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Kommentierte Bibliografie

 
       
   

Elterngeld als Mittel der Geburtensteigerung, der Erhöhung der Väterbeteilung und der Frauenerwerbsquote?

 
       
   

Eine Bibliografie der Debatte um das Elterngeld (Teil 1)

 
       
     
   
     
 

Vorbemerkung

Das Für und Wider einer nachhaltigen Familienpolitik wurde seit dem Jahr 2004 von der Debatte um das Elterngeld mehr oder weniger dominiert. Unter Bundesfamilienministerin Renate SCHMIDT (SPD; 2002 - 2005) stand der Aspekt der Geburtensteigerung, speziell der Verringerung der Kinderlosigkeit von Akademikerinnen im Mittelpunkt der Elterngelddebatte. Bei Bundesfamilienministerin Ursula von der LEYEN (CDU; 2005 - 2009) kam zur Geburtensteigerungsthematik die geschlechtsspezifische Umverteilung (Kritiker sprachen von Umerziehung) zwischen Erwerbsarbeit und Kindererziehung hinzu, während Familienministerin Kristina SCHRÖDER geb. KÖHLER (CDU; 2009 - 2013) nach nicht erfüllten Geburtensteigerungshoffnungen den geburtensteigernden Aspekt (quantitative Bevölkerungspolitik) in den Hintergrund rückte. In ihre Amtszeit fiel die SARRAZIN-Debatte und der Wegfall des Elterngelds für so genannte "Sozialhilfemütter" (qualitative Bevölkerungspolitik). Seit der Amtszeit von Manuela SCHWESIG (SPD; seit 2013) ist es um das Elterngeld ruhiger geworden. Diese und andere Aspekte der Debatte lassen sich in dieser Bibliografie nachlesen.

Kommentierte Bibliografie (2003 - 2006)

2003

BMFSFJ (2003): Nachhaltige Familienpolitik im Interesse einer aktiven Bevölkerungspolitik. Gutachten von Bert Rürup und Sandra Gruescu

Nachhaltige Familienpolitik im Interesse einer aktiven Bevölkerungspolitik

"Eine nachhaltige Familienpolitik entsteht vor dem Hintergrund des »Opportunitätskostenansatzes« und des »Zeitansatzes«, um die zwei zentralen Ziele - die Steigerung der Geburtenrate und die Erhöhung der Frauenerwerbstätigenquote - zu verfolgen.

Bezahlte Elternzeit
Der Leitgedanke ist, die Opportunitätskosten, die durch Einkommensverlust entstehen, abzumildern, indem an ein Elternteil, das seine Erwerbstätigkeit unterbricht bzw. reduziert, um das Kind zu erziehen, ein so genanntes Elterngeld ausgezahlt wird. Durch ein Elterngeld, das sich grundstäzlich an der Höhe des vor der Geburt gezahlten Nettogehalts orientiert, soll dieser Einkommensverlust gering gehalten werden. Das Elterngeld ersetzt das Erziehungsgeld und sollte im Durchschnitt deutlich über dem heute gezahlten Höchstbetrag des Erziehungsgeldes liegen. Eine relativ hohe Leistung für Eltern während der Elternzeit hat auch in den skandinavischen Ländern zum
»Erfolg« der Familienpolitik beigetragen.
Denkbar wäre für das Elterngeld z.B. eine Höhe von 67 % des Nettolohnes. (...). Da es schwierig ist, einen Durchschnittswert zu finden, kann ein Orientierungspunkt die Lohnersatzleistung im Falle von Arbeitslosigkeit sein.
"
(2003, S.56)

2004

DROBINSKI, Matthias (2004): Politik zum Kinderkriegen.
Gute Idee, schlechte Aussichten: Familienministerin Renate Schmidt schlägt ein "Elterngeld" vor,
in: Süddeutsche Zeitung v. 04.09.

PRIES, Knut (2004): Von den Schweden das Kinderkriegen lernen.
Schröder liebäugelt mit einem "Elterngeld" auch für Wohlhabende / Eichel und Schily vermissen dabei die Gerechtigkeit,
in: Frankfurter Rundschau v. 06.09.

PRIES, Knut (2004): Schweden-Hammer,
in: Frankfurter Rundschau v. 06.09.

Knut PRIES kritisiert das geplante Elterngeld: "In dieser Logik übernimmt der Staat die Reparatur eines Vermögensschadens, den das Kind darstellt. Das ist nicht nur ungerecht, sondern leicht pervers. Darüber hinaus gilt: Sicher ist, dass hohe Kosten entstehen. Ob damit die angestrebte Wirkung erzielt wird, ist es nicht. Ein besseres Betreuungsangebot und der Abbau des Entgeltgefälles zwischen den Geschlechtern bleiben die überzeugenderen Rezepte."

SIMON (2004): Schweden und das Elterngeld-Modell.
Interview mit Agnes Bührig, Schwedischer Rundfunk,
in: DeutschlandRadio v. 07.09.

SIEMS, Dorothea (2004): Teure Kopfgeburt.
Über 150 Milliarden Euro zahlt Deutschland im Jahr für Familien - trotzdem fehlen Kinder gerade aus gut gebildeten Schichten. Ein neues Elterngeld soll zu mehr Nachwuchs animieren. Aber finanzielle Förderung und Geburtenrate haben wenig miteinander zu tun,
in: Welt v. 07.09.

EHRENSTEIN, Claudia (2004): Betreuung statt Bezahlung.
Auch das viel gerühmte schwedische Modell brachte nur kurzfristige Erfolge - Weniger staatlicher Einfluss in den USA führt dort zu mehr Kindern,
in: Welt v. 07.09.

Claudia EHRENSTEIN sieht nicht Schweden, sondern die USA als Vorbild für Deutschland, denn dort betreuen gering verdienende Kinderfrauen, Tagesmütter und Au-Pairs den Nachwuchs der wohlhabenden Schichten. Die Kinderbetreuung wird also privat und nicht staatlich organisiert.

GÖBEL, Heike (2004): Mitnahmeeffekte,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.09.

Heike GÖBEL befürchtet, dass - wie in Schweden - ein erhöhtes Elterngeld nur zu Mitnahmeeffekten führt, d. h. es werden nicht mehr Kinder geboren, sondern die gewünschten Kinder werden nur früher geboren.

KAUBE, Jürgen (2004): Der Hammer.
Vollzieht Gerhard Schröder eine Wende in der Familienpolitik?
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.09.

SCHWÄGERL, Christian (2004): Die leere Wippe.
Kann und soll der Staat die Entscheidung für Kinder erleichtern?
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 08.09.

SPERBER, Katharina (2004): "Das Elterngeld ist nur ein Baustein".
Regierungsberater Bert Rürup über Anreize zum Kinderkriegen, Ehegattensplitting und Emanzipation,
in: Frankfurter Rundschau v. 09.09.

ZYLKA, Regine (2004): Vater Staat und seine Kinder.
Familienpolitik. Die SPD bricht mit einem Dogma und hat ein neues Wahlkampfthema. Das Erziehungsgeld soll in ein Elterngeld umgewandelt werden - dann bekommen Gutverdiener mehr,
in: Berliner Zeitung v. 11.09.

RHEINISCHER MERKUR-Pro & Contra: Hilft das Elterngeld aus der demografischen Falle?

SCHMIDT, Renate (2004): Ja, alle Eltern stehen mit dem neuen Modell besser da,
in: Rheinischer Merkur Nr.38 v. 16.09.

BÖHMER, Maria (2004): Nein, die Kinderzahl hängt nicht vom Kontostand ab,
in: Rheinischer Merkur Nr.38 v. 16.09.

Die Bundesvorsitzende der CDU-Frauenunion bestreitet den Zusammenhang zwischen Elterngeld und Geburtenrate und verweist darauf, dass die Geburtenrate in Schweden innerhalb der 90er Jahre dramatisch gesunken ist. Die FAZ sprach in diesem Zusammenhang deshalb von "Mitnahmeeffekten", d.h. das Elterngeld führt nicht zu mehr Kindern, sondern die geplanten Kinder werden nur früher geboren.

HAUN, Patricia (2004): Mein Kind gehört zu mir!
Zwischenruf einer Mutter. Nachwuchs zu erziehen muss aufgewertet werden, sagt die Autorin. Es sollte Wahlfreiheit zwischen Ganztagsbetreuung und Elterngeld geben,
in: Rheinischer Merkur Nr.38 v. 16.09.

Patricia HAUN hat alle Argumente für die Rückkehr der Deutschen Mutter gesammelt. Wahlfreiheit heißt inzwischen das Motto dieser Fraktion, die sich einerseits zum Anwalt der Frau ohne Karrierechancen macht und andererseits für den Ausbau von Privilegien der Managerehe votiert: Haushaltshilfen und Tagesmütter für die "Frau an seiner Seite".

GREFE, Christiane & Susanne MAYER (2004): "Mehr als nur Geld".
70000 Geburten weniger als 2003 – Anlass zum Handeln für eine Familienministerin? Ein Gespräch mit Renate Schmidt über Elterngeld, Gerechtigkeit und das Problem, den Kanzler überzeugen zu müssen,
in: Die ZEIT Nr.40 v. 23.09.

Die Behauptung, dass es 2004 ca. 70.000 Geburten weniger geben wird, wurde von single-generation.de bereits kommentiert.

KLEIN, Michael (2004): Mythos Kinderwunsch.
Da hilft kein Elterngeld: Viele Männer können sich etwas anderes vorstellen, als Papa zu werden,
in: Welt v. 25.09.

TSP (2004): "Wir verschleudern riesige Ressourcen".
Familienministerin Schmidt und DGB-Chef Sommer im Interview: Warum Kinder der Wirtschaft gut tun,
in: Tagesspiegel v. 29.09.

HORN, Karen (2004): Mit Elterngeld und Familiensplitting gegen die demographische Zeitbombe.
Ministerin Schmidt appelliert an die Wirtschaft. Verfassungsrichter di Fabio sieht den Staat in der Pflicht. Ökonom Siebert mahnt Reformen an,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 13.11.

BORK, Uwe (2004): Wer wünscht sich Kinder?
Gerät Deutschlands soziale Schichtung ins Rutschen?
in: DeutschlandRadio Berlin v. 06.12.

Uwe BORK echauffiert sich über das "gespaltene Fertilitätsverhalten" in Deutschland. Diesen Begriff hat er von Uta MAIER übernommen. BORK tut so als ob es ein völlig neuartiges Phänomen sei, dass mit steigendem Bildungsniveau die Anzahl der Kinder abnimmt. Es ist jedoch ein sehr stabiles Muster. Was jedoch verwundert, dass es keinerlei differenzierte Daten über Akademikerkinderlosigkeit gibt. So verbreitet BORK Kinderlosenzahlen der Akademikerinnen, die bereits 1999 fast gleich lautend im Spiegel zu lesen waren.

Offenbar will das aber gar niemand so genau wissen, denn der Begriff der gespaltenen Fertilität kann vielerlei verdecken. Sind Akademikerfrauen kinderlos, weil sie sich Kinder nicht leisten können, oder weil sie keinen standesgemäßen Beruf finden? Welchem Milieu entstammen die kinderlosen Akademikerinnen? Waren ihre Eltern selber AkademikerInnen oder handelt es sich dabei um Aufsteigerinnen, deren Aufstieg das Kinderhaben unmöglich machte? Erst wenn es darüber Informationen gäbe, wäre eine sinnvolle Debatte über das Elterngeld möglich. Die gegenwärtige Debatte ist dagegen elitärer Sozialpopulismus.

2005

GRAW, Ansgar (2005): Mit Kindern an die Macht.
Die CDU will mit einer "Familienkasse" gegen das "Elterngeld" von Ministerin Renate Schmidt angehen. Und damit Wähler gewinnen,
in: Welt v. 31.01.

KORTMANN, Christian (2005): Wir müssen leider draußen bleiben.
Die Generation Praktikum und die Diskriminierung durch "Rankism",
in: Süddeutsche Zeitung v. 09.04.

EUBEL, Cordula & Alfons FRESE (2005): Lohn fürs Kind.
Die Koalition will das Elterngeld einführen – es könnte bei 67 Prozent des letzten Einkommens liegen,
in: Tagesspiegel v. 13.04.

"Für die Familienministerin wäre es schon »ein großer Sprung«, wenn die Geburtenrate in Deutschland bis 2010 den EU-Schnitt von 1,6 erreichen würde. Die Kinderabstinenz in Deutschland habe sich allerdings sehr verfestigt, beklagt die SPD-Politikerin",

wird Renate SCHMIDT zitiert. Dies ist Volksverdummung, denn die Geburtenrate in Deutschland liegt bei den Nach-68er-Kohorten - bereinigt man sie um die Verzerrungen durch das immer spätere Erstgebäralter - bereits heute bei 1,6. Dies behaupten sowohl international renommierte Demografen wie Ron LESTHAEGHE als auch deutsche Wissenschaftler wie Dirk KONIETZKA & Michaela KREYENFELD. SCHMIDT verspricht also etwas, das eher noch übertroffen wird.

HEFTY, Georg Paul (2005): Alles gesagt,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.04.

In der FAZ verteidigt Paul Georg HEFTY das Elterngeld mit einer gewissen Unlogik, die jedoch umso mehr der Logik der privilegierten FAZ-Klientel entspringt:

"Woher weiß Hundt, daß es ohne Familienförderung nicht noch weniger Kinder gäbe? Und wer in den Arbeitsmarkt - noch - wirklich integriert ist, das ist die Elterngeneration. Die Arbeitslosenstatistik kündet von Jugendlichen, Alleinstehenden sowie von Männern und Frauen in einem Alter, in dem sie eher Großeltern als Eltern sind."

Wenn das Ausmaß der Kinderlosigkeit tatsächlich das Problem wäre, dann wäre oberstes Ziel die Arbeitslosigkeit potenzieller Eltern - also junger Singles - zu beseitigen, denn diesen nützt das Elterngeld überhaupt nichts.

WINKELMANN, Ulrike (2005): Schröder will mehr Kinder.
Kanzler "begrüßt" den Plan der Familienministerin für ein "Elterngeld", mit dem Gutverdiener zum Kinderkriegen ermutigt werden sollen. Arbeitgeber auch dafür,
in: TAZ v. 14.04.

SIEMS, Dorothea (2005): Standortfaktor Familie.
Mehr Rücksicht auf die Wirtschaft, bessere Chancen für Frauen mit Kindern: Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt provoziert mit Forderungen nach einer kürzeren Elternzeit - und trifft bei der Regierung auf Zustimmung,
in: Welt v. 14.04.

GÜNTNER, Joachim (2005): "Elterngeld".
Die Rückkehr der Bevölkerungspolitik,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 23.04.

Joachim GÜNTNER berichtet über die Tagung Bevölkerungspolitik im Wohlfahrtsstaat am Hamburger Institut für Sozialforschung.

SOLDT, Rüdiger (2005): Motivation für Väter.
Familienministerin Schmidt und ihr Werben für das "Elterngeld",
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 27.04.

LUCIUS, Robert von (2005): Schwedisches Modell abgespeckt.
Elterngeld, Erziehungsgeld, Elternversicherung und Geburtenraten,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 27.04.

BMFSFJ (2005): Nachhaltige Familienpolitik. Zukunftssicherung durch einen Dreiklang von Zeitpolitik, finanzieller Transferpolitik und Infrastrukturpolitik, Gutachten von Hans Bertram, Wiebke Rösler und Nancy Ehlert (Erscheinungsdatum: 03.05.)

Nachhaltige Familienpolitik

"In diesem Gutachten gibt Prof. Dr. Bertram Empfehlungen für Rahmenbedingungen, die es jungen Erwachsenen ermöglichen, ihr Leben gemeinsam mit Kindern zu planen und zu realisieren. Er hebt hervor, dass sich eine nachhaltige Familienpolitik durch einen Mix aus Infrastrukturpolitik, vor allem den Ausbau der Kinderbetreuung, Zeitpolitik durch eine familienfreundliche Arbeitswelt und neu ausgesteuerte finanzielle Leistungen zur gezielten Unterstützung von Familien auszeichnet."
(Klappentext)

Elterngeld als Mittel zur Senkung der Kinderlosigkeit bei höher qualifizierten Frauen

"Ohne dies gegenwärtig durch empirische Daten stützen zu können, ist es auffällig, dass in den Ländern mit lohnabhängigem Elterngeld die Kinderlosigkeit bei den höher qualifizierten Frauen geringer ist als in Deutschland. Denn das lohnabhängige Elterngeld sichert den Frauen unabhängig vom Partner auch dann die Eigenständigkeit, wenn sie sich aus persönlichem Verantwortungsgefühl dafür entscheidet, sich selbst um das eigene Kind zu kümmern."
(2005, S.19)

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung
II. Kinderlosigkeit und die Hingabe an den Beruf
2.1 Kinderlosigkeit
2.2 Opportunitätskosten versus Hingabe an den Beruf
III. Zeitliche Flexibilisierung und Elterngeld
IV. Abhängigkeit von den Eltern und Strategien zur Selbstständigkeit
V. Präferenzen zur Vereinbarkeit
5.1 Präferenz und tatsächliches Verhalten
5.2 Präferenz und Geburtenrate
VI. Szenarien zur Geburtenentwicklung
VII. Auflösung der Rushhour
VIII. Fragt die Frauen!
IX. Zusammenfassung

BMFSFJ (2005): Perspektive für eine nachhaltige Familienpolitik. Ergebnisse des Gutachtens von Prof. Dr. Eckart Bomsdorf (Erscheinungsdatum: 04.05.)

Perspektive für eine nachhaltige Familienpolitik

"Die Bevölkerungsentwicklung ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Das BMFSFJ hat sich zum Ziel gesetzt, durch eine bevölkerungsorientierte nachhaltige Familienpolitik dafür zu sorgen, dass vorhandene Kinderwünsche realisiert und wieder mehr Kinder geboren werden."
(Klappentext)

"Ausgangssituation

Tatsache ist: Die fehlenden Geburten der letzten 30 Jahre können nicht nachgeholt werden. Was wir heute brauchen, ist eine Antwort auf die Frage, mit welcher Geburtenquote es uns im Rahmen der nachhaltigen Familienpolitik gelingen kann, den Bevölkerungsumfang zu stabilisieren und die Altersstruktur der Bevölkerung zu verbessern. Im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat Prof. Dr. Eckart Bomsdorf (Universität zu Köln) Modellrechnungen durchgeführt. Er kommt zu dem Ergebnis, dass diese Ziele bereits mit einer Erhöhung der Fertilitätsrate auf 1,7 erreicht werden können.

Ergebnisse des Gutachtens

1. Das Gutachten zeigt auf, dass die Folgen der demografischen Entwicklung aktiv gestaltet werden können.
2. Es relativiert die bisher für eine Bestandserhaltung der Bevölkerung in Deutschland als notwendig erachtete Fertilitätsrate von durchschnittlich 2,10 Kindern je Frau.
3. Das Gutachten belegt vielmehr, dass eine konstante Bevölkerung schon mit einer Fertilitätsrate von 1,7 erreicht werden kann.
4. Im Ergebnis würde eine kontinuierliche Erhöhung der Fertilitätsrate von heute 1,37 auf 1,7 im Jahr 2015 den Bevölkerungsumfang längerfristig über 80 Millionen stabilisieren."
(2005, S.1f.)

"Im Kontext unserer nachhaltigen Familienpolitik stellt die Erhöhung der Geburtenrate auf 1,7 bis 2015 ein realistisches Ziel dar."
(2005, S.2)

SOLDT, Rüdiger (2005): "Verlaßt Mamas Hotel".
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 10.05.

Rüdiger SOLDT hebt jene Punkte des Gutachtens von Hans BERTRAM heraus, die das FAZ-Klientel begeistern: Ein Plädoyer für Elterngeld und die Absage an eine Politik der Vollbeschäftigung von Müttern. Politisches Maß soll die Zuverdiener-Ehe bleiben, die sich im Zuge des 1957er Wirtschaftswunder in Deutschland durchgesetzt hat.

SCHMITT, Cosima (2005): Gut bezahltes Babywickeln.
Mit der Idee vom Elterngeld will die SPD bei Akademikerpaaren die Entscheidung für Kinder erleichtern. Doch die Finanzierung bleibt unklar,
in: TAZ v. 06.07.

WINKELMANN, Ulrike (2005): Die Akademikerinnenprämie,
in: TAZ v. 06.07.

NEUE GESELLSCHAFT / FRANKFURTER HEFTE-Titelgeschichte: Reichtum Familie

PERSSON, Göran (2005): Das schwedische Projekt des Elterngeldes,
in: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, Juli/August

FR (2005): Junge Frauen und Männer wollen wählen.
Ein einkommensabhängiges Elterngeld schafft mehr Möglichkeiten für verschiedene Lebensplanungen. Auszug aus dem 7. Familienbericht,
in: Frankfurter Rundschau v. 17.08.

DRIBBUSCH, Barbara (2005): Her mit Elterngeld und engagierten Vätern!
Männer müssen in der Familienarbeit aufgewertet und von der Rolle des Haupternährers entlastet werden,
in: TAZ v. 17.08.

SIEMS, Dorothea (2005): "Elterngeld würde Anreiz für kürzere Babypause schaffen".
Familienforscherin Meier-Gräwe: Politik muß Kindermangel von Akademikerinnen gezielt bekämpfen - Bessere Kinderbetreuung nötig,
in: Welt v. 28.10.

GIERTH, Matthias (2005): Das plötzliche Ende der Grabenkämpfe.
Der Koalitionsvertrag trägt weithin die Handschrift der SPD. Elterngeld hat die Union stets abgelehnt. Jetzt setzen auch CDU und CSU darauf. Doch durch Geld allein wird die Zahl der Kinder nicht steigen.
in: Rheinischer Merkur Nr.46 v. 17.11.

SZENT-IVANYI, Timot (2005): "Erziehung muss als etwas Hochwertiges anerkannt werden".
Die künftige CDU-Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen über Elterngeld, Kinderwünsche und moderne Familien,
in: Berliner Zeitung v. 21.11.

SZENT-IVANYI, Timot (2005): Union setzt Änderungen beim Elterngeld durch.
Ministerin: Mütter sollen nicht mehr leer ausgehen,
in: Berliner Zeitung v. 21.11.

WINKELMANN, Ulrike (2005): "Verteilungsgerechtigkeit ist nicht alles".
Die SPD-Familienpolitikerin Nicolette Kressl will mit Elterngeld die Geschlechter-Rollenverteilung aufweichen. Bei arbeitslosen Eltern kann sie Kürzungen nicht ausschließen. Im Detail gibt es erste Konflikte mit Familienministerin von der Leyen (CDU),
in: TAZ v. 24.11.

Ulrike WINKELMANN nötigt Nicolette KRESSL Geständnisse ab:
"Erklärter Zweck ist, Akademikerinnen zur Fortpflanzung zu bewegen: Der Staat möchte mehr deutsche Mittelschichtkinder, nicht wahr?
Solche Polemik macht mich zornig. Wir wollen nicht nur bestimmten Schichten das Kinderkriegen ermöglichen, sondern allen Vätern und Müttern die Wahlfreiheit zuerkennen. Ich weiß, dass die Zahl »vierzig Prozent kinderlose Akademikerinnen« nicht stimmt. Aber ich wäre auch fürs Elterngeld, wenn es genauso viele kinderlose Akademikerinnen wie Nicht-Akademikerinnen gäbe.
"

DETTLING, Daniel (2005): Zwei Väter und zwei Mütter.
Ohne Elterngeld werden wir nicht zu mehr Kindern kommen,
in: Tagesspiegel v. 24.11.

GESTERKAMP, Thomas (2005): Chance für Papa.
Beim einkommensabhängigen Elterngeld geht es weder um Demografie noch um Verteilungsgerechtigkeit, sondern darum, engagierte Vätern zu ermutigen,
in: TAZ v. 28.11.

WEIDENFELD, Ursula (2005): Elterngeld.
Ein neues Bild von der Familie,
in: Tagesspiegel v. 03.12.

Ursula WEIDENFELD ist nicht davon überzeugt, dass mit dem geplanten Elterngeld ein entscheidender Beitrag zur Steigerung der Geburtenrate geleistet wird.

WORATSCHKA, Rainer (2005): Juristen: Elterngeld ist verfassungswidrig.
Karlsruher Richter Di Fabio warnt Regierung, Rollenverteilung von Mann und Frau vorzugeben,
in: Tagesspiegel v. 03.12.

ADAM, Konrad (2005): Endlich Wahlfreiheit.
Elterngeld,
in: Welt v. 03.12.

ZYLKA, Regine (2005): Elterngeld als Geburtshilfe,
in: Berliner Zeitung v. 05.12.

MÜLLER, Reinhard (2005): Angebot oder Umerziehung?
Der Streit über die Verfassungsmäßigkeit des geplanten Elterngeldes,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.12.

GASCHKE, Susanne (2005): Ein ganz sanfter Anreiz.
Die Beschwerden über das Elterngeld sind von gestern,
in: Die ZEIT Nr.50 v. 08.12.

GÖRING-ECKHARDT, Katrin (2005): Ein Jahr Elterngeld - und dann?
Mehr Betreuungsplätze sind wichtiger als zeitlich begrenzte Hilfe,
in: Tagesspiegel v. 08.12.

KLEIN, Bettina (2005): "Es ist uns nicht gleichgültig, ob sich Menschen für ein Kind entscheiden".
Bundesfamilienministerin hält geplante Elterngeld-Regelung für verfassungsgemäß,
in: DeutschlandRadio v. 13.12.

WINKELMANN, Ulrike (2005): Elterngeld wird frühe Geburt.
Anfang 2006 will die große Koalition sich auf einen Gesetzentwurf zum Elterngeld einigen. Familienministerin von der Leyen räumt Streit mit der SPD um wichtige Details aus. Elterngeld-Erfinderin warnt: Wenn das funktioniert, wird's übrigens teurer,
in: TAZ v. 14.12.

SCHMITT, Cosima (2005): Der große Windelwechsel.
Stolze "Ernährer" sind entsetzt über die Pläne zu einem Elterngeld: Weil es auch dem Vater eine Babypause abverlangt, sehen die "Neuen Bürgerlichen" ihr klassisches Rollenmodell gefährdet,
in: TAZ v. 15.12.

GYSI, Gregor (2005): Besser Kinderarmut bekämpfen.
Das Elterngeld setzt die falschen Prioritäten und ist sozial ungerecht, weil es sich am Einkommen orientiert,
in: Frankfurter Rundschau v. 17.12.

SAUERBORN, Werner (2005): Endlich können auch Väter loslegen.
Mit dem Elterngeld wächst die Chance für Männer, sich ihren Kindern mehr als heute zu widmen,
in: Frankfurter Rundschau v. 17.12.

SCHRATZENSTALLER, Margit (2005): Väter in der Pflicht,
in: Frankfurter Rundschau v. 17.12.

EUBEL, Cordula & Hans MONATH (2005): "Ich möchte gar nicht provozieren".
Ursula von der Leyen über ihre Herkunft, den Zwiespalt zwischen Kabinett und Familie und das neue Elterngeld,
in: Tagesspiegel v. 18.12.

VOWINKEL, Heike & Jan RÜBEL (2005): "Die geringe Wertschätzung von Erziehungsarbeit ist alarmierend".
Elterngeld, Absetzbarkeit von Betreuungskosten: Die neue Familienministerin will jungen Eltern helfen - und trotzt Kritik aus den eigenen Reihen,
in: Welt am Sonntag v. 18.12.

MÖLLER, Johann Michael (2005): "Tiefe Liebe zu Kinder".
Familienministerin Ursula von der Leyen über Väter, das Elterngeld und ihren Streit mit dem Finanzminister,
in: Welt v. 21.12.

DETTLING, Daniel (2005): Wie aus Vätern Mütter werden können.
Das neue Elterngeld ist ein wunderbares Instrument, um die Erziehungsaufgaben gerechter zu verteilen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 27.12.

 
     
 
       
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 12. Januar 2016
Update: 20. Januar 2017