[ Übersicht der Themen des Monats ] [ Rezensionen ] [ News ]  [ Homepage ]

 
       
   

Kommentierte Bibliografie

 
   

Kinderlose in Deutschland

 
   

Eine Bibliografie der Debatte um die gewollte und ungewollte Kinderlosigkeit (Teil 7)

 
     
   
     
 

Kommentierte Bibliografie (Teil 7: 2007-2008)

Eine Einführung in die Thematik dieser kommentierten Bibliografie findet sich hier.

2007

MANAGER MAGAZIN-Titelgeschichte: Bremst die Ehe die Karriere?
Kontroverse unter Managern

BUCHHORN, Eva (2007): Family Business.
Unverheiratete Manager waren einst chancenlos. Heute scheinen Singles und kinderlose Paare einen Startvorteil zu haben. Bremst die Familie die Karriere?
in: Manager Magazin, Januar

GASEROW, Vera (2007): Der Druck auf die Kinderlosen wächst.
FR-Tagesthema Die Gesellschaft altert: Die Frucht vor der wachsenden Zahl alter, womöglich pflegebedürftiger Menschen setzt die Gruppe Kinderloser zunehmend unter politischen Rechtfertigungs- und konkreten Zahlungsdruck,
in: Frankfurter Rundschau v. 18.01.

PÖTZSCH, Olga (2007): Neue Datenquelle zu Geburten und Kinderlosigkeit,
in:
Wirtschaft und Statistik, Heft 3, März, S.260-263

PROKLA-Thema: "Bevölkerung"
Kritik der Demographie

BAUREITHEL, Ulrike (2007): Baby-Bataillone.
Demografisches Aufmarschgebiet: Von Müttern, Kinderlosen und der "Schuld" der Emanzipation,
in: Prokla 146, H.1, März

SZENT-IVANYI, Timot & Regine ZYLKA (2007): SPD: Weniger Rente für Kinderlose.
Ansprüche von Ehepartnern sollen zur Finanzierung von Kinderkrippen dienen,
in: Berliner Zeitung v. 05.03.

HONDRICH, Karl Otto (2007): Weniger sind mehr. Warum der Geburtenrückgang ein Glücksfall für unsere Gesellschaft ist, Frankfurt a/M: Campus Verlag

Weniger sind mehr

"Blüht uns der Krieg Alt gegen Jung? Werden wir das Ende der Familie erleben? Sehen wir dem Zusammenbruch der sozialen Sicherungssysteme, unserer Wirtschaft, unserer Kultur ins Auge? Sind mehr Kinder wirklich die Lösung? NEIN!"
(Klappentext)

Die Vorreiterrolle von single-generation.de

"Kinderlosen gilt zurzeit die gesammelte Aufmerksamkeit (...). Auch diese Debatte kreist um eine magische Zahl. 40 Prozent. 40 Prozent der Akademikerinnen, so heißt es, bleiben kinderlos, und diese Zahl werde noch steigen, da ja der Anteil der akademisch Gebildeten an allen Frauen steige. (...).
Zunächst verbreitete sich die Zahl von 40 Prozent wie ein Lauffeuer: »Die Deutschen, zumal die gebildeten, sterben aus!« Dann allerdings stellten einschlägige Forscher fest, dass die Zahl auf gravierenden Mängeln der amtlichen Geburtenstatistik beruht. (...).
Genüsslich breitet single-generation.de, die forsche Interessenvertretung der jungen Alleinlebenden, die Differenzen zwischen diesen Daten aus. In der Hoffnung, dass sich das »Deutungsmonopol der deutschen Demografen endlich zerschlägt«, kontert die junge Internet-Zeitschrift die klammheimliche Politisierung mit einer erfrischend-offenen Gegenpolitisierung: Es sollen nicht die Singles für alle Übel und Belastungen der neuen Zeit herhalten." (2007, S 19f.)

Die Familie als Wahlfamilie

"Auf ihre Verkleinerung antwortet Familie mit Vergrößerung. (...). Denn wer zur Familie gehört, entscheiden nicht Biologen, Demografen und Statistiker aufgrund vorgefasster Kriterien, sondern die Beteiligten selbst, indem sie sich gegenseitig Liebe, Intimität und Halt schenken, also die zentralen Familienfunktionen erfüllen.
(...).
Auch Alleinstehende und Menschen ohne Kinder können, sich an Verwandte und Freunde anschließend, ihre Familie »machen«."
(2007, S.123f.)

ZIELCKE, Andreas (2007): Falsche Bergprediger.
Deutsche Familienromantik, deutsche Kinderfeindlichkeit,
in: Süddeutsche Zeitung v. 12.03.

Die Hälfte des Artikels ist Zeilenschinderei und bedient sich des üblichen Zitatenschatzes der Familienrhetorik, um die Union zu disqualifizieren.

Kurzgefasst: Der CDU/CSU wird eine "Mesalliance aus Wirtschaftsliberalismus und Familienkonservativsmus" vorgeworfen, deren gemeinsamer Nenner die Kinderfeindlichkeit sei. Unvermeidlich ist hier natürlich ein Zitat von Franz-Xaver KAUFMANN. Bei der strukturellen Rücksichtslosigkeit gegenüber Kindern steht dann merkwürdigerweise die Rente für Kinderlose an erster Stelle:

"In das Rentenrecht ist die berüchtigtste Perversität eingebaut – je mehr Kinder, desto geringere Rente. Die Singles und Paare, die keine Kinder großgezogen haben, werden mit der größten Rente bedacht. Sie haben im Schnitt mehr Jahre eingezahlt als die Eltern mit Kindern (bei denen in der Regel mindestens einer von beiden, meist die Frau, eine Reihe von Jahren pausiert), und sie konnten im Schnitt höhere Beiträge zahlen und dafür höhere Anwartschaften erwerben, weil sie bei Verdienst und Karriere durch keine Kindererziehung gehandicapt waren.
Eine satte Belohnung für heroische Kinderlosigkeit und, trotz eines kleinen Ausgleichs für angerechnete Erziehungszeiten, eine herbe Bestrafung für die Frivolität, Kinder aufzuziehen, die später zu allem Überfluss auch noch den Kinderlosen die Rente zahlen.
"

