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William Gibson: Mustererkennung

 
       
     
       
     
       
   

William Gibson: Porträts und Gespräche

 
     
       
   

Mustererkennung (2004)
Stuttgart: Klett-Cotta

 
   
 
 

Klappentext

"In Amerika hat die Zukunft schon begonnen. Das »alte« Europa erlebt Cayce Pollard, die Hauptfigur des Romans, als eine Spiegelwelt: alles ist hier anders, aber auch hier greift schon die Globalisierung.
Cayce arbeitet als Coolhunter, im Moment für einen Sportschuhhersteller in London: sie berät bei Firmenlogos und spürt Modetrends an der Basis auf. In jeder freien Minute loggt sie sich ins Internet ein. Seit einiger Zeit tauchen merkwürdige Filmclips im Netz auf, sie faszinieren, sind Kult und werden fieberhaft diskutiert. Wie gehören die Schnipsel zusammen? Sind sie Teile eines Films? Was bedeuten Sie? Wer überhaupt macht sie? Und warum? Es sind suggestive Szenen, die Personen kaum zu erkennen, sie tauchen aus der Leere auf - zwei Personen? Ein Kuß? Ein weiter Strand - Cannes, vielleicht? Der Schemen eines großen Vogels?
Wieso sind Tausende User auf der ganzen Welt süchtig danach? Das Phänomen interessiert den Marketingmanager: nicht auszudenken, wenn man dies auf die Werbung übertragen könnte! Er engagiert Cayce, den Urheber dieser Filmschnipsel zu suchen. Mit Hilfe anderer Mitglieder des Fan-Forums gelingt es ihr, eine Markierung auf einem der Clips zu identifizieren.
Und damit beginnt eine Suche, die Cayce nach Tokio und schließlich nach Moskau führt. Und die sie in tödliche Gefahr bringt."

Pressestimmen

"Cayce Pollard ist Trendscout. Sie ist allergisch gegen Branding. Was bei Naomi Klein der Intellekt abzuarbeiten versucht, erledigt bei ihr der kranke Körper. Wenn sie den Michelin-Mann sieht, packt sie die Panik. Die Logo-gesättigten Lounges der Business-Class zwingen sie wimmernd in fötale Position. Ihre spezielle Sensitivität verhilft ihr allerdings zu einem gut dotierten Job. Sie soll, im Auftrag des Werbeagenturmagnaten Hubertus Bigend, eine Person finden, die Clip für Clip ein mysteriöses Videokunstwerk im Internet verbreitet."
(Günter Hack in Telepolis vom 16.03.2003)

"Der zentrale Begriff in »Pattern Recognition« ist Apophänie. Damit bezeichnet die Gestaltpsychologie ein bestimmtes Krankheitsstadium der Schizophrenie, wobei der Erkrankte spontan Verbindungen und Bedeutungen zwischen nicht in Zusammenhang stehenden Phänomenen sieht. Im Rätsel um die »Footage« verdichtet sich die Fragestellung: Ist sie »eine Illusion von Bedeutsamkeit, fehlerhafte Mustererkennung« oder steckt ein unbekanntes Genie dahinter, das es schafft, unzählige Menschen aus allen möglichen Kulturkreisen emotional zu berühren. Der Titel »Pattern Recognition« heißt übersetzt denn auch »Mustererkennung«.
Allerdings erzeugt man die Muster und Verbindungen in dem Augenblick, in dem man sie wahrnimmt, auch wenn sie vorher nicht da waren – eine Art von self-fulfilling prophecy. Dieser Mechanismus wiederholt sich auf verschiedenen Ebenen des Romans."
(Vali Djordjevic in der Jungle World vom 16.04.2003)

"das eigentliche Thema dieses Romans (ist) die genau Beobachtung urbaner Lebenswelten. An den Reibungsflächen von weltweit agierenden Workaholics und großstädtischer Subkultur entwirft Gibson lebendige Typen und Milieus der flüchtigen Welt."
(Till Briegleb in der Financial Times Deutschland vom 27.08.2004)

"Auf Anhieb weiß der Leser (...) nicht, was mit der Heldin Cayce Pollard los sein könnte. Ist die Junggesellin noch metropolitaner Designermensch (...)? Oder tritt uns hier bereits die Neuro-Maschine der Zukunft entgegen, die perfekte Roboter-Amazone, die man aus technoiden Comics kennt?"
(Roger Thiede im Focus vom 30.08.2004)

 
 
 
       
   
  • Rezensionen

    • BLANK, Gunter (2004): Schmusen mit der Gegenwart.
      William Gibson, Vater der Cyber-Literatur, beerdigt die Zukunft und landet in der Gegenwart,
      in: Welt am Sonntag v. 25.07.
    • MARESCH, Rudolf (2004): Im Hier und Jetzt gelandet.
      Auch in William Gibsons Welt wird die Gegenwart immer breiter,
      in: Telepolis v. 14.08.
    • STEINER, Thomas (2004): Die Codes der Coolness.
      Und die Jagd nach den "Clips" im Internet: William Gibson hat sich mit seinem Roman "Mustererkennung" zu einer Art John le Carré der Sciencefiction entwickelt,
      in: Magazin der Badischen Zeitung v. 14.08.
    • BRIEGLEB, Till (2004): Die Ware Welt.
      Visionär: William Gibson entschlüsselt das Konsumverhalten des 21. Jahrhunderts,
      in: Financial Times Deutschland v. 27.08.
    • Neu:
      THIEDE, Roger (2004): Der unsichtbare Film.
      William Gibsons hochromantischer Internet-Roman "Pattern Recognition" liegt jetzt in deutscher Übersetzung vor,
      in: Focus Nr.36 v. 30.08.2004
       
 
       
   

Pattern Recognition (2003)
New York: Putnam

 
   
 
 

Klappentext

"Cayce Pollard (pronounced »case«) is a legend in the field of market research, paid handsomely to recognize cultural and social patterns that corporations can turn into cash. Google her and you find »coolhunter,« and you may see it suggested that she is a »sensitive« of some kind, a dowserin the world of global marketing. The truth, according to her friends, is that her sensitivity is closer to allergy, a morbid and sometimes violent reactivity to the symbols of the marketplace.

Hired by Blue Ant, the world’s hippest ad agency, for the sort of high-corporate re-branding she’s known for, a more intriguing project emerges when the head of the firm asks her to determine who’s producing a mysterious series of video fragments that have gripped the imaginations of people around the world. The source of this footage, carefully concealed, has so far proven untraceable.

For Cayce’s worryingly brilliant employer, the footage is the most effective piece of guerilla marketing ever devised. For Cayce herself, the footage has a powerful emotional resonance as she attempts to come to terms with the apparent death of her father — a former U.S. security expert with ties to the intelligence community — in the collapse of the World Trade Center. But what if the sense of nascent meaning that she and others perceive in the footage is only an illusion of meaningfulness — in other words, faulty pattern recognition?"

 
 
 
       
     
       
   

Neuromancer (1984)
deutsche Ausgabe bei Heyne

 
   
 
 

Pressestimmen

"Der kanadische Autor hat 1984 (...) den Cyberspace erfunden. Zwar gab es auch damals schon vernetzte Computer, aber das Konzept des virtuellen Raumes hat in Gibsons erstem Science-Fiction-Roman »Neuromancer« seine erste Verkörperung gefunden.
In »Neuromancer« klinken sich die Konsolen-Cowboys in ihre Decks ein, schweben durch eine bunte Datenlandschaft aus Quadern, Pyramiden und Würfeln und durchbrechen virtuelle Mauern von Weltkonzernen, hinter denen infame Weltherrschaftspläne geschmiedet werden. (...). Mit »Neuromancer« und den beiden Fortsetzungsbänden »Count Zero« und »Mona Lisa Overdrive« begründete Gibson damals den Cyberpunk als neue Bewegung der Science-Fiction-Literatur. Autoren wie Bruce Sterling, Rudy Rucker, John Shirley, Pat Cadigan und andere erklärten Mitte der Achtziger die bisherige SF-Literatur für veraltet und verbanden in ihren stilistisch sehr unterschiedlichen Romanen Zukunftsspekulationen mit subkulturellem Flair.
(...) Gibson (gehört) seither zu den zuverlässig liefernden Autoren an der Schnittstelle zwischen Pop, SF und Literatur."
(Vali Djordjevic in der Jungle World vom 16.04.2003)

 
 
 
       
   
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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 24. April 2003
Stand: 30. August 2004
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