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- WALTHER, Rudolf (2001):
Bourgeois-bohème.
"bo-Bo", der neue Pariser Chic,
in: Basler Zeitung
v. 06.02.
- WALTHER, Rudolf (2001): Bo-bo,
in: Frankfurter Rundschau
v. 16.02.
- WALTHER, Rudolf (2002):
Vorsätzlich umherschweifen.
Provokation und Konfusion waren probate Mittel
für die künstlerische und politische Gruppe der Situationisten,
in: Frankfurter Rundschau v. 03.06.
- Inhalt:
WALTHER widmet
sich einem frühen Theoretiker der
Spassgesellschaft
Guy DEBORD:
"Sein Hauptwerk
Die Gesellschaft des Spektakels (1967) liest und kennt kaum mehr
jemand, aber überall ist permanent und mit Verweis auf Debord von
'Spektakelgesellschaft', 'Spaßgesellschaft', 'Kultur- und
Theaterspektakeln' die Rede. Dem Subversiven seines Denkens wurde
der Stachel gezogen, was so weit ging, dass ihn eine Zeitung den
Denker der 'Subvention' nannte und eine andere société de
spectacle biedersinning mit 'Theatergesellschaft' übersetzte.
Es ist deshalb ein großes Verdienst, dass die Berliner Edition
Tiamat nun erstmals eine deutsche Übersetzung der Zeitschrift
Potlatsch vorlegt."
- WALTHER, Rudolf (2002): Links bleiben.
Reaktionäre in Frankreich,
in: Frankfurter Rundschau v. 28.11.
- Inhalt:
WALTHER beschreibt u.a. die Vorgeschichte der
jetzigen Fraktionierung innerhalb der französischen Linken und deren
neuen Frontverlauf durch die
Lindenberg-Debatte:
"Seit
1995 geht ein Riss durch die traditionell linke Gruppe französischer
Intellektueller. Damals wollte die konservative Regierung unter
Alain Juppé den Staatshaushalt und die Sozialversicherungssysteme
auf Kosten der kleinen staatlichen Angestellten und Beamten in einem
Aufwasch sanieren. Gegen den Sozialabbau formierte sich eine soziale
Bewegung, mit der sich Teile der Intellektuellen solidarisierten.
Insbesondere Pierre
Bourdieu engagierte sich auf allen Kanälen, in vielen Zeitungen
und mit der äußerst erfolgreichen Buchreihe Raisons d'agir. Der
Streit um dieses Engagement führte zum Bruch zwischen jenen, die die
Reform- und Sparpläne der Regierung begrüßten, und jenen, die darin
einen Anschlag des Neoliberalismus auf die Demokratie sahen. Fortan
gab es links von der Mitte zwei Intellektuellenfamilien: die
radikaldemokratische und die sozialliberale.
Das Buch des
Historikers Daniel Lindenberg (...) spaltet nun die
sozialliberalen Intellektuellen, denn als »neue Reaktionäre« werden
darin nicht etwa Journalisten und Professoren aus dem konservativen
Lager angesprochen, sondern ein Teil der bisherigen
Familienmitglieder. Lindenberg unterscheidet wie sein Mentor Pierre
Rosanvallon - Professor am Collège de France und Herausgeber einer
Buchreihe nach Bourdieus Vorbild unter dem Titel République des
idées - zwischen »authentischen Liberalen« und »neuen
Reaktionären«".
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WALTHER, Rudolf (2002): Geballte Ladung.
In Schlachtordnung. Mit der Krise schlägt in Deutschland die Stunde
eines militanten Radikalismus der Mitte,
in: FREITAG v. 29.11.
- Inhalt:
WALTHER setzt sich auf seine Weise mit
Arnulf BARING auseinander:
"Was »die
Wiederbelebung der Selbständigkeit und Eigenverantwortung« sowie die
Verkrustungen des Sozialstaats angeht, ist Baring ein Experte mit
unbestreitbarer Lebenserfahrung. Mit 37 wurde er rundum versorgter
Professor auf Lebenszeit an einer der verrottetsten Universitäten
der Republik. Seit 1969 ist er jeder Bemühung um Selbstständigkeit,
Wettbewerb und Altersvorsorge ledig. Seine sozialpolitische
Kompetenz reicht also bestenfalls für den Stammtisch".
- WALTHER, Rudolf (2002):
Pflastersteine.
Ein neues Pariser Manifest,
in: Frankfurter Rundschau v. 11.12.
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WALTHER, Rudolf (2002): Pressekrieg.
