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Jerome
D. Salinger: Ein jugendlicher Single im New York der 50er
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Neuübersetzung
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Klappentext
"Holden
Caulfield ist eine Kultfigur der amerikanischen
Literatur. Er ist sechzehn Jahre alt und irrt durch
New York, traurig, krank, verwirrt. Generationen von
Lesern haben sich in ihm wiedererkannt, in seinen
Träumen und Hoffnungen, in seinen Ängsten und
Schwierigkeiten, erwachsen zu werden. Nun spricht er
mit einer neuen deutschen Stimme – frech und witzig,
traurig und provozierend, ehrlich.
1954 erschien im Züricher Diana Verlag der von Irene
Mühlon übersetzte Roman »Der Mann im Roggen« von J.
D. Salinger. Ein Schweizer Kritiker entdeckte, dass
der Text verfälscht war; »unanständige« Stellen
waren getilgt, Flüche verkürzt, durch
Auslassungspünktchen ersetzt oder weggelassen. Man
befand sich in den 50er Jahren ... Der Diana Verlag
verlor die Rechte, die Kiepenheuer & Witsch 1960
erwarb. Heinrich Böll überarbeitete und ergänzte die
Schweizer Übersetzung. Unter dem Titel »Der Fänger
im Roggen«, der sich auf ein Gedicht von Robert
Burns bezieht, erschien 1962 die deutsche Ausgabe.
Es begann der unglaubliche Erfolg dieses Romans –
60.000 Exemplare im Hardcover und im KiWi-Paperback,
weit über 1 Million im Taschenbuch bei Rowohlt.
Die Übersetzung Eike Schönfelds zeigt die
stilistischen Qualitäten des Romans in neuem Glanz,
die raffinierte Sprache, die Kaskaden der Flüche,
hinter denen Holden seine Verletzlichkeit verbirgt.
Es ist, als lese man ein neues Buch – geschrieben
für junge Leser von heute."
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Pressestimmen
"In der alten Übersetzung wird gepflegtes
Hochdeutsch kurz vor der Pensionsgrenze benutzt, in der
neuen prasseln die Sätze der Gegenwart in maximaler Kürze
und Intensität aufs Papier"
(Paul Ingendaay in der FAZ vom 26.02.2003)
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Rezensionen
- INGENDAAY, Paul (2003): Ein
zweites Leben.
Heute erscheint Salingers "Fänger im Roggen", neu
übersetzt,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 25.02.
- Kommentar:
"In der alten
Übersetzung wird gepflegtes Hochdeutsch kurz vor der Pensionsgrenze
benutzt, in der neuen prasseln die Sätze der Gegenwart in maximaler
Kürze und Intensität aufs Papier", lobt
Paul INGENDAAY die Neuübersetzung von Salingers "Der Fänger im Roggen".
Was IGENDAAY, Jahrgang 1961, hier für Jugendslang hält, das ist wohl
eher jener Slang, der cool war, als der Rezensent selbst jung war.
Cultural lag à la FAZ...
- Neu:
HELLING, Reinhard (2003): Für meine Mutter.
In der Neuübersetzung von J. D. Salingers "Der Fänger im
Roggen" darf Holden auch "Fuck you" sagen,
in: Berliner Zeitung v. 10.03.
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The
Catcher in the Rye (1951).
Boston:
Litte, Brown and Co.
(deutsch: Der Mann im Roggen, Zürich: Diana, 1954
Der Fänger im Roggen, Köln:
Kiepenheuer & Witsch
1962,
Taschenbuchausgabe bei Rowohlt, 1966; Kiepenheuer &
Witsch 2001)
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Klappentext
"Falls
Sie wirklich meine Geschichte hören
wollen, so möchten Sie
wahrscheinlich vor allem wissen, wo
ich geboren wurde und wie ich meine
verflixte Kindheit verbrachte und was
meine Eltern taten, bevor sie mit mir
beschäftigt waren, und was es sonst
noch an David Copperfield-Zeug zu
erzählen gäbe, aber ich habe keine
Lust, das alles zu erzählen. Erstens
langweilt mich das alles, und
zweitens bekämen meine Eltern pro
Nase je zwei Schlaganfälle, wenn ich
so persönliche Auskünfte über sie
geben würde. Sie sind in der
Hinsicht sehr empfindlich, besonders
mein Vater. Sie sind sehr nette Leute
und so - ich sage nichts gegen sie -,
aber höllisch empfindlich. Außerdem
will ich nicht meine ganze verfluchte
Autobiographie oder etwas Ähnliches
schreiben. Ich will nur die
verrückten Sachen erzählen, die
sich letzte Weihnachten abspielten,
bevor ich vollkommen zusammenklappte
und hierher gebracht wurde, um mich
zu erholen..."
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"Der Mann im
Roggen" in der deutschen Presse
"Der verständnisvollen
'alten Phoebe' - seiner zehnjährigen
Schwester (...) erklärt Holden, was für
eine Art Dasein er sich wünscht:
»Aber jedenfalls stelle ich
mir immer kleine Kinder vor, die in einem
großen Roggenfeld ein Spiel machen.
Tausende von kleinen Kindern, und keiner
wäre in der Nähe - kein Erwachsener,
meine ich - außer mir. Und ich würde am
Rand vor einem Abgrund stehen. Ich
müßte alle fangen, die über den Rand
hinauslaufen wollen - ich meine, wenn sie
nicht achtgeben, wohin sie rennen,
müßte ich vorspringen und sie
festhalten. Das wäre alles, was ich den
ganzen Tag lang tun würde. Ich wäre
einfach so ein Wächter im Roggen. Ich
weiß schon, daß das verrückt ist, aber
das ist das einzige, was ich wirklich
gern wäre.«
Eine Funktion ähnlicher Art
übt Holden schon während seines
zweitägigen Abenteuers aus: Er bemüht sich,
obszöne Inschriften an den Wänden
auszulöschen, weil er verhindern möchte,
daß »Poebe und all die anderen kleinen
Kinder das sehen und sich fragen, was zum
Teufel es bedeutet«."
(Spiegel Nr.8, 1962, S.74)
"Der Fänger im
Roggen" in der deutschen Presse
"Geschichte in der Sprache
eines 16jährigen Großstadt-Teenagers. Aus
der Perspektive des vom Schulstress
überforderten, hochsensiblen Knaben aus
reichem Elternhaus, der so gerne cool
auftritt, seine Verletzlichkeit aber nicht
verbergen kann."
(Barbara Jentzsch in der
Jungle World vom 18.07.2001)
"Bis heute strömen
unverdrossen Salinger-Touristen (...) zum
Heiligen Salinger, der ihnen mit »The
Catcher in the Rye« nicht nur ein einmaliges
Buch, sondern obendrein die aus Amerika nicht
mehr wegzudenkende, verkehrt herum getragene
Baseballmütze bescherte. "
(Barbara Jentzsch in der
Jungle World vom 18.07.2001)
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Rezensionen
- STERN,
James (1951): Aw, the World's a Crumby
Place,
in: New York Times
v. 15.07.
- BURGER,
Nash K. (1951): Books of The Times,
in: New York Times
v. 16.07.
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Das Buch
in der Debatte
- Deutschsprachiger
Raum
- SPIEGEL
(1962): Mann im Wald,
in: Spiegel
Nr.8
- APPLETON,
Tom (2001): Der Fänger in
Pension.
"Der
Fänger im Roggen" wird 50
Jahre alt,
in:
Telepolis
v. 16.07.
- HELLING,
Reinhard (2001): Reißt euch das
Ding unter den Nagel!
Happy
Birthday, Holden. Heute vor
fünfzig Jahren erschien J. D.
Salingers Roman "Der Fänger
im Roggen",
in: Frankfurter
Allgemeine Zeitung
v. 16.07.
- JENTZSCH,
Barbara (2001): Die Verlogenheit
der Eltern.
Vor
fünfzig Jahren erschien J.D.
Salingers "Cather in the
Rye",
in: Jungle
World Nr.30
v. 18.07.
- ZIEGLER,
Ulf Erdmann (2001): Mittel gegen
Ossenburger.
Literaturszenen
(5): "Der Fänger im
Roggen" für immer,
in: Frankfurter
Rundschau
v. 21.07.
- WACKWITZ,
Stephan (2001): Im Zaubermantel
der Verneinung.
Fünfzig
Jahre "Minima Moralia",
fünfzig Jahre "Fänger im
Roggen": Ein Plädoyer
dafür, Adornos Kulturkritikbuch
als Zwilling von Salingers Roman
zu begreifen. Zugleich ein
Rückblick auf die
Siebzigerjahre, als das Ganze
noch das Unwahre war
in: TAZ
v. 24.11.
- Kommentar:
Stephan WACKWITZ outet sich als "zu
dünner, tolpatschiger,
pickliger und bebrillter
Erstsemester", der
er Anfang der 70er Jahre
war. Heute würde man
dies kurz als
"nerdisch"
(abgeleitet von "Nerd")
bezeichnen.
Damals
las WACKWITZ die Bibel
der moralischen
Individualisten und
kompensierte damit den
Frust, dass er bei einer
uschiobermeierhaften
(Angehörige der
Generation Golf können
hier
veronafeldbuschhaften
einsetzen) Kommiliton in
nicht ankam.
Damals
las er die "Minima
Moralia" von ADORNO
am Germanistischen
Seminar (Angehörige der
Generation Golf setzen
hier das
wirtschaftswissenschaftliche
Institut und "Elementarteilchen"
von Michel HOUELLEBECQ
ein). Für WACKWITZ ist
Adorno der "J. D.
Salinger der
Philosophie" und die
Komentarstimme der
"Minima
Moralia" der
"Holden Caulfield
der Kritischen
Theorie". Er
kritisiert beide als
Verführer unglücklicher
Jugendlicher und ärgert
sich, dass er stattdessen
keine Benimmbücher
gelesen hat, in dem ihm
beigebracht worden wäre,
wie er diese Angebete
rumgekriegt hätte. Leben
statt Politik ist seine
jetzige Devise
und deshalb beneidet er
die Generation Golf:
"Und
wenn ich viele junge
Leute des Jahres 2001
kennen lerne - ihre
unbefangene
Zutraulichkeit, ihr
entspannter Umgang mit
gesellschaftlichen
Anforderungen, ihre
Freundinnen und oft sogar
schon Ehefrauen -, dann
bin ich einfach neidisch.
Nicht nur, weil ich
älter werde und alle
Älteren auf alle Jungen
in gewisser Weise
neidisch sind. Sondern
ich bewundere und neide
ihnen ein bisschen eine
Jugend ohne unsere
Vorbilder."
Dies
ist zwar besser als die Position
jener, die sich hinter
dem
"Narzissmus-Vorwurf"
verschanzen,
aber dann doch zu
einfach, wenn politisches
Engagement auf den
Ausdruck pubertären
Unglücks verkürzt wird.
Der
Erfolg von Michel
HOUELLEBECQ
bzw. von Christian
KRACHT
zeigt, dass WACKWITZ die
heutige Jugend durch die
rosarote Brille des
Alters sieht.
Wahrscheinlich
gehörte er Ende der 70er
Jahre zu jenen, die Jochen
SCHIMMANGs "Der
schöne Vogel
Phönix"
verschlungen haben, denn
die Bilanz ähnelt
frappant jener von
SCHIMMANG.
Der
von WACKWITZ genannte "Meister
RUTSCHKY"
hat nicht nur 1984 seine
Leseerfahrung der
"Minima
Moralia"
niedergeschrieben,
sondern auch in der Welt
vom 17.11.2001 seine
neueste Bilanz
veröffentlicht.
- DECKERT,
Marc (2002): "Der Fänger im
Roggen" - Das Leben ist kein
Kinderkarussell.
J.
D. Salingers Held Holden
Caulfield fand im Central Park
für einen Moment das Glück. Es
ist immer noch da,
in: Jetzt,
Nr.13 v. 25.03.
- Englischsprachiger
Raum
- ROMANO,
John (1979): Salinger Was Playing
Our Song,
in: New York
Times v.
03.06.
- BRATMAN,
Fred (1979): Holden, 50, Still
Catches,
in: New York
Times v.
21.12.
- MENAND,
Louis (2001): Holden at fifty.
"The
Catcher in the Rye" and what
it spawned,
in: The
New Yorker
v. 01.10.
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