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Peer Steinbrück: Auf der
Höhe der Zeit
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Peer Steinbrück in
seiner eigenen Schreibe
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-
STEINBRÜCK, Peer (2003): Etwas mehr Dynamik, bitte.
Soziale Gerechtigkeit heißt heute: Der Staat muss mehr Geld in
Bildung und Familien investieren. Für Gesundheit, Alter und Pflege
hingegen werden die Bürger stärker selbst vorsorgen müssen,
in: Die ZEIT Nr.47 v. 13.11.
- Inhalt:
Peer STEINBRÜCK skizziert den geplanten Umbau
des Sozialstaats:
"Mit
der
Agenda 2010 konsolidieren wir die sozialen Sicherungssysteme. In
der Perspektive darüber hinaus müssen wir sie auf eine neue,
zukunftsfeste Grundlage stellen, die der
Altersstruktur der Bevölkerung und den
langfristigen Tendenzen der Erwerbsarbeit Rechnung trägt.
Dazu
müssen wir die Finanzierung der sozialkonsumtiven Ausgaben, also der
Renten und der Leistungen im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit
und Pflegebedürftigkeit, vom Beschäftigungssystem lösen. (...).
Auf
längere Sicht sollte unser heutiges Versicherungsprinzip Schritt
für Schritt durch den Aufbau eines staatlichen Leistungssystems
ersetzt werden. Zu dessen Finanzierung müssten dann nicht nur die
Beitragszahler, sondern alle Steuerzahler herangezogen werden.
Entsprechend wären aber auch diese Leistungen für alle da. Dieses
allmähliche Umsteuern von einem beitrags- zu einem
steuerfinanzierten System würde die Lohnzusatzkosten erheblich
senken (...). Am Ende eines solchen Umsteuerungsprozesses könnte
eine bedarfsorientierte soziale Grundsicherung stehen, die im Falle
von Krankheit, Pflegebedürftigkeit, bei Arbeitslosigkeit und im
Rentenfall verlässlich vor Armut schützt und Rechtsansprüche auf
gesellschaftliche Teilhabe umfasst. Die darüber hinausgehende
Absicherung des Lebensstandards bedürfte dagegen einer zusätzlichen
betrieblichen oder individuellen Vorsorge."
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Peer Steinbrück:
Gespräche und Porträts
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Auf der
Höhe der Zeit (2007).
Soziale Demokratie und Fortschritt im 21.
Jahrhundert
(herausgegeben zusammen mit Matthias Platzeck und Frank-Walter
Steinmeier)
Berlin: Vorwärts
Buch
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Klappentext
"Von Willy
Brandt stammt die Mahnung an seine Partei, sie habe
auf der Höhe der Zeit zu sein, wenn Gutes bewirkt
werden soll. In diesen Monaten diskutiert die SPD ihr
neues Grundsatzprogramm. Es wird das erste
Grundsatzprogramm der deutschen Sozialdemokratie im
21. Jahrhundert sein, verfasst in einer Zeit äußerst
dynamischer ökonomischer und sozialer Veränderungen.
Gemeinsam mit über 50 Autorinnen und Autoren wollen
die drei Herausgeber deshalb definieren, welche
Schlüsse heute aus Willy Brandts Hinweis zu ziehen
sind: Was muss die Sozialdemokratie im 21. Jahrhundert
leisten? Welche Ziele soll sie verfolgen? Welche
Perspektiven und Hoffnungen kann sie - und nur sie -
den Menschen vermitteln? Mit Ihrem Buch wollen
Matthias Platzeck, Peer Steinbrück und Frank-Walter
Steinmeier die Debatte darüber neu in Gang setzen, wie
die SPD ihre Werte der Freiheit, Gerechtigkeit und
Solidarität in eine progessive Politik für den
sozialen Aufstieg, für größere Lebenschancen und einen
vorsorgenden Sozialstaat übersetzen kann."
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Beitrag von
single-generation.de zum Thema
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Das Buch in der Debatte
- Neu:
WALTER, Franz (2007): die neue SPD - kalt und streberhaft.
Die SPD nach Schröder und Müntefering formiert sich. Sie
macht sich nicht mehr für die Schwachen stark, sondern für
die Tüchtigen, bricht mit alten Tugenden - Matthias
Platzeck, Peer Steinbrück und Frank-Walter Steinmeier werden
heute Nachmittag den neuen kalten Kurs skizzieren,
in: Spiegel Online v. 03.09.
- Inhalt:
"Die Dynamisierung der Rentenleistungen durch
die Kopplung der Ruhestandsbezüge an die Lohnentwicklung
eröffnete älteren Menschen bisher ungekannte Optionen -
nicht zuletzt die Chance, noch einmal im Leben etwas zu
beginnen, was zuvor wegen allerlei familiärer und
beruflicher Pflichten nicht recht zu machen war. (...).
Doch
gerade diese Vorsorgereform der Alterssicherung durch das
Solidarprinzip ist den modernen Sozialdemokraten eher
zuwider, weshalb sie diese auch schon seit Jahren
systematisch aushöhlen. In ihrer kalten Technokratensprache
wird das gerne damit begründet, dass man eben mit Aussicht
auf Ertrag in die Zukunft investieren wolle und nicht
sinnlos in die Vergangenheit.
Einfacher
ausgedrückt: Die unproduktiven Rentner kosten zu viel.
Komplexer formuliert: Die negative Dialektik des
Vorsorgeprinzips führt oft genug dazu, dass in
Problemlösungen etliche unbeabsichtigte Folgeprobleme
lauern.
Die
große Rentenvorsorge von 1957 ging im Laufe der Zeit zu
Lasten der Jüngeren, so erzählen es jedenfalls gegenwärtig
die modernen Sozialdemokraten. Daher wird die Vorsorgereform
der Adenauer-Zeit 50 Jahre später ihrerseits vorsorgend
reformiert.
Und
man kann sich bereits jetzt sicher sein, dass diese
gegenwärtige Reform der früheren Reform in spätestens 20 bis
30 Jahren zu dem gigantischen Problem von Altersarmut
zumindest beim unteren Drittel der Bevölkerung führen wird",
meint der Politikwissenschaftler
Franz WALTER.
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