOTZ vertritt die Interessen des "produktiven Kerns" der Gesellschaft. Das sind Symbolanalytiker, zu denen sich GLOTZ selber zählt.
      Die neue Strategie erfordert die Spaltung der Randgruppen. Nach GOLTZ' Diktion das Dritte Drittel in der Zweidrittelgesellschaft:

            
        "die SPD (...) darf den produktivistischen Kern der Gesellschaft nicht vergessen, missachten oder rechts liegen lassen. Sie braucht die Leute, die Projekte machen, Risiken eingehen und sich schinden.
      Dabei darf sie sich nicht einbilden, dass das dritte Drittel der Gesellschaft durchweg Fleisch von ihrem Fleische sei. Dort gibt’s zwar viele Menschen, vom kaputtgearbeiteten Facharbeiter bis zum schuldlos gestrandeten 52-jährigen Abteilungsleiter, die die Solidarität der ganzen Gesellschaft verdienen. Ein bestimmter Typus von anachronistischem Linksliberalismus legt aber an die armen Bevölkerungsgruppen gönnerhaft niedrigere moralische Maßstäbe an als an andere Leute. Die politisch korrekte These lautet: »Alles Opfer.« Damit wird man nicht mehrheitsfähig bei denjenigen, die die Verzehnfachung des staatlichen Sozialaufwands seit 1950 mit ihren Steuern und Sozialbeiträgen bezahlt haben."
  • GLOTZ, Peter (2005): Im Bann von Karl Marx.
    Luc Boltanski und Eve Chiapello wollen der Sozialkritik neue Kraft verleihen.
    Brutale Ausbeutung wie in Hauptmanns „Weber“ gibt es bei uns nicht mehr. Dennoch bleibt die Reform des Kapitalismus auf der Tagesordnung,
    in: Rheinischer Merkur Nr.8 v. 19.02.
  • GLOTZ, Peter (2004): Neugründungspathos.
    Die Vierziger proben den Aufstand,
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 05.05.
    • Kommentar:
      Peter GLOTZ sieht sich (und andere 68er wie z.B. Meinhard MIEGEL) mit den Vierzigern Paul NOLTE ("Generation Reform"), Gabor STEINGART und Christoph KEESE ("Rettet den Kapitalismus" endlich im Zentrum der Gesellschaft angekommen.

            
        Die neue Werteelite soll den Sozialstaat zurechtstutzen und dem neuen, klassenbewussten Bürgertum zur Blüte verhelfen.
  • GLOTZ, Peter (2004): Wer ist schuld?
    Soziale Gerechtigkeit im Zeitalter des digitalen Kapitalismus,
    in: Rheinischer Merkur Nr.52/53 v. 23.12.
    • Kommentar:
      Peter GLOTZ sieht im Sozialstaatsmissbrauch eine moralische Überforderung des Einzelnen, die durch HARTZ endlich beseitigt wird.

            
        Ein Lob dem Niedriglohnsektor aus der Sicht konservativer Klassentheorie: soziale Gerechtigkeit ist nun auch rhetorisch kein Wert mehr für unsere Eliten.
  • GLOTZ, Peter (2005): Die neuen Frühsozialisten,
    in: Cicero, Februar
    • Inhalt:
      Peter GLOTZ warnt vor neuem Widerstand gegen den Digitalen Kapitalismus:

            
        "Die Gefahr liegt in einer existenzialistischen Politisierung der Jugend, in einer Abwendung der Unterschichten von der institutionalisierten Politik und in einer Verbündung absteigender Mittelschichten und enttäuschter Randbelegschaften mit antipolitischen, rechtspopulistischen und antisemitischen/antizionistischen Instinkten. Die Möglichkeit eines massenhaften Zulaufs zu Protestparteien, zu einer neuen »Jugendrevolte«, zu einer massenmedial produzierten Idolisierung von charismatischen Führungsfiguren nach dem Muster Che Guevaras besteht wieder. Deshalb sind die Reaktionen der politischen Eliten (Global Governance-Geplauder), der Wirtschaftsführer (totschweigen) und der Linksparteien (totstellen) falsch.
      Hans Weingartner hat nämlich genau die richtige Überschrift gefunden: Die fetten Jahre sind vorbei. Die Globalisierung mag weltweit die soziale Gerechtigkeit sogar steigern. (..). Den Unterschichten im alten Europa aber wird es, vermutlich anderthalb Jahrzehnte lang, schlechter gehen. Ob sich diese Unterschichten darauf beschränken werden, nur die Möbel in den Wohnungen ihrer Bosse umzustellen?
      "
  • GLOTZ, Peter (2005): Was, wenn die Arbeitslosigkeit bleibt?
    in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 12.05.
  • GLOTZ, Peter (2005): Wie weiter mit der SPD?
    Zerreißt es die Sozialdemokratie zwischen Neuer Mitte und neuer Linkspartei? Braucht es ein neues Godesberger Programm zur Abgrenzung?
    in: Cicero, September
 
