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Thomas Gesterkamp: "neue Väter" und die New Economy

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1957 geboren
    • Studium der Soziologie, Pädagogik und Publizistik,
    • Promotion in Politikwissenschaft über männliche Arbeits- und Lebensstile in der Informationsgesellschaft
    • Mitbegründer des "Väter-Experten-Netz Deutschland" (VEND)
    • 1996 Buch "Hauptsache Arbeit?" (Co-Autor: Dieter Schnack)
    • 2002 Buch "gutesleben.de"
    • 2004 Buch "Die Krise der Kerle"
    • Journalist und Buchautor, lebt in Köln und ist Vater einer Tochter
 
       
     
       
   

Thomas Gesterkamp in seiner eigenen Schreibe

 
   
  • GESTERKAMP, Thomas (1996): Männerbund Gewerkschaft,
    in: Gewerkschaftliche Monatshefte, September
  • GESTERKAMP, Thomas (2000): Auf den Geschmack gekommen.
    Kürzer arbeiten bei VW,
    in: junge Welt v. 28.06.
  • GESTERKAMP, Thomas (2000): Arbeitszeit und Lebensstil,
    in:
    Rainer Wieland & Karin Scherrer (Hg.) Arbeitswelten von Morgen, Wiesbaden: Westdeutscher Verlag
  • GESTERKAMP, Thomas (2000): Mann gönnt sich ja sonst nichts, in: Jan Engelmann & Michael Wiedemeyer (Hg.) Kursbuch Arbeit. Ausstieg aus der Jobholder-Gesellschaft - Start in eine neue Tätigkeitskultur? Stuttgart/München: DVA, S.133-142
  • GESTERKAMP, Thomas (2002): Ab in die Mutti-Ecke!
    Was ist die Familie wert? (5) Viel, sagen die Parteien derzeit und versprechen mehr Kindergeld. Doch viel wichtiger ist etwas anderes: mehr elternfreundliche Jobs,
    in: TAZ v. 27.04.
  • GESTERKAMP, Thomas (2003): Mit 40 zum alten Eisen.
    Der Jugendkult der Arbeitswelt,
    in: Blätter für deutsche und internationale Politik, Februar
  • GESTERKAMP, Thomas (2003): Die Krise der Kerle.
    Der Mann ist kein Irrtum der Natur, sondern ein Produkt der Gesellschaft: Die satirisch anmutenden Abgesänge auf das Y-Chromosom brauchen dringend eine Gegenstimme
    in: TAZ v. 22.11.
  • GESTERKAMP, Thomas (2004): Der deutsche Einheitsbrei.
    Die meisten Zeitungen unterstützten die Agenda 2010. Seit Hartz IV droht, versucht vor allem die Boulevardpresse, sich als Anwältin der Betroffenen zu profilieren,
    in: Jungle World Nr.37 v. 01.09.
  • GESTERKAMP, Thomas (2005): Chance für Papa.
    Beim einkommensabhängigen Elterngeld geht es weder um Demografie noch um Verteilungsgerechtigkeit, sondern darum, engagierte Vätern zu ermutigen,
    in: TAZ v. 28.11.
    • Kommentar:
      Mitte der 80er Jahre köderte die CDU die feministischen Frauen mit der Wahlfreiheit, neuerdings ködert die CDU die neuen Männer.

                
      Thomas GESTERKAMP verteidigt das unsoziale Elterngeld mit dem gleichen Argument wie bereits DETTLING Junior. Und fügt klassenkämpferisch hinzu:
                
      "Macht ausgerechnet die große Koalition Schluss mit dem Erziehungsgeld? Der vor 20 Jahren eingeführte Zuschuss wirkte faktisch als Muttiprämie für Geringverdienerinnen, für die 300 Euro monatlich ein willkommenes Zubrot waren. Qualifizierte Frauen, erst recht die Männer konnte man so nicht gewinnen."
                
