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Udo Di Fabio:
Die Kultur der Freiheit
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Zur Person
- 1954 in Walsum
geboren
- 2005 Buch
"Die Kultur der Freiheit"
- Professor für öffentliches
Recht an der Universität Bonn
- Richter des
Bundesverfassungsgerichts
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Udo Di Fabio
in seiner eigenen Schreibe
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- DI FABIO, Udo (2003): Die Grundlagen der
Gemeinschaft.
Der Sozialstaat ist überspannt: Er gefährdet die soziale
Gerechtigkeit. Auch unser Verfassungsverständnis muß der
neuen Herausforderung angepaßt werden. Gerade unsere
Grundrechtsinterpretation hat aus der Sicherheit einer
wohlhabenden und stabilen staatlichen Gemeinschaft heraus
manche Blüte getrieben, die den Blick auf die Grundlagen
verdeckt,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 22.10.
- Kommentar:
Der Verfassungsrichter DI FABIO
verteidigt nicht die vertikale (soziale Ungleichheit),
sondern nur die horizontale Gerechtigkeit (Ungleichheit
der Lebensformen).
Dies
steht im Einklang mit Positionen von
Jürgen BORCHERT und
Hans-Werner SINN, die
Kinderlose -
unabhängig von ihrer sozialen Lage - gegenüber
Haushaltsfamilien benachteiligen wollen:
"Die
gesamte Sozialpolitik muß dem Umstand Rechnung tragen, daß
Kinderlose mit Erwerbseinkommen weit größere Möglichkeiten
zu freiem Konsum oder gerade auch zur Altersvorsorge
besitzen als vergleichbare Einkommensbezieher mit Kindern.
Wer das Rentenniveau senkt, weil die Beitragszahler
weniger werden, sollte dies gebührend berücksichtigen".
-
DI FABIO, Udo (2005): Gelebtes Glück überzeugt.
Udo di Fabio plädiert für mehr
Selbstbewußtsein im Umgang mit religiösen Minderheiten. Eine
offene Gemeinschaft könne nur überleben, wenn sie ihre
Identität pflegt und bestärkt,
in: Welt am Sonntag v. 31.07.
-
DI FABIO, Udo (2005): Blick nach vorn im Streit.
Zwischen Neoliberalen und Neosozialisten klafft ein
Graben, der im diskursiven Brückenschlag zu überwinden wäre,
in: Frankfurter Rundschau v. 24.09.
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Udo Di Fabio:
Porträts und Gespräche
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-
KERSCHER, Helmut (2005): Ein Konservativer in Rot.
Er gilt als Star unter den Juristen in
Karlsruhe, und seine Werte entstammen einem rigidem
Weltbild. Warum Verfassungsrichter Udo Di Fabio der Mann
ist, der über die Neuwahl entscheiden könnte,
in: Süddeutsche Zeitung v. 14. 07.
- DUBBE, Daniel (2005): Erschöpft nach einer
durchtanzten Nacht.
Udo Di Fabio sieht Europa am Wendepunkt. Durch Hedonismus
und Ichsucht schaden wir uns selbst,
in: Rheinischer Merkur Nr.42 v. 20.10.
-
SCHREIBER, Mathias/DOERRY, Martin/HIPP, Dietmar (2005): "Wir
brauchen ein neues bürgerliches Zeitalter".
Verfassungsrichter Udo Di Fabio über die Neuwahlen, die
Rückbesinnung auf tradierte Werte und sein neues Buch "Die
Kultur der Freiheit",
in: Spiegel Nr.44 v. 31.10.
-
LAU, Jörg & Stephan LEBERT (2005): Kinder statt Urlaub.
Ein Gespräch mit Bundesverfassungsrichter Udo
Di Fabio über die Wiederentdeckung der Familie, seine
Herkunft aus dem Arbeitermilieu und über die Fehler der
Konservativen,
in: Die ZEIT Nr.45 v. 03.11.
- Kommentar:
Im ZEIT-Interview von
Jörg LAU &
Stephan LEBERT
geht es einmal quer durch den konservativen Gemüsegarten.
Udo
DI FABIO outet sich als später Vater und liegt damit in
jenem Trend, der Autorinnen wie WINKELMANN oder DINKLAGE
von einem
Zeugungsstreik reden lässt.
DI
FABIO hält "eine Fehlgewichtung der Werte" für die Ursache
des Kinderlosigkeit.
Vielleicht
ist die hohe Kinderlosigkeit aber einerseits auch nur ein
statistisches Artefakt
und andererseits das Ergebnis einer
geschlossenen Gesellschaft?
DI
FABIOs Lebenslauf weist ja darauf hin, dass Aufsteiger
offenbar erst relativ spät Kinder bekommen.
