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Willy Vlautin:
Motel Life
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Klappentext
"Das Glück hat Frank und Jerry Lee
Flannigan längst im Stich gelassen. Die Mutter tot,
der Vater ein versoffener Spieler, halten sie sich
mit miesen Jobs über Wasser, und die paar Dollars,
die ihnen bleiben, verprassen sie mit Alkohol und in
Casinos. Willy Vlautins überraschend warmherziges
Debüt erinnert an Annie Proulx, John Fante und Denis
Johnson und klingt wie ein verregneter Blues von Bob
Dylan. Es ist kalt in Reno, der kleinen Spielerstadt
in Nevada, dicke Schneeflocken fallen vom
Nachthimmel, der Wind bläst durch die vereisten
Straßen. Frank liegt im Bett, sturzbetrunken und
bewusstlos, als eine Ente durch die Fensterscheibe
kracht und auf dem Fußboden seines Motelzimmers
liegen bleibt. Ein paar Stunden später steht sein
Bruder Jerry Lee an seinem Bett, auch er besoffen,
halb nackt, man sieht seine Beinprothese, in Tränen
aufgelöst. Er hat einen kleinen Jungen überfahren,
der mit einem Fahrrad vor seinen Dodge Fury geflitzt
kam. Der Junge war auf der Stelle tot, und Jerry Lee
packte ihn in einer Decke auf den Rücksitz. Am
nächsten Morgen machen sich die Brüder Flannigan aus
dem Staub in Richtung Montana, eine Kiste Bier, eine
Flasche Jim Beam und weniger als 400 Dollar im
Gepäck. Die Leiche haben sie vor dem Spital
deponiert. Es tobt ein Schneesturm, und sie hören
Tapes von Willie Nelson. »Das Unglück, jeden Tag
werden die Menschen damit geschlagen. Es ist immer
im Spiel, die nächste Karte, die du aufnimmst,
könnte das Unglück sein«, sagt Frank. Und es folgt
ihnen auf Schritt und Tritt, auf ihrer Flucht vor
dem Gesetz - Willy Vlautins melancholische Ballade
von zwei Unglücksraben klingt, als ob Tom Waits und
Bob Dylan sich zusammengetan hätten, um ein Lied auf
die Verlierer zu singen, ohne das glückliche Ende
zwar, aber mit sehr viel Liebe und diesem verdammten
letzten Funken Hoffnung."
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Rezensionen
- MEYER, Clemens (2008): Denn
Hoffnung ist besser als Nichts.
Ich liege in der Badewanne, trinke Dosenprosecco und lese
Willy Vlautins "Motel Life",
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v.
01.06.
- Inhalt:
Die FAS hat das Nachwort von Clemens
MEYER abgedruckt.
-
SCHÄFER, Frank (2008): Willy Vlautins "Motel Life".
Glücksspiel, Suff und unzerstörbare Blutbande – in "Motel
Life" seziert Willy Vlautin das alte, unheimliche Amerika,
in: tip Berlin v. 09.06.
- Neu:
NÜCHTERN, Klaus (2008): 58 Motels,
in: Falter Nr.24 v. 11.06.
- Inhalt:
"»I
fucked up again, I barely know, where I am«,
singt Willy Vlautin, begleitet nur von Klavier und einer
anämischen Mundharmonika auf
»Thirteen
Cities«,
dem jüngsten Album seiner Band Richmond Fontaine.
Es ist der letzte Song, und er bringt das Grundgefühl all
der gescheiterten und gestrandeten Gestalten, die hier
besungen werden, noch einmal auf den Punkt:
»Lost
in this World«
heißt er. Verloren sind sie, weil sie nicht wissen, wo sie
hin sollen, aber auch nicht zurück können. Also sind sie
eben unterwegs. »A
motel life ain’t much life, motel ain’t much a home«,
heißt es in einem anderen Lied (»Westward
Ho«),
und von diesem unsteten Leben erzählt auch Vlautins
Romandebüt »Motel
Life«",
meint NÜCHTERN.
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