Andreas ZIELCKE ist jedoch - im Gegensatz zu Guru Franz-Xaver KAUFMANN zu feige - die Rente nach Kinderzahl explizit zu fordern. An zweiter Stelle wird das Ehegattensplitting angeprangert, "von dem die kinderlose Hausfrauenehe am stärksten profitiert". An dritter Stelle rangiert die Verweigerung von Krankenkassenzuschüssen für die künstliche Befruchtung bei kinderlosen, unverheirateten Paaren (siehe Rente!). Unter ferner liefen kommen dann Wohnungen für Familien und ein familienfreundlichen Wohnumfeld.

Auch nicht vergessen werden potentielle Eltern (also Kinderlose, siehe Rente), die aufgrund der Auflösung der festen Beschäftigungsverhältnisse vor größere Probleme gestellt werden. Von der trüben Lage der Alleinerziehenden will ZIELCKE erst gar nicht reden. Summasummarum - Kinderkrippenplätze sind also sowieso unnötig...

LEMKE-MATWEY, Christine (2007): Der Pillen-Knicks.
(Selbst-)Beobachtungen einer Kinderlosen zwischen Karrierewahn und Krippenstreit,
in: Tagesspiegel v. 18.03.

WENZEL, Kirsten (2007): Unterwegs im Land der Baby-Sehnsucht.
Brigitte Dossier Ich wollte immer ein Kind: Kinderlose sind an allem schuld. Findet die Politik. Wie ist es da, ungewollt kinderlos zu sein? Ein Report,
in: Brigitte Nr.9 v. 11.04.

TSP(2007): Die "Scheidung light" hat ihre Tücken.
Kinderlose Paare sollen sich bald unkomplizierter und ohne Anwälte scheiden lassen können. Experten befürchten, dass die Probleme damit erst anfangen,
in: Tagesspiegel v. 20.04.

SCHRUPP, Antje (2007): Methusalems Mütter. Chancen des demografischen Wandels, Ulrike Helmer Verlag

Methusalems Mütter

Die lesbischen Frauen der Babyboomer-Generation wurden zur Kinderlosigkeit genötigt

"Die letzten zwanzig Jahre waren Jahrzehnte, in denen lesbische Frauen sich weitgehende gesellschaftliche Anerkennung erkämpft haben. (...) Das Recht auf Mutterschaft hingegen konnten sie noch nicht durchsetzen.
Zufällig sind aber die letzten zwei Jahrzehnte auch genau die Zeitspanne, in der die Babyboomer-Generation der in den 1960er Jahren Geborenen im gebärfähigen Alter war. Wenn aber ein Jahrgang zahlenmäßig besonders stark ist, hat die Fertilitätsrate dieses Jahrgangs eine besonders große Auswirkung auf die Entwicklung der absoluten Kinderzahlen. Fünf Prozent der weiblichen Bevölkerung (so vorsichtige Schätzungen über den Anteil lesbischer Frauen), die zur Kinderlosigkeit genötigt werden, fallen da durchaus ins Gewicht. Während ältere Lesbengenerationen meist durchaus Mütter waren (...), sind solche Doppelleben heute nicht mehr nötig. (...). Der Preis, den sie für diese Freiheit zahlen, ist die Kinderlosigkeit - hier liegt eine wichtige Ursache für die »ausgefallene Generation«, die Demografen beklagen. Die nie geborenen Töchter der heute 40- bis 50-jährigen Lesben fehlen nämlich jetzt als potenzielle Mütter."
(2007, S.85f.)

KREYENFELD, Michaela & Dirk KONIETZKA (Hrsg.)(2007): Ein Leben ohne Kinder. Kinderlosigkeit in Deutschland, Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften

Ein Leben ohne Kinder

"In fast allen europäischen Ländern sind die Anteile kinderlos bleibender Männer und Frauen in den letzten Jahrzehnten gestiegen. Deutschland nimmt in dieser Hinsicht eine Spitzenposition ein.
Die Medien haben das Thema in jüngster Zeit für sich entdeckt; dort ist Kinderlosigkeit immer stärker in den Brennspiegel der Diskussionen um die »Krise« der Familie, den demografischen Wandel, den Umbau des Sozialstaats und eine gerechte Verteilung der Kosten der gesellschaftlichen Alterung gerückt.
Der überwältigenden sozialpolitischen und medialen Aufmerksamkeit steht jedoch ein Mangel an Fakten gegenüber. Ausmaß und Ursachen der Kinderlosigkeit in Deutschland sind bislang nur unzureichend empirisch untersucht worden. In der öffentlichen Debatte herrscht ein unkritischer und missverständlicher Gebrauch statistischer Daten vor. Auf der Grundlage eines lückenhaften empirischen Wissens werden häufig voreilige Diagnosen über die Ursachen und »Verantwortlichen« eines komplexen Aspekts des sozialen und kulturellen Wandels getroffen.
Die in diesem Band versammelten Beiträge leisten eine Bestandsaufnahme eines Phänomens, die über moralische Schuldzuweisungen, mediale Kampagnen und kurzschlüssige Lösungsvorschläge wie »Strafsteuern« für Kinderlose weit hinausgeht. Sie zeigen das Ausmaß, die sozialen Hintergründe und die Folgen von Kinderlosigkeit in Deutschland und im internationalen Vergleich auf. Damit bieten sie dem Leser einen fundierten Einblick in die unterschiedlichen Ausprägungen und Dimensionen eines zentralen Phänomens des gegenwärtigen demografischen Wandels."
(Klappentext)

BMFSFJ (2007): Land ohne Kinder? - Ein deutsch-französischer Vergleich,
in: Pressemitteilung des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend v. 03.05.

