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Elisabeth
Beck-Gernsheim: Die Kinderfrage
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Elisabeth Beck-Gernsheim
in ihrer eigenen Schreibe
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BECK-GERNSHEIM, Elisabeth (1980): Neuere
Ergebnisse der empirischen Sozialforschung und der Soziologie über
Ehe und Familie.
In: Rupp, S./Schwarz, K./Wingen, M. (Hg.)
Eheschließung und Familienbildung heute, Deutsche Gesellschaft
für Bevölkerungswissenschaft, Wiesbaden: Selbstverlag
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BECK-GERNSHEIM, Elisabeth (1983): Vom
Dasein für andere zum Anspruch auf ein Stück eigenes Leben -
Individualisierungsprozesse im weiblichen Lebenszusammenhang,
in:
Soziale Welt, 3, S. 307-341
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BECK-GERNSHEIM, Elisabeth (1989): Freie
Liebe, freie Scheidung. Zum Doppelgesicht von Freisetzungsprozessen.
In: Ansgar Weymann (Hg.) Handlungsspielräume. Untersuchungen zur
Individualisierung und Institutionalisierung von Lebensläufen in der
Moderne, Stuttgart
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BECK-GERNSHEIM, Elisabeth (1990): Auf der
Suche nach Gemeinsamkeit.
Liebe, Ehe, Individualisierung,
in: Merkur
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BECK,
Ulrich & Elisabeth BECK-GERNSHEIM (1990): Freiheit oder Liebe.
Gesellschaftliche Individualisierungsprozesse
und soziale Lebens- und Liebesformen,
in:
Frankfurter Rundschau
v. 27.03.
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BECK-GERNSHEIM, Elisabeth (1992):
Arbeitsteilung, Selbstbild und Lebensentwurf.
Neue Konfliktlagen in
der Familie, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und
Sozialpsychologie, H.2, S.273-291
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BECK-GERNSHEIM, Elisabeth
(2001): Auf immer und ewig.
Die Liebe in den Zeiten der Individualisierung.
in: Neue Zürcher Zeitung
v. 20.01.
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BECK-GERNSHEIM, Elisabeth (2007): Deutschland muss noch erzogen
werden.
Wir haben den Rabenmuter-Verdacht, die Franzosen die Kinder: Die
deutsche Familienpolitik muss mehr Gleichheit bieten,
in: Frankfurter Rundschau v. 02.03.
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Die Soziologin Elisabeth BECK-GERNSHEIM
verteidigt den Kurs der Familienministerin
Ursula von der LEYEN und zeichnet
nochmals den gesellschaftlichen Wandel und die politische
Stagnation nach, die zu einem familienpolitischen Schlingerkurs
geführt hat, der beschönigend als Wahlfreiheit bezeichnet wird:
"In den 1950er und 1960er
Jahren war Familienpolitik selbstverständlich am
Alleinverdiener-Modell ausgerichtet, auch »Hausfrauenehe« genannt
(...). Dann aber kamen Bildungsexpansion, Studenten- und
Frauenbewegung und setzten einen grundlegenden sozialen Wandel in
Gang. (...). Dieser gesellschaftliche Wandel ließ auch die
politischen Institutionen nicht unberührt. (...). Gleichzeitig
blieben auf vielen Ebenen die Grundfesten des Alten erhalten, die
das Alleinverdiener-Modell stabilisieren. So das
Ehegatten-Splitting im Steuerrecht (...); im Bildungssystem die
Halbtagsschule; und allgegenwärtig der Rabenmutter-Verdacht (...).
Während andere westliche Länder sich für neue Prioritäten und
einen klaren Kurswechsel entschieden, hat die Familienpolitik
hierzulande einen Schlingerkurs verfolgt: Sie lavierte zwischen
verschiedenen Leitbildern (...) Das Ergebnis: ein
widersprüchlicher Mix aus schwer bis gar nicht vereinbaren
Bestandteilen (...). Das wurde dann elegant »Wahlfreiheit«
genannt."
BECK-GERNSHEIM sieht
einzig für eine
Bevölkerungspolitik, die an der
Gleichheitsnorm ausgerichtet ist, Erfolgschancen.
