"Jim
Knipfel ist der blinde Seher im
modernen Gewand. Aber er lamentiert
nicht er lacht. Er lacht
über seine unheilbare Krankheit, die
ihm langsam das Augenlicht raubt,
über die überforderten Eltern und
Freunde, über die eloquenten, aber
teilnahmslosen Therapeuten. Er
schmeißt Ehe und Studium, zieht vom
kleinbürgerlichen Minnesota in einen
New Yorker Slum, treibt sich mit
Punkern herum, stiehlt, säuft,
schluckt Tabletten ein junger
Mann aus gutem Hause auf der
Überholspur ins Vergessen.
Irgendwann entdeckt er das Schreiben.
Das Papier erträgt seine Wahrheiten;
endlich kann er sie teilen. Mit
schwarzem Humor, der von tiefster
Sensibilität und Verletzlichkeit
zeugt, aber keine Tabus respektiert,
beschreibt er sein Leben, seine
Angst, seine Hoffnung. «Blindfisch»
ist das Gegenteil einer
therapeutischen Krankengeschichte
es ist ein grotesker Aufschrei
dessen, der hinter dem Schein, den er
immer weniger zu sehen vermag, das
wahre Sein erkennt."
Pressestimmen
"»Von einer Leere
in die nächste ziehen« nennt er
sein unruhiges Leben einmal. Ein
Pennerphilsoph, der ziellos
herumstreunt und nicht viel mit sich
anzufangen weiß. Ein Slacker, wie
ihn auch ein Douglas Coupland oder
ein Richard Linklater nicht besser
hätten erfinden können.
Nur die romantischen, die
lebensexperimentellen Seiten an
dieser Figur, die gehen Jim Knipfel
völlig ab, und auch für Design und
Style hat er nicht viel übrig - ganz
unten, nicht mehr ganz jung und dann
noch krank in Amerika. Schon eher
erinnert sein Lebensbericht an Rick
Moodys Lost-Generation-Tristesse
»Garden State«, an Charles
Palaniuks Lehrstück »Der
Simulant«, an Jonathan Lethems
»Motherless Brooklyn«, ein Buch
über einen Menschen mit
Tourette-Syndrom, und natürlich an
Dave Eggers Roadmovie »Ein
herzzerreißendes Werk von
umwerfender Genialität«. Noch mehr
Leben, noch mehr Gegenwärtigkeit,
noch mehr Wut - das junge
literarische Amerika strikes
back."
(Gerrit Bartels in
der TAZ vom 28.05.2002)