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- DETTLING,
Warnfried (2000): Die stille Revolution.
Die
rot-grüne Regierung macht die deutsche
Gesellschaft freier. Arbeitswelt, Sozialstaat,
Familien - nichts bleibt wie es ist,
in: Tagesspiegel
v. 16.09.
- DETTLING,
Warnfried (2002): Rechts oder links funktioniert
nicht mehr.
Die
Feuer der alten politischen Vulkane sind
erloschen: Was also bleibt Schröder und Stoiber?,
in: Welt
v. 17.01.
- DETTLING,
Warnfried (2002): Im politischen Jenseits.
Die
Diskussion um die Zuwanderung zeigt: Die
Politiker führen lieber Luftschlachten über
Begriffe wie "Mitte" und
"Werte", als sich um Probleme und
Lösungen zu kümmern,
in: TAZ
v. 02.03.
- DETTLING,
Warnfried (2002): Zwischen Apparat und Milieu.
Franz
Walter zieht mit leichter Hand die großen Linien
der SPD-Geschichte vom "Proletariat zur
Neuen Mitte". Eine Deutung der aktuellen
sozialdemokratischen Sinnkrise bleibt er
allerdings schuldig,
in: TAZ
v. 21.03.
- DETTLING,
Warnfried (2002): Stoiber muss in die Stadt.
Debatte:
In den Metropolen lassen sich linke und rechte
Träume von heiler Welt nicht realisieren,
in: Welt
v. 26.03.
- Inhalt:
DETTLING sieht
angesichts der neoliberalen Politik die
Sehnsucht nach Sicherheit steigen.
Gleichzeitig weist er daraufhin, dass es
unserer Gesellschaft an einer
"Kultur
des Scheiterns" mangelt:
"Es
gibt objektive Veränderungen, die der
Einzelne nicht beherrschen kann, die
über Gelingen und Scheitern mit
entscheiden. Nicht wenige haben dies ganz
existenziell erlebt: in der Ehe, als der
andere ging, obwohl man selber ganz gerne
34 Jahre und länger mit ihm
zusammengelebt hätte; am Arbeitsplatz,
der plötzlich weg war, obwohl man gerne
bis zum Ende aller Tage dort gearbeitet
hätte. Mit einem Satz: Es hat eine ganze
soziale Welt gebraucht und nicht nur den
eigenen guten Willen, damit fast alle in
Beziehungen zusammenbleiben konnten, bis
dass der Tod oder die Pensionierung sie
scheidet. Die Kultur
des Scheiterns wird heute unter Schmerzen
vor allem in den Städten geboren.
Demonstrative Triumphe des Gelingens -
einer Ehe, einer Politik, eines
Bundeslandes - können ganz
unterschiedliche Reaktionen auslösen. Je
erfolgreicher andere sind und sich
inszenieren, desto mehr muss man sich das
Scheitern selbst zuschreiben. Das aber
lassen sich Menschen nicht so gerne
sagen, und es trifft eben auch nicht
immer zu."
- DETTLING, Warnfried (2002):
Kinderfreundlichkeit kann keiner kaufen.
Renate
Schmidt hat ein bemerkenswertes Buch zur
Familienpolitik verfasst, mit zukunftsweisenden
Reformansätzen zu Betreuung und Finanzierung,
in: TAZ
v. 23.04.
- DETTLING,
Warnfried (2002): Management des Wandels.
Wer nicht mit der Zeit geht,
geht mit der Zeit. Warnfried Dettling über neue
Anforderungen an die Gewerkschaften in der
Bürgergesellschaft,
in: Frankfurter
Rundschau v. 23.05.
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DETTLING, Warnfried (2002): Die CDU braucht jetzt keine Wertedebatte.
Es kommt darauf an, passende Antworten auf die neuen Realitäten zu
suchen,
in: Welt v. 21.10.
- Kommentar:
"In den die Union prägenden Jahrzehnten, den 1950er-
und 1960er-Jahren, waren mehr als 95 Prozent eines Altersjahrgangs
verheiratet, und von ihnen hatten wieder über 90 Prozent Kinder.