Dabei
war DI FABIO im Gegensatz zu heutigen Karrieristen ein
Glückskind.
Wir
werden im Zusammenhang mit unserer
Kritik an Susanne GASCHKE genau diesem Aspekt
besondere Aufmerksamkeit widmen.
-
FEDDERSEN, Jan & Susanne LANG (2005): "Ich bin kein
Tugendwächter".
Er ist der konservative Star des Jahres - Udo Di Fabio,
Verfassungsrichter und Autor von "Die Kultur der Freiheit".
Was hat er nur am deutschen Zeitgeist zu meckern?
in: TAZ v. 31.12.
- Kommentar:
FEDDERSEN & LANG machen Udo Di FABIO
in der taz salonfähig.
Er
wird dazu mit dem Flair des Rebellischen versehen. Das
ging bekanntlich bereits beim
Mopedrocker
Friedrich MERZ daneben. Wer will heutzutage überhaupt
noch Rebell sein, wenn konformistische Karrieristen wie
MERZ und Di FABIO als jugendliche Rebellen posieren?
Spätestens seit das Rebellentum mit Joschka FISCHER 1998
im Mainstream angekommen ist, ist der Hipster zum wahren
Spießer avanciert.
Wenn
jetzt das Buch
"Konsumrebellen" von HEATH & POTTER den
Individualismus des Hipsters als wahren Konformismus
entlarven will, dann tut es dies ausgerechnet in jenem
historischen Moment, in dem der Autoritarismus des neuen
Bürgertums - mit seinem Zwang zum Konformen - als
alternativlos erscheint. HEATH & POTTER schwimmen damit
wie Di FABIO mit dem Zeitgeist. Es sind nur die zwei
Seiten der selben Medaille.
In
dem Moment, wo Di FABIO Farbe hätte bekennen müssen, haben
FEDDERSEN & LANG das Gespräch in seichtes Fahrwasser
gelenkt. Denn was ist ein halbherziges Bekenntnis zur
Homoehe light - sozusagen auf Widerruf - wert, wenn Kinder
nicht in ausreichender Zahl zur Welt kommen? Und wer
definiert, was ausreichend ist?
Di
FABIO zeigt sich hier als Virtuose der medialen
Spaßgesellschaft: die taz wird als Nullmedium
vorgeführt...
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Die
Kultur der Freiheit (2005).
Der Westen gerät in Gefahr, weil eine
falsche Idee der Freiheit die Alltagsvernunft zerstört
München:
C. H. Beck
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Klappentext
"Der
westliche Lebensstil bestimmt den Rhythmus der Welt.
Zugleich mehren sich Krisenzeichen. Im internationalen
Wettbewerb gehen diejenigen Nationen und Weltregionen
in Führung, die ein solides kulturelles Fundament
haben. Erfolg haben Kulturen, die zur dynamischen
Weltwirtschaft passen, Menschen motivieren, ihnen
Mitte und Identifikation bieten. Wer seine kulturellen
Kraftquellen nicht pflegt, steigt ab.
In Deutschland
haben wir uns an alten Ideen und Mächten abgearbeitet
und dabei Sinngehalte menschlicher Existenz
verschüttet: Liebe, Intimität, Familie, die
Erkenntnis, dass nur Kinder Zukunft bedeuten,
Leistungswille, Achtung vor Anderen,
Hilfsbereitschaft, religiöses Bekenntnis. Noch fehlen
Konzepte, die persönlichen Erfolg, Glück und
gemeinschaftliche Vitalität versprechen. Wir bekennen
uns zur Freiheit, aber spüren wir auch ihren Eros?
Wir müssen den
Aufbruch wagen in eine neue Epoche, mit einem
Bürgerbegriff ohne soziale Schranken, mit weniger
staatlicher Bevormundung, mehr Leistungsfreude, mehr
Sinn auch für Gemeinschaften, ohne die individuelles
Freisein gar nicht möglich wäre. Gemeinschaften sind
nur vital, wenn in ihnen eine stimmige Alltagsvernunft
gepflegt wird. Ohne sprachliche und historisch
gewachsene Kulturgemeinschaft vermag der freie Mensch
sich nicht zu entfalten."
Pressestimmen
"»Kultur der
Freiheit« (...) konstruiert den Überbau für einen
libertären Konservatismus und damit die Rechtfertigung
für Sozialabbau (...).
Di Fabio schmückt sich mit den Stichworten der
Modernität, wenn er den Markt und den Wettbewerb
preist und mischt das mit einem Plädoyer für eine
erneuerte Religiosisierung der Gesellschaft (...).