Die Daten der Umfrage des Allensbach Institut für Demoskopie über selektiv ausgewählte Einflussfaktoren auf die Geburtenrate im deutsch-französischen Vergleich lassen keinen Rückschluss auf die Befragten zu, denn repräsentativ ist die Studie offenbar nur bezüglich Ein- und Mehrpersonenhaushalten und nicht hinsichtlich von Kinderlosen und Eltern. Da die Fragen der Umfrage nicht veröffentlicht werden, ist auch kein Rückschluss auf die Frage möglich, was unter "Kinderlosen" verstanden wird: Kinderlose, die noch kein Kind haben? Personen, die ohne Kinder im Haushalt leben?

Es handelt sich zudem um eine Auftragsumfrage für eine Zeitschrift und nicht um eine Auftragsstudie des Familienministeriums. Seriosität sieht anders aus.

Für Deutschland gibt es keine exakten Statistiken zum Ausmaß der Kinderlosigkeit. Insbesondere nationalkonservative Denker um den Bevölkerungswissenschaftler Herwig BIRG und ihre Sympathisanten in der Mitte der Gesellschaft haben mit fragwürdigen Methoden den Konflikt zwischen Kinderlosen und Eltern herbei geschrieben.

Der gerade erschienene Sammelband Ein Leben ohne Kinder, herausgegeben von Michaela KREYENFELD & Dirk KONIETZKA, hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, eine erste sozialwissenschaftliche Bestandsaufnahme zur Kinderlosigkeit in Deutschland zu liefern.

Im Gegensatz zur Umfrage aus Allensbach im Auftrag der Zeitschrift Bild der Frau, zu der sich auf den Seiten des Familienministeriums nicht einmal Näheres zur Definition der "Kinderlosen" findet, wird in dem Sammelband die Problematik der gegenwärtigen Mediendebatte um Kinderlose hervorgehoben.

Im Gegensatz zur Welt, in der mit dem Begriff "überzeugte Kinderlose" eine weit verbreitete Kultur der Kinderlosigkeit suggeriert wird, zeigen sozialwissenschaftliche Untersuchungen zum Kinderwunsch, dass die Grenzen zwischen gewollter und ungewollter Kinderlosigkeit keineswegs so undurchlässig sind, wie das in den typischen Umfragen herausgestrichen wird.

Im Buch Ein Leben ohne Kinder wird der komplexe Zusammenhang zwischen Kinderlosigkeit und Kinderwunsch in mehreren Analysen aufgezeigt. Außerdem wird der deutsch-französische Vergleich in einen historischen Kontext gestellt.

Ein Vergleich mit der Schweiz, wo neben Deutschland ein ähnlich hohes Niveau der Kinderlosigkeit existiert, würde zudem zeigen dass die Rolle der Medien und deren negativer Einfluss auf die Geburtenentwicklung endlich auf die Agenda müsste. Wenn es in Deutschland einen Sonderweg gibt, dann bezieht er sich auf den Umgang mit Kinderlosen, d.h. potentiellen Eltern.

Statt Familien zu fördern, werden neue Hürden der Familiengründung - insbesondere für junge Kinderlose - aufgebaut. Im Buch Die Single-Lüge wird aufgezeigt, wie in Deutschland eine Politik gegen potentielle Eltern betrieben wird und Kinderlosen durch die Medien eine falsche Lage ihrer Situation vermittelt wird.

WELT (2007): Viele Deutsche sind kinderlos aus Überzeugung.
In Deutschland und Frankreich gibt es deutliche Unterschiede in den Einstellungen zu Kindern, in den Rollenbildern aber auch in den Möglichkeiten Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Diese Unterschiede können in einem Zusammenhang zu den unterschiedlichen Geburtenraten in beiden Ländern gesehen werden,
in: Welt v. 03.05.

FRÖMEL, Susanne (2007): "Wir haben abgetrieben!".
Vor 36 Jahren erklärten das 374 Frauen in einer Kampagne. Und heute? Fände man noch so viele Frauen, die zu diesem Bekenntnis bereit wären? Nein, sagt die Brigitte Mitarbeiterin: Sie fuhr durch Deutschland, um herauszufinden, wie wir heute zum Thema Abtreibung stehen - und stieß auf ein neues Tabu,
in: Brigitte Nr.11 v. 09.05.

Im Vorfeld der Verhandlungen um die Kostenerstattung für Abtreibungen erkundet Susanne FRÖMEL die Situation der Abtreibungswilligen in Deutschland:

"Die Gesellschaft fordert und fördert angesichts 35 Prozent Kinderlosen im Land das Modell Familie, es gibt Elterngeld und bald mehr Krippenplätze. Dass fast jedes zweite abgetriebene Baby das erste Kind gewesen wäre, werten Experten als Beleg für den Trend zur bewussten Kinderlosigkeit".

BARLÖSIUS, Eva & Daniela SCHIEK (Hrsg.)(2007):Demographisierung des Gesellschaftlichen. Analysen und Debatten zur demographischen Zukunft Deutschlands, Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften

Demographisierung des Gesellschaftlichen

"Zukunftsfähigkeit - hört man allerorten - hänge zuvörderst von der demographischen Lage ab. Folglich wird immer seltener über die Gesellschaft und vom sozialen Wandel berichtet und stattdessen vermehrt über die Bevölkerung informiert und eine Umkehr der demographischen Entwicklung angemahnt. Oft werden auf diese Weise soziale Phänomene zu demographischen Fakten erklärt: die Demographisierung des Gesellschaftlichen. Dieser Band will den Prozessen der Demographisierung nachspüren und fragt explizit auch nach den Chancen des demographischen Wandels."
(Klappentext)

Der Anstieg der Kinderlosigkeit ist in Baden-Württemberg weniger gravierend als der Rückgang der kinderreichen Familien

