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Klappentext
"»Eine Frau ohne Mann ist
wie ein Fisch ohne Fahrrad« - so lautete ein
Spruch der Frauenbewegung, der mit dem alten
Vorurteil aufräumen sollte, eine Frau ohne
Mann sei nur ein halber Mensch.
Ein Fisch ohne Fahrrad ist auch die New
Yorkerin Kate Odinokov. Eigentlich hat sie ja
alles, was sich eine Frau wünschen kann, nur
eines vermißt sie: einen Mann.
Ständig verliebt sie sich in den Falschen,
wie zum Beispiel in Boris, den russischen
Exildichter, oder in Frank, ihren Psychiater.
Doch am Schluß ihrer leid- und lustvollen
Erfahrungen steht trotz alledem die
Erkenntnis: Man kann das Leben auch ohne Mann
genießen!"
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Zitat:
Die Heiratschancen einer Karrierefrau
"»Braun und rund«, hatte
man sie einmal zu ihrem Kummer beschrieben,
doch nun, mit dreiunddreißig Jahren, hatte
sie sich damit abgefunden, braun und rund zu
sein. »Ich bin eine unkonventionelle
Schönheit«, hatte sie sich zu trösten
versucht. Das klang nicht schlecht (...).
New York. Es war eine Stadt des
Geldverdienens, der langen Arbeitsstunden,
des Erfolgs und des Ruhms. Die Männer waren
zu müde für die Liebe, hatten andere Dinge
im Kopf. Sie dachte daran, wie sie jeden
Morgen (...) ihr Apartment verließ, auf dem
Subway-Bahnsteig stand und diese wahnsinnig
gut aussehenden und völlig konstipierten
Männer der Upper East Side betrachtete, die
ihre Nase ins Wall Street Journal
steckten. Es gab Tage, da hätte sie am
liebsten geschrieen: »Seht mich an!« Sie
glaubte »Girls Just Want to Have Fun«
durch die Station dröhnen zu hören,
während sie um diese zu Eis erstarrten Kerle
herumtanzte. Und zu allem Überfluß waren
die paar unverheirateten Männer, die es gab,
mehr als verwöhnt, denn in New York wimmelte
es von atemberaubenden, erfolgreichen,
alleinstehenden Frauen.
(...) Sie fühlte sich vom Leben übergangen,
weil all ihre Freundinnen eine nach der
anderen allmählich heirateten und damit
begannen, ihre Landhäuser zu renovieren und
Kinder zu kriegen, während sie selbst noch
immer mühsam versuchte, zu einem
gottverdammten Date zu kommen.
Sie hatte es satt, diese idiotischen,
beunruhigenden Artikel im New York-Magazin
zu lesen, diese Abhandlungen über die
abnehmende Alters-Empfängnis-Kurve, den
neuen Mini-Babyboom, Lezte-Chance-Babys,
In-vitro-Befruchtung, Männer-Sharing und den
allerneuesten Trend für Frauen: das
Unter-dem-Stand-Heiraten (...). Zu ihrer
großen Bestürzung hatte sie bei Barnes
& Noble eine ganze Abteilung mit Büchern
über Einsamkeit entdeckt, über die Kunst,
sich einen Mann zu angeln, über die Liebe
zum falschen Mann, über zu große Liebe zu
Männern, über zuwenig Liebe zu Männern
und, schlimmer noch, wie man auf kreative Art
allein leben kann (...). Die Suche nach Liebe
war zur Epidemie geworden. Als weiblicher
Single in Manhattan zu leben war grauenhaft.
Nein, schlimmer noch: Es war ein Klischee!
Und sie, Kate Odinokov, war zu einer Zahl in
der Statistik geworden! Dann war diese
drastische Titelstory in Newsweek
über die Heiratschancen einer Frau über
dreißig erschienen. Und diese Chancen
standen nicht sehr gut. Ja, das
hatte sie dann endgültig fertiggemacht.
(aus: Elizabeth Dunkel
"Der Fisch ohne Fahrrad", 1993,
S.8-15)
Stimmen zum
Buch
"Das erste Buch, in dem die
Single-Existenz einer modernen beruflich
gutqualifizierten Frau mit ihren
Alltäglichkeiten und Problemen beschrieben
und problematisiert wird, erschien 1988 in
Amerika und wurde sofort ein Bestseller:
»Der Fisch ohne Fahrrad« von Elizabeth
Dunkel. Der Titel spielt auf den bekannten
Feministinnenspruch an, demzufolge eine Frau
einen Mann überhaupt nicht braucht. Die
Heldin des Buches jedoch scheint einen
Partner sehr wohl zu brauchen - jedenfalls
verbringt sie verzweifelte Nächte voll
Sehnsucht und sucht bei jeder Gelegenheit
nach einer Chance. Das Neue an diesem Buch
allerdings liegt in der Beschreibung der
Lebensform dieser jungen, gescheiten und
attraktiven Frau, die ihr Leben in geradezu
exquisit ästhetischem Rahmen lebendig zu
gestalten weiß, sowie in seinem
überraschenden Schluß."
(aus: Eva Jaeggi "Ich
sag' mir selber Guten Morgen. Single - eine
moderne Lebensform", 1992, S.35)
"Eine neue Welle von
modischer 'Emanzipationsliteratur' von und
für Frauen schwappt über auch auf
renommierte literarische Verlage: lauter
Heldinnen auf dem Weg nach oben, beruflich
nicht zu bremsen. Wenn bloss die Liebe nicht
wäre (...). Den Anfang im neuen Genre machte
die Amerikanerin Elizabeth Dunkel mit ihrem
witzigen Roman 'Fisch ohne Fahrrad'. Seit
1990 auf deutsch erhältlich ( bei
Droemer-Knaur), wurde das Buch bisher rund
430 000mal verkauft."
(Esther Scheidegger im
Tages-Anzeiger v. 26.07.1996)
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