Vorwort
1
Zur Soziologisierung des Politischen
2
Lebensstile als Lebensformen
2.1 Deskription von lebensstilbedingten politischen
Konflikten
2.1.1 Lebensstilempirie als Einstellungs- oder
Verhaltensforschung
2.1.2 Systematiken zum Lebensstilbegriff
2.1.3 Wissenssoziologische Lebensstilforschung
2.1.4 Empirie und Systematik zur Lebensführung
2.2 Ressourcentheorem zur Erklärung politischen
Handelns
2.2.1 Habituskonzept
2.2.2 Das um die Rationalitätsanalyse erweiterte
Habituskonzept
2.2.3 Revidierte Habitusanalyse und Politikstile
3
Politisierung und Vergleichgültigung
3.1 Zivilisierung - Politisierung -
Vergleichgültigung
3.1.1 Der "Stil des Lebens" als Beziehungsbegriff
3.1.2 Zivilisierung
3.1.3 Varianten des modernen Stils des Lebens
3.1.4 Individualisierung
3.1.5 Dimensionen der Politisierung
3.2 Rationalisierung und Lebensführung
3.2.1 Rationalisierung der Lebensführung und
selbstverantwortliches Handeln
3.2.2 Moderne ständische Lebensführung und sozialer
Wandel
3.2.3 Politik der Lebensführung
3.2.4 Methodisch-rationale Lebensführung und
liberaler Politikverzicht
3.2.5 Rationalitätsbedingungen von Lebensführung und
Lebensstilen
3.3 Probleme der Koexistenz unterschiedlich
rationalisierter Lebensführungen
3.3.1 Konfliktstrukturen zwischen religiös-ethischen
und weltlich gerechtfertigten Lebensführungen
3.3.2 Sozialintegrative Effekte einer
Verantwortungsethik
4
Kommunikatives Theorem
4.1 Moralische Rationalisierung
4.1.1 Diskurstheoretische Bestimmung der
Rationalität von Lebensführung und Lebensstil
4.1.2 Rationalitätsbedingungen einer kulturellen
Vielfalt
4.1.3 Deliberative Politik in kulturell
ausdifferenzierten Gesellschaften
4.2 Politische Institutionen und kommunikative
Vernunft
5
Differenztheorem
5.1 Differenztheoretische Argumentation in der
Demokratietheorie
5.2 Ästhetisch-expressive Rationalisierung
5.2.1 Politisierung es Sozialen - Soziologisierung
des Politischen: Die "Politik der Lebensstile"
5.2.2 Postmoderne Demokratisierung
5.2.3 Moderne Formen der Indifferenz
6
Kognitives Theorem
6.1 Kognitive Rationalisierung als Politisierung
6.2 Demokratisierung der zivilgesellschaftlichen
Willensbildung durch politische Verfahren
7
Lebensstilinduzierte politische Willensbildung
Zitate:
Perspektive und
Erkenntnisinteresse - Lebensstile und Krisen
"Die Rationalitätsperspektive bietet die
Möglichkeit, der Frage nachzugehen, inwieweit mit
der Modernisierung soziokulturelle Lernprozesse
entstehen, die die Menschen befähigen, auch unter
Bedingungen einer rückläufigen
Prosperitätsentwicklung und härter werdenden
Verteilungskämpfe das Leben und die Beziehungen
zwischen den Lebensstilgruppen zivil zu gestalten."
(S.18)
Kritik an der
Gentrificationsforschung
"Auffällig sind (...) zum einen die relative
Konfliktlosigkeit, mit der die Gentrifizierung der
Innenstädte durchgesetzt werden konnte, und zum
anderen die Ignoranz der stadtsoziologischen
Gentrifizierungsforschung gegenüber jenen
städtischen Konflikten, die infolge der
Modernisierungen der Stadtteile entstanden sind.
Auch in der lokalen Politikforschung und in der
sozialen Bewegungsforschung spielen
wohnungspolitische Konflikte, wenn überhaupt, eine
nachgeordnete Rolle.
(...).
Die typischen Stadtteile der Gentrifizierung werden
keineswegs dominant von Möchtegern-Yuppies
eingenommen, sondern insbesondere von jenen, die ihr
Leben links-liberal bis alternativ,
ökologisch-antiautoritär und friedensorientiert
gestalten wollen. Sie setzen diesen sozialen
Verdrängungsprozeß durch, obgleich sie aufgrund
ihres eigenen Universalisierungsanspruchs und der
expressiven Ausgestaltung ihrer Lebensform gegen
sich selbst aktiv werden müßten.
(...).
Die Gründe dieser »Politik der Lebensstile« werden
weder in der Stadtsoziologie, der lokalen
Politikforschung noch in der sozialen
Bewegungsforschung ausgeführt, wobei von deren
WissenschaftlerInnen noch zu klären bleibt, in
welchem Ausmaß sie selbst von der Gentrifizierung
profitieren. Immerhin bietet die Gentrifizierung ein
erstaunliches Beispiel egozentrierter
Interessenpolitik, um die geplante Lebensstilbildung
ungehindert ausführen zu können. Dabei findet sich
eine moralische Ignoranz innerhalb eines sozialen
Milieus, das sich selbst gern als das moralisch
anspruchsvollste in der Bevölkerung identifiziert.
Diese harte Selbstreflexivitätsbremse muß auch das
theoretische Verständnis von Zivilgesellschaft und
Demokratisierung irritieren, das auf
Moralentwicklung und auf Gemeinsinn setzt. Pioniere
und Gentrifier bilden fast schon so etwas wie ein
Stillhaltepakt, sind die Pioniere von heute doch
vielfach die Gentrifier von morgen." (S.249f.)