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Elisabeth Beck-Gernsheim: Die Kinderfrage

 
       
     
       
     
       
   

Elisabeth Beck-Gernsheim in ihrer eigenen Schreibe

 
   

BECK-GERNSHEIM, Elisabeth (1980): Neuere Ergebnisse der empirischen Sozialforschung und der Soziologie über Ehe und Familie.
In: Rupp, S./Schwarz, K./Wingen, M. (Hg.) Eheschließung und Familienbildung heute, Deutsche Gesellschaft für Bevölkerungswissenschaft, Wiesbaden: Selbstverlag

BECK-GERNSHEIM, Elisabeth (1982): Geburtenrückgang: Die wissenschaftliche Karriere eines politischen Themas,
in: Beck, U. (Hg.) Soziologie und Praxis: Erfahrungen, Konflikte, Perspektiven. Sonderheft 1 der Sozialen Welt, S. 245-275

Elisabeth BECK-GERNSHEIM sieht nicht in einer bewussten Kinderlosigkeit, sondern in einer Konkurrenz des Kinderwunsches zu anderen Lebensplänen einen Hauptgrund für den Geburtenrückgang:

"Die Frauen (...), zunehmend nach »Emanzipation« und Berufstätigkeit strebend, sind immer weniger zum Kinderhaben bereit, und die »Karrierefrauen« zumal zeigen wenig Neigung zu Mutterpflichten und Mutterglück. Das jedenfalls ist das Bild, das in der Öffentlichkeit vorherrscht, das auch die Bevölkerungswissenschaft vielfach verbreitet, und für diese Deutung scheinen ja auch die (...) Untersuchungsergebnisse zu sprechen, wonach Frauen meist weniger Kinder wünschen als ihre männlichen Partner. Aber schaut man genauer hin, so wird sichtbar, wie pauschal und mißverständlich dieses Bild ist: wie es bloß an der Oberfläche bleibt, damit die tieferliegenden Motivationen und Wünsche verdeckt. Denn es sind nur wenige Frauen, die Kinderhaben bloß als Belastung, Kinderlosigkeit als letztes und höchsten Schritt der »Befreiung« ansehen (zum Beispiel Movius 1976). Dagegen kommen bei den meisten Frauen immer wieder deutliche Kinderwünsche zum Ausdruck - dies gilt für die sogenannten Karrierefrauen (Beck-Gernsheim 1980b, S.198ff.), ja in Elementen selbst für diejenigen, die bewußt gegen Kinder sich entscheiden (Ayck/Stolten 1978). Typisch ist keineswegs eine klare Entscheidung gegen Mutterschaft, viel eher ein vehementer Konflikt zwischen Kinderwunsch und anderen Lebensplänen, der eindeutig eines signalisiert: das Vorhandensein auch eines starken Kinderwunsches."
(1982, S.262)

Nicht einen neuen Babyboom, sondern einen neuen Kinderwunsch macht BECK-GERNSHEIM angesichts des Medienhypes um die späte Mutterschaft aus:

"Mutterschaft wird zum beliebten Thema der Frauenforschung (...). Die Frauensektion amerikanischer Soziologinnen berichtet in ihrem Mitteilungsblatt (...) inzwischen auch von frischgebackenen Müttern (...). Schon wird der Trend von Massenmedien registriert: die feministische Subkultur proklamiere die »Bewegung der dicken Bäuche«; schon wird er auf eine anschauliche Formel gebracht: »Die Kugel in der Latzhose ist 'in'.
Ein neuer Baby-Boom also? Nein, zunächst einmal nur Anzeichen für einen neuen Kinderwunsch, auch auf seiten der Frauen. (...). Die autobiographischen Schilderungen aus den Reihen der Frauenbewegung sind durchaus symptomatisch: Es sind vielfach privilegierte Frauen, mit guter Ausbildung, guter Berufsposition, die sich nach Jahren des Immer-Wieder-Aufschiebens für Mutterschaft entscheiden, bevor es endgültig zu spät wird (Beck-Gernsheim 1981). Der Trend zu »später Mutterschaft« ist in den USA bereits seit ein paar Jahren bekannt, schon gibt es die entsprechende Literatur (...) schon die griffigen Formeln: »midlife mothers« und »late parenthood chic«. Die bundesdeutsche Bevölkerungsforschung nimmt ihn freiwillig noch kaum zur Kenntnis, daür wird er von den Massenmedien um so eifriger entdeckt, erst von den Frauenzeitschriften aller Art, inzwischen auch von der breiteren Presse.«"
(1982, S.263)

Die Frauenzeitschriften titeln gemäß BECK-GERNSHEIM: "Das erste Kind mit 35 - na und? (Brigitte Nr.19/1980) oder gar "Mit vierzig noch ein Kind?" (Journal für die Frau Nr.10/1980).

BECK-GERNSHEIM, Elisabeth (1983): Vom Dasein für andere zum Anspruch auf ein Stück eigenes Leben - Individualisierungsprozesse im weiblichen Lebenszusammenhang, in: Soziale Welt, 3, S. 307-341

BECK-GERNSHEIM, Elisabeth (1989): Freie Liebe, freie Scheidung. Zum Doppelgesicht von Freisetzungsprozessen.
In: Ansgar Weymann (Hg.) Handlungsspielräume. Untersuchungen zur Individualisierung und Institutionalisierung von Lebensläufen in der Moderne, Stuttgart

BECK-GERNSHEIM, Elisabeth (1990): Auf der Suche nach Gemeinsamkeit.
Liebe, Ehe, Individualisierung,
in: Merkur

BECK, Ulrich & Elisabeth BECK-GERNSHEIM (1990): Freiheit oder Liebe.
Gesellschaftliche Individualisierungsprozesse und soziale Lebens- und Liebesformen,
in: Frankfurter Rundschau v. 27.03.

BECK-GERNSHEIM, Elisabeth (1992): Arbeitsteilung, Selbstbild und Lebensentwurf. Neue Konfliktlagen in der Familie, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, H.2, S.273-291

BECK-GERNSHEIM, Elisabeth (2001): Auf immer und ewig.
Die Liebe in den Zeiten der Individualisierung.
in: Neue Zürcher Zeitung v. 20.01.

BECK-GERNSHEIM, Elisabeth (2007): Deutschland muss noch erzogen werden.
Wir haben den Rabenmuter-Verdacht, die Franzosen die Kinder: Die deutsche Familienpolitik muss mehr Gleichheit bieten,
in: Frankfurter Rundschau v. 02.03.

Die Soziologin Elisabeth BECK-GERNSHEIM verteidigt den Kurs der Familienministerin Ursula von der LEYEN und zeichnet nochmals den gesellschaftlichen Wandel und die politische Stagnation nach, die zu einem familienpolitischen Schlingerkurs geführt hat, der beschönigend als Wahlfreiheit bezeichnet wird:

"In den 1950er und 1960er Jahren war Familienpolitik selbstverständlich am Alleinverdiener-Modell ausgerichtet, auch »Hausfrauenehe« genannt (...). Dann aber kamen Bildungsexpansion, Studenten- und Frauenbewegung und setzten einen grundlegenden sozialen Wandel in Gang. (...). Dieser gesellschaftliche Wandel ließ auch die politischen Institutionen nicht unberührt. (...). Gleichzeitig blieben auf vielen Ebenen die Grundfesten des Alten erhalten, die das Alleinverdiener-Modell stabilisieren. So das Ehegatten-Splitting im Steuerrecht (...); im Bildungssystem die Halbtagsschule; und allgegenwärtig der Rabenmutter-Verdacht (...). Während andere westliche Länder sich für neue Prioritäten und einen klaren Kurswechsel entschieden, hat die Familienpolitik hierzulande einen Schlingerkurs verfolgt: Sie lavierte zwischen verschiedenen Leitbildern (...) Das Ergebnis: ein widersprüchlicher Mix aus schwer bis gar nicht vereinbaren Bestandteilen (...). Das wurde dann elegant »Wahlfreiheit« genannt."

BECK-GERNSHEIM sieht einzig für eine Bevölkerungspolitik, die an der Gleichheitsnorm ausgerichtet ist, Erfolgschancen. Wissenschaftliche Belege findet sie hierzu im 7. Familienbericht und in der Studie "Emanzipation oder Kindergeld" des Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung. Frankreich gilt neuerdings BECK-GERNSHEIM als vorbildhaft, weil dort die bestandserhaltende Geburtenzahl fast erreicht wurde. Sie führt dies auf eine konsequentere Geburtenpolitik im Vergleich zu Deutschland zurück:

"Dieser Rekord (...) hat eine nüchterne faktische Grundlage. (...).
             Beiden Ländern gemeinsam ist, dass sie viel Geld in familienunterstützende Maßnahmen investieren. Doch sie unterscheiden sich erheblich, was die Art der Angebote angeht: Während die in Frankreich entwickelten Unterstützungsangebote darauf abzielen, dass Frauen nach der Geburt eines Kindes die Berufstätigkeit bald wieder fortsetzen können, hat Deutschland bis vor kurzem auf das Gegenmodell gesetzt (...).
             Es sind keine Studien bekannt, wonach französische Kinder emotional beeinträchtigt, intellektuell zurückgeblieben, motorisch ungeschickt oder wie auch immer geschädigt sind, verglichen mit Kindern in Deutschland. Der Rabenmutter-Verdacht, in der deutschen Seele und Leitkultur fest verankert, beruht auf Mythen. Wir können von Frankreich viel lernen."

Neu:
BECK-GERNSHEIM, Elisabeth (2007): Kinder, Krippen und Kulturkampf,
in: Blätter für deutsche und internationale Politik, Juli

  • Elisabeth BECK-GERNSHEIM schildert die Widerstände gegen eine Politik der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die SPD sieht sie im Dilemma, weil die Inhalte passen, aber andererseits die CDU mit Ursula von der LEYEN parteilpolitisch profitiert Die CDU/CSU sieht sie ebenfalls im Dilemma: Es gibt einen

    "kaum lösbaren Konflikt zwischen zwei Grundwerten der Konservativen". Zum einen gilt den Konservativen, insbesondere in der CSU, die Hausfrauenehe als hoher Wert. Zum anderen ist die Nation durch den Geburtenrückgang in Gefahr.
                 "Abschied vom Leitbild der traditionellen Familie? Oder die Zukunft der Nation aufs Spiel setzen?"

    Spätestens mit dem Buch Minimum ist für BECK-GERNSHEIM der Geburtenrückgang "in ungeahnter Weise" ins Zentrum des öffentlichen Interesses gerückt. Die CDU/CSU ist gemäß BECK-GERNSHEIM gespalten zwischen Realos wie Roland KOCH und nationalkonservativen Fundamentalisten, die sich im Deutschen Familiennetzwerk zusammengeschlossen haben. Einzig eine Politik der Vereinbarkeit von Beruf und Familie kann nach BECK-GERNSHEIM einen weiteren Geburtenrückgang verhindern.

 
       
   

Elisabeth Beck-Gernsheim im Gespräch

 
   

FREYMEYER, Karin & Manfred OTZELBERGER (2000): Man braucht ein Stück Naivität, aber nicht zuviel.
In: Karin Freymeyer & Manfred Otzelberger: In der Ferne so nah. Lust und Last der Wochenendbeziehungen, Berlin: Ch. Links Verlag,S.29-32

MÜLLER-LISSNER (2000): Gesellschaft im Wandel: "Die Familie wird bunter".
Ein Gespräch mit der Soziologin Elisabeth Beck-Gernsheim,
in: Tagesspiegel v. 23.12.

 
   

Was kommt nach der Familie? (2000).
Einblicke in neue Lebensformen
München:
C. H. Beck

 
     
       
   

Rezensionen

fehlen noch
 
       
   

Vom Geburtenrückgang zur Neuen Mütterlichkeit? (1984).
Über private und politische Interessen am Kind
Frankfurt a/M: Fischer

 
   
     
 

Klappentext

"Vor dem Hintergrund von Geburtenrückgang und Arbeitslosigkeit ist das Kind zu einem politischen Thema geworden. Da werden alte Rezepte wiederentdeckt: Das Motto  »Frauen zurück an den Herd« verbindet sich mit dem Ruf »Frauen zurück an die Wiege«. Doch für Frauen ist das Thema Mutterschaft mit vielerlei Emotionen, Hoffnungen genauso wie Ängsten besetzt. Auf der einen Seite die Bindung ans Kind, von den meisten gewünscht; