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Jonathan Lethem:
Die Festung der Einsamkeit
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Jonathan Lethem in seiner
eigenen Schreibe
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LETHEM, Jonathan (2007): John Wayne, Monument der Einsamkeit.
Er trägt Cowboyhut, Stiefel und sein Gewehr in der Hand. Wie kein
anderer verkörpert John Wayne amerikanische Träume und Ängste. Der
US-Schriftsteller Jonathan Lethem würdigt den Star, der nächste
Woche 100 Jahre alt geworden wäre,
in: Welt v. 19.05.
LETHEM, Jonathan (2007): Autoren aller
Länder, plagiiert euch!
Nicht Einflussangst, Einfluss-Ekstase sollte den Künstler antreiben
- heute noch mehr als früher. Mehr Plagiate, weniger Copyright! muss
daher die Devise lauten. Ein Plädoyer für die Kunst des "höheren
Abschreibens",
in: Literaturen, Nr.6, Juni
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Jonathan Lethem:
Porträts und Gespräche
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RAWLS, Alex (2005): Der Stadtschreiber.
In seinem gefeierten Roman "Die Festung der Einsamkeit"
erzählt Jonathan Lethem vor allem die Geschichte seiner
Heimat Brooklyn,
in: Rolling Stone, Januar
MESSMER, Susanne (2007): Im Bauch der Bassistin.
Verlieren und lieben: Ein Besuch bei dem amerikanischen
Schriftsteller in Brooklyn,
in: Tagesspiegel v. 02.06.
-
"Es ist ein warmer, sonniger Tag, an dem Jonathan
Lethem zu sich nach Hause in Brooklyn bittet. Kommt man mit dem Taxi
vom Szeneviertel Williamsburg nach Boerum Hill, stechen zunächst die
vielen Waschsalons, Burgerfilialen und billigen Haushaltswarenläden
ins Auge. Die Dichte stilvoll abgewetzter Cafés und schlampiger
Plattenläden ist viel geringer als in Williamsburg, hier hat sich in
den letzten zwanzig Jahren nicht so viel verändert wie anderswo",
schildert Susanne MESSMER den Weg zu
Jonathan LETHEM, der ansonsten kaum zu Wort kommt, stattdessen
bringt MESSMER den Inhalt des neuen Romans selber auf den Punkt:
"»Du liebst mich, du liebst
mich nicht« ist ein Buch, das goldene Fäden um einen kurzen,
magischen Moment spinnt, wie ihn jeder einmal erlebt hat oder zu
erleben hofft. Kurz sieht es so aus, als könnte diese Band berühmt
werden – aber wie im wirklichen Leben zerstäubt am Ende der Zauber.
(...).
Trotz anderer Spielplätze und einer
neuen Leichtigkeit geht es wie so oft bei Jonathan Lethem um das
Leben der Boheme, um Subkulturen und Nachbarschaften, die zumindest
zeitweise kleine, utopische Blasen bilden. Schade, dass sie am Ende
platzen und die Kapitulation folgt."
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Klappentext
"Mit seinem großen Gesellschaftsroman
über die eisige Welt des Geldes und des schönen
Scheins, der Dinnerpartys und der Charity-Events
zeichnet Jonathan Lethem das eindrucksvolle Porträt
eines dekadenten Manhattans, dessen Einwohner
gefangen sind in Medienmanipulationen und
politischen Betrügereien.
Chase
Insteadman, ein ehemaliger Kinderstar, ist fester
Bestandteil der New Yorker High Society. Sein
soziales Ansehen verdankt er einem Unglück, das in
der Klatschpresse für Furore sorgt: Seine Verlobte
Janice Trumbull schwebt manövrierunfähig im
Weltraum, von wo sie ihm herzzerreißende
Liebesbriefe schreibt.
Auch Chase
treibt haltlos durch seinen Alltag, bis er den
schielenden Kulturkritiker Perkus Tooth kennenlernt.
Zwischen
Migräneanfällen und durchkifften Nächten scheint er
als Einziger durch die glitzernde Oberfläche auf die
Realität zu blicken. Gemeinsam versuchen sie das
Rätsel um einen Tiger, die Nebelschwaden über der
Wall Street und den Schokoladengeruch in Manhattan
zu lösen.
Dabei
entdecken sie auf der Insel, auf der alles käuflich
ist, etwas äußerst Seltenes: die Wahrheit."
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Rezensionen
MÜLLER, Alexander (2011): Der perfekte Avatar der perfekten
Stadt.
Wer schreibt das Drehbuch meines Lebens? In seinem
fesselnden Roman "Chronic City" zeichnet Jonathan Lethem ein
New York, das es so nicht gibt und das wir doch alle zu kennen
glauben,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 19.02.
FREUND, Wieland (2011): Tausend Inseln Manhattan.
Grau ist alle Theorie: Jonathan Lethems neuer Roman "Chronic
City" sucht die Wirklichkeit und findet Nerds, Tiger und im
All abhanden gekommene Astronauten,
in: Welt v. 19.02.
Infos zu:
Wieland Freund -
Autor der Generation Golf
FREUND,
Wieland (2011): "Ich bin ein Niemand".
Der Schriftsteller Jonathan
Lethem glaubt, dass nur der große Roman die zersplitterte
Wirklichkeit in den Griff bekommen kann. Gut, dass er einen
der besten geschrieben hat,
in:
Welt am Sonntag v.
27.02.
SCHÄFER, Frank
(2011): Ordnung im Chaos.
Mit "Chronic
City" ist Jonathan Lethem der ganz große paranoide Wurf
gelungen,
in: Literaturbeilage der jungen Welt v. 17.03.
Neu:
SCHMITT, Michael (2011): Nebel über Manhattan.
Jonathan Lethem entwirft in «Chronic
City» ein schräges Zeit- und Sittenbild,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 15.06.
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Klappentext
"Komisch und teilnahmsvoll
beschreibt Jonathan Lethem in dieser romantischen
Farce die Paradoxien der Liebe, die sich zwischen
den Mitgliedern einer aufstrebenden Rockband in Los
Angeles abspielen. Der Roman handelt von geistigem
Eigentum und seelischer Abhängigkeit, mit einem
leisen Anklang an den Sommernachtstraum, der die
Bandbreite Jonathan Lethems eindrucksvoll vor Augen
führt.
Lucinda verbringt täglich acht Stunden damit, bei
einer Nörgel-Hotline anonymen Anrufern zuzuhören.
Ein Dauerkunde, der nur mit ihr sprechen will, zieht
sie mit seinen Grübeleien und Selbstreflexionen in
den Bann. Lucinda und der Nörgler arrangieren ein
Treffen und verlieben sich heftig. Nebenbei spielt
sie Bass in einer Band, deren Leadsänger Matthew,
ein verwirrter junger Mann, vor kurzem ein
depressives Känguru gekidnappt hat, um es von seinem
Ennui zu befreien. Bedwin, der geniale Texter der
Band, leidet dagegen unter einer Schreibblockade,
weshalb ihn Lucinda mit einigen der philosophischen
Überlegungen des Nörglers »versorgt«. Als Bedwin
diese in brillante Songs umsetzt, steht die Band
kurz vor dem Durchbruch. Das einzige Problem ist der
Nörgler. Er besteht darauf in die Band aufgenommen
zu werden – mit verheerenden Konsequenzen für alle."
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Rezensionen
SCHNEIDER, Matthais (2007): Du liebst mich, du liebst...
in: Intro, Juni
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"Passend zu der anhaltenden Renaissance in
Form von Punkrock und Electroclash inszeniert der Autor aus
Brooklyn den jugendlichen Selbstfindungsprozess über die
Mitglieder einer Gitarrenrockband",
meint SCHNEIDER. |
KUNISCH, Hans-Peter (2007): Manchmal habe ich Monsteraugen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 29.05.
WINKELS, Hubert (2007): Das Begehren siegt.
Der Roman "Du liebst mich, du liebst mich nicht" von
Jonathan Lethem ist eine intelligente, turbulente Komödie,
die an Lubitsch erinnert,
in: ZEIT Nr.23 v. 31.05.
-
"Du liebst mich, du liebst mich nicht
ist ein Roman über die Verkettung des Begehrens und der
Vervielfältigung der Urheberschaft. Über Tauschprinzip und
Lustvertrieb. Ein denkbar angenehmer Zeitvertreib",
meint
Hubert WINKELS. |
LÖFFLER, Sigrid (2007): Die
prekären Freuden der Freibeuter.
In einem neuen Roman und einem Essay plädiert der
amerikanische Autor Jonathan Lethem für die Freiheit der
Kunst gegenüber dem Urheberrecht: Im Aneignen und Ummodeln
zeigt sich der kreative Kopf,
in: Literaturen, Nr.6, Juni
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Klappentext
"Jonathan Lethem erzählt die
faszinierende Geschichte einer Freundschaft in einem
pulsierenden Universum aus den Stimmen und Spielen
der Straße, den mit Superkräften begabten Helden
zerlesener Comichefte, der Energie von Funk und
Punk, von Graffiti und Drogen.
Anfang der
siebziger Jahre ziehen die ersten weißen
Hippiefamilien ins Zentrum Brooklyns, das zu der
Zeit überwiegend von Schwarzen und Puertoricanern
bewohnt wird. Dylan, der schüchterne Sohn des Malers
Abraham Ebdus und dessen Frau Rachel sieht sich mit
dem Umzug der Familie in eine bedrohliche Welt
versetzt. Jede Zuneigung muß er sich erkämpfen wie
das Stück Asphalt beim Spielen auf der Straße.
Dennoch versucht seine Mutter ihn mit aller Macht in
dem Viertel, in dem sie selbst aufwuchs, zu
integrieren. Als sie eines Tages verschwindet und
sich der Vater in die abstrakte Welt seiner Malerei
flüchtet, ist der achtjährige Dylan auf sich allein
gestellt. Beschützt von seinem gleichaltrigen
schwarzen Freund Mingus Rude, den selbstbewußten
Sohn eines vormals berühmten Jazzmusikers aus der
Nachbarschaft, und begleitet von einem
geheimnisvollen Ring, begibt er sich auf die Suche
nach seiner Identität."
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Pressestimmen
"Brooklyn, mutterlos und einsam. Bis
eines Tages Mingus, der sportliche, schwarze
Nachbarsjunge, auftaucht und Dylan als ersten in seine
Mannschaft wählt.
Die Geschichte dieser schwierigen, eigentlich
unmöglichen Freundschaft steht im Mittelpunkt des
Buchs."
(Richard Kämmerlings in der
Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 04.09.2004)
"Das entstehende Bewußsein ist die
Hauptfigur in diesem Buch".
(Georg Diez in der Frankfurter
Allgemeinen Sonntagszeitung vom 05.09.2004)
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Rezensionen
KÄMMERLINGS, Richard (2004): Es war neulich in Amerika.
Brooklyn, mutterlos und angsterfüllt: Jonathan Lethems neuer
Roman erzählt die eigene Biographie als Popgeschichte,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 04.09.
DIEZ, Georg (2004): Die Jahre, die ihr kennt.
Letztlich sind wir alle aus Brooklyn: Jonathan Lethems
Roman "Die Festung der Einsamkeit",
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 05.09.
-
Georg DIEZ
gibt anlässlich einer Rezension des Romans Die Festung der
Einsamkeit Einblick in die Mentalität unserer
Mitte-Eliten. Worauf gründet sich der
Hass unserer globalen Klasse auf die deutsche
Arbeitnehmergesellschaft und ihren Sozialstaat?
"Es ist fast wie mit Dylan und
den schwarzen Jungen, die ihm immer auf dem Weg zum Kiosk
auflauern, wo er seine Comics kaufen will. Sie sagen, »hey,
Whiteboy, hast du mal einen Dollar«, dann drehen sie ihm
den Arm auf den Rücken oder nehmen ihn in den
Schwitzkasten, er gibt ihnen seinen Dollar, sie ziehen
grinsend ab, aber was soll er machen, das ist die Straße,
das ist der Weg, das ist das Versprechen, dort hinten ist
der Kiosk, er wird auch morgen wieder kommen, sie werden
auch morgen wieder dort stehen, er wird sich vielleicht
einen Dollar in den Strumpf stopfen und zwei Quarter in
der Hand halten, er will die Comics".
Der Schwarze ist
unverkennbar der körperlich überlegende Arbeiter, der das
schwächliche Söhnchen aus gutem Hause demütigt. Diese
Kränkung zahlt ihm der erwachsene Mitte-Akteur nun heim,
indem er - verpackt in neoliberale Ideologie - den
Sozialstaat denunziert. Die Geschichte vom
Erwachsenwerden, die DIEZ uns hier erzählt, ist der Kern
der Mitte-Ressentiments. Und es ist völlig egal, ob die
Geschichte nun selbst erlebt ist, oder Teil der
überlieferten Familiengeschichte ist. Es ist der emotionale Kern der
rational verbrämten neoliberalen Ideologie. Es ist mehr als konsequent,
dass DIEZ den zweiten Teil der LETHEM-Geschichte ignoriert
und abwertet. Schließlich möchte er seine Ressentiments
pflegen. Dazu reicht die simple
Zusammenfassung von Teil 1, eine Art Variation der Eminem-Saga:
"Da sind Dylan und seine
Eltern, Rachel und Abraham, sie ein Hippie, bevor es
Hippies gab, er ein einst begabter junger Maler, der sich
in der Arbeit an einem Zeichentrickfilm verloren hat. Daylan ist praktisch das einzige weiße Kind in der Gegend,
er lebt wie ein Versuchskaninchen den Idealismus seiner
Mutter, und er hat ein Leben lang Zeit, mit den
Demütigungen eines umgekehrten Rassismus klarzukommen."
Wir erkennen
hierin die allgegenwärtige Klage unserer Mitte-Akteure,
die sich als Opfer der Arbeitnehmergesellschaft fühlen... |
FREUND, Wieland (2004): Ein Museum für die Popkultur.
Mit seinem Roman "Die Festung der Einsamkeit" drängt
Jonathan Lethem in die "Hall of Fame" der US-Literatur -
Buch der Woche,
in: Welt v. 25.09.
FÖRSTER, Jochen (2004): Im Cockpit des Leidens.
Dieser trostlose Auszug aus dem Paradies, dieses
gnadenlose Groß- und Mittelmäßigwerden: Mit seinem neuen,
stark autobiografisch eingefärbten Coming-of-Age-Roman "Die
Festung der Einsamkeit" ist dem amerikanischen Autor
Jonathan Lethem ein großer, verehrungswürdiger Wurf
gelungen,
in: TAZ v. 29.09.
-
FÖRSTER hat den scheuen "Neo-Franzen"
Jonathan LETHEM in einem Kölner Hotelzimmer aufgesucht und
erzählt uns nun die Story von der
Science-Fiction-Sozialisation des Autors. Beim Roman
Die Festung der Einsamkeit
bleibt FÖRSTER seiner Journalisten-Zunft treu, die sich
bislang vor allem mit den Erzählung vom Aufwachsen
identifizieren konnte. Der einzige Weiße im ansonsten
von Schwarzen dominierten Brooklyn, das entspricht unserer
Elite, die sich als Opfer der Proletengesellschaft
versteht. Aber das Happy-End naht:
"Weiß wird
Mittelstand, Schwarz wird Abschaum, so simpel".
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OTTE, Joachim (2004): Superman lebt jetzt in Brooklyn,
in: Tagesspiegel v. 06.10.
WEFING, Heinrich (2004): "Play That Funky Music".
Wie sich Jonathan Lethem ins Brooklyn der siebziger Jahre
wagt und eine Lagerhalle voller Madeleines vorfindet,
in: Literaturen, Nr.12, Dezember
DAVID, Thomas (2005): American Graffiti,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 09.02.
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