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Kommentierte Bibliografie

 
       
   

Elterngeld als Mittel der Geburtensteigerung, der Erhöhung der Väterbeteilung und der Frauenerwerbsquote?

 
       
   

Eine Bibliografie der Debatte um das Elterngeld (Teil 3)

 
       
     
   
     
 

Vorbemerkung

Das Für und Wider einer nachhaltigen Familienpolitik wurde seit dem Jahr 2004 von der Debatte um das Elterngeld mehr oder weniger dominiert. Unter Bundesfamilienministerin Renate SCHMIDT (SPD; 2002 - 2005) stand der Aspekt der Geburtensteigerung, speziell der Verringerung der Kinderlosigkeit von Akademikerinnen im Mittelpunkt der Elterngelddebatte. Bei Bundesfamilienministerin Ursula von der LEYEN (CDU; 2005 - 2009) kam zur Geburtensteigerungsthematik die geschlechtsspezifische Umverteilung (Kritiker sprachen von Umerziehung) zwischen Erwerbsarbeit und Kindererziehung hinzu, während Familienministerin Kristina SCHRÖDER geb. KÖHLER (CDU; 2009 - 2013) nach nicht erfüllten Geburtensteigerungshoffnungen den geburtensteigernden Aspekt (quantitative Bevölkerungspolitik) in den Hintergrund rückte. In ihre Amtszeit fiel die SARRAZIN-Debatte und der Wegfall des Elterngelds für so genannte "Sozialhilfemütter" (qualitative Bevölkerungspolitik). Seit der Amtszeit von Manuela SCHWESIG (SPD; seit 2013) ist es um das Elterngeld ruhiger geworden. Diese und andere Aspekte der Debatte lassen sich in dieser Bibliografie nachlesen.

Kommentierte Bibliografie (2009 - 2011)

2009

EMMA-Titelgeschichte: Neue Väter.
Elternzeit für Väter & Kinder. Und was sagen die Mütter?

POELCHAU, Nina (2009): Mal ehrlich... Arschvater?
Ganz im Gegenteil! sagt Michael Mittermeier, der Kabarettist und Schöpfer der "Arschlochkinder". Und erklärt, warum er Elterngeld geil findet - aber keines nimmt,
in: Emma,
Januar/Februar

BMFSFJ (2009): Familienreport 2009. Leistungen, Wirkungen, Trends

Familienreport 2009

"Nachhaltige Familienpolitik ist eine wichtige Voraussetzung für Wachstum und Wohlstand. Das ist das wichtigste Ergebnis des Familienreports 2009. Mit dem Familienreport liegt eine umfassende Darstellung von Daten und Trends rund um Familien und Familienpolitik in Deutschland vor. Der Familienreport zeigt, dass Familienpolitik in Deutschland in den Jahren 2005 - 2008 erheblich an Bedeutung gewonnen hat. Wichtige familienpolitische Vorhaben wurden realisiert oder auf den Weg gebracht. Der Wechsel vom Erziehungsgeld zum Elterngeld, der neue Kinderzuschlag, das gestaffelte Kindergeld sowie der Ausbau der Kinderbetreuung sind Ergebnisse, von denen sehr viele Familien profitieren. Das gesellschaftliche Klima für Familien hat sich in der Wahrnehmung der Bevölkerung spürbar verbessert."
(Klappentext)

Zwei Jahre Elterngeld

"Das 2007 eingeführte Elterngeld als Ersatz für das bis dahin bestehende Erziehungsgeld ist zum Synonym für die neue Familienpolitik geworden. Es schafft einen Schonraum für Eltern im ersten Lebensjahr ihrer Kinder mit Zeit für die Betreuung und Förderung der Kleinsten und gewährt Leistungen, deren Höhe sich grundsätzlich nach dem Voreinkommen bestimmt und die damit auch den bisher gewohnten Lebensstandard zu sichern helfen. Es eröffnet neue Wahlfreiheit für Mütter und erstmalig auch für Väter bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Es erreicht quasi alle Familien mit neugeborenen Kindern und ermutigt diejenigen, die sich ein Kind wünschen, eine Familie zu gründen. Mittelbar begünstigt es Entwicklungen in Wirtschaft und Gesellschaft, die Rahmenbedingungen für den Alltag von Familien verbessern.
Mit der Einführung des Elterngeldes wird eine gesellschaftliche Verantwortung zur Unterstützung aller Eltern in einem Zeitraum anerkannt, für den auch unter dem Gesichtspunkt der Nachrangigkeit staatlicher Hilfe eine Fortführung eigener Erwerbstätigkeit nicht erwar- tet werden kann. Das Elterngeld verstärkt damit auch die gesellschaftliche Akzeptanz für eine Erwerbsunterbrechung von Müttern und Vätern nach der Geburt eines Kindes."
(2009, S.74f.)  

Inhaltsverzeichnis

Nachhaltige Familienpolitik 2008
II. Familienpolitik als Investition
III. Familienleben in Deutschland.
IV. Das Tableau der staatlichen Leistungen
V. Armutsreduzierung durch staatliche Leistungen
VI. Zwei Jahre Elterngeld
VII. Vereinbarkeit für Alleinerziehende
VIII. Die Arbeit des Kompetenzzentrums

KAMMHOLZ, Karsten & Miriam OPRESNIK (2009): Deutsche Paare denken um: Kinder, Ja bitte!
"Folge des Elterngelds". Baby-Plus auch in Hamburg,
in: Hamburger Abendblatt v. 16.02.

BOLDEBUCK, Catrin (2009): Elterngeld allein reicht nicht,
in: Stern Online v. 16.02.

GASCHKE, Susanne (2009): Bilderbuch-Väter.
Deutschland feiert mehr Geburten. Das liegt an einer effektiven Politik und an Männern, die sich endlich ändern dürfen,
in:
Die ZEIT Nr.9 v. 19.02.

"Die Zahl der Geburten steigt. 12000 Kinder mehr als im Jahr 2006 kamen in Deutschland 2007 zur Welt. 2008 waren es etwa 16000 Kinder mehr als 2006. Das ist kein Mikrotrend, das ist eine schwungvolle Trendumkehr. Das neue Elterngeld (in Kraft seit dem 1. Januar 2007) hat zwei Dinge bewirkt: Berufstätigen Frauen (und nahezu alle 30-jährigen Frauen, die eventuell Mutter werden wollen, sind berufstätig) macht es die Entscheidung leichter, für ein Elternjahr aus ihrem Job auszusteigen – ohne dramatischen Einkommensverlust.
Vätern erlaubt es, das zu tun, was eine neue Generation von Männern ganz selbstverständlich will: für ihre Kinder da sein. Die »Partnermonate«, also der 13. und 14. Monat der Elternzeit, die nur bezahlt werden, wenn der andere, also bisher meist: der männliche Elternteil sie nimmt, sind ein psychologisch geniales Instrument. Wer wirft schon Staatsgeld in diesem Umfang weg? Und deshalb stieg der Anteil der Männer, die sich gleichberechtigt um das Kind kümmern wollen, auf fast 20 Prozent – innerhalb von zwei Jahren!
"

jubelt Susanne GASCHKE. Hatte Susanne GASCHKE nicht vor 6 Jahren die Rente nach Kinderzahl gefordert, weil die junge Generation zu gebärfaul sei. Und jetzt ist plötzlich alles in Ordnung?

Bis zur Bundestagswahl 2005 hatte GASCHKE überhöhte Zahlen zur Kinderlosigkeit von Akademikerinnen verbreitet, von denen die SZ heute nichts mehr wissen will. War GASCHKE nicht eine zentrale Akteurin des Krisengeredes, das sie bei ihren Ausführungen zum Krisengerede der Jahre 1995 - 2005 vergessen hat?

BERTH, Felix (2009): Weniger Geburten trotz Elterngeld.
Statistiker melden Rückgang der Baby-Zahlen im Jahr 2008,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 10.03.

BERTH, Felix (2009): Zahlentricks der Ministerin,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 10.03.

DESTATIS (2009): 2008: Mehr Sterbefälle und Eheschließungen, etwas weniger Geburten,
in:
Pressemitteilung Statistisches Bundesamt Wiesbaden v. 07.04.

Die tatsächliche Geburtenentwicklung in Deutschland bleibt hinter den Schätzungen des Statistischen Bundesamtes vom 07.01.2009 zurück. Im aktuellen Jahresrückblick von single-generation.de wurde bereits darauf hingewiesen, dass es fragwürdig sei, von einem Erfolg der Familienpolitik zu sprechen. Noch Mitte Februar wurde die Familienpolitik insbesondere von den Befürwortern des Elterngeldes - anlässlich einer Pressekonferenz zur Vorstellung des Familienreports 2009 (Stimmen hier, hier und hier) bejubelt.

Die SZ ruderte erst am 10. März zurück. Neuerdings entdecken postfeministische Journalistinnen die biologische Uhr des Mannes. Die torschlußpanischen Männer sind derzeit der letzte Schrei. Ob das die Geburtenentwicklung beeindrucken wird, bleibt fraglich. Absolute Geburtenzahlen sind zudem wenig aussagekräftig in Zeiten, in denen die Anzahl der potenziellen Mütter rückläufig ist.

LAUFER, Benjamin (2009): "Politik wirkt erst in 15 Jahren.
Ob sich Elterngeld und Kita-Ausbau auf die Geburtenzahlen auswirken, zeigt sich erst nach langer Zeit, sagt Familienforscher Hans Bertram. Denn Menschen reagieren nicht mechanisch auf Regeln,
in: taz.de v. 08.04.

JANZ, Nicole (2009): Trotz Elterngeld bleibt Babyboom aus.
Im Jahr 2008 ist die Zahl der Geburten überraschend auf 675.000 gesunken - das liegt unter den bisherigen Schätzungen. Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) übt sich nun in Demut. Sie hatte voreilig einen Aufwärtstrend verkündet,
in: TAZ v. 08.04.

BRUNS, Tissy (2009): Ursulas heile Familie.
Die sinkenden Geburtenzahlen widerlegen das Elterngeld nicht. Trotzdem bleibt dessen Wirkung auf die Familientauglichkeit der Gesellschaft beschränkt,
in: Tagesspiegel v. 08.04.

MONATH, Hans (2009): Wieder weniger dicke Bäuche.
Die Geburtenzahlen gehen zurück – das bringt Familienministerin Leyen in Erklärungsnot,
in: Tagesspiegel v. 08.04.

SIEMS, Dorothea (2009): Geburten als Maßstab,
in: Welt Online v. 08.04.

MÖLLER, Barbara (2009): Der Flop der Familienministerin.
Der Abwärtstrend ist unumkehrbar, sagt der renommierte Demograf Herwig Birg,
in: Hamburger Abendblatt v. 08.04.

PANY, Thomas (2009): Weniger Geburten in Deutschland.
Neueste Zahlen des statistischen Bundesamtes entzaubern den "magischen Fruchtbarkeitsfaktor" Elterngeld,
in: Telepolis v. 08.04.

GERMIS, Carsten & Inge KLOEPFER (2009): Wo kommen die Kinder her.
Das Elterngeld sollte einen Babyboom bei qualifizierten Frauen auslösen. Das klappt nicht. Kinder kriegt vor allem die Unterschicht,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 12.04.

RUHKAMP, Stefan (2009): "Bei mir wirkt das Elterngeld".
Nicht nur die Unterschicht, auch normale bürgerliche Familien profitieren von Frau von der Leyen,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.04.

DRIBBUSCH, Barbara (2009): Elterngeld bei Teilzeitjob soll verlängert werden.
Familienförderung - Ministerin: Höhere Dauer des Anspruchs für Väter und Mütter in Teilzeit,
in: TAZ v. 2
5.04.

DRIBBUSCH, Barbara (2009): Redet über eure Rollen!
Über das verlängerte Elterngeld,
in: TAZ v. 2
5.04.

KUNZ, Gabriele (2009): Neue Väter - altes Rollenmodell.
Seit Einführung des Elterngeldes im Januar 2007 hat sich der Anteil der Männer in Elternzeit mehr als vervierfacht - von 3,5 auf 16 Prozent. Dennoch sind nur die wenigsten Väter bereit, nach der Geburt eines Kindes dauerhaft beruflich kürzer zu treten,
in:
Psychologie Heute, Mai

PETROPULOS, Kostas (2009): Familienpolitik in der Wirtschaftskrise.
Geburtenknick dank Elterngeld?
in: DeutschlandRadio v. 15.05.

OESTREICH, Heide (2009): Eltern müssen weiter warten.
Elterngeld-Reform: Die geplante Flexibilisierung des Elterngeldes kommt wohl doch nicht mehr vor der Wahl. Union und SPD beschuldigen sich schon mal gegenseitig dafür, dass es länger dauert,
in:
TAZ v. 29.05.

SCHNAAS, Dieter u.a. (2009): Familie statt Krise.
Krise, Kurzarbeit, Kündigungswelle – wenn es draußen stürmt, schreibt der Betrieb Familie als finanzieller Hort und als Produktionsstätte von emotionalem Komfort Rekordgewinne: In der Firma leistet die Verwandtschaft Kredit und Hilfe; zu Hause investiert man in Sofas, Flachbildschirme, Espressomaschinen,
in: Wirtschaftswoche Nr.25 v. 15.06.

Dieter SCHNAAS beschreibt den Fall eines Vaters, der wegen einer betrieblichen Kündigungswelle lieber ein Jahr Elternzeit nimmt und so der drohenden Arbeitslosigkeit entgeht:

"Die Rezession zu Hause aussitzen, sich wohl- und sicher fühlen im Kreis der Nächsten – und dabei dreifach fette Gewinne einstreichen: gesellschaftlich prämiert als moderner Vater, finanziell alimentiert vom Sozialstaat mit 1800 Euro im Monat und arbeitsrechtlich honoriert mit einem Rechtsanspruch auf Wiedereinstellung."

KOUFEN, Katharina & Michaela HOFFMANN (2009): "Elterngeld flexibilisieren".
Ursula von der Leyen im Interview,
in: Wirtschaftswoche Nr.25 v. 15.06.

GAUGELE, Jochen & Maike RÖTTGER (2009): Das neue Elterngeld hilft den Unternehmen.
Die Familienministerin im Interview über den Gebrauch ihres Dienstwagens und die Bedeutung des geplanten Teilelterngeldes für Firmen,
in: Hamburger Abendblatt v. 01.08.

SPENGLER, Jochen (2009): "Ich bin ein Fan des Elterngelds.
Sozialministerin Schwesig möchte Elterngeldkonzept flexibilisieren,
in: DeutschlandRadio v. 06.08.

BMFSFJ (2009): Evaluationsbericht Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz 2009 von Jochen Kluve und Markus Tamm

Evaluationsbericht Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz 2009

"Der Evaluationsbericht zum Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) 2009 bildet erstmals die mittelfristige Entwicklung junger Familien nach der Geburt im Hinblick auf Erwerbsverhalten und die Vereinbarkeitsplanung ab. Dem Bericht liegt eine repräsentative Befragung von Eltern im Jahr 2009 zugrunde. Demnach unterstützt das Elterngeld den Wiedereinstieg in das Erwerbsleben und stabilisiert die Haushaltseinkommen. Der Bericht wurde im Auftrag des Bundesfamilienministeriums vom Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung Essen (RWI) durchgeführt und baut auf dem Elterngeldbericht der Bundesregierung 2008 beziehungsweise dem Bericht des RWI zur Evaluation des BEEG 2008 auf."
(Klappentext)

Die Elterngeldstatistik als Grundlange des Evaluationsberichts

"Für alle Geburten des Jahres 2007 wurde eine Antragsstatistik erstellt (Statistisches Bundesamt 2008a, 2008b). Diese umfasst zwar Informationen über alle Eltern, die Elterngeld bezogen haben (inklusive der Partneranträge), jedoch nur Informationen über die ursprünglich geplanten Bezugsdauern und die sich für den ersten Bezugsmonat ergebende Bezugshöhe, und berücksichtigt keine sich während des Leistungsbezugs ergebenden Änderungen. Für das Gesamtjahr 2008 liegt die Statistik der beendeten Elterngeldbezüge vor (Statistisches Bundesamt 2009a, 2009b). Diese unterscheidet sich von der Antragsstatistik darin, dass sie die tatsächlich realisierten ersten und letzten Elterngeldmonate sowie die jeweils tatsächliche Höhe des bezogenen Elterngeldes erfassen."
(2009, S.6)

Inhaltsverzeichnis

Einleitung
II. Erwerbstätigkeit
2.1 Erwerbstätigkeit vor der Geburt des Kindes
2.2 Erwerbstätigkeit während des Elterngeldbezugs
2.3 Erwerbsunterbrechungen und (Wieder-) Eintritt in Erwerbstätigkeit
2.4 Veränderungen im Arbeitsumfeld
2.5 Bedürfnisse zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf der Arbeitgeberseite
2.6 Nutzung von Elternzeit
III. Innerfamiliäre Aufgabenverteilung
3.1 Partnerschaftliches Zusammenleben und Elterngeldbezug
3.2 Vater-Kind Beziehung und Elterngeld
3.3 Aufteilung der Kinderbetreuung zwischen den Partnern
3.4 Familienplanung und Kinderwünsche
IV. Kinderbetreuung
4.1 Nutzung und Kosten von Kinderbetreuungsmöglichkeiten
4.2 Bewertung des Angebots an Kinderbetreuungsmöglichkeiten
4.3 Kinderbetreuungsmöglichkeiten und Einstieg in den Beruf
V. Finanzielle Situation nach der Geburt des Kindes
5.1 Höhe des Elterngeldes
5.2 Erwerbseinkommen von Müttern
5.3 Bezug bedarfsabhängiger Transferleistungen
5.4 Entwicklung der finanziellen Situation
5.5 Einschränkungen und Beurteilung der finanziellen Situation
VI. Weiterentwicklung von Elterngeld und sonstiger staatlicher Unterstützung
VII. Zusammenfassung und Fazit
7.1 Erwerbstätigkeit
7.2 Innerfamiliäre
7.3 Kinderbetreuung
7.4 Finanzielle Situation der Elterngeld beziehenden Eltern
7.5 Weiterentwicklung von Elterngeld und sonstiger staatlicher Unterstützung
7.6 Einschätzung des Elterngeldes auf Basis der Befragung "Junge Familie 2009"

DESTATIS (2009): Statistik zum Elterngeld, Gemeldete beendete Leistungsbezüge, 2. Vierteljahr 2009, Statistisches Bundesamt: Wiesbaden (Erscheinungsdatum: 27.08.)

JANZ, Nicole (2009): Kind statt Job.
Mütter beklagen, dass das Fehlen von Kitaplätzen ihre Rückkehr in den Job behindert - und sie deshalb auch nur Teilzeit arbeiten. Die meisten Väter beziehen Elterngeld weiter nur für zwei Monate,
in: taz.de v. 27.08.

BÜNNAGEL, Vera (2009): Kinder sind kein Produktionsfaktor.
Die Einmischung in die private Entscheidung, wie viele Kinder jemand bekommt, ist mit dem freiheitlichen Staatsverständnis nicht vereinbar,
in: Süddeutsche Zeitung v. 27.08.

BALZTER, Sebastian (2009): "Endlich eine Wende".
Mit dem Elterngeld holt Deutschland seinen Rückstand auf. Auch wenn die Mentalität noch hinterherhinkt. Im Gespräch: Barbara Vinken, Literaturwissenschaftlerin,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.08.

RÖTZER, Florian (2009): Die Deutschen kriegen immer weniger Kinder.
Daran soll trotz Elterngeld nicht nur die Wirtschaftskrise schuld sein, erklärt die Familienministerin von der Leyen,
in: Telepolis v. 16.09.

STOLLOWSKY, Christoph (2009): Daddy cool.
Seit es Elterngeld gibt, gehen sechsmal so viele Väter in Babyurlaub. Damit sind die Berliner bundesweit spitze,
in: Tagesspiegel v. 19.09.

HEINSOHN, Gunnar (2009): Elterngeld - Fortpflanzungsprämie für Unterschicht,
in: Welt Online v. 03.11.

ECKHORST, Kendra (2009): "Männer sollten sich als Väter outen.
Neue Männer: Für seine Studie "Väter und Erziehungszeiten" befragte der Politikwissenschaftler Patrick Ehnis Väter und Betriebe zu Elternzeit, Elterngeld und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie,
in: TAZ v. 19.12.

2010

KEMPER, Andreas (2010): Elterngeld - Eine sozialeugenische Maßnahme?
in: Dishwasher v. 15.01.

DRIBBUSCH, Barbara (2010): Schäuble gegen mehr Elterngeld.
Familienpolitik: Neue "Vätermonate" und längeres Teilelterngeld sind Finanzminister Schäuble zu teuer. Nun wird für 250 Millionen Euro eine "Gegenfinanzierung" gesucht,
in:
TAZ v. 03.04.

SIEVERS, Markus (2010): Das große Feilschen.
Schäuble gegen Schröder: Familienministerin Kristina Schröder würde das Elterngeld gerne von 14 auf 16 Monate verlängern, damit Väter mehr Zeit für Kinderbetreuung haben. Finanzminister Schäuble macht ihr einen Strich durch die Rechnung,
in:
Frankfurter Rundschau v. 03.04.

SCHMOLLACK, Simone (2010): "Mehr Vätermonate sind falsch".
Elterngeld: Zwölf Monate Elternzeit reichen, sagt Wirtschaftsexperte Michael Hüther: Die geplante Verlängerung gehe zu Lasten der Berufstätigkeit von Müttern und Vätern,
in:
TAZ v. 09.04.

SCHMOLLACK, Simone (2010): Schröder pokert ums Elterngeld.
Kinder: Die Bundesfamilienministerin plant zwei weitere Monate Elternzeit und ein längeres Teilelterngeld. Doch Finanzminister Schäuble will nicht zahlen. Deshalb sucht die Ministerin nach Sparmöglichkeiten in ihrem Etat,
in: TAZ v. 05.05.

DESTATIS (2010): 2009: Weniger Geburten und Sterbefälle, Eheschließungen nahezu konstant,
in:
Pressemitteilung Statistisches Bundesamt Wiesbaden v. 17.05.

BOHSEM/KUHR/HUVESCHEIDT (2010): Das Elterngeld wird gekürzt.
Sparprogramm der Koalition soll alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen treffen. DGB warnt vor Belastung der "kleinen Leute",
in: Süddeutsche Zeitung v. 02.06.

HARDENBERG, Nina von (2010): Am Papa gespart,
in: Süddeutsche Zeitung v. 02.06.

MONATH, Hans (2010): Familienministerin kürzt das Elterngeld.
Kristina Schröder verzichtet vor Sparklausur auch auf ihre Pläne für mehr Vätermonate und Teilelternzeit,
in: Tagesspiegel v. 02.06.

PANY, Thomas (2010): Elterngeld: Werbepause vom Leben.
Die Maximalzahlungen des Elterngelds sollen von den Sparplänen verschont werden, heißt es aus dem Familienministerium. Besser wäre es, das Elterngeld, wie es von der Leyen konzipiert hat, ganz abzuschaffen,
in: Telepolis v. 03.06.

ZIMMERMANN, Felix (2010): Sozialdarwinismus aus Berlin.
Der Bremer Erwerbslosenverband ist entsetzt über die Sparmaßnahmen der Bundesregierung, weil sie vor allem zu Lasten der ohnehin schon Armen gehen,
in: taz.de v. 07.06.

Der Bremer Erwerbslosenverband weist darauf hin, dass die Kürzung des Elterngeldes für Hartz-IV-Familien den Empfehlungen von Gunnar HEINSOHN folgt.

KNEIST, Sigrid (2010): Kein Elterngeld mehr für 10.000 Hartz-IV-Familien,
in: Tagesspiegel v. 09.06.

SCHULTE, Ulrich (2010): Der Hass auf die Unterschicht.
Über die Elterngeldkürzung für Hartz-IV-Bezieher,
in: TAZ v. 09.06.

BAUREITHEL, Ulrike (2010): Die Überflüssigen, unerwünscht.
Kalte Aussperrung: Die Sparbeschlüsse zeigen den Willen zu einer qualitativ orientierten Bevölkerungspolitik,
in: Freitag Online v. 09.06.

HÖFLING, Gabriele (2010): "Ergebnis nach zehn Jahren".
Elterngeld: Die Koalition spart bei der Lohnersatzleistung. Sie war eingeführt worden, damit die Geburtenrate steigt. Noch hat sich diese Hoffnung nicht erfüllt,
in: Rheinischer Merkur Nr.23 v. 10.06.

MEßERSCHMIDT, Jan (2010): Auswirkung des Elterngelds vom Institut für Community Medicine untersucht,
in: Informationsdienst Wissenschaft v. 10.06.

DESTATIS (2010): Statistik zum Elterngeld, Gemeldete beendete Leistungsbezüge, 1. Vierteljahr 2010, Statistisches Bundesamt: Wiesbaden (Erscheinungsdatum: 10.06.)

Statistik zum Elterngeld. Elterngeld für Geburten 2007

Allgemeine Erläuterungen

"Zweck der Erhebung ist, einen Überblick über die beendeten Leistungsbezüge von Elterngeld bereitzustellen. Diese Daten werden zur Beurteilung der Auswirkungen des Gesetzes zum Bundeselterngeld und zur Elternzeit sowie zu seiner Fortentwicklung benötigt. Seit dem Jahr 2008 erfasst die Elterngeldstatistik Angaben über Personen, deren Eltergeldbezug ab dem 1. Januar 2008 geendet hat, und Angaben zum in Anspruch genommenen Elterngeld.
Von Januar 2007 bis Juni 2008 wurden Angaben zu den Antragstellenden erhoben, deren Kind im Jahr 2007 geboren wurde, und Angaben zum bewilligten Elterngeld (sog. Antragsstatistik). Die Erfassung der Antragsstatistik für im Jahr 2007 geborene Kinder wurde am 30. Juni 2008 abgeschlossen.
Die Erhebung über den beendeten Leistungsbezug von Elterngeld wird vierteljährlich für die vorangegangenen drei Kalendermonate erstmalig zum 31. März 2008 als Totalerhebung durchgeführt. Mit der statistischen Erhebung der beendeten Leistungsbezüge steht die rückwirkende Betrachtung der Situation des Elterngeldbezugs mit Aussagen über die tatsächliche Inanspruchnahme von Elterngeld im Vordergrund. Regelmäßige, umfangreiche Plausibilitätsprüfungen und Qualitätskontrollen sichern Aussagekraft und Qualität der Ergebnisse."

Abweichungen zwischen Quartalsergebnissen und Jahresergebnis aufgrund von Mehrfachmeldungen und rückwirkenden Meldungen

"Die vierteljährlich veröffentlichten Quartalsergebnisse beinhalten demnach alle Meldungen beendeter Leistungsbezüge der jeweiligen drei zurückliegenden Kalendermonate sowie beendete Leistungsbezüge, die mit einem geänderten Bezugszeitraum (§ 7 Abs.2 BEEG) erneut gemeldet wurden, und beendete Leistungsbezüge, die rückwirkend für ein Vorquartal gemeldet wurden. Änderungen beim Leistungsbezug und rückwirkend gemeldete Beendigungen werden in dem jeweils aktuellen Quartalsergebnis berücksichtigt, in dem dies gemeldet wurde. Eine Korrektur bereits veröffentlichter Quartalsergebnisse wird rückwirkend nicht vorgenommen.
Daher weichen die kumulierten Quartalsergebnisse von dem Jahresergebnis ab, da dies um Mehrfachmeldungen und rückwirkenden Meldungen bereinigt wurde."

DESTATIS (2010): Elterngeld beträgt im Schnitt 699 Euro im Monat,
in: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts v. 10.06.

EL-SHARIF, Yasmin (2010): Warum das Elterngeld doch ein Erfolg ist.
Debatte um das Sparpaket: Das Elterngeld steht massiv in der Kritik, die Zahl der Neugeborenen in Deutschland sinkt. Hat die Regierung also Recht, wenn sie die Beihilfe kürzt? Keineswegs, denn ohne die Förderung stünde es um Familien noch viel schlechter,
in: Spiegel Online v. 11.06.

HEINSOHN, Gunnar (2010): Stoppt die Vermehrungsprämie!
Kein Elterngeld für Sozialhilfemütter,
in: Welt v. 15.06.

PERGANDE, Frank (2010): Das Elterngeld wirkt.
Eine Studie in Greifswald belegt: Mehr Kinder in gut verdienenden Familien,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 16.06.

STEINMAIER, Daniel (2010): Streicht es allen!
Familienministerin Christina Schröder will Hartz-IV-Empfängern das Elterngeld streichen. Das hört sich ungerecht an, geht aber in die richtige Richtung,
in: Jungle World Nr.24 v. 17.06.

PANY, Thomas (2010): "Familienpolitik à la Pinochet".
Und es wirkt doch, das Elterngeld: Bei den Debatten allemal und, wie eine Studie in Pommern festgestellt hat, bei der Entscheidung "gut ausgebildeter" Eltern für ein Kind,
in: Telepolis v. 27.06.

LEINEMANN, Susanne (2010): Elterngeld abschaffen!
Ein Wunschprogramm für Väter können wir uns nicht leisten,
in: Welt v. 28.06.

GÜNTNER, Joachim (2010): Deutsche immer dümmer?
Kinderlose Akademiker, auswandernde Eliten, bildungsferne Zuwanderer – nur Deutschlands Fussball sorgt für Lichtblicke,
in: Neue Zürcher Zeitung v.
05.07.

SCHMOLLACK, Simone (2010): Priorität Besserverdienende.
Über Ministerin Schröder und das Elterngeld,
in: TAZ v.
06.07.

HOLLSTEIN, Miriam & Dorothea SIEMS (2010): "Auf Frauenquote kann ich gut verzichten".
Familienministerin Kristina Schröder spricht über ihre Vorstellung von Frauenförderung und die Zukunft des Elterngelds,
in: Welt Online v.
05.07.

WALTHER, Rudolf (2010): Wer soll die Kinder kriegen.
Frankfurter Positionen: Wolfgang Streeck, Direktor des Kölner Max-Planck-Instituts, über Familien- als Geburtenpolitik,
in: TAZ v.
16.07.

ÖCHSNER, Thomas (2010): Kein Elterngeld für Mini-Jobber.
Sparpaket der Bundesregierung: Die Pläne der schwarz-gelben Regierung, das Elterngeld für Hartz-IV-Empfänger zu streichen, gehen weiter als bislang bekannt. Die Kürzungen treffen vor allem Geringverdiener - sie erhalten bis zu 300 Euro weniger,
in: Süddeutsche Zeitung v.
16.07.

SCHRÖDER, Gerhard (2010): Das verpuffte Elterngeld.
Überlegungen zur Reform einer Hilfsleistung,
in: DeutschlandRadio v.
16.07.

PANY, Thomas (2010): Türsteherpolitik mit Elterngeld.
Neue Planungen für weitere Einsparungen treffen wieder nur die Ärmeren,
in: Telepolis v.
16.07.

BERTH, Felix (2010): Einwände aus allen Richtungen.
Koalition und Opposition lehnen neue Sparpläne beim Elterngeld ab. Familienministerin Schröder kündigt Nachbesserungen an,
in: Süddeutsche Zeitung v.
17.07.

BERTH, Felix (2010): Schröders Zumutungen,
in: Süddeutsche Zeitung v.
17.07.

SCHÄDLER, Karin & Ariane LEMME (2010): Schröder wegen Elterngeld unter Beschuss.
Sparpaket: Pläne zur Kürzung der Familienleistung stoßen selbst in den eigenen Reihen auf Ablehnung,
in: TAZ v.
17.07.

TICHOMOROWA, Katja (2010): Viel Ärger ums Elterngeld.
Geringverdiener: Pläne des Bundesfamilienministeriums, das Elterngeld auch für Mini-Jobber und Empfänger des sogenannten Kinderzuschlags zu kürzen, erhitzen die Gemüter,
in: Frankfurter Rundschau v.
17.07.

DESTATIS (2010): Elterngeld für Geburten 2008 nach Kreisen, Statistisches Bundesamt: Wiesbaden (Erscheinungsdatum: 03.08.)

Elterngeld für Geburten 2008 nach Kreisen

"Zur Beurteilung der Ziele und Wirkungen des Elterngeldes im Rahmen der Familienpolitik stellt die beim Statistischen Bundesamt zentral durchgeführte Statistik zum Elterngeld Daten über den Bezug von Elterngeld bereit. Während zwischen Januar 2007 und Juni 2008 für im Jahr 2007 geborene Kinder die bewilligten Anträgen erhoben wurden, werden seit Januar 2008 die beendeten Elterngeldbezüge erfasst. Mit dieser Änderung steht die rückwirkende Betrachtung der Situation des Elterngeldbezugs mit Aussagen über die tatsächliche Inanspruchnahme von Elterngeld im Vordergrund. Ein Vergleich der Antragsstatistik mit der Statistik über die beendeten Leistungsbezüge ist daher nur eingeschränkt möglich.
Die vorliegende Publikation gibt einen Überblick darüber, wie viele Mütter und Väter für ihr im Jahr 2008 geborenes Kind Elterngeld in Anspruch genommen haben und für welchen Zeitraum das Elterngeld beansprucht wurde. Zudem wird die Erwerbsbeteiligung der Eltern vor der Geburt des Kindes, die Berechnungsgrundlage des Elterngeldes sowie die Anspruchshöhe bis auf Kreisebene dargestellt. Die Ergebnisse der Elterngeldstatistik werden auf Bundes- und Länderebene sowie für die 412 Kreise ausgewertet und in Bezug zu den im Jahr 2008 geborene Kinder gesetzt."
(2010, S.4)

Inhaltsverzeichnis

Einleitung
Ergebnisse

Elterngeldbezug durch Väter für im Jahr 2008 geborene Kinder
Berechnungsgrundlage und Höhe des Elterngeldanspruchs
Bezugsdauer des Elterngeldes

Tabelle: Anteil der im Jahr 2008 geborenen Kinder, deren Vater Elterngeld bezogen hat 1). In den Kreisen nach Ländern (kleinster und größter Wert) in Prozent
Land 2) Kleinster Wert Größter Wert
Kreis

%

Kreis

%

Baden-Württemberg Stadt Pforzheim 11,3 Stadt Freiburg i/Br 28,4
Bayern Stadt Amberg 13,3 LK Donau-Ries 34,7
Berlin   26,9    
Brandenburg LK Uckermark 16,1 Stadt Potsdam 39,3
Bremen Stadt Bremerhaven 10,0 Stadt Bremen 19,2
Hamburg   22,3    
Hessen Stadt Offenbach a/M 12,2 LK Fulda 28,3
Mecklenburg-Vorpommern LK Uecker-Randow 14,5 Stadt Stralsund 27.2
Niedersachsen LK Nienburg (Weser) 8,5 Stadt Oldenburg 25,3
Nordrhein-Westfalen Kreis Olpe 8,8 Stadt Münster 27,6
Rheinland-Pfalz Eifelkreis Bitburg-Brüm 11,2 LK Mainz-Bingen 25,1
Saarland LK Neunkirchen 9,7 LK St. Wendel 16,7
Sachsen Vogtlandkreis 21,8 Stadt Dresden 34,5
Sachsen-Anhalt Salzlandkreis 14,2 Stadt Halle (Saale) 23,1
Schleswig-Holstein Stadt Neumünster 10,8 Stadt Kiel 24,0
Thüringen LK Nordhausen 15,5 Stadt Jena 42,7
Anmerkungen: 1) Für gemeldete beendete Elterngeldbezüge von Januar 2008 bis März 2010 2) Nach Wohnsitz der Elterngeldbeziehenden
Abkürzungen:  LK = Landkreis
Quelle: Statistisches Bundesamt 2010, S.7; eigene Darstellung

DESTATIS (2010): Elterngeldbezug von Vätern: große regionale Unterschiede,
in: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts v. 03.08.

HEININGER, Wolfgang (2010): Alternativ - aber bitte lukrativ.
Elterngeld nehmen vor allem die Väter in Anspruch, die sich die Babypause ohnehin leisten könnten. Die meisten Väter, die Werkbank mit Wickeltisch tauschen, gibt es in Bayern,
in: Frankfurter Rundschau v.
04.08.

ONKEN, Anne (2010): Sichere Jobs machen die Väter moderner.
Neue Statistik belegt: Je wohlhabender eine Region, desto mehr Männer nehmen eine Auszeit. Im Schnitt kehren sie nach dreieinhalb Monaten ins Büro zurück, Frauen bleiben ein ganzes Jahr daheim,
in: TAZ v.
04.08.

KAPPUS, Monika (2010): Väter im Aufbruch.
Trotz Elterngeld pausiert nur jeder fünfte Mann vom Job. Es reicht nicht, wenn der Gesetzgeber nun das Sorgerecht anpasst,
in: Frankfurter Rundschau v.
04.08.

WIRMINGHAUS, Niklas (2010): "Mehr als zwei Monate sind für die meisten nicht drin".
Elterngeld: Immer mehr Väter nehmen Elternzeit und sehen in der Auszeit kein Karrierehemmnis. Gespräch mit der Wirtschaftswissenschaftlerin Kerstin Pull,
in: TAZ v.
23.08.

SCHMOLLACK, Simone (2010): Rückbau statt Ausbau.
Über die Bilanz von Familienministerin Schröder,
in: TAZ v.
23.08.

LORENZO, Giovanni di (2010): Zu viel der Ehre?
Wir Werbeträger für Thilos Sarrazin: Eine Rechtfertigung,
in: Die ZEIT Nr.36 v. 02.09.

Die ZEIT - allen voran Susanne GASCHKE - kämpfte nach der Jahrtausendwende an vorderster Front für die Durchsetzung einer qualitativen Bevölkerungspolitik in Deutschland, nichts anderes ist das Elterngeld, das die Förderung des Akademikernachwuchses sichern sollte (wie Robert LEICHT einwarf, war das aber wenigstens "genderpolitisch korrekt"). Seitdem sind Akademikerkinder mehr wert als Unterschichtkinder.

Dies ist Kritikern schon immer zu wenig gewesen. Gunnar HEINSOHN z.B., der hinsichtlich Hartz IV-Empfängern nichts anderes fordert wie Thilo SARRAZIN, darf seit Jahren seine Thesen verkünden ohne, dass dies die bürgerliche Mitte (inklusive taz) sonderlich gestört hätte. Die Unterschichtendebatte und die jetzige Migrantendebatte sind in dieser Logik der qualitativen Bevölkerungspolitik also lediglich konsequent. Man benötigt im Bürgertum einen Buhmann wie SARRAZIN, um harte Maßnahmen reibungsloser durchsetzen zu können. Ob wie in der Elterngelddebatte Kinderlose als Sündenböcke fungieren oder nun Unterschichten oder Migranten - immer geht es um politische Versäumnisse der Vergangenheit, die vertuscht werden sollen.

Während die Öffentlichkeit lautstark über SARRAZINs mediale Inszenierung diskutiert (das Buch konnte ja bislang kaum einer lesen und der Spiegel-Vorabdruck enthält keine Rassismen, höchstens einen unseriösen Umgang mit Bevölkerungsstatistiken, den man bereits von Herwig BIRG oder Frank SCHIRRMACHER kennt), schafft die Bundesregierung Fakten. Gestern wurde z.B. das Elterngeld für Hartz IV-Empfänger gestrichen während die Besserverdienenden auf gerade einmal 2 Prozent verzichten müssen.

Die SARRAZIN-Debatte ist eine bürgerliche Wohlfühldebatte (Wir tollen Kulturmenschen gegen populistische Barbaren), derweil der politische Paradigmenwechsel längst vollzogen wurde. Mehr zu den weiteren ZEIT- und sonstigen Presse-Artikeln über den "neuen Volkshelden" Thilo SARRAZIN hier.

BECKER, Lisa & Julia LÖHR (2010): Deutschland wird trotz Familienpolitik schrumpfen.
Mehr Kitaplätze, Elterngeld - alles schön und gut, sagen Wissenschaftler. Doch die Entscheidung, ob eine Frau Kinder bekommt oder nicht, beeinflusst das ihrer Ansicht kaum,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 12.10.

SCHMOLLACK, Simone (2010): FDP will Reichen das Elterngeld streichen.
Familie: Wer viel verdient, braucht kein Geld vom Staat für Kinder, sagt die FPD. Doch, sagt CDU-Familienministerin Kristina Schröder,
in: TAZ v. 12.10.

SCHMOLLACK, Simone (2010): Die Gerechtigkeitslücke.
Über die andauernden Debatten zum Elterngeld,
in: TAZ v. 12.10.

ÖCHSNER, Thomas (2010): Symbolpolitik à la Schwarz-Gelb,
in: Süddeutsche Zeitung v. 27.10.

SCHMOLLACK, Simone (2010): Spitzenverdienern soll das Elterngeld gestrichen werden.
Elterngeld: Wer 250.000 Euro im Jahr verdient, braucht kein Geld vom Staat, meint die Regierung,
in: TAZ v. 27.10.

LUDWIG, Jan (2010): Weniger Geburten im Jahr 2009.
Die Zahl der Geburten in Deutschland sinkt weiter. Leyens Kind, das Elterngeld, scheint nicht zu wirken. Die Opposition kritisiert deswegen die Regierung,
in: Tagesspiegel v. 13.11.

PETROPULOS, Kostas (2010): Der Kinderschwund macht sprachlos.
Demografie: Die Statistik zur Geburtenrate kam vier Monate später als sonst. Und die Familienministerin schweigt über das Thema. Die Politik kapituliert vor der Demografie,
in: ZEIT Online v. 17.11.

Der nationalkonservative Bevölkerungslobbyist Kostas PETROPULOS verbreitet - wie bereits im Mai - Halbwahrheiten. Die Geburtenrate sackte nicht ab auf den Stand des Jahres 1999, sondern ist höher als im Jahr 2006, also vor Einführung des Elterngeldes, wie man beim Statistischen Bundesamt nachlesen kann.
Erfolg oder Misserfolg des Elterngeldes lässt sich auch nicht am gesamtgesellschaftlichen Geburtentrend ablesen, sondern nur am Anstieg der Geburten von Akademikerinnen. Aufgrund der normativen deutschen Bevölkerungsstatistik, die derzeit nur alle 4 Jahre die Geburtenfolge richtig erfasst, gibt es derzeit keine Möglichkeit den Erfolg der qualitativen Bevölkerungspolitik genau festzustellen. Zu welchen gravierenden Fehleinschätzungen die normative Statistik in der Vergangenheit führte, konnte man zuletzt in der FAZ lesen.

LÖWENSTEIN, Stephan (2010): Zweifelhafte Erfolgsgeschichte.
Sozialpolitisch ist das Elterngeld unvertretbar; familienpolitisch wirkt es kontraproduktiv. Es liegt in seinem Wesen nach quer zum Sozialstaat - nicht erst, wenn es für Hartz-IV-Empfänger wegfällt. Angesichts der Schulden sollte es abgeschafft werden,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.11.

BODE, Kim & Alexander NEUBACHER (2010): Kind im Mann.
Das Elterngeld kostet Milliarden, verfehlt aber alle von der Bundesregierung gesteckten Ziele. Experten raten: Weg damit!
in: Spiegel Nr.47 v. 22.11.

SIEMS, Dorothea (2010): Großfamilien sind die Verlierer.
Mit dem Elterngeld will die Politik für mehr Nachwuchs sorgen. Doch ausgerechnet Familien mit vielen Kindern werden benachteiligt - und klagen jetzt in Karlsruhe,
in: Welt v. 23.11.

MÜLLER-NEUHOF, Jost (2010): Kinder werden älter.
Der Staat teilt Kinder in wertvolle und weniger wertvolle auf. Warum die Koalition das Elterngeld streichen sollte – und die Herdprämie gleich mit,
in: Tagesspiegel v. 26.11.

SCHRÖDER, Kristina (2010): Mutter, Vater, Kind.
Das Elterngeld ist keine Gebärprämie, sondern ermöglicht Familien gemeinsam in die Verantwortung für ein Baby hineinzuwachsen. Eine Verteidigungsschrift,
in: Welt v. 26.11.

AFP (2010): Mehr Geburten.
Staat muss mehr Elterngeld zahlen,
in: Tagesspiegel v. 18.12.

WEIGUNY, Bettina (2010): Elterngeld zeugt keine Kinder.
Mit Milliarden lässt sich die Gebärfreude der Deutschen nicht steigern. Macht nichts: Die Mittelschicht nimmt das Staatsgeld gerne,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 19.12.

SIEBERT, Sven (2010): Ist das Elterngeld gescheitert?
Der Staat zahlt Milliarden an junge Eltern, aber die Geburtenzahlen gehen weiter zurück. Doch für eine Bilanz ist es zu früh,
in: Sächsische Zeitung v. 24.12.

Sven SIEBERT argumentiert mit den bereits hier vorgestellten Einwänden gegen die Elterngeld-kritischen Artikel in FAZ und Spiegel.