Wenn heute nach wie vor die allermeisten jungen Frauen und Männer
sich ein gelingendes Leben nur mit Kindern, in Partnerschaft und
Familie vorstellen können, aber dann ein Drittel eines
Altersjahrgangs keine Kinder hat, ein weiteres Viertel nur ein Kind,
Deutschland mit Italien und Spanien Schlusslicht bei der
Geburtenentwicklung ist, dann stellen sich weniger Fragen an die
Werte als Fragen an die Politik. Wer Werte bewahren will, muss es
auf der Höhe der Zeit tun", wirft
Warnfried DETTLING in die laufende
Wertedebatte der CDU ein.
Was DETTLING hier vollbringt, das ist
eine Collage aus Schönfärberei und Schwarzmalerei, nur mit den
Lebensverhältnissen in Deutschland hat das nichts zu tun!
Während STÖLZL in der WamS
vom 20.10.2002 die "Patchworkfamilie in der Risikogesellschaft"
in die Umbruchzeiten nach den Weltkriegen, also in die 50er Jahre
verlegt, kontrastiert DETTLING die 50er-Jahre-Rama-Familienidylle
mit der Kinderlosigkeit der Jahrtausendwende.
Im
Spiegel-Artikel vom 15. September 1954
ist eine Grafik abgebildet, wonach es damals 20 % kinderlos
Verheiratete gab, 29 % Ein-Kind-Familien und 30 % ("kinderlose")
Ledige. Dies widerspricht also DETTLINGs Familienidylle!
In
Heinrich BÖLLs Erzählung "Haus ohne Hüter" wird die damals
vorherrschende "Patchworkfamilie" geschildert: allein erziehende
Mütter, die mit ihrem "Onkel" zusammenlebten, um ihre geringe
Witwenrente nicht zu verlieren.
Die Onkel-Ehen von damals hatten einen
Status wie heutzutage die Paare ohne gemeinsamen Haushalt - sie
waren amtsstatistisch unsichtbar und damit moralisch diffamiert und
politisch randständig.
Das Kontrastbild von DETTLING wirkt nur im
Vergleich zum Geburtenrückgang. Hier aber werden Prognosen, und
keine Tatsachen präsentiert. Zu welchem Prozentanteil heutzutage die
Altersgruppen Kinder bekommen, das ist hoch spekulativ.
Die
Bevölkerungswissenschaftler müssen ihre Prognosen ständig nach unten
korrigieren
und nähern sich bereits der 25 %-Marke an. DETTLING
bezieht sich offensichtlich nur auf die Kinderzahl eines begrenzten
Milieus, dem er gesamtgesellschaftliche Bedeutung beimisst. Dies
allein ist schon strittig.
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DETTLING, Warnfried (2002): Im 30-Prozent-Turm.
Nach ihrem schlechten Wahlergebnis muss die Union neues Land
gewinnen, ohne das alte zu entvölkern - im Augenblick sieht es nicht
so aus, als hätte sie das begriffen,
in: TAZ v. 09.11.
- Inhalt:
Warnfried DETTLING unterscheidet ökonomische und kulturelle
Modernisierungsverlierer.
In der
Familienpolitik sieht er nur den Anlass und Auslöser, nicht aber die
Ursache für die Kulturkämpfe, die von den kulturellen
Modernisierungsverlierern ausgerufen werden:
"Dass es ökonomische
Modernisierungsverlierer gibt und mit ihnen ein Potenzial für
Populisten aller Art, ist bekannt. Die kulturellen
Modernisierungsverlierer hat man bisher in biedermeierlichen
Wohnungen vermutet, hinter Fachwerk und Schindeln, fromme Frauen,
das graue Haar zu einem Dutt zusammengebunden, die regelmäßig in die
Betstunde gehen und daran verzweifeln, dass sie die böse und heillose
Welt nicht draußen halten können.
Bedrohlicher für die Zukunft der CDU werden kulturelle
Modernisierungsverlierer der anderen Art: Männer im besten Alter und
mit größtem Erfolg, die in einem modernen Ambiente leben und
arbeiten, mehr der Welt- als der Kirchenfrömmigkeit huldigen,
regelmäßig Leitartikel schreiben, dabei zu vielen Dingen ganz
aufgeklärte Ansichten vertreten, bei einem Thema freilich
zuverlässig ausrasten auf eine Weise, die man bei klugen Köpfen
nicht für möglich gehalten hätte. Sie beobachten von ihren Kanzeln
herab die Gesellschaft und sehen, was sich alles verändert (hat).
Sie haben das subjektive Gefühl, dass mit dem Wandel der
Familienformen und der Art und Weise, wie nun auch die CDU darauf
reagiert, ihr persönliches Lebensmodell im Nachhinein entwertet
wird. Und sie sehen, wie sie in der Öffentlichkeit die
Deutungshoheit verlieren über das, was eine bürgerliche Gesellschaft
heißen und wie sie sein soll. So sind sie in einem sehr konkreten
Sinne Verlierer des Wandels."
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DETTLING, Warnfried (2004): Das andere Geschlecht, eine andere
Gesellschaft?
"Die Wiederentdeckung der Gleichheit": Elisabeth Badinter gegen
den Differenzfeminismus,
in: TAZ v. 02.10.
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DETTLING, Warnfried (2004): Gleichheit ohne Wahl.
Karen Pfundt denkt die
Familie neu und entwirft eine andere Politik für Kinder und
Familien. Dieses Buch muss man lesen,
in: TAZ v. 04.12.
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DETTLING, Warnfried (2005): Warum Roland Koch auf jeden Fall Kanzler
wird - oder auch nicht...,
in: Die ZEIT Nr.3 v. 13.01.
- Inhalt:
"Anders
als beabsichtigt ist Schumachers Buch zu einem Dokument der Zeit
geworden. Es handelt von Politik und von Politikern, gewiss doch,
aber genau betrachtet von politics without policy. Politik und das
Geschäft der Politiker schrumpfen auf den politischen Betrieb
zusammen: keine Kategorien, keine Inhalte nirgends, mit denen man
die Urteilsfähigkeit schärfen und die Öffentlichkeit aufklären
könnte. Politik wird zu einer anderen Form der Unterhaltung.
Dagegen ist wenig zu sagen, im Gegenteil: Es ist die große Stärke
des Buches, eine gelegentlich sogar spannende Unterhaltung zu
bieten",
schreibt Warnfried DETTLING zum Buch
"Roland Koch"
von Hajo SCHUMACHER.
- Neu:
DETTLING, Warnfried (2005): Kinder, Kosten, Karriere.
Die beste Familienpolitik
machen Länder, die das Wort Familienpolitik gar nicht kennen: Der
Journalist Ulrich Deupmann erklärt in "Die Macht der Kinder"
lesenswert, warum,
in: TAZ v. 28.05.
- Kommentar:
Warnfried DETTLING
rechtfertigt in seiner Rezension des Buches "Die Macht der Kinder"
von Ulrich DEUPMANN das
Dramatisieren des Bevölkerungsrückgangs.
Auf den knappen Nenner gebracht: Die
Interessen der erfolgreichen Mitte heiligen die Diskriminierung
von Kinderlosen.
Mit dem
Elterngeld, das DETTLING begrüßt, erhalten die
Modernisierungsgewinner eine zusätzliche "Leistungsprämie",
während potenzielle Eltern, die noch nicht einmal ihren
Berufseinstieg richtig schaffen, weiterhin außen vor bleiben.
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Klappentext
"In einer Zeit, in
der lokale Politik und Gesellschaft
für die Menschen als scheinbar
paradoxe Folge von Globalisierung
immer wichtiger werden, entwickelt
Warnfried Dettling eine interessante
Vision kommunaler Sozialpolitik. Er
macht deutlich, dass neue Balancen
zwischen Arbeit und Leben, Familie
und Beruf, Individuum und
Gemeinschaft, Rechten und Pflichten,
Eigenverantwortung und Solidarität
gefunden werden müssen. Dettling
plädiert für eine Sozialpolitik, in
der nicht die Betreuung der sozial
schwachen Menschen im Zentrum steht,
sondern die Entwicklung und
Förderung ihrer Stärken. Wie
müssen soziale Einrichtungen und
Hilfen aussehen, damit sie die
Freiheiten und Fähigkeiten der
Betroffenen aktivieren? Dettling
versteht Sozialpolitik als Ausdruck
und Folge einer aktiven
Bürgergesellschaft, in der die
Menschen nicht deren passive Objekte,
sondern handelnde Subjekte sind.
Viele Kommunen sind in diesem Sinne
bereits aktiv. Interessante Beispiele
zeigen auf, wie eine Sozialpolitik
für junge und alte Menschen,
Deutsche und Ausländer, für
Familien sowie für mehr
Beschäftigung aussehen kann; eine
Sozialpolitik, die innovativ ist,
ohne traditionelle Werte zu
vernachlässigen."
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