Wissenschaftliche
Belege findet sie hierzu im 7. Familienbericht und in der Studie
"Emanzipation oder Kindergeld" des Berlin-Institut für Bevölkerung
und Entwicklung.
Frankreich gilt
neuerdings BECK-GERNSHEIM als
vorbildhaft, weil dort die
bestandserhaltende Geburtenzahl
fast erreicht wurde. Sie führt dies auf eine konsequentere
Geburtenpolitik im Vergleich zu Deutschland zurück:
"Dieser Rekord (...) hat eine
nüchterne faktische Grundlage. (...).
Beiden Ländern gemeinsam ist,
dass sie viel Geld in familienunterstützende Maßnahmen
investieren. Doch sie unterscheiden sich erheblich, was die Art
der Angebote angeht: Während die in Frankreich entwickelten
Unterstützungsangebote darauf abzielen, dass Frauen nach der
Geburt eines Kindes die Berufstätigkeit bald wieder fortsetzen
können, hat Deutschland bis vor kurzem auf das Gegenmodell gesetzt
(...).
Es sind keine Studien
bekannt, wonach französische Kinder emotional beeinträchtigt,
intellektuell zurückgeblieben, motorisch ungeschickt oder wie auch
immer geschädigt sind, verglichen mit Kindern in Deutschland. Der
Rabenmutter-Verdacht, in der deutschen Seele und Leitkultur fest
verankert, beruht auf Mythen. Wir können von Frankreich viel
lernen."
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Elisabeth BECK-GERNSHEIM schildert die
Widerstände gegen eine Politik der Vereinbarkeit von Beruf und
Familie.
Die SPD sieht sie im
Dilemma, weil die Inhalte passen, aber andererseits die CDU mit
Ursula von der LEYEN parteilpolitisch profitiert Die CDU/CSU
sieht sie ebenfalls im Dilemma: Es gibt einen
"kaum lösbaren
Konflikt zwischen zwei Grundwerten der Konservativen". Zum einen
gilt den Konservativen, insbesondere in der CSU, die Hausfrauenehe
als hoher Wert. Zum anderen ist die Nation durch den
Geburtenrückgang in Gefahr.
"Abschied vom Leitbild der
traditionellen Familie? Oder die Zukunft der Nation aufs Spiel
setzen?"
Spätestens mit dem Buch
Minimum ist für BECK-GERNSHEIM
der Geburtenrückgang "in ungeahnter Weise" ins Zentrum des
öffentlichen Interesses gerückt.
Die CDU/CSU ist gemäß BECK-GERNSHEIM
gespalten zwischen Realos wie
Roland KOCH und
nationalkonservativen Fundamentalisten, die sich im
Deutschen Familiennetzwerk
zusammengeschlossen haben.
Einzig eine Politik der Vereinbarkeit
von Beruf und Familie kann nach BECK-GERNSHEIM einen
weiteren Geburtenrückgang
verhindern. |
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Elisabeth Beck-Gernsheim
im Gespräch
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MÜLLER-LISSNER
(2000): Gesellschaft im Wandel: "Die Familie wird bunter".
Ein Gespräch mit der Soziologin Elisabeth
Beck-Gernsheim,
in: Tagesspiegel v. 23.12.