Di Fabio will die Menschen davon überzeugen, dass »ein
gutes Leben« eigentlich nur »in einer mit Kindern
gesegneten Familie gelebt werden« kann; es ist sein
eigenes Leben, sein Familienleben als Vater von vier
Kindern, das er zum Maßstab für alle macht. Gegen
seine Zufriedenheit mit dem eigenen Leben ist gar
nichts zu sagen, dagegen, wie er andere Lebensformen
diskreditiert, sehr wohl."
(Heribert Prantl in der Süddeutsche
Zeitung vom 16.07.2005)
Der "unablässig
wiederholte Appell, das Glück, das nur Kinder schenken
könnten, müsse endlich wieder anerkannt werden, (läßt
einen) ratlos. An den Staat richtet er sich nicht,
denn Umverteilung zugunsten der Familien liefe nur auf
eine Variante der von Di Fabio perhorreszierten
Sozialtechnologie hinaus, der die Kultur der Freiheit
gerade entgegenarbeiten soll. Sind am Rückgang der
Geburtenrate wirklich die Leitartikler schuld, die das
bürgerliche Leben schlechtreden? Wenn man sich daran
erinnert, daß das Thema des bürgerlichen Romans der
Ehebruch ist, spricht vielleicht doch Weisheit aus dem
vielgerügten Satz des laut DiFabio überragenden
Staatsmanns Adenauer, Kinder bekämen die Leute
sowieso."
(Patrick Bahners in der Frankfurter
Allgemeinen Zeitung vom 25.07.2005)
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Rezensionen
- PRANTL, Heribert (2005): Furor und
Gesetz.
Udo Di Fabios Erneuerung des Bürgertums aus altem Geist,
in: Süddeutsche Zeitung v. 16.07.
-
BAHNERS, Patrick (2005): Seid
fruchtbar und belehret euch.
Der Verfassungsrichter Udo Di Fabio redet zur deutschen
Nation,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 25.07.
-
MÜLLER-NEUHOF, Jost (2005): Neben dem Leben.
Der Verfassungsrichter Udo Di Fabio will den Konservatismus neu
denken – und fällt in alte Muster,
in: Tagesspiegel v. 08.08.
- Inhalt:
Nach Meinung von MÜLLER-NEUHOF gibt längst die
Familiengeneration Golf den Ton an, weswegen er Di FABIOs Buch "Die Kultur der Freiheit" für
rückständig hält:
"Spätestens
mit dem Ableben der Spaßgesellschaft ist der Single-Kult perdu. Udo
Di Fabio mutmaßt Widerstand, wo oftmals keiner (mehr) ist. Er
predigt den »Eros der Familiengründung« als Gegenentwurf zum
isolationistischen Selbstverwirklicher, merkt dabei aber nicht, dass
es zum Common Sense einer herangewachsenen und nunmehr erwachsenen
Generation gehört, nicht gern allein zu sein. Er sieht den Mut zu
mehr als zwei Kindern durch Medien und Trendsetter in Misskredit
gebracht, übersieht aber, dass etwa im
Berliner Baby-Boomer-Bezirk
Prenzlauer Berg drei Kinder längst zum guten Ton der stilprägenden
akademischen Mittelschicht gehören. Er beweint den Verlust der Ehre
als gesellschaftlichen Wert und hat vor lauter Trauer nicht
mitbekommen, dass deren zeitgemäßes Äquivalent, das Sozialprestige,
sich mittlerweile auch nach anderen Faktoren bemisst als nur nach
Einkommen und Wahl der Automarke.
Di
Fabio hat für jemanden, der beständig die Alltagsvernunft beschwört,
eine bemerkenswert lebensferne Zeitdiagnose abgeliefert."
-
ARNING, Matthias (2005): Aus Liebe zum Eigensinn.
Kämpferisch und penetrant: Udo Di Fabio wirbt für die
Freiheit und sehnt sich nach einem Aufbruch in eine neue
bürgerliche Epoche,
in: Frankfurter Rundschau v. 17.08.
- Inhalt:
Matthias ARNING lobt das
Buch "Kultur der Freiheit" des
Familienfundamentalisten
Udo Di FABIO, weil es in de Tradition des
libertären Konservatismus
eines
Paul NOLTE und
Paul
KIRCHHOF steht:
"Di
Fabios Denken knüpft an den Historiker Paul Nolte und den
Rechtswissenschaftler Paul Kirchhof an. Mit Nolte
verbindet ihn das Verständnis der Brüderlichkeit als
sozio-moralisches Substrat des Sozialstaats, mit Kirchhof
teilt er das Bild des in staatlicher Verfasstheit lebenden
Menschen als eines selbstbewussten, zur autonomen
Gestaltung seines Lebens fähigen Wesens."
-
WEYH, Florian Felix (2005): Streitschrift wider den
Zeitgeist.
Udo di Fabio: "Die Kultur der Freiheit",
in: DeutschlandRadio v. 19.08.