Linksbündig. Von der Kampagne zur Farce,
in: Freitag Nr.01 v. 27.12.
- Inhalt:
WALTHER fasst die FAZ-Debatte von BARING über
Rainer
MERKEL bis zu
Frank SCHIRRMACHER nochmals zusammen:
"Den peinlichsten
Tiefpunkt erreichte das FAZ-Scharmützel mit dem Beitrag des
Nachwuchspoeten
Rainer Merkel (FAZ 6.12.02).
(...).
Als ob es noch eines Beweises bedurft hätte, dass die vielleicht
geplante, vielleicht improvisierte Kampagne längst zur
Farce geworden war, bestieg Don Frank
Schirrmacher von La Mancha seine alte Rosinante und hetzte sie ins
letzte Gefecht (FAZ 17.12.02). Publizistisch in die
Defensive geraten und persönlich zur Spottfigur geworden, entschloss
sich Ritter Frank zur Konterattacke mit der totalen Verbalkeule."
- WALTHER,
Rudolf (2003): Diskussion bis 0 Uhr 30. Prima!
Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: die Tagebücher
von Rudi Dutschke - und eine Monographie über die 68er,
in: Tagesspiegel v. 25.05.
- Inhalt:
WALTHER beschreibt sich zuerst als 68er, um dann die
Tagebücher von
Rudi DUTSCHKE
zu loben und zuletzt das
Buch von Jürgen BUSCHE zu
verreißen:
"Das
offensichtlich schnell hingeschriebene Büchlein lebt von
wohlfeilen Ressentiments gegen »die geistige Diktatur« der »Adorno,
Bloch, Lukács, Mitscherlich, Althusser«, der erst 1972 ins
Deutsche übersetzt wurde! Die wirklich einflussreichen und
viel gelesenen Bücher aus der Reihe »res novae« – darunter
»Die Transformation der Demokratie« (1968) von Johannes
Agnoli und Peter Brückner – wird dagegen nicht einmal
erwähnt. Busche befasst sich stattdessen mit Gemeinplätzen,
Kalauern (Lafontaine als »Mann für Bars und Barrikaden«) und
freihändigen Spekulationen über den »Gemütshaushalt der
68er«. Er lässt dabei kein Stereotyp aus und arbeitet mit
der Methode des Instant-Feuilletons".
- WALTHER, Rudolf (2003): Formt keine
Bataillone!
Die Intellektuellen Frankreichs verhalten sich während der Streiks
auffallend ruhig,
in: Frankfurter Rundschau v. 13.06.
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WALTHER, Rudolf (2003): Rund geschliffen.
Grünen-Parteitag zur "Agenda 2010". Ankunft in jener alten Mitte,
in der nur noch Konformismus zählt,
in: Freitag Nr.25 v. 13.06.
- Inhalt:
WALTHER beklagt die FDPsierung der Grünen:
"Eine
geradezu idealtypische Verkörperung rundgeschliffener grüner
Mittigkeit und Mittelmäßigkeit ist
Oswald Metzger, (...) der (...) in jeder Hinsicht grüne
Gegenwart und Zukunft repräsentiert: In der brachial-plumpen Sprache
eines Stefan Effenberg plappert er die neoliberalen Lebkuchenverse
von Hans-Olaf Henkel, Meinhard Miegel
oder Arnulf Baring nach (...). Und wie die drei Vorbeter des
neoliberalen Clans lässt sich auch Metzger in seiner
Marktverblendung ebenso wenig auf Debatten darüber ein, welchen
Bevölkerungsschichten Steuern und Abgaben erspart oder mehr
Eigenleistungen zugemutet werden können oder für wen
sozialstaatliche Transferleistungen überflüssig sind.
Der nächste Schritt, den das grüne juste milieu
vorbereitet, ist die Einstimmung von Mitgliedern, Wählern und
Publikum auf eine Kooperation mit der CDU. Auch hier zählt Metzger
zu den lauten Trompetern, um die Hausmusik der Klientelpartei FDP
nachzuspielen."
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WALTHER, Rudolf (2004): Ende der Geduld.
Die französischen Intellektuellen proben den Aufstand,
in: Freitag Nr.10 v. 27.02.
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WALTHER, Rudolf (2004): Wir wollen letztlich frei sein.
Nach dem Überbau des "Empire"
betrachten Michael Hardt und Antonio Negri in ihrem neuen Buch die
Basis: die "Multitude". Statt
soziale und politische Konstellationen präzise zu analysieren, bieten
sie jedoch nur normativ aufgeladene Glaubenssätze an,
in: TAZ v. 09.10.