"Aus pragmatischen Gründen wird bislang oft (...) der Altersbereich von 40 bis unter 45 Jahren für Durchschnittsbetrachtungen angesetzt. Dabei ergibt sich für die Kinderzahlverteilung der Frauen in Baden-Württemberg folgendes Bild (...): Heute sind etwa 23 Prozent der 40- bis unter 45-jährigen Frauen kinderlos geblieben, weitere 22 Prozent haben ein Kind. Den relativ größten Anteil bilden mit rund 39 Prozent die Frauen, die im Laufe ihres Lebens zwei Kinder geboren haben. Etwa jede sechste Frau im Alter von 40 bis unter 45 Jahren hat zeitlebens drei oder mehr Kinder zur Welt gebracht. Anfang der 1970er Jahre lag der Anteil kinderreicher Frauen mit 31 Prozent nahezu doppelt so hoch wie heute. Demgegenüber hat sich die Kinderlosigkeit in den vergangenen rund drei Jahrzehnten nicht so drastisch erhöht und darüber hinaus hat dieser Survey, verglichen mit anderen, eine außerordentlich breite Altersspanne von unter 20 bis über 50 Jahren."
(Ivar Cornelius 2007, S.80)

MÖNCH, Regina (2007): Frau Doktors unsichtbares Kind.
Gestritten wird viel, zuverlässig gewusst wenig: Den Befunden zur Kinderlosigkeit in Deutschland fehlt die exakte Datenbasis,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.06.

GAFRON, Georg (2007): Die 68er-Falle,
in: Welt v. 25.06.

Antifeministisches Früher-war-alles-besser-Lamento von Georg GAFRON, eines Angehörigen der Single-Generation:

"Die feministische Bewegung der 68er war erfolgreich. (...). Die Folgen sind Kinderlosigkeit, Einsamkeit und Bitterkeit in weiten Teilen unserer Gesellschaft."

SÜTTERLIN, Sabine & Iris HOßMANN (2007): Ungewollt kinderlos. Was kann die moderne Reproduktionsmedizin gegen den Kindermangel in Deutschland tun? Herausgegeben vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

Ungewollt kinderlos

Die ideale Zielgruppe der Familienpolitik

"Es gibt (...) eine Gruppe von Menschen, die eine ideale Zielgruppe für die Familienpolitik sein müssten: Jene, die sich sehnlich Kinder wünschen, aus medizinischen Gründen aber kinderlos bleiben. 1,4 Millionen Menschen in Deutschland im Alter zwischen 25 und 59 Jahren, das zeigt die Umfrage, die das Institut für Demoskopie Allensbach für diese Studie durchgeführt hat, hätten gerne Nachwuchs (gehabt), sie haben auch eine Partnerin oder einen Partner, mit dem sie eine Familie gründen würden, sie haben es seit mindestens einem Jahr versucht - nur geklappt hat es nicht"
(
2007, S.4)

BRÜNING, Anne (2007): Mehr Reagenzglaskinder für das Land.
Die Reproduktionsmedizin könnte helfen, den Bevölkerungsrückgang in Deutschland abzuschwächen,
in: Berliner Zeitung v. 28.06.

KAMANN, Matthias (2007): Künstliche Befruchtung soll den Geburtenrückgang abschwächen.
Laut Umfrage sind 1,4 Millionen Deutsche aus medizinischen Gründen ungewollt kinderlos - Überprüfung der Zuschussregeln gefordert - Schwierige Datenlage,
in: Welt v. 27.06.

KAMANN, Matthias (2007): Zum Wohle der Paare,
in: Welt v. 27.06.

BERGER, Annette (2007): Die bezahlte Kinderlosen-Studie,
in: ftd.de v. 27.06.

HESENER, Britta (2007): Raus aus der Demografie-Falle - aber wie?
Die Deutschen kriegen zu wenige Kinder, das Land vergreist - eine Alptraumvorstellung. In einer neuen Studie untersuchen Wissenschaftler, was man mit moderner Reproduktionsmedizin dagegen tun kann. Das Ergebnis: Mit ihr alleine wird man das Problem nicht lösen,
in: stern.de v. 27.06.

SCHWENTKER, Björn (2007): Ende einer Diskriminierung.
Der Streit um die wahre Zahl kinderloser Akademikerinnen steht vor dem Aus - denn endlich soll sie korrekt erhoben werden: Der Bundestag hat am Donnerstag zwei Statistikgesetze geändert. Das könnte sogar die Bevölkerungsprognosen ändern,
in:
ZEIT Online v. 06.07.

WEIDEN, Silvia von der (2007): Ungewollt kinderlos.
Unfruchtbarkeit hat viele Ursachen. Zu langsame Spermien, verklebte Eileiter oder Abwehrreaktionen des Immunsystems der Frau. Nicht immer kann die moderne Medizin helfen. Dann brauchen viele Paare psychologische Unterstützung,
in:
Welt v. 21.07.

ZEHETBAUER, Susanne (2007): Ich bin eine Frau ohne Kinder. Begleitung beim Abschied vom Kinderwunsch, Kösel Verlag

Ich bin eine Frau ohne Kinder

"Jede zehnte Frau in Deutschland bleibt ungewollt kinderlos. Wo zahlreiche Ratgeber damit locken, »wie es doch noch klappen könnte«, nimmt dieses einfühlsame Buch betroffene Frauen ernst in ihren Gefühlen. Zahlreiche psychologische und spirituelle Impulse helfen, den Schmerz zu verarbeiten und zu entdecken, was dem Leben in Zukunft Sinn verleiht."
(Klappentext)

Der Anteil der Kinderlosen steigt zukünftig weiter

"»Haben Sie Kinder?« Immer mehr Menschen werden in Zukunft mit einem Nein antworten. Bereits ein Drittel der Akademikerinnen bleibt, wenn man den Statistiken glaubt, kinderlos, ebenso etwa jede zehnte Ehe. Für dieses Buch haben sich viele Frauen und ein Mann entschlossen, über die sehr intime, persönliche Frage nach ihrer Kinderlosigkeit zu sprechen. Alle sind über 40, für alle ist die Frage nach der Elternschaft weitestgehend abgeschlossen."
(2007, S.10)

Die Kluft zwischen Müttern und Kinderlosen

"Seit 1995 meine erste Tochter und 1998 meine zweite zur Welt kamen, begann sich mein Freundeskreis in meiner Wahrnehmung zu teilen: Die einen bekamen, wie wir, nach und nach Kinder, die anderen blieben kinderlos. Bald wurde es schwierig die Kontakte zu erhalten. Die Welten waren zu verschieden (...).
So ging das einige Jahre. Meine Töchter wurden größer, aber die Kluft zu den Kinderlosen kaum kleiner. Ich lernte: Mütter, so verschieden sie sein mögen, haben immer eine Gesprächsbasis, immer eine Gemeinsamkeit: die Kinder. Kinderlose kennen auch noch andere Themen.
Dann wurde meine ältere Tochter schwer krank. Plötzlich konnte ich die Gesellschaft von Müttern nicht mehr ertragen, und der Anblick gesunder Kinder zerriss mir das Herz. (...). Ohne meine beiden kinderlosen Freundinnen hätte ich diese Zeit nicht überstanden."
(2007, S.14ff.)

LINSINGER, Eva & Edith MEINHART (2007): Die Geburtsfehlanzeige.
Das Kinderbetreuungsgeld war ein Herzensanliegen der schwarz-blauen Wenderegierung. Das Fazit nach fünf Jahren: Frauen bleiben länger von der Arbeit weg, mehr Geburten gibt es trotzdem nicht,
in: Profil Nr.31 v. 30.07.

LINSINGER & MEINHART ziehen Bilanz beim Kinderbetreuungsgeld, das 2002 als geburtenfördernde Maßnahme in Österreich eingeführt wurde:

"Die Hoffnung, dass das Kindergeld die Zahl der Geburten ankurbelt, hat sich nicht erfüllt: In den ersten fünf Monaten des heurigen Jahres sank die Geburtenrate um 2,4 Prozent – und damit auf das Niveau des Jahres 2001, der Zeit vor der Einführung des Kindergelds. Die konservative Familienpolitik, die die »Fehler jahrzehntelanger sozialistischer Gesellschaftsplanung ausbügeln« (Herbert Haupt) wollte, ist gefloppt."

Nicht die Zunahme der Kinderlosen, sondern die Abnahme der kinderreichen Familien ist nach Meinung der Autoren Schuld am Geburtenrückgang in Österreich:

"Die Zahl der Einkindfamilien hat zugenommen. Die böse kinderlose Akademikerin und der karrieregeile Banker-Yuppie sind entgegen allen öffentlichen Anklagen nicht allein schuld an den niedrigen Geburtenraten. Die Zahl der Kinderlosen bleibt nämlich seit Jahrzehnten konstant".

WILSDORF, Sandra (2007): Wenn sich der Traum vom Kind nicht erfüllt.
Special Kinderlosigkeit, Teil 1: Viele Paare hoffen vergeblich auf ein Baby. Daran kann selbst die moderne Medizin oft nichts ändern. Von Wünschen und Enttäuschungen,
in: emotion,
August

MÖNCH, Regina (2007): Kinderlos? Nein, falsch gezählt,
in: Frankfurter Allgemeine
Zeitung v. 09.08.

HERPELL, Gabriela (2007): Wem was fehlt.
Warum Paare keine Kinder haben? Wir haben Frauen und Männer getroffen, die auf Nachwuchs verzichten,
in: Süddeutsche Zeitung v. 22.09.

DANNHAUSER, Claudia (2007): Von der Leyen "Die Welt von gestern wünsche ich mir nicht".
Interview. Die deutsche CDU-Ministerin Von der Leyen warnt vor Kinderlosigkeit durch starre Familienbilder,
in: Die Presse v. 24.09.

RUCKDESCHEL, Kerstin (2007): Der Kinderwunsch von Kinderlosen,
in: Zeitschrift für Familienforschung, Heft 2

ARETIN, Felicitas von (2007): Noch stimmen die Rahmenbedingungen nicht.
Das Niveau der Kinderlosigkeit ist in den alten Bundesländern gegenüber anderen europäischen Staaten relativ hoch,
in: Tagesspiegel v. 24.11.

MARTENSTEIN, Harald (2007): Prominent in Pankow.
Berliner Expeditionen (4): Schriftsteller, Politiker, Schauspieler, Musiker: Früher wohnte hier die Elite der DDR. Musiker, Schauspieler, Politiker, Schriftsteller: Heute wohnt hier die Elite der Hauptstadt,
in: Tagesspiegel v. 09.12.

TSP (2007): Der Storch im weißen Kittel.
Die Frau, die im Alter von 64 Jahren nach einer Eizellspende im Ausland ihr erstes Baby bekam, hat die Debatte um die künstliche Befruchtung neu entfacht Für viele kinderlose Menschen ist dieser Weg die einzige Hoffnung auf Nachwuchs. Zwei Berliner Paare erzählen vom Warten auf das Glück
in: Tagesspiegel v. 10.12.

LOY (2007): Mehr Lust auf Kinder.
"Du bist Deutschland“, Teil zwei: Am Sonnabend startet die bundesweite Kampagne. "Botschafter" sind Prominente wie die Moderatorin Nina Ruge und der Boxer Henry Maske,
in: Tagesspiegel v. 13.12.

Die Medienberufe gehören zu denjenigen mit dem höchsten Anteil Kinderloser.
Nun möchte ausgerechnet die Medienbranche die Geburtenrate mit einer 35 Millionen Euro teuren Kampagne steigern. Würden die Verlage das Geld in eine Verbesserung ihrer hauseigenen Kinderbetreuung investieren, dann wäre Deutschland mehr gedient als mit einer Kampagne, die man als Ausdruck des schlechten Gewissens einer Branche betrachten muss, die jahrelang mit der Single-Lüge potentielle Eltern verunsichert hat und deshalb eine Hauptschuld an der kinderfeindlichen Gesellschaft trägt.