- Inhalt:
WEYH widerlegt die Überschrift des
Beitrags:
"Der
Ton ist klar, entschieden und durchaus nicht frei von
gepflegtem Ekel. Noch vor kurzem hätte er sich in so krassen
Widerspruch zum Zeitgeist gesetzt, dass ein Hinweis auf
»reaktionäres Gedankengut« genügte, jeden »anständigen«
Intellektuellen am Weiterlesen zu hindern. Indes, die Zeiten
sind nicht mehr vom uferlosen Liberalismus der
Achtundsechziger geprägt, ihre kaum jüngeren Gegner aus der
konservativ-bürgerlichen Fraktion streben die
Diskursherrschaft an.
Udo Di Fabio ist dabei ein besonderes Schwergewicht."
-
RATH, Christian (2005): Drei Kinder für alle.
Udo Di Fabios Wertepredigt,
in: TAZ v. 20.08.
- Inhalt:
Christian RATH kritisiert das
rückständige Familienbild von Di FABIO:
"Vitalität
- das klingt nach Reformhaus und nach aktivem Altern. Doch
bei Di Fabio geht es vor allem um Kinder. Eine Gesellschaft
ist für ihn nur vital und lebensbejahend, wenn sie
genügend Nachwuchs hervorbringt. Nun hat der 51-jährige
Richter und Soziologe mit seiner Frau schon vier Kinder
gezeugt und kann seine Botschaft damit glaubwürdig
vertreten. Allerdings hat er den nicht ganz so
Gebärfreudigen wenig mehr anzubieten als ein Plädoyer für
die alte bürgerliche Familie mit der Mutter als emotionalem
Mittelpunkt im Haushalt und dem »treu sorgenden«
Familienvater in der »beruflichen äußeren Welt«.
(...).
Di Fabio ist ein Werteprediger, der sich in der Zeit geirrt
hat. Er trauert alten Traditionen nach und kann den
gemeinschaftsstiftenden Wert des Neuen nicht erkennen. Er
ist letztlich selbst ein kulturkritischer Romantiker, der
die westliche Welt so, wie sie nun mal ist, einfach nicht
mag. Für die Mehrzahl der heute lebenden Menschen mit ihren
individualisierten und pluralistischen Lebensentwürfen trägt
er wenig Nützliches bei."
-
HEIDBRINK, Ludger (2005): Eros der Freiheit.
Udo Di Fabios
Verteidigung der bürgerlichen Gesellschaft,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 07.09.
- Inhalt:
"Wenn
man genauer hinschaut, finden sich zwischen den Zeilen
Spenglers Untergangsphilosophie wieder, die
Entzauberungskritik von Klages, Nietzsches Erneuerung des
Mythos, aber auch Adornos Lob des Nichtidentischen",
meint Ludger HEIDBRINK zum Buch "Kultur der Freiheit" von
Udo Di FABIO, den er als zeitgemäßen Konservativen
charakterisiert.
-
GEYER, Christian (2005): Udo Di Fabios Kindermanifest.
Das Sachbuch des Jahres,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 12.09.
- Kommentar:
Christian GEYER singt ein Loblied auf
das Buch von Udo Di FABIO.
Anknüpfend
an den Erfolg der
Schwarzen Visionen der 80er Jahren, bei denen mittels
Betonung der Wahlfreiheit die Aufwertung der
Hausfrauenfamilie betrieben wurde, bezeichnet GEYER den
Ansatz von Di FABIO als "postkonventionell und
selbstbestimmt: Wir können auch anders!".
Ziel
dieser Symbolpolitik ist die Akzentuierung der
Demographiedebatte als Wertedebatte, bei der die Schaffung
politischer Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von
Beruf und Familie sekundär ist.
Mittel hierzu ist "das öffentliche Sprechen über die
privaten Gründe und Gegengründe für die Lebensform Familie".
Kinderlose, seht endlich ein, dass nur Kinder ein erfülltes
Leben ermöglichen, will uns das durch die Blume sagen.
Für
GEYER ist Di FABIO ein Verbündeter im Geiste des
Paul KIRCHHOF.
-
Neu:
ULLRICH, Volker (2006):
Der Nationalsozialismus als heimtückische Krankheit.
Udo di Fabios "Kultur der Freiheit" (I),
in: Frankfurter Hefte/Neue Gesellschaft, April
- Inhalt:
Der Historiker ULLRICH kritisiert, dass die
deutschen Historiker zum Geschichtsbild des
Verfassungsrichter geschwiegen haben. Er sieht bei Di FABIO
den "Versuch, sich die deutsche Geschichte so zurecht zu
biegen, dass sie wieder zum Anknüpfungspunkt für ein
positives nationales Selbstbild werden kann."