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Rezensionen
fehlen noch
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Klappentext
"Vor dem Hintergrund von
Geburtenrückgang und Arbeitslosigkeit ist das Kind
zu einem politischen Thema geworden. Da werden alte
Rezepte wiederentdeckt: Das Motto »Frauen
zurück an den Herd« verbindet sich mit dem Ruf
»Frauen zurück an die Wiege«. Doch für Frauen ist
das Thema Mutterschaft mit vielerlei Emotionen,
Hoffnungen genauso wie Ängsten besetzt. Auf der
einen Seite die Bindung ans Kind, von den meisten
gewünscht; auf der anderen Seite die damit
verknüpfte Anbindung, oft heftig abgelehnt: das ist
ihr Dilemma. Auf diese Weise entsteht ein
vielschichtiges Spannungsfeld »Geburtenrückgang -
Kinderwunsch - Mutterschaft«, das hier aus
wechselnden Blickwinkeln erforscht wird. Im
Mittelpunkt stehen die Fragen: Warum und seit wann
wird Kinderhaben überhaupt zur Frage? Und warum ist
diese so bohrend, so zwiespältig, so
emotionsgeladen? Was macht Kinderhaben heute so
schwierig, trotz Sozialstaat und Wohlstand,
Waschmaschine und Kühlschrank? Was bedeutet
Kinderhaben im Leben von Frau und Mann, wie läßt es
sich damit vereinbaren oder auch nicht, wie greift
es ein in die Beziehung der beiden, in ihre
Gewohnheiten, Hoffnungen, Pläne, in Alltag und
Arbeit und Freizeit? Wie verändern sich Kinder und
Kindheit in einer Welt der Schnellstraßen,
Rolltreppen, Konsumanreize, unter dem Einfluß von
immer mehr Erziehungsexperten und Elternratgebern?
Welche neue Formen von Elternschaft und Kindheit
entstehen da, und wieviel Ähnlichkeit haben sie noch
mit dem alten Bild von Vater-Mutter-Kind, das in der
Politik gerade neuen Auftrieb gewinnt? "
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Inhaltsverzeichnis
Einleitung:
Geburtenrückgang - altes Thema, neue Fragen
I. Der
Kinderwunsch in der modernen Gesellschaft: einige
Paradoxien zur Einstimmung
1. Familie und Elternschaft früher
2. Familie und Elternschaft heute
II. Was haben
»Frauenrolle« und »Emanzipation« mit dem
Geburtenrückgang zu tun? Über historische
Veränderungen im weiblichen Lebenszusammenhang
1. Frauen in der Übergangsphase: zwischen »Nicht-mehr«
und »noch-nicht«
2. Umbrüche im weiblichen Lebenszusammenhang:
der Anspruch auf ein Stück »eigenes Leben«
3. Veränderungen im Bildungsbereich
4. Veränderungen im Berufsbereich
5. Veränderungen im Bereich von Sexualität und
Partnerbeziehung
6. Die neue Frage: Wie passen Mutterschaft und
eigenes Leben zusammen?
III. Die späten
Mütter: ein Beispiel für neue Formen im Verhältnis
von Frau und Kind
1. Institutionelle Maßnahmen, um die Lebenschancen
der Frau zu erweitern: Ausbildung und Beruf
2. Das Private ist politisch: die Suche nach »neuen
Beziehungsformen«
3. Späte Mutterschaft: nur ein Thema für
hochqualifizierte Frauen?
4. Die medizinischen Risiken
5. Zu einer Sozialgeschichte der Mutterschaft
6. Die biographischen Chancen (und auch ein paar
Risiken)
7. Späte Mütter und frühe Mütter: eine neue Teilung
zwischen den Frauen?
8. Das gemeinsame Anliegen: ein »unbescheidener
Anspruch«
IV.
Geburtenrückgang: Die wissenschaftliche Karriere
eines politischen Themas
1. Wie problematisch ist der Geburtenrückgang
2. Geburtenrückgang und Makroperspektive:
Bevölkerungswissenschaftliche Forschung in der
Bundesrepublik
-
Die Ebene der Übersetzung: Folgeprobleme in
verschiedenen Politikbereichen
- Die praktischen Empfehlungen: Maßnahmenbündel
Frauenrolle/Frauenerwerbstätigkeit
3. Geburtenentwicklung und Mikroperspektive:
Familienforschung und Frauenforschung
-
Geburtenentwicklung und die Entstehung der modernen
Familie
-Geburtenentwicklung und die Lebenschancen der Frau
-Neuartige immaterielle Belastungen der Elternschaft
-Anzeichen eines neuen Kinderwunsches bei Männern
und Frauen
Die praktischen Empfehlungen
4. Die praktisch-politische Ebene: Wo und bei wem
werden welche Empfehlungen wirksam?