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WALTHER, Rudolf (2005): Nette Aussichten,
in: DeutschlandRadio v. 06.11.
- Inhalt:
Rudolf WALTHER beschäftigt sich mit den
Beiträgen von
Botho STRAUß
und
Dietmar DATH,
die eine zukünftige schwarz-grüne Koalition schon einmal mit höheren
Weihen ausgestattet haben.
- WALTHER, Rudolf (2006): Was
Gesellschaften zusammenhält.
Frank Schirrmachers apokalyptisches Szenario,
in: Frankfurter Hefte/Neue Gesellschaft, April
- Kommentar:
"Die Geburtenrate sinkt. Das ist unumstritten, insofern
stimmt der Buchtitel
Minimum" von Frank SCHIRRMACHER, behauptet WALTHER.
Tatsächlich
ist es durchaus umstritten, dass die Geburtenrate sinkt. Es stimmt
zwar, dass die GeburtenZAHLEN sinken, dahinter verbirgt sich jedoch
keine sinkende, sondern eine ziemlich konstante GeburtenRATE.
Auch wenn die Mitte-Presse im März durch
Falschmeldungen das Gegenteil suggerieren wollte.
Ob
die GeburtenRATE nicht sogar bei den jüngeren Frauenjahrgängen wieder
angestiegen ist, das ist
noch nicht geklärt,
weil die Statistik immer nur die jüngere Vergangenheit, aber nicht die
Gegenwart abbildet.
WALTHER
geht u.a. näher auf das Familienverständnis von SCHIRRMACHER ein:
"Mit
einem Sohn hat der Familienverband Schirrmacher bislang
unterdurchschnittlich zur ominösen »Bestandserhaltung der Bevölkerung«
(zu der er weder Ausländer noch Einwanderer zählt!) beigetragen.
-
WALTHER, Rudolf (2006): Radikal verengtes Weltbild.
Bettina Röhls Buch
über ihre Eltern Ulrike Meinhof und Klaus Rainer Röhl
präsentiert sich als Enthüllungsgeschichte. Doch das meiste
war längst bekannt,
in: Die ZEIT Nr.16 v. 12.04.
- Inhalt:
Rudolf
WALTHER schließt sich in seiner Rezension des Buches
"So macht
Kommunismus Spaß!" von Bettina RÖHL dem
Befund von
Willi WINKLER an.
- Neu:
WALTHER, Rudolf (2006): Rat der Toleranzwächter.
Die Wertedebatte des
"Bündnisses für Erziehung" ist nutzlos. Stattdessen sollten lieber
gleiche Rechte, gleiche soziale Chancen und gleiche Bildungschancen
geschaffen werden,
in: TAZ v. 28.04.
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Klappentext
"Das halblederne Mammut im bürgerlichen
Wohnzimmer ist so gut wie ausgestorben. Kaum jemand
stellt sich heute noch die 25 Bände eines Lexikons
ins Regal. Ein Mausklick genügt, und schon rieselt
ein Haufen von Informationen auf den Bildschirm.
Unser Wissen kennt keinen Kanon mehr, nur noch Bits
und Bytes - Zeit
für einen Rückblick auf das, was einst Bildung hieß.
»Das Letzte Lexikon ist der Reader's Digest, das
lebendige Poesiealbum und der nostalgische Abgesang
auf ein großes literarisches Genre«, schreiben die
drei Autoren, die ironisch, doch ohne Häme und
Besserwisserei einen riesigen Bücherberg
durchstöbert haben. Noch einmal führen sie uns die
nützlichen Handreichungen und die ideologischen
Verirrungen einer 250jährigen Tradition vor
Augen. Martin Halter tummelte sich im Ozean der
Hoch- und der Alltagskultur, Walter Bartens taute
die eingefrorenen Wissensbestände von Medizin,
Technik und Naturwissenschaften auf, und Rudolf
Walther fischte in den trüben Gewässern der Politik;
ab und zu steigen auch Luftblasen aus Sport,
Sexualität oder Theologie auf.
Wer hätte nicht als Kind in einem alten
»Konversations-Lexikon« geschmökert? Bunt und
komisch, nüchtern und phantastisch wie auf den
knisternden Tafeln, aus denen Max Ernst seine
Collagen schuf, zeigt sich der Trümmerhaufen des
vergangenen Wissens - ein rührendes und
melancholisches Memento mori unserer Weltkenntnis."
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