PÖTZSCH, Olga (2007): Geburten in Deutschland,
in:
Statistisches Bundesamt,
Dezember

Geburten in Deutschland

"Die demografische Lage ist heute ein wichtiges gesellschaftliches und politisches Thema. In unserer Gesellschaft sind zunehmend Informationen über Geburten und die Daten der Geburtenstatistik gefragt. In der öffentlichen Diskussion, im Gespräch mit Freunden und Familie ist immer wieder die Rede von der »Kinderzahl pro Frau« oder von der Kinderlosigkeit, die offenbar zugenommen hat. Die Presse ist voll mit Meldungen zu »Kindermangel«, »niedrigen Geburtenraten« und »kinderlosen Akademikerinnen«. Was sich hinter diesen Informationen verbirgt, welche der Aussagen eine fundierte Datengrundlage haben und welche auf vagen Schätzungen beruhen, bleibt jedoch oft unbeantwortet. Die vorliegende Broschüre gibt einen kurzen Überblick über die von der amtlichen Statistik veröffentlichten Indikatoren zur Geburtenentwicklung und über die Daten, die ihnen zu Grunde liegen."
(2007, S.4)

Die endgültige Kinderzahl (CFR) des Frauenjahrgangs 1957 liegt bei 1,6 Kindern pro Frau

"Die endgültige Kinderzahl kann nur für Kohorten nachgewiesen werden, die das 50. Lebensjahr bereits erreicht haben. Heute liegen deshalb die Angaben bis zur Kohorte der 1957 geborenen Frauen vor, die 2006 49 Jahre alt waren. Die endgültige Kinderzahl für alle Frauen des Jahrgangs 1957 beträgt durchschnittlich 1,6 Kinder je Frau. Zwischen dem früheren Bundesgebiet und den neuen Ländern zeigen sich beträchtliche Unterschiede im aktuellen Niveau und in der bisherigen Entwicklung der Geburtenzahl der Kohorten. Die Frauen des Geburtsjahrgangs 1937 brachten in beiden Teilen Deutschlands im Durchschnitt noch gleich viele Kinder zur Welt (2,1 Kinder je Frau). In den nächsten 20 Jahren, also zwischen den Jahrgängen 1937 und 1957, nahm die endgültige Kinderzahl je Frau im früheren Bundesgebiet mit 26% deutlich stärker ab, als in den neuen Ländern (13%). Die Frauen der Kohorte 1957 haben damit im früheren Bundes gebiet durchschnittlich 1,6 Kinder und in den neuen Ländern 1,8 Kinder zur Welt gebracht."
(2007, S.19)

Kinderlosigkeit gemäß Mikrozensus Sondererhebung Geburten in Deutschland Herbst 2006

"Der Anteil der Frauen ohne Kinder beträgt (...) 19 % bei den Geburtsjahrgängen 1952 bis 1956 (2006 waren sie 50 bis 54 Jahre alt) und bereits 23% bei den Frauen der Jahrgänge 1957 bis 1961 (45- bis 49-Jährige)."
(2007, S.28)

SCHMITT, Cosima (2007): Auch Akademikerinnen kriegen Kinder.
Das Statistische Bundesamt räumt mit einem Mythos auf: Uniabsolventinnen sind nicht so oft kinderlos, wie häufig behauptet,
in: TAZ v. 19.12.

SIEMS, Dorothea (2007): Der Anteil kinderloser Frauen steigt dramatisch.
Vor allem westdeutsche Akademikerinnen verzichten auf Nachwuchs. Das ist ein Ergebnis einer Sonderuntersuchung des Statistischen Bundesamtes. Bundesweit gilt, dass gut ausgebildete Frauen selten eine große Familie haben. Festgestellt wurde außerdem ein Trend zur späteren Mutterschaft,
in: Welt v. 19.12.

2008

SCHULZ, Rüdiger (2008): Gründe für und gegen Kinder.
Was Eltern und Kinderlose jeweils empfinden,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 09.01.

"Das Glück, das Mütter und Väter – trotz vielerlei Belastungen und Einschränkungen – in ihrem Leben mit Kindern empfinden, den bisher noch Kinderlosen besser zu vermitteln ist eine große gesellschaftliche Aufgabe", verkündet Rüdiger SCHULZ vom Institut für Demoskopie Allensbach.

KUNZ, Gabriele (2008): Väter brauchen Geld.
Die Vorstellung vom Mann als Ernährer der Familie scheint noch in vielen Arbeitgeberköpfen herumzugeistern: Väter verdienen mehr als kinderlose Männer,
in:
Psychologie Heute Nr.2, Februar

KEIL, Günter & Gisela BRUSCHEK (2008): Generation Kinderlos. Jenseits von Zeugungsstreik und Gebärzwang, München: Pantheon Verlag

Generation Kinderlos

"Warum Kinderlose keine schlechteren Menschen sind

Obwohl in der aktuellen Debatte um den Geburtenrückgang stets über das Problem Kinderlosigkeit diskutiert wird, kommen die Betroffenen selbst kaum zu Wort. Günter Keil und Gisela Bruschek zeigen, warum Paare sich gegen Nachwuchs entscheiden und wie ein erfülltes Leben ohne Kinder aussehen kann. Eine vergnüglich zu lesende Polemik, die zu heftigem Widerspruch ermuntern wird.