V. Frauen zurück
in die Familie? Eine Diskussion der neuen
Familienpolitik
1. Die politische Tendenzwende: von
»Gleichberechtigung« zur »Neuen Mütterlichkeit«
2. Familienpolitische Maßnahmen im Zeichen der neuen
Mütterlichkeit
3. Die gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen:
Arbeitslosigkeit und Geburtenrückgang
4. Die Neue Mütterlichkeit: im Interesse der Frauen?
5. Berufsverzicht der Mütter: im Interesse der
Kinder?
6. Für eine Politik der Neuen Väterlichkeit
7. Schlußfolgerung: Nicht »Frauen zurück in die
Familie« sondern »Mehr Familienbeteiligung des
Mannes«
Pressestimmen
"Das Kind hat
»instrumentellen Wert« - als Thema für Illustrierte
und Magazine - so beschwor zuletzt der STERN
»Die Furcht vorm Kind«; - als Einkommenschance für
immer mehr Kinderboutiquen für weniger und kostbaren
Nachwuchs,
»für die Politik ... Es verspricht eine Vielzwecklösung im politischen Krisenmanagement«.
Sei es Erwerbslosigkeit oder Rentensicherung und -
last but not least - Erhaltung der patriarchalischen
Ordnung.
Diese Makroperspektive wird in dem vorliegenden Band
zum Ausgangspunkt für Überlegungen zur
»Lebensform Mutterschaft« unter veränderten
gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Wer es leid
ist, all die von Bevölkerungswissenschaftlern und
(Stammtisch-) Politikern vermuteten Ursachen für das
veränderte generative Verhalten zu akzeptieren, dem
bieten sich hier neue Denkanstöße."
(Johanna I. Beyer in
Psychologie Heute, Juni 1985)
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Rezensionen
BEYER, Johanna I.
(1985): Ein Kind, kein Kind?
in:
Psychologie
Heute, Juni
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Klappentext
"Wie werden wir alle durch die
Arbeitsteilung zwischen Beruf und Familie, zwischen
Mann und Frau geprägt? Das ist die Grundfrage, die
dieses Buch stellt. Es zeigt, wie durch die
vorgezeichneten Bereiche unser Leben aufgespalten
und verengt wird. Hier die Zwänge und Karriereregeln
des Berufs, dort die Gleichförmigkeit und Isolation
des Hausfrauendaseins: Männer wie Frauen sind
gefangen in der Einseitigkeit ihres Alltags, werden
begrenzt in ihren Erfahrungen und
Entwicklungsmöglichkeiten, ihren Fähigkeiten und
Zielen.
Doch immer mehr Frauen wollen sich so nicht mehr
festlegen lassen, wollen auch berufstätig sein. Die
meisten freilich blieben festgeschrieben auf die
untergeordneten und schlecht bezahlten Positionen.
Und die wenigen
»Karrierefrauen« sind am Ende oft mit neuer
Einseitigkeit konfrontiert: kaum ein Privatleben,
kaum Freizeit, keine eigene Familie.
Gibt es eine Chance, diesem Dilemma zu entkommen?
Wir müssen - das ist die These dieses Buchs - die
alte Arbeitsteilung zwischen Beruf und Familie
aufgeben. Wir müssen statt dessen
gesellschaftspolitische Maßnahmen entwickeln, die
die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erhöhen,
etwa durch eine familiengerechte Organisation der
Arbeitswelt. Dann könnte ein breites, vielfältiges
Leben möglich werden - für Männer wie Frauen."
Zitat:
Der
»familienfreie
Ehemann« als Anforderungsideal der Arbeitswelt
"Die Berufsarbeit ist nicht so sehr zugeschnitten
auf den
»familienfreien Mann«, sondern genauer auf den
»familienfreien Ehemann«. Idealtypisch gefordert ist
eine Ehebeziehung, in der keinerlei Anforderungen
und Ansprüche an den Mann herangetragen werden, im
Gegenteil möglichst nur Entlastung und Befreiung von
allen Alltagssorgen erfolgt. Dies freilich scheint
eine sehr einseitige und eingeschränkte Ehebeziehung,
und die Versuchung liegt nahe, sie als andere,
perfektere Version von Junggesellendasein zu
bezeichnen." (S.72)
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