2011

WINKELMANN, Ulrike (2011): "Das ist der feministische Grundirrtum".
Elterngeld und Kitaplätze sollen nur die Eltern dem Marktdiktat unterwerfen, sagt Kostas Petropulos vom Heidelberger Familienbüro. Er fordert ein Erziehungsgehalt,
in: Freitag Online v. 01.01.

Ulrike WINKELMANN interviewt den Nationalkonservativen Kostas PETROPULOS zu den Ende Dezember gemeldeten Geburtenzahlen.
PETROPULOS ist in letzter Zeit vor allem dadurch aufgefallen, dass er sich voreilig auf letztlich falsche Zahlen zur Geburtenentwicklung gestützt hat und diese zudem tendenziös interpretiert hat.

BOHSEM, Guido (2011): Elterngeld für Zinsmillionäre.
Gesetzeslücke: Steuerrechtler: Auch wer über 250 000 Euro Kapitaleinkünfte hat, bekommt die Staatshilfe,
in:
Süddeutsche Zeitung v. 07.02.

SCHMOLLACK, Simone (2011): Väter bekommen weiterhin nur zwei Monate Elternzeit.
Familie: Ministerin Kristina Schröder weitet das Elterngeld nicht aus. Es bleibt bei 14 Monaten,
in: TAZ v. 12.04.

SOMMER, Sarah (2011): Familien-Soli. Das Elterngeld wird zum brisanten Gefahrengut.
Familienministerin Kristina Schröder feiert die Elternzeit als Erfolg. Dabei sorgt der Familien-Soli nicht für mehr Nachwuchs im Inland. Die Elternzeit weckt vor allem die Reiselust junger Gutverdiener, wird zur Turbosubvention der Reisebranche im Ausland - und sorgt für Probleme in deutschen Büros,
in: Manager-Magazin Online v. 10.05.

EUBEL, Cordula (2011): Bundeskrippen.
Elterngeld und Kindergärten: Mehr Väter erfüllen sich inzwischen den Wunsch, befristet aus dem Job auszusteigen, um sich um den Nachwuchs zu kümmern. Auf Dauer wird das die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern,
in: Tagesspiegel v. 16.05.

STRAUß, Hagen (2011): "Elterngeld ist nicht für Bedürftige". FDP bekräftigt Kritik am Elterngeld.
Die Vorsitzende des Familienausschusses des Bundestages, die FDP-Politikerin Sibylle Laurischk, verteidigt die von ihrer Partei initiierte Debatte über das Elterngeld. Im Gespräch fordert sie die Einführung eines Kinder-Grundeinkommens,
in: Saarbrücker Zeitung v. 17.05.

LIMINSKI, Jürgen (2011): Unionsfraktion: Am Elterngeld wird nicht gerüttelt.
Gespräch: Familienpolitische Sprecherin Dorothee Bär weist Abschaffungsvorstoß der FDP zurück,
in: DeutschlandRadio v. 17.05.

SIEMS, Dorothea (2011): Weg mit dem Elterngeld.
FDP-General Lindner hält die Familienleistung für überflüssig. Er sollte für die Abschaffung kämpfen. Denn das Instrument ist bevölkerungspolitisch kontraproduktiv und kommt die Mittelschicht teuer zu stehen,
in: Welt Kompakt v. 17.05.

LEHMING, Malte (2011): Wie käuflich sind Kinder?
Kontrapunkt: Mit dem Elterngeld hat der Staat versucht, die Gebärfreude deutscher Akademikerinnen zu fördern. Die Idee hätte von Thilo Sarrazin stammen können,
in: Tagesspiegel v. 17.05.

SEVERIN, Weiland (2011): Schröder will beim Elterngeld eisenhart bleiben.
Lohnt sich der Aufwand? Das Elterngeld bringe keine Zunahme der Geburten, konstatierte FDP-Generalsekretär Lindner - lediglich "Mitnahmeeffekte". Helle Aufregung bei Teilen der Union, vor allem bei Familienministerin Schröder. Doch auch in der CDU wird Kritik an dem Vorzeigeprojekt laut,
in: Spiegel Online v. 18.05.

FAS-Kontroverse: Soll das Elterngeld wieder abgeschafft werden?
Das Elterngeld kostet Milliarden, der Effekt ist umstritten. Die FDP will es abschaffen, die Union nicht. Auch die FAS ist gespalten

WEIGUNY, Bettina (2011): Ja.
Geld zeugt keine Kinder,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 22.05.

NIENHAUS, Lisa (2011): Nein.
Geld fördert Frauenkarrieren,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 22.05.

KOW, Anna & Kimey PFLÜCKE (2011): Kinder für die neue Mitte.
Eigentlich sollte das von der früheren Familienministerin Ursula von der Leyen eingeführte »Elterngeld« die Gleichstellung der Geschlechter bei der Kindererziehung fördern. Tatsächlich hat es bislang vor allem zur Verfestigung sozialer Unterschiede beigetragen,
in: Jungle World Nr.23 v. 09.06.

BREKER, Gerd (2011): Elterngeld ist "eine gute Maßnahme".
AWO-Mitarbeiterin über den Zusammenhang zwischen Kindersegen und staatlicher Unterstützung,
in: DeutschlandRadio v. 19.08.

DESTATIS (2011): Elterngeld steht bei Vätern und Müttern hoch im Kurs,
in: Pressemitteilung Statistisches Bundesamt Wiesbaden v. 06.09.

BERTH, Felix (2011): Männer verdienen zu viel.
SZ-Thema Warum wir Vätern helfen müssen: Das größte Hindernis für moderne Vaterrollen ist der Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern,
in: Süddeutsche Zeitung v. 01.10.

BRAUN, Stefan (2011): "Ich will das Bewusstsein in Unternehmen ändern".
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder über den Karriereknick, Elterngeld und geteilte Arbeit,
in: Süddeutsche Zeitung v. 01.10.

NOHN, Corinna (2011): Da staunt der Oberarzt.
Männer, die ein Jahr bei den Kindern bleiben? - Fragen, die Deutschlands einziger Väterbeauftragter öfter hört,
in: Süddeutsche Zeitung v. 01.10.

FELSCHEN, Christina (2011): Nomaden mit Elterngeld.
Reisen mit Kindern: Was machen Weltenbummler, wenn sie plötzlich zu dritt sind? Nun, weiterreisen: Ein deutsch-polnisches Journalistenpaar nutzte das Elterngeld für den Roadtrip,
in: TAZ v. 22.10.

 
     
 
       
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 12. Januar 2016
Update: 20. Januar 2017