- LENK, Kurt (2006):
Familie, Nation und Religion.
Udo di Fabios "Kultur der Freiheit" (II),
in: Frankfurter Hefte/Neue Gesellschaft, April
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- KISTENFEGER, Hartmut (2005): Konservativer
Rebell.
Der Richter mit den brisantesten Fällen in Karlsruhe, Udo Di
Fabio, rechnet mit deutscher Politik und Seelenlage ab,
in: Focus Nr.25 v. 20.06.
- Inhalt:
KISTENFEGER berichtet, dass der Richter des
Bundesverfassungsgerichts ein Buch mit dem Titel "Die Kultur der
Freiheit" geschrieben hat, das noch vor der Bundestagswahl
erscheinen soll.
KISTENFEGER
preist das Buch als "Manifest der Konservativen, ein Buch für die
Wende-Zeit".
- HANK, Rainer (2005): Was ist heute
konservativ?
Die Union muß wieder konservativ werden. Sie muß sagen, warum
zunächst die Freiheit kommt. Und dann erst die Gleichheit,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 24.07.
-
BRINK, Nana (2005): "Manifest einer politischen Nostalgie".
Rupert von Plottnitz über das Buch "Die Kultur der Freiheit",
in: DeutschlandRadio v. 28.07.
-
ADAM, Konrad (2005): Konservative Provokation.
Udo Di Fabios neue Streitschrift,
in: Welt v. 04.08.
- Kommentar:
Konrad ADAM nimmt das
Buch zum Anlass, um über seine Lieblingsthemen zu räsonieren.
-
GREINER, Ulrich & Elisabeth von THADDEN (2005): Aufbruch in eine neue
bürgerliche Epoche.
Haben wir einen falschen Begriff von Freiheit? Das Buch des
Verfassungsrichters Udo Di Fabio plädiert für einen streitbaren
Konservatismus und eine neue bürgerliche Epoche. Was spricht dafür?
Ein Pro und Contra,
in: Die ZEIT Nr.33 v. 11.08.
- Inhalt:
Ulrich GREINER
(Pro) und Elisabeth von THADDEN (contra) besprechen das Buch
"Kultur der Freiheit" von Udo Di FABIO.
-
DÜCKERS, Tanja (2005): Die Kinderliebe in Zeiten von "24/7".
Moderne Arbeitsverhältnisse fördern keine Tugend,
in: Frankfurter Rundschau v. 17.09.
- Inhalt:
Tanja DÜCKERS kritisiert die
wertkonservativen Vorstellungen von Udo Di FABIO ("Die
Kultur der Freiheit"). Für DÜCKERS sind junge Kinderlose
potentielle Eltern, die mit paradoxen Anforderungen konfrontiert
sind:
"Prekäre
Arbeitsverhältnisse betreffen nun genau diejenigen, von denen
eigentlich »erwartet« wird, daß sie Nachwuchs zeugen. Während früher
Akademiker mit 30 in Lohn und Brot standen und mit 40 ein eigenes
Haus beziehen konnten, warten Uni-Dozenten jetzt oft noch bis weit
übers 50. Lebensjahr hinaus auf einen geregelten Arbeitsvertrag. Wer
dann endlich fest im Sattel sitzt, ist aus dem Alter heraus, in dem
er - in Verantwortung für Kinder - ein verläßliches Einkommen und
eine gewisse Vorhersehbarkeit der beruflichen Situation vonnöten
hätte. Doch bei di Fabio - er selbst nicht gerade von prekären
Arbeitsverhältnissen betroffen - scheint die Zunahme von
Patchworkfamilien, Kinderlosigkeit und so etwas wie »mangelndem
Gemeinsinn« lediglich auf eine korrigierbedürftige »Haltung«
zurückzuführen zu sein. Als gäbe es zum Beispiel keine ungewollte
Kinderlosigkeit (...)."
-
BRUMLIK, Micha (2005): Familie, Ehre, Barmherzigkeit.
Mit "Kultur der Freiheit"
legt der Verfassungsrichter Udo di Fabio das geistige Fundament einer
Regierung Merkel,
in: Frankfurter Rundschau v. 17.09.
-
LÜDERSSEN, Klaus (2005): Die
Freiheit des Boxers.
Ein gesellschaftliches
Dilemma wird anschaulich
Mehr Mut zur Freiheit wird gefordert und das bequeme Spekulieren auf
staatliche Fürsorge verspottet. Doch ist die Frage nach dem
richtigen Verhältnis von Liberalität und Sozialem längst nicht
beantwortet,
in: Frankfurter Rundschau v. 17.09.
-
ALTENBURG, Matthias (2005): Die
Freiheit der wenigen.
Von den großen
Zielen der französischen Revolution ist nur ein bürgerlicher
Wert übrig geblieben: das Geld,
in: Frankfurter Rundschau v. 15.10.
- Inhalt:
Für
Matthias ALTENBURG beruht der Erfolg von Di FABIO vor
allem auf dem Fehlen von ernstzunehmenden Gegenspielern:
"Di
Fabios Buch (...) ist ein Lamento. Erst weint es den suspendierten
Tugenden des Bürgertums nach, dann will es sie wieder herbei
plädieren. Herausgekommen ist nicht mehr als ein reichlich
verschwitzter Leitfaden für den denkfaulen Spießer. Die alten Werte
werden aufgewärmt, und so schmecken sie dann auch. Mit evangelikalem
Eifer fordert er eine Rückbesinnung auf Liebe, Intimität, Kinder,
Familie und Achtung vor dem Alter - Ein Wanderprediger Angela
Merkels, der das Dekor für die müden Sonntagvormittage auf den
Parteitagen liefert.
Di
Fabio hat nicht mehr zu bieten als alle kecken Mucker des deutschen
Idealismus seit zweihundert Jahren. Dennoch hat sein Traktat ein
heftiges Flügelschlagen im politischen Feuilleton ausgelöst, was
einzig darauf hindeutet, dass auch unter den vermeintlichen Gegnern
eine profunde Ratlosigkeit herrscht."
-
FRANZEN, Günter (2005): Vom Nutzen der Kinder,
in: DeutschlandRadio v. 01.11.
- Kommentar:
Günter FRANZEN, der zuletzt mit
Die Söhne sterben vor den Müttern
erregte, springt nun Paul
KIRCHHOF und Udo DI FABIO zur Seite, um deren Familienbild zu
verteidigen:
"Dass
mit Udo di Fabio nun ein zweiter leibhaftiger Verfassungsrichter
in den Ring klettert, um sich mit seinem Buch »Die Kultur der
Freiheit« und dem Plädoyer für die Wiedergewinnung des Kindes als
gesellschaftliches Leitbild den Zorn der Menschen einzuhandeln,
die keine Kinder haben oder keine wollen, spricht für die
erstaunlichen Nehmerqualitäten eines Berufsstandes, dessen
Quartier bislang eher auf dem entrückten Karlsruher Olymp als in
den Niederungen des Berliner Marktplatzes vermutet wurde",
erklärt uns FRANZEN bewundernd.
Single-generation.de
sieht die Sache anders. Nicht etwa, weil Udo DI FABIO für das
Kinderkriegen plädiert (das ist sein unbestreitbares Recht), ist
der Verfassungsrichter zu kritisieren, sondern weil er sich dabei
einer VERLOGENEN SINGLE-RHETORIK bedient.
Wir
haben
DI FABIOs Interview im Spiegel vom
31.10.2005 analysiert.
Dort
wird eben nicht nur gegen Kinderlose polemisiert, sondern die
Attacke richtet sich implizit auch gegen Eltern in modernen
Familienverhältnissen.
Diesen
Schluss muss man ziehen, wenn man DI FABIOs Single-Rhetorik - wie
wir - wortwörtlich nimmt.
Mit
der vordergründigen Kritik an der Single-Ästhetik geht bei DI
FABIO zugleich eine Single-Rhetorik einher, die als Affront gegen
Alleinerziehende, Mitglieder von Patchwork-Familien und angeblich
kinderlose Alleinlebende zu verstehen ist.
Eltern,
die keine Wirtschaftsgemeinschaft führen, gelten DI FABIO
schlichtweg als verantwortungslos.
Dies
müssen wir aus seinem Fingerzeig auf die Einpersonenhaushalte
schließen, denn dahinter verbergen sich u.a. diese modernen
Familienverhältnisse.
Wer
wie DI FABIO im Spiegel-Interview
behauptet, dass in deutschen Großstädten 50
% der Menschen Singles sind, worunter üblicherweise
allein lebende Partnerlose bzw. Kinderlose verstanden werden, der
sollte sich dafür rechtfertigen müssen, denn wir haben
nachgewiesen, dass dies falsch ist.
Wir
haben für jeden nachvollziehbar aufgezeigt, dass
DI FABIO Lügen verbreitet, deren Verbreitung
keineswegs geduldet werden darf. Schon gar nicht, wenn
Werte wie Anständigkeit und Aufrichtigkeit von DI FABIO
eingefordert werden.
-
HANK, Rainer (2005): Der Reformer des Jahres 2005 heißt Udo Di
Fabio,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 27.11.
- Kommentar:
Wie wird man in diesem Land Reformer des
Jahres? Unabdingbar ist, dass man gegen Kinderlose pöbelt.
Der
Aufsteiger und Langzeit-Kinderlose Udo DI
Fabio pöbelt gegen seinesgleichen. Das kommt gut an.
