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Karl Lauterbach: Der Zweiklassenstaat

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1963 in Düren geboren
    • SPD-Abgeordneter
    • 2007 Buch "Der Zweiklassenstaat"
    • Direktor des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE) der Universität Köln
 
       
     
       
   

Karl Lauterbach in seiner eigenen Schreibe

 
   

LAUTERBACH, Karl (2004): Die falsche Arznei.
Reformen braucht das Land - aber die richtigen. Ein nachhaltiges Wachstum und mehr Jobs werden nur mit einer gerechten Bildungs-, Gesundheits- und Familienpolitik erreicht,
in: TAZ v. 24.06.

Karl LAUTERBACH u. a. über die Familienpolitik: "Der dritte Bereich, in dem gute Ökonomie und soziale Gerechtigkeit sich die Hand geben, ist unsere Familienpolitik, in der wir bislang mangels Angebot an Ganztagsschulen insbesondere allein erziehende Frauen aus dem Beruf drängen, was sie mit Armut konfrontiert und die Bildungschancen ihrer Kinder reduziert. In den skandinavischen Ländern hat gerade die verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch hochwertige Ganztagsschulen die Frauenarbeitsquote erhöht und die Arbeitslosigkeit gesenkt. So lange, wie diese zentralen Ungerechtigkeiten in der Gesundheits-, Bildungs- und Familienpolitik nicht überwunden werden, fehlen die Voraussetzungen für nachhaltiges Wachstum in Deutschland."

LAUTERBACH, Karl & Bert RÜRUP (2006): Mehr Rente für kleine Leute?
Pro und Contra: Wer wenig verdient, stirbt um Jahre früher als besser verdienende Menschen. Um für ausgleichende Gerechtigkeit zu sorgen, fordert der Ökonom und SPD- Abgeordnete Karl Lauterbach eine Änderung des Rentensystems. Bert Rürup, Vorsitzender des Sachverständigenrates, widerspricht: Die Umverteilung von Einkommen sei »nicht genuine Aufgabe des Rentensystems«,
in: Die ZEIT Nr.7 v. 09.02.

LAUTERBACH, Karl (2007): Arme subventionieren Reiche.
Der deutsche Staat bekämpft soziale Ungleichheit nicht - er verstärkt sie sogar noch. Das zeigte sich jetzt wieder bei der Pflegereform: Gutsituierte müssen weniger zahlen,
in: TAZ v. 26.06.

Karl LAUTERBACH präsentiert seine Thesen vom Zweiklassenstaat, mit denen die SPD nach seiner Ansicht leicht Wahlen gewinnen könnte:

"Die Privilegierten werden das Phänomen des Zweiklassenstaats relativieren oder leugnen.
             Daher kommt es darauf an, wie sich die SPD entscheidet. Die Sozialdemokraten müssen den Zweiklassenstaat zu ihrem Thema machen, weil sich mit keinem anderen Thema in Deutschland so leicht Wahlen gewinnen lassen. Was die Mitte wirklich will, ist Leistung statt Privilegien. Zudem würde die SPD auch viele linke Wähler überzeugen, weil sich dort die vom Zweiklassenstaat Frustrierten sammeln."

 
       
   

Karl Lauterbach: Gespräche und Porträts

 
   

WINKELMANN, Ulrike (2003): Missionare überm Supermarkt.
Die Denkfabrik hinter der Gesundheitsreform,
in: TAZ v. 18.06.

LÖWISCH, Georg (2006): "Der SPD steht das nicht gut zu Gesicht".
Der SPD-Sozialexperte Karl Lauterbach meint, das Elterngeld sei in Zeiten von Kinderarmut nicht zu vertreten,
in: TAZ v. 29.04.

"Der Staat vermittelt den Eindruck, dass ihm die Kinder der einkommensstarken Akademikerinnen wichtiger sind. Das ist ein falsches Signal. Es ist auch nicht die Aufgabe des Staates die Kinderquote von Akademikerinnen zu erhöhen. Zudem ist auch die Grundlage falsch: Es ist nicht so, dass 40 Prozent der Akademikerinnen langfristig kinderlos sind. Neuere Studien sehen die Quote ungefähr bei der von Nichtakademikerinnen", kritisiert Karl LAUTERBACH.

NEUBACHER, Alexander (2007): "Die Kanzlerin ist wendig".
Der SPD-Bundestagsabgeordnete und Sozialwissenschaftler Karl Lauterbach, 42, über die Renaissance linker Sozialpolitik unter Regierungschefin Angela Merkel,
in: TAZ v. 26.06.

Karl LAUTERBACH u. a. über das geplante Elterngeld und Kinderbetreuung:

"SPIEGEL: Stört es Sie, dass die SPD ein einkommensabhängiges Elterngeld vorgeschlagen und mit durchgesetzt hat?
Lauterbach: Das ist ein Fehler, von dem ein sozialpolitisch katastrophales Signal ausgeht und das in der SPD-Basis sehr schlecht ankommt. Elternschaft wird kommerzialisiert. Dem Staat sind die Kinder einkommensstarker Familien offenbar wichtiger als die Kinder von Geringverdienern.
SPIEGEL: Beim Elterngeld geht es doch gerade darum, gutverdienende Akademikerinnen zum Kinderkriegen zu ermuntern.
Lauterbach: Es ist ein Märchen, dass Akademikerinnen deutlich weniger Kinder bekommen als Nichtstudierte. Alle Untersuchungen belegen: Akademikerinnen gebären in der Regel nur später. Ich finde deshalb, wir sollten statt privilegierter Eltern lieber benachteiligte Kinder fördern.
SPIEGEL: Auf welche Weise?
Lauterbach: Wir brauchen - wie in Frankreich und in den skandinavischen Ländern - eine hochwertige und kostenlose Ganztagesbetreuung. Die muss bereits bei den Zwei-, Dreijährigen ansetzen. Da müssen wir investieren. Von der Förderung in diesem Alter hängt ganz wesentlich ab, welche Bildung die Kinder später erreichen. Das ist die Phase, in der sich die Verhaltensweisen und Denkfähigkeiten am stärksten prägen lassen. Ein solches Angebot macht es allen sozialen Gruppen leichter, sich für Kinder zu entscheiden."

MÜLLER, Dirk (2010): "Wir haben derzeit einen Pflegebegriff, der völlig falsch funktioniert".
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach über die Zukunft der Pflegeversicherung,
in: DeutschlandRadio v. 03.12.

Neu:
HECKMANN, Dirk-Oliver (2013): "Es fehlt Geld für die Pflege".
SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach fordert Erhöhung des Pflegebeitrags,
in:
DeutschlandRadio v. 12.11.

"Zum einen ist es so, dass die Zahl derjenigen, die gepflegt werden müssen, ab 2020 sprunghaft ansteigen wird. Das ist dann der Fall, wenn die Babyboomer-Generation erstmalig auch pflegebedürftig wird. Dann werden wir jedes Jahr mehr Pflegebedürftige haben. Gleichzeitig sinkt natürlich die Zahl der jungen Menschen, die pflegen können, weil die Kinderlosigkeit der letzten Jahrzehnte dann voll durchschlägt. Und zum Dritten kommt dazu, dass viele Familien, die bisher untereinander sich geholfen haben, wo sozusagen Familienangehörige mit gepflegt haben, demnächst das nicht mehr tun werden, weil es schlicht und ergreifend diese Familienstruktur nicht mehr gibt. Die Menschen leben allein und haben dann auch im Alter nicht mehr die Familienmitglieder zur Verfügung, die helfen können",

behauptet Karl LAUTERBACH. Es gibt jedoch zur Zeit keinerlei Daten zur Bevölkerungsentwicklung, die auf dem aktuellen Stand der Volkszählung wäre, weshalb LAUTERBACH auch keine konkreten Zahlen nennt, sondern mit Angaben im Vagen bleibt.

Mitte der 1990er veröffentlichte der Soziologe Stefan HRADIL das Buch Die "Single"-Gesellschaft. Darin prognostizierte er einen Zuwachs an Pflegebedürftigen aufgrund der Zunahme von Singles. Die tatsächliche Entwicklung des Pflegebedarfs zeigt, dass die damaligen Berechnungen überhöht waren.

Diejenigen, die Prognosen für die Zukunft vorlegen, sollten an ihren Prognosen in der Vergangenheit gemessen werden. Dann gäbe es viel weniger Missbrauch in Politik und Wissenschaft. Das wäre auch Aufgabe von Medien, die der Aufklärung verpflichtet sind. Doch kritischer Journalismus in den Print-Medien war gestern.

 
       
   

Der Zweiklassenstaat (2007).
Wie die Privilegierten Deutschland ruinieren
Berlin: Rowohlt

 
   
     
 

Klappentext

"Der deutsche Sozialstaat ist schon lange kein Vorbild mehr für andere Länder. Im Gegenteil: Von unserem Sozialsystem profitieren besonders die Privilegierten, Verlierer sind die Armen und Benachteiligten. Sie werden nicht effizient unterstützt, mehr noch: Das System fördert sogar soziale Ungerechtigkeit und Massenarbeitslosigkeit. Karl Lauterbach, einer der führenden Sozialexperten Deutschlands, zeigt in seinem Buch: Deutschland ist zum Zweiklassenstaat verkommen. Etwa in der Bildung, wo vor allem Kinder höherer Schichten vom herrschenden Schulsystem profitieren. Oder in der Medizin, wo Privatversicherte schneller einen Arzttermin erhalten und besser behandelt werden. Oder auch bei der Rente: Weil Geringverdiener sechs bis neun Jahre kürzer leben, spart die Rentenkasse – und die Einkommensstarken sahnen ab. Lauterbach fordert die radikale Umkehr: Mehr Bildungschancen für die Ärmsten, gerechte Gesundheits-, Renten- und Pflegesysteme sowie die konsequente Beschneidung von Privilegien, die von Politikern und Lobbys verteidigt werden. Eine leidenschaftliche Streitschrift für soziale Gerechtigkeit."

 
     
 
       
     
   

Rezensionen

NIEJAHR, Elisabeth (2007): Leben wir wirklich im "Zweiklassenstaat"?
Der SPD-Abgeordnete und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach stellt sein Buch zur sozialen Spaltung vor,
in: Die ZEIT Nr.24 v. 06.06.

ANK (2007): Wo lebt bloß Karl Lauterbach?
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 17.06.

BÖRSCH-SUPAN, Axel (2007): Der Ruf nach Einheit.
Der SPD-Politiker Karl Lauterbach diagnostiziert vorschnell den "Zweiklassenstaat",
in: Berliner Zeitung v. 26.06.

"Viele der von Lauterbach angeprangerten Zustände sind in der Tat himmelschreiend. Lauterbach hat völlig recht, das deutsche Bildungssystem als im Kern marode zu bezeichnen, das es schafft, »oben und unten gleichzeitig zu versagen«. (...). Er hat auch recht, über unser Gesundheitssystem zu klagen, weil es das drittteuerste der Welt ist, aber nur mäßige Leistungen erwirtschaftet. Er hat recht, das absurde Abrechnungssystem, die Überheblichkeit der kassenärztlichen Vereinigungen, die schädliche Trennung von ambulanten und stationären Behandlungen und die Verinselung von Spezialisten anzuprangern und anschließend die verlogene Gesundheitsreform 2006 zu beweinen.
             Wenn dieses Buch ein wenig dazu beiträgt, Deutschland aufzurütteln (...) - dann hat das Buch einen großen Dienst geleistet. (...).
             Es ist gut, dass Lauterbach engagiert und mit vielen richtigen Fakten die Dringlichkeit tiefgreifender Reformen anmahnt. Was aber ganz und gar nicht überzeugt, sind seine Sprünge in den Klassenkampf"

meint Axel BÖRSCH-SUPAN, Direktor des Mannheimer Forschungsinstituts Ökonomie und Demografischer Wandel, zum Buch Der Zweiklassenstaat von Karl LAUTERBACH.

MÜLLER-JUNG, Joachim (2007): "Zweiklassenmedizin".
Lauterbachs Schrei,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.06.

MÜLLER-JUNG, der das Buch Der Zweiklassenstaat von Karl LAUTERBACH einzig auf den Aspekt der Zweiklassenmedizin reduziert, stellt fest:

"Seitdem Lauterbach vorige Woche sein Buch vorgestellt hat, gab es viele Reaktionen, aber noch keine vernehmbaren, die sich grundsätzlich gegen seine ungenierten Angriffe auf das medizinische System richten."

BITTNER, Wolfgang (2007): Von der Wiege bis zur Bahre.
Privilegien: In seinem Buch "Der Zweiklassenstaat" zieht der SPD-Politiker Karl Lauterbach eine erschütternde Bilanz des Sozialstaats Deutschland,
in: Freitag Nr.38 v. 21.09.

 
   

Karl Lauterbach im WWW

www.karllauterbach.de
 
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 26. Juni 2007
Update: 16. April 2015