Noch nie haben in Deutschland so viele Menschen ohne eigene Kinder gelebt – und das hat seine Gründe, behaupten Günter Keil und Gisela Bruschek. Die Autoren, selbst ein kinderloses Paar und seit Jahren publizistisch tätig, zeichnen ein differenzierteres Bild der vielfach gescholtenen Nachwuchsverweigerer. Nicht Egoismus oder Flucht vor Verantwortung stehen im Vordergrund, wenn Paare sich gegen Kinder entscheiden. Weder leben Kinderlose auf Kosten derjenigen, die Kinder haben, wie die Autoren nachweisen können, noch sind sie lediglich auf Karriere und Konsum fixiert. Auch jenseits des traditionellen Familienbilds lässt sich ein glückliches Leben führen. »Generation Kinderlos« ist keine trockene wissenschaftliche Betrachtung, sondern verschafft auf unterhaltsame, undogmatische, manchmal auch angriffslustige Weise Einblick in den Alltag Kinderloser."
(Klappentext)

NIEJAHR, Elisabeth (2008): Die Legende von der Kinderlosigkeit.
Wenn der Staat will, dass die Zahl der Geburten zunimmt, sollte er die Großfamilien besser fördern,
in: Die ZEIT Nr.10 v. 28.02.

LECHNER, Wolfgang (2008): Unsere Tochter aus Afrika.
Auslandsadoptionen sind nervenaufreibend und kostspielig. Doch für viele Kinderlose sind sie die letzte Hoffnung. Wie zwei Paare aus Deutschland nach Kenia fuhren, um als Familien zurückzukehren,
in: Die ZEIT Nr.11 v. 06.03.

SPIEGEL -Titelgeschichte: Tausendmal probiert ... und nie ist was passiert.
Das Geschäft mit der Sehnsucht nach dem Kind

DEMMER, Ulrike & Udo LUDWIG (2008): Geschäft mit der Hoffnung.
Viele hunderttausend Paare bleiben in Deutschland ungewollt kinderlos - und es werden immer mehr. Die verhinderten Mütter und Väter fühlen sich von den Nachbarn mitleidig beäugt, von den Ärzten ausgenommen und von der Politik im Stich gelassen,
in: Spiegel Nr.22 v. 26.05.

MAIER, Corinne (2008): No Kid. 40 Gründe, keine Kinder zu haben, Rowohlt Verlag

No Kid

"Kinder? Nein danke!
Zukünftige Eltern, aufgepasst! Nach der Lektüre dieses Buches könnte es sein, dass Sie sich das mit dem Kinderwunsch noch einmal überlegen. Corinne Maier bricht ein gesellschaftliches Tabu und rechnet mit dem Ideal der Mutterschaft ab. Anhand 40 provokanter Thesen führt sie erfrischend politisch unkorrekt und mit einer guten Prise Humor aus, warum es sich lohnt, dem Nachwuchs abzuschwören."
(Klappentext)

KÖPF, Peter (2008): Profitcenter Kind,
in: DeutschlandRadio v. 18.06.

Unter Bezugnahme auf Artikel von Marc BEISE und Henrike ROßBACH, verweist Peter KÖPF darauf, dass Kinder in zunehmendem Maße auf die Kosten reduziert werden. KÖPF ist wie Günter KEIL & Gisela BRUSCHEK in ihrem Buch Generation Kinderlos der Meinung, dass Kinderlose, ob als Rentner oder als Berufstätige, Eltern unter die Arme greifen, dies aber im gegenwärtigen politischen Klima ungenügend gewürdigt wird:

"Unterm Strich finanzieren Eltern 54 Prozent dieser Familienleistungen über Steuern und Sozialabgaben selbst, betont Ministerin von der Leyen. Das bedeutet: Die andere Hälfte begleichen Nicht-Eltern. Schweigend. Selbstlos. Selbstverständlich.
            Es ist richtig, dass der Staat Eltern unter die Arme greift. Dass auch Kinderlose sich beteiligen, finanziell und ideell. Viele tun das gern, trotz der weit verbreiteten elterlichen Anspruchshaltung. Aber sie dürfen ruhig die Frage stellen, ob sie für die Lebensplanung anderer Leute zahlen und sich gleichzeitig als Schmarotzer titulieren lassen möchten. Was Kinder-Besitzer ebenso gern wie die Knete der gedemütigten, häufig unfreiwillig Kinderlosen nehmen, ist deren Hilfe. Beispielsweise die stille Bereitschaft, Weihnachten und Silvester die Schichten zu übernehmen und Mehrarbeit, wenn Papi oder Mami zum kranken Kind nach Hause muss. Und natürlich die Betreuungsstunden von Oma und Opa, die unter Eltern sonst gern als die Zukunft verprassende »Generation Teneriffa« verachtet wird."

BRUHN, Eiken (2008): "Ich wollte auch mal".
1,4 Millionen Menschen sind hierzulande ungewollt kinderlos. Manche wenden sich an die Reproduktionsmedizin. Die Prozedur ist langwierig, die körperlichen und seelischen Belastungen enorm und die Erfolgschancen gering. Ein Paar erzählt von seinen Erfahrungen und Empfindungen,
in: TAZ v. 02.07.

KEGEL, Sandra (2008): Cabrio statt Buggy.
Kinderlosigkeit: Wie die "Später vielleicht"-Männer ihre Vaterschaft verschleppen,
in: Das Parlament Nr.29/30 v. 14.07.

BROCKMANN, Roland (2008): Das Baby aus dem Moor.
Ungewollt kinderlos: Zahlreiche Paare wünschen sich Nachwuchs und bekommen keinen. Für sie beginnt meist ein langer Leidensweg - durch Arztpraxen, zu Wunderheilern. Inzwischen bieten selbst Kurorte Therapien an,
in: Rheinischer Merkur Nr.32 v. 07.08.

BERGT, Svenja (2008): 80 Prozent der Chefs will Eltern.
Wie familienfreundlich sind deutsche Unternehmen? Familienministerin von der Leyen legt Daten vor. Eine Mehrheit der joblosen Mütter würde gern arbeiten, kann aber nicht,
in: TAZ v. 28.10.

80 Prozent der Chefs will Eltern - Natürlich sucht man diese Schlagzeile heute vergebens bei der taz. Ein Fünftel der Chefs will Kinderlose hat offenbar größeres Erregungspotenzial.

WIR-Titelgeschichte: Endlich Vater.
Warum Familienmenschen wie Lukas Podolski mehr vom Leben haben

ROTHHAAS, Julia (2008): Danke, es geht mir gut!
Natürlich ist es völlig in Ordnung, noch kein Kind zu haben. Ehrlich gesagt, es lebt sich sogar ganz angenehm so. Aber wenn man im Freundeskreis die letzte kinderlose Frau ist, gerät man manchmal in eine etwas eigenartige Rolle,
in:
Wir, Heft 1 v. 05.11.

Eine Single-Frau, 31, darf auf einer Seite erläutern, was es bedeutet die Übriggebliebene zu sein. Also ein Artikel zum Abgewöhnen. Aber welcher Single wird diese Zeitschrift schon freiwillig lesen? David DENK jedenfalls nicht...

SCHÜTZENEDER, Franz (2008): Gewollt kinderlos?
Zwei Drittel aller Kinderlosen in Oberösterreich wünschen sich Nachwuchs,
in: beziehungsweise Nr.8 v. 11.11.

PÖTZSCH, Olga & Dieter EMMERLING (2008): Neue Daten zu Kinderlosigkeit und Geburten
in:
Statistisches Bundesamt v. 08.12.

Neue Daten zu Kinderlosigkeit und Geburten

Die Sondererhebung 2006 als erste amtliche Erhebung zur Kinderlosigkeit in Deutschland

"Die beiden relevanten Rechtsgrundlagen – das Bevölkerungsstatistikgesetz und das Mikrozensusgesetz – wurden im Herbst 2007 (...) angepasst. Die ersten regulären Daten werden ab 2009 erwartet. Um die dringend benötigten Indikatoren jedoch aktuell für die politische Diskussion zur Verfügung zu stellen, wurde bereits 2006, als die nun realisierte Novellierung der rechtlichen Grundlagen noch nicht absehbar war, eine repräsentative Stichprobenerhebung »Geburten in Deutschland« durchgeführt. Diese Sondererhebung informiert bereits über die wichtigsten Trends und Veränderungen im Geburtenverhalten der Frauen. Außerdem bietet sie neben den Angaben, die künftig im Rahmen der Statistik der Geburten und des Mikrozensus gewonnen werden, weitere interessante und für methodische Untersuchungen wichtige Informationen: zum Beispiel zum Alter der Frauen bei der Geburt ihrer Kinder, zum Kinderwunsch, zur Geschwisterzahl in der Ursprungsfamilie einer Frau etc. Im vorliegenden Bericht werden zum einen inhaltliche Aufgaben, das eingesetzte Instrumentarium sowie die organisatorische und stichprobenmethodische Umsetzung der Erhebung beleuchtet. Zum anderen werden die wichtigsten Ergebnisse dargestellt und kommentiert. Dabei stehen die neu gewonnenen empirischen Daten sowie der Vergleich mit den bisher vorliegenden statistischen Angaben im Fokus."
(2008, S.3f.)

Anteil der Kinderlosen in Deutschland bei den 1967-1971 Geboren im Jahr 2006

"Im Jahr 2006 betrug der Anteil der kinderlosen Frauen bei den Kohorten 1967 bis 1971 ca. 25%".
(2008, S.10)

Die lebenslange Kinderlosigkeit in Deutschland wird bei den 1972-1981 geborenen Frauen höher sein als bei den davor geborenen Frauen

"Der Trend zum Anstieg der dauerhaften Kinderlosigkeit könnte (...) nur gestoppt werden, wenn die Frauen der Jahrgänge 1972 bis 1981 deutlich mehr erste Kinder zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr zur Welt bringen würden. Angesichts der Angaben der Befragten zum Kinderwunsch erscheint dies jedoch zumindest fraglich. Der Wunsch nach einem leiblichen Kind nimmt bei den kinderlosen Frauen mit zunehmendem Alter deutlich ab. Von allen Frauen zwischen 20 und 49 Jahren, die zum Zeitpunkt der Erhebung kinderlos waren und angaben, dass sie sich ein Kind wünschen, waren 43% im Alter von 20 bis 24 Jahren, 32% im Alter von 25 bis 29 Jahren, 15% im Alter von 30 bis 34 Jahren und lediglich 10% 35 Jahre und älter."
(2008, S.12)

Inhaltsverzeichnis

Einführung
1 Erhebung "Geburten in Deutschland"
1.1 Erhebungsziele und Befragtenkreis
1.2 Auswahlgrundlage, Stichprobe und Hochrechnung
1.3 Erhebungsinstrumentarium und Merkmalskatalog
2 Ergebnisse
2.1 Entwicklung der Kinderzahl und des Anteils der kinderlosen Frauen
2.1.1 Frauen mit und ohne Kinder
2.1.2 Mütter nach der Zahl ihrer Kinder
2.1.3 Durchschnittliche Kinderzahl je Frau
2.2 Entwicklung des Alters der Mütter bei der Geburt ihrer Kinder
2.3 Sozioökonomischer Hintergrund und das generative Verhalten der Frauen
2.3.1 Geschwisterzahl in der Ursprungsfamilie
2.3.2 Familienstand und Partnerschaft
2.3.3 Bildungsstand
2.3.4 Erwerbsbeteiligung
2.3.5 Haushaltsnettoeinkommen
Anhang
A. Glossar
B. Tabellen
Randverteilungen der wichtigsten Merkmale und Fallzahlen in der Stichprobe
Geburtenziffern der Frauenjahrgänge aus der laufenden Geburtenstatistik
C. Fragebogen

 
     
 
       
   

weiterführender Link

 
     
   
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
   
 
     
   
 
   
© 2002-2016
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 23. Januar 2016
Update: 29. Januar 2016