Erfolgreiche späte Väter schreiben gerne Bücher, in denen sie
Vaterschaft lobpreisen und Kinderlosigkeit verdammen.
Dies
passt zu einer geschlossenen Gesellschaft, in der die Geburtselite
das Sagen hat und der Preis des Aufstiegs Kinderlosigkeit ist.
Statt jedoch die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie für
Aufstiegswillige zu fordern, versuchen sie Kinderlosigkeit zu
dämonisieren. Dies ist egoistisch, verlogen und feige!
-
LAU, Mariam (2005): Bis der Arzt kommt.
Ein neuer Typ des Konservativen: engagiert,
wütend, aber ohne Ressentiment, bringt Irritation in den
Konsens der Sozialingenieure,
in: Welt v. 28.11.
- Inhalt:
Mariam LAU sieht in Udo Di FABIO
einen neuen Typus des Konservativen:
"Vom
klassischen Kulturkonservatismus, der bei der Straßenbahnfahrt die
Nase über den Schweißgeruch der Massen rümpft und Zeiten ersehnt, in
denen jeder wieder weiß, wo sein Platz ist, unterscheidet sich der
mitfühlende Konservatismus der Di Fabios oder Dalrymples vor allem
durch das Engagement."
-
MISIK, Robert (2005): Die Freiheit, die sie meinen.
Mehr Wert: Udo di Fabio ist für sein Buch "Die Kultur der
Freiheit" zum "Reformer des Jahres 2005" ausgerufen worden. Warum
gibt es eigentlich eine solche Sehnsucht nach intelligenten
Konservativen? Und warum ist der moderne Konservativismus so ein
intellektuelles Desaster?
in: TAZ v. 08.12.
- Kommentar:
Robert MISIK muss zugeben, dass
"genial dagegen" längst keine
Domäne der Linken mehr ist, sondern die neuen Reaktionäre - hier
in der Person von Udo Di FABIO - haben den Rebellengestus der
Gegenkultur erfolgreich übernommen:
"Zentral
bei dieser Operation ist die Umdeutung des Begriffes der Freiheit:
statt Freiheit von knechtenden Traditionen und Institutionen zur
Freiheit, Traditionen und Werte zu akzeptieren - was als ein
rebellischer Akt dargestellt wird, wider Zeitgeist und
gesellschaftliche Imperative. Damit erweisen sich solche
Gedankenreihen anschlussfähig an eine gewisse Ermüdung im
linksliberalen Milieu. Wenn jeder Bruch mit Konventionen nur mehr
der Geburtsakt einer neuen Mode ist, jede rebellische Geste nur
mehr ein Zitat von Altbekanntem, dann ist nicht nur ein Überdruss
an der Rebellion gegen Hergebrachtes folgerichtig - dann ist die
Lobpreisung von Sitte und Manieren die schärfste Rebellion, der
ultimative Thrill."
Leider
kommt MISIK über eine selbstgefällige Analyse linker
Selbstreferentialität nicht hinaus.
Georg FRANCKs Ökonomie der Aufmerksamkeit
dient als Selbstrechtfertigung.
Tatsächlich
steckt die Poplinke in einer selbstverschuldeten Krise, die
keineswegs nur damit zu tun hat, dass sie sich mit dem Hedonismus
verbündet hat:
"Das
Bündnis, das die 68er-Revolte und die Alternativbewegungen mit dem
Hedonismus eingegangenen sind, ist nur eine der Ursachen für das
widersprüchliche Verhältnis der Linken zu Werten".
Wenn
MISIK den neuen Reaktionären die Verachtung der Massen
unterstellt, dann muss gefragt werden, wie es die Poplinke damit
hält. Offenbar ist sie nicht besser als ihre Gegenspieler. Es
reicht nicht mehr, einfach nur zu behaupten, dass man die besseren
Partys feiert...
- LAU, Jörg (2006):
Experimenteller Konservatismus.
Udo Di Fabios "Kultur der Freiheit",
in: Merkur Nr.681, Januar
- Kommentar:
Der Antifeminist
Jörg LAU sieht in Udo Di FABIO die Ikone einer
neokonservativen, linken Bürgerlichkeit,
die endlich das
Dilemma des Konservatismus
beseitigt:
"Deutschland
ist heute unter den großen westlichen Demokratien ein Sonderfall
darin, daß es hierzulande keinen Gesellschaftsentwurf rechts der
Mitte gibt, der als Gegenstand allgemeiner Debatten taugte.
Udo Di Fabio hat das Zeug, diese Lage zu verändern."
Was
ist so sexy an diesem Konservativen? Es hat weniger etwas mit Di
FABIO zu tun, sondern vielmehr mit der Art und Weise, wie er von
neubürgerlichen Journalisten zum Rebellen wider die Rebellen
stilisiert wird.
