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Klappentext
"Anschaulich
und präzise deckt der international angesehene
Wirtschaftstheoretiker Albert O. Hirschman die drei Grundfiguren
reaktionären Argumentierens gestern und heute auf. Die erste
besagt, daß jeder Versuch, bestimmte Gegebenheiten zu
verbessern, nur die Lage verschlimmere. Die zweite These beharrt
darauf, daß jede Veränderung vergeblich sei und am Lauf der
Geschichte nichts ändern könne. Das dritte Argument schließlich
unterstellt, daß eine Veränderung zwar wünschenswert, aber
leider unbezahlbar sei. Hirschman überzeugt davon, daß nur ein
beständiger Kommunikationsprozeß diese Form des Argumentierens
überwinden kann."
Inhaltsverzeichnis
1. Kapitel: Zweihundert Jahre
reaktionäre Rhetorik
Drei Reaktionen und drei
reaktionäre Thesen
Der Begriff "Reaktion"
2. Kapitel: Die
Sinnverkehrungsthese
Die Französische Revolution
und die Verkündung des Sinnverkehrungseffekts
Das allgemeine Wahlrecht und die vorgebliche Verkehrung seines
Sinns
Das Armenrecht und der Wohlfahrtsstaat
Überlegungen zur Sinnverkehrungsthese
3. Kapitel: Die
Vergeblichkeitsthese
Kritische Fragen nach dem
Ausmaß der durch die Französische Revolution bewirkten
Veränderungen: Tocqueville
Kritische Fragen zum Umfang der Veränderungen, die das
allgemeine Wahlrecht bewirkt hat: Mosca und Pareto
Kritische Fragen zum Umfang, in dem der Wohlfahrtsstaat seine
Leistungen bei den Armen "an den Mann" bringt
Überlegungen zur Vergeblichkeitsthese
4. Kapitel: Die
Gefährdungsthese
Die Demokratie als Bedrohung
der Freiheit
Der Wohlfahrtsstaat als Bedrohung für Freiheit und Demokratie
Überlegungen zur Gefährdungsthese
5. Kapitel: Die drei Thesen
im Vergleich und im Zusammenhang
Ein synoptisches Schaubild
Die Wirkung der Thesen im Vergleich
Wechselwirkungen der einfachen Art
Eine komplizierte Wechselwirkung
6. Kapitel: Von der
reaktionären zur progressiven Rhetorik
Die synergetische Illusion
und die Gefährdungsthese
"Mit der Geschichte im Bunde..."
Gegenstücke zur Sinnverkehrungsthese
7. Kapitel: Jenseits der
Unversöhnlichkeit
Eine Kehrtwende im Denken?
Wie der Meinungsstreit in der Demokratie nicht ausgetragen
werden sollte
Zitate aus dem Fischer Taschenbuch:
Lampedusa und die Vergeblichkeitsthese
"Giuseppe di
Lampedusas bekanntes Paradoxon aus seinem Roman Der Leopard
(1959): »Wenn alles so bleiben soll, wie es ist, dann muß alles
sich ändern.« Konservative und Revolutionäre - besonders
letztere - haben diesen Aphorismus über die Gesellschaft
Siziliens als Motto und Leitmotiv von Untersuchungen verwendet,
in denen der Fehlschlag oder die Nutzlosigkeit von Reformen,
besonders in Lateinamerika, nachgewiesen wird." (S.52)
"Lampedusa,
Großmeister der Strategie des sozialen Immobilismus, prophezeit
gegen Ende seines Romans, auf die Unbeweglichkeit werde
zwangsläufig der Abstieg folgen: »Später einmal wird es anders
sein, aber schlimmer. Wir waren die Leoparden, die Löwen. Auf
uns werden die kleinen Schakale, die Hyänen folgen.«" (S.67)
Stimmen zum Buch
Die neuen Reaktionäre und
der Sozialstaat
"Wie Hirschman (1992) gezeigt hat, breitete sich eine vielfältige
»Rhetorik der Reaktion« aus und beklagte die paradoxe »Entsozialisierung
des Sozialstaats« - man sprach von Kosten, die er verursacht,
von den Lasten, die er zu tragen hat, und von den
Ungerechtigkeiten, die er produziert -, eine Rhetorik, die
fast auf allen Seiten des politischen Spektrums zu hören war.
(...). Obwohl diese politisch-moralische Kritik am Sozialstaat
auf jeweils ganz unterschiedlichen Voraussetzungen beruhte,
ist eine gewisse »Familienähnlichkeit« zwischen den kritischen
Positionen unverkennbar. Die Argumente von Libertären aus dem
linken wie rechten Lager, Fortschrittsbefürwortern und
Menschenrechtsaktivisten, Verfechtern von Bürgerrechten und
Anwälten einer Stärkung von Basisinitiativen stimmten
insbesondere darin überein, dass sie die Subjekte, die
regiert werden sollten, in neuer Weise definierten. Menschen,
die es zu regieren galt - Männer wie Frauen, Reiche und Arme
-, wurden nunmehr als Individuen begriffen, die selbst einen
aktiven Part bei diesem ihrem Regiertwerden zu
übernehmen hatten. Ihre Mitverantwortung wurde nicht länger
als ein Verhältnis gesehen, das Bürger und Gesellschaft
einander verpflichtet und das durch Vermittlung des Staates
umgesetzt und geregelt wird, sondern als ein Verhältnis, durch
das Einzelne denen gegenüber gebunden und verantwortlich ist,
die ihm am nächsten stehen und deren Schicksal er teilt."
(aus: Nikolas Rose "Tod des Sozialen",
2000,
S.77f.)
Pressestimmen
"Fallstudie
politischer Rhetorik (...). Sie war aber auch der Versuch,
einem sozialdemokratischen Reformimpuls durch Analyse seiner
Verächter die Manövrierfähigkeit zu sichern."
(Jürgen Kaube in der Frankfurter Allgemeinen
Zeitung vom 07.04.2005)
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