       
   

Peter Glotz im Gespräch

 
   
  • JUBIN, Marie (2000): Es entsteht eine neue Welt - doch wie sieht die Zukunft aus?,
    in:
    Basler Zeitung v. 04.04.
  • NEF, Robert (2000): Am Übergang von der Raum- zur Zeitkultur?,
    in:
    Schweizer Monatshefte, Dossier: Jenseits der Warteschlangen - Zeitbewirtschaftung durch Internet, Heft 5, Mai
  • LEEB, Rolf (2001): "Vollbeschäftigung wirds nie mehr geben".
    in:
    Neue Luzerner Zeitung v. 09.10.
    • Inhalt:
      Interview mit Peter GLOTZ über die beschleunigte Gesellschaft. "Was wir einüben müssen, ist eine Toleranz der unterschiedlichen Lebensstile und eine Kommunikation zwischen den beiden Gruppierungen", fordert GLOTZ zur Vermeidung von Kulturkämpfen in der Zwei-Drittel-Gesellschaft des Digitalen Kapitalismus.
 
       
   

Von Analog nach Digital.
Unsere Gesellschaft auf dem Weg zur digitalen Kultur (2001)
Stuttgart/Wien: Huber

 
   
  • Rezensionen

    • VISMANN, Cornelia (2001): Großer Steuermann.
      Peter Glotz gleitet so glatt von Analog nach Digital,
      in: Süddeutsche Zeitung v. 27.07.
 
       
   

Die beschleunigte Gesellschaft.
Kulturkämpfe im digitalen Kapitalismus (1999)
München: Kindler
(Taschenbuchausgabe bei
Rowohlt, 2001)

 
   
 
 

Klappentext

"Die digitale Revolution verändert den Schaltplan unserer Gesellschaft. Aber die Zukunft wird anders, als es uns naiver Utopismus oder schwarze Skepsis weismachen wollen. Der digitale Kapitalismus bringt eine militante Unterklasse von Ausgegrenzten und Aussteigern hervor, die das Tempo nicht mithalten können oder wollen, und so entbrennen Kulturkämpfe um die richtige Lebensführung."

Pressenstimmen

"Reich an Hoffnung auf die technologische, aber arm an Fantasie für die soziale Revolution."
(Warnfried Dettling in der ZEIT v. 04.11.1999)

"Was ist, wenn das dritte Drittel nicht ausgegrenzt, sondern nur noch nicht eingebunden ist?"
(Jürgen Rüttgers im Tagesspiegel v. 08.11.1999)

"Die Idee der guten Gesellschaft erscheint wieder, nachdem Glotz sie bereits als rührende Donquichotterie verabschiedet und alle Lebensreformer als Weicheier denunziert hat. Und doch wird man nicht so recht froh drüber. Denn wie erscheint sie? Nicht mehr aus der Tradition: der eigenen Partei, der immer noch lebendigen Idee der Gerechtigkeit. Nur noch die Angst vor fundamentalistischen Revolten der zu würdelos Alimentierten könnte den Mehrheitsblock dazu bringen, Geld oder gar Arbeitsplätze zu teilen."
(Mathias Greffrath in der TAZ v. 15.04.2000

 
 
 
       
     
   
  • Die beschleunigte Gesellschaft in der Debatte

    • GAULAND, Alexander (1999): Für einen entschleunigten Fortschritt,
      in:
      Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, Themenschwerpunkt: Speed, H.7, Juli, S.628-632
    • STRASSER, Johano (1999): Maschinenzeit - Lebenszeit,
      in:
      Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, Themenschwerpunkt: Speed, H.7, Juli, S.632-637
    • GAULAND, Alexander (1999): Metternich hätte nicht kälter verdammen können.
      Replik auf Peter Glotz' Entschleunigungskritik,
      in: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, H.9, September, S.834-836
    • HIRN, Wolfgang (2000): Turbo Kapitalismus.
      Schneller, kürzer, besser?,
      in: Manager Magazin, Juni
    • MIKFELD, Benjamin (2001): Wer folgt auf Willy Brandts Enkel?
      Langsam vollzieht sich in der deutschen Sozialdemokratie der Generationenumbruch. Gedanken zur Zukunft einer politischen Partei,
      in: Frankfurter Rundschau v. 08.01.
    • GREFFRATH, Mathias (2001): Und wo bleibt die Gerechtigkeit?
      Über soziale Sicherheit, gesellschaftliche Ungleichheit und die Zukunft der sozialdemokratischen Grundwerte
      in: Frankfurter Rundschau v. 03.03.
    • PAOLI, Guillaume (2001): Wappnet euch mit Gleichmut.
      Zur Verteidigung der Faulheit: Ein Strategiepapier aus dem Umkreis der "Glücklichen Arbeitslosen",
      in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 30.04.
    • SCHINDHELM, Michael (2001): Der Terror der Zeit.
      Warum die Nostalgie um sich greift - in Ost wie West,
      in: Die ZEIT Nr.45 v. 31.10.
      • Kommentar:
        Michael SCHINDHELM sieht nicht in der New Economy, sondern in Ostdeutschland die Speerspitze der "Beschleunigten Gesellschaft". Er hat u.a. bei Jeremy RIFKIN nachgelesen, was die negativen Folgen der Beschleunigung sind, d.h. SCHINDHELM sucht seine neue Heimat bei den Entschleunigern.
                  
        "Jede zeitsparende Erfindung hat die Arbeitsbelastungen erhöht. So haben Bauersfrauen in den zwanziger Jahren ohne Elektrizität weniger Zeit auf Hausarbeiten verwendet als die Hausfrauen in den Vororten unserer Städte, die mit ganzen Maschinenparks ausgerüstet sind."
                  
        So hört sich eine nostalgisch verklärte Technikkritik an!
                  
        SCHINDHELM übernimmt hier eine Technikkritik, die ursprünglich aus dem feministischen Kontext stammt. Es ging dabei um die Frage, ob die Technisierung die Emanzipation gefördert hat. Die These war, dass der Zeitgewinn durch die Technisierung der Haushalte kompensiert worden ist. Dazu gehören z.B. gestiegene Reinlichkeitsstandards.
                  
        Das Problem bei dieser romantischen Technikkritik ist, dass hier ein ganzer Problemkomplex einfach auf einen einzigen Sachverhalt verkürzt wird. Es wird erstens unterstellt, dass eine Bauersfrau und eine Mittelschichtfrau in den 20er Jahren gleich viel Zeit auf ihren Haushalt verwenden konnte und zweitens, dass sich der Zeitaufwand beider gleichermaßen erhöht hat.
                  
        Zum anderen wird ignoriert, dass sich die Art der Hausarbeitstätigkeiten geändert hat. SCHINDHELM unterstellt, dass Hausarbeit identisch ist mit maschinengestützter Arbeit. Dies übersieht jedoch, dass die "Hausarbeit" auch "personenbezogene Dienstleistungsarbeit" ist.
                  
        Hätte die Technisierung der Hausarbeit keinen Zeitgewinn gebracht, dann gäbe es heutzutage sicher weitaus weniger Einpersonenhaushalte. Entweder weil es zu teuer wäre, die Dienstleistungen einzukaufen oder weil mehr Zeit auf den Haushalt verwendet werden müsste. Die Technisierung der Haushalte gehört zu einer wesentlichen Voraussetzung für das massenhafte Alleinwohnen. Dies mag man beklagen, aber mit dem "Terror der Zeit" hat das überhaupt nichts zu tun.
 
     
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 30. August 2000
Update: 23. Dezember 2007
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