LAU
wendet hier die gleiche Methode wie Jan
FEDDERSEN an, um Di FABIO in jenen neubürgerlichen Kreisen
salonfähig zu machen, die sich immer noch durch einen
antibürgerlichen
Affekt auszeichnen.
Diese
Art der Antibürgerlichkeit von der Stange, findet sich immer
wieder in dem Buch
"schöne junge welt" von Claudius SEIDL, das diesem Typus des
Neobourgeois ein Denkmal setzt.
Dieser
antibürgerliche Affekt ist gleichzeitig der Hebel, an dem die
Methode LAU und FEDDERSEN ansetzt, insofern Di FABIO zum typischen
antibürgerlichen Bürger stilisiert wird, und der Linke als wahrer
Spießer erscheint:
"Das
ursprünglich einmal reklamierte Lustprinzip, so Di Fabio, sei im
Zuge der Revolte »linksviktorianisch denaturiert worden, der
prickelnde Unterschied von Frauen und Männern geleugnet und unter
Diskriminierungsverdacht gestellt«."
Vor
diesem Hintergrund erscheint dann Kinderkriegen richtiggehend
sexy! Denn nichts anderes liegt den Sympathisanten des Udo Di
FABIO mehr am Herzen.
Nicht
wegen des Crashs der Sozialsysteme (völlig unsexy!), sondern weil
Kinderlosigkeit ein "Symptom der Lebensangst und der mangelnden
Vitalität ist".
Mit
dieser Logik lässt sich dann auch die nationalkonservative
Position der Einwanderungsgegner und fanatischen
Unterjüngungs-Theoretiker begründen:
"Warum
sollten sich
Migranten aus einer vitalen Herkunftskultur in eine
Gesellschaft integrieren, die durch ihren Zeugungs- und
Gebärstreik ersichtlich macht, das sie nicht an sich selbst
glaubt?"
Wer
von Zeugungs- und Gebärstreik spricht, der beruft sich dabei
implizit auf ein bestimmtes
demografiepolitisches Konzept,
das er jeder politischen Debatte entziehen möchte.
Wenn
jede Entgegnung darauf bereits als spießig gilt, dann ist die
kulturelle Hegemonie gesichert.
-
WERBER, Niels (2006): Gemeinsam für Heimat.
Udo di Fabio und das intellektuelle Profil der Großen Koalition,
in: Frankfurter Rundschau v. 24.01.
- Inhalt:
Im Gegensatz zu
Jörg
LAU kann
Niels WERBER dem FAS-Reformer
des Jahres Udo DI FABIO nichts abgewinnen.
Er beschreibt die
Wahlverwandtschaften zwischen der Wertebeschwörung der Großen
Koalition und dem Denken von DI FABIO:
"Weniger Staat,
mehr Familie, weniger kalte Sozialtechnologie, mehr lebendige
Gemeinschaft. Das passt nicht schlecht zu einer Regierung, die sich
zugleich Deregulierung (weniger Sozialtechnologie) und Solidarität
(mehr Gemeinschaftlichkeit) auf die Fahne schreibt."
Gegen die wurzellose
Gesellschaft soll die substanzielle Gemeinschaft gesetzt werden. Für
WERBER hängt die Ablehnung von Singles und kinderlosen Paaren
eng mit dem Gemeinschaftsbegriff von DI FABIO zusammen, der seine
Nähe zur Volksgemeinschaft nicht verleugnen kann. Er kommt deshalb
zum Schluss:
"Im
Jahre 1887 hat Ferdinand Tönnies in Gesellschaft und Gemeinschaft
die Gesellschaft als mechanisches Aggregat und Artefakt definiert,
welche den Einzelnen gegen alle übrigen isolieren, und die
Gemeinschaft als natürliche Ressource verstanden, die den ganzen
Menschen einbezieht und mit gemeinsamen Werten und Traditionen
bindet. Das Begriffspaar hat eine unheilvolle Karriere hinter sich,
deren Höhepunkt die Volksgemeinschaft des Nationalsozialismus
darstellt. Sie fortzuschreiben, ist zumindest unüberlegt, auch wenn
man sicher der Ansicht sein kann, dass die sozialtechnische Mechanik
der Politik heute zu kostspielig geworden und es an der Zeit ist,
den allverantwortlichen Staat zurecht zu stutzen. Die Gesellschaft
mit einem reaktionären Begriffspaar aus dem 19. Jahrhundert zu
beschreiben, wird jedenfalls nicht viel helfen, denn unsere Probleme
sind nicht die der Gründerzeit - und nicht einmal die wären mit
größeren Familien oder mehr Liebe zum Nächsten und zur Nation zu
lösen gewesen."
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