      Das Elterngeld wendet sich jedoch nicht - wie GESTERKAMP behauptet - an qualifizierte Frauen, sondern nur an beruflich erfolgreiche Frauen.
  • GESTERKAMP, Thomas (2005): Double Losers.
    Arm und gleich (IV): Es ist zu einfach, Frauen als die Hauptverliererinnen der Arbeitsmarktgesetze zu sehen. Joblosigkeit entwickelt sich zum männlichen Problem,
    in: TAZ v. 08.01.
    • Inhalt:
      Thomas GESTERKAMP nimmt sich des Themas vom sozial deklassierten Mann an:

            
        "»Starke Typen, aber keine Bräute«, übertitelte die Zeitschrift Geo einen Bericht über die demografische Entwicklung in Deutschland. Im sächsischen Hoyerswerda kommen danach auf 100 Männer im Alter von 18 bis 29 Jahre nur noch 83 Frauen, im vorpommerschen Landkreis Uecker-Randow sind es gar nur 76. Ursache ist die weibliche Abwanderung nach Westen: Frauen kehren den strukturschwachen Regionen häufiger den Rücken.
      Die Unbeweglichkeit der Männer am Arbeitsmarkt hat Folgen.
      "
  • GESTERKAMP, Thomas (2006): Das Hugh-Grant-Komplott.
    Wer ist schuld an der niedrigen Geburtenrate? Die Männer, sagen immer mehr Studien. Denn vielen potenziellen Vätern ist die Gründung einer Familie schlicht zu anstrengend,
    in: TAZ v. 21.03.
  • GESTERKAMP, Thomas (2007): Die Wacht an der Saar.
    Wo "Fremdarbeiter" und "Fremdbetreuung" Hand in Hand gehen: Oskar Lafontaine unterstützt die seltsam reaktionäre Familienpolitik seiner Frau Christa Müller,
    in: TAZ v. 09.08.
    • Inhalt:
      "
      Die deutsche Mutter bleibt wie Christa Müller zu Hause. Jetzt fordert die »Eva Herman der Linken« (FAZ) zusammen mit christlichen Verbänden auch noch ein Erziehungsgehalt. Die Parteispitze ist aufgebracht, ebenso die Frauenarbeitsgemeinschaft auf Bundesebene. Müller aber bleibt unbehelligt »familienpolitische Sprecherin« der Linken im Saarland - und macht die Wünsche des ultrakonservativen »Familiennetzwerks« populär. Überzeugte Hausfrauen, enttäuschte Väterrechtler, militante Abtreibungsgegner und fundamentale Kleriker haben sich verbündet, weil ihnen in der Familienpolitik die ganze Richtung missfällt.
      So strandet der linke Populismus aus dem Hause Lafontaine genau dort, wo er hingehört: rechts außen, wo Fremdarbeiter und Fremdbetreuung nicht nur sprachlich zusammenpassen
      ",
      kritisiert Thomas GESTERKAMP, der bei seiner Aufzählung die reaktionäre Familienpartei vergessen hat, die ausgerechnet im Saarland ihren größten Triumph bei der letzten Bundestagswahl feierte.
  • Neu:
    GESTERKAMP, Thomas (2007): Väter zwischen Laptop und Wickeltisch. In: Tanja Mühling & Harald Rost (Hg.) Väter im Blickpunkt. Perspektiven der Familienforschung, Opladen: Verlag Barbara Budrich
 
       
   

Thomas Gesterkamp im Gespräch

 
   
  • FRIELINGHAUS, Jana (2000): Was tun für die Gleichstellung von Müttern,
    in:
    Junge Welt v. 17.05.
  • GÖROGLU, Rana (2006): Das Hugh-Grant-Syndrom
    Der Autor und Männerexperte Thomas Gesterkamp, 48, über die Vorteile der neuen Männlichkeit, den Sinn von Mucki-Buden und über die ambivalenten Erwartungen der Frauen,
    in: zitty v. 20.07.
  • OESTREICH, Heide (2007): "Die Dinosaurier gehen in Rente".
    Die Zahl der Väter in Elternzeit hat sich kaum erhöht. Warum Väter nach wie vor die Praktikanten der Familie sind, erklärt der Politikwissenschaftler und Autor Thomas Gesterkamp in seinem neuen Buch. Schuld sind demnach "Dinosaurier-Dads", parasitäre Frauen und das Familienministerium, das dringend eine Doppelspitze braucht,
    in:
    TAZ v. 05.07.
    • Inhalt:
      Heide OESTREICH im Gespräch mit Thomas GESTERKAMP, einem fast typischen Vertreter des Doppelkarrieremodells:

                   "Es fliehen tatsächlich jetzt schon viele Männer vor der Vaterschaft - der berühmte Zeugungsstreik.
                   Ja. Die Ansprüche der Frauen an ihre Väterlichkeit sind gestiegen, aber die Ansprüche an die Ernährerrolle sind nicht in gleichem Maße gesunken. Davor haben viele Männer Angst.
                   Wie kann die Politik helfen?
      Sehr viel. Sie muss fördern, dass Frauen auch finanzielle Verantwortung tragen, damit Männer auch Väter sein können. Alles, was die Hausfrauenrolle stützt, muss weg: das Ehegatten-Splitting, die kostenlose Mitversicherung von Hausfrauen in der Krankenkasse. Frauen sollten keinen lebenslangen Unterhalt mehr nach einer Scheidung bekommen. Man kann sich auch fragen, warum Frauen, deren Männer früh sterben, lebenslang alimentiert werden müssen. Wenn sich das ändert, werden sich auch andere Beziehungskonstellationen ergeben.
      "
 
       
   

gutesleben.de (2002)
Die neue Balance von Arbeit und Liebe
Klett-Cotta

 
   
 
 

Klappentext

"Statt klarer Berufswege und stabiler privater Beziehungen dominiert heute der biografische Zickzackkurs. Frauen und Männer suchen eine neue Balance zwischen Partnerschaft, Job und Familie. Sie basteln am Projekt »gutesleben.de«. Niemand weiß so recht, was daraus wird. Man probiert einfach mal aus.
Kann ausgerechnet die digitale Wirtschaft die alte Vision vom »guten Leben« mit neuem Geist erfüllen? Der Vertrag der Industriegesellschaft mit den Arbeitsmännern ist aufgekündigt. Sind Frauen besser vorbereitet auf die Ökonomie des Wissens? Oder gibt doch den Ausschlag, dass Informatik ganz überwiegend Männersache ist?
Was wird aus den Familien in einer Zeit, in der die Erwerbsarbeit keine klaren Grenzen mehr kennt? Die klaren Zuordnungen der Geschlechter in Beruf und Privatem gelten nicht mehr. Frauen wollen nicht nur das Zubrot verdienen, Männer bei der Erziehung ihrer Kinder nicht mehr abseits stehen.
Die verschiedenen Anforderungen und Erwartungen abzustimmen ist ein täglicher Balanceakt. Weibliche wie männliche Artisten suchen das Gleichgewicht. Manchmal kommen sie dem Absturz gefährlich nahe, sie können aber auch zu gefeierten Künstlern werden. Sie lieben die Spannung, müssen jedoch auf Zerreißproben gefasst sein: Ihr Sicherheitsnetz ist locker geknüpft, oft nur notdürftig geflickt. Hauptsache, das »gute Leben« rückt ein wenig näher."

 
 
 
       
   

"Neue Väter" in der Debatte

 
     
       
   

Hauptsache Arbeit? (1996)
Männer zwischen Beruf und Familie
Reinbek: Rowohlt

 
   
 
 

Klappentext zu "Hauptsache Arbeit?"

"Die traditionelle Arbeitsteilung in der Familie hat auch für Väter einen hohen Preis. Zu Hause leben viele Männer wie Fremdlinge, die nur schwer Kontakt zu ihren Kindern finden. Papas Welt liegt woanders: Es nützt wenig, die neue Väterlichkeit auszurufen, wenn die Männer im Berufsleben feststecken. Wie soll Arbeit umverteilt werden, wenn die Angst vor Veränderung größer ist als der Mut, sich auf bisher unbekannte Lebenserfahrungen einzulassen? Wer einen Job hat, nimmt alles in Kauf, um ihn zu behalten: lange Anfahrtswege, Überstunden, Ducken vor dem Chef. Auch in der Mittelschicht wächst die Angst vor dem sozialen Abstieg. Alle haben es inzwischen begriffen: Vollbeschäftigung nach Art der sechziger Jahre wird es nicht mehr geben. Das männliche Arbeitskonzept »Vollzeit bis zur Rente« ist ein Auslaufmodell. Die Autoren sind der Ansicht, dass man die Debatten über die Zukunft der Arbeit, der Familie und der männlichen Identität zusammenführen muss. Dieter Schnack und Thomas Gesterkamp machen Vorschläge, wie Männer die verschiedenen Bereiche ihres Lebens in ein besseres Gleichgewicht bringen können."

 
 
 
       
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 03. März 2001
Update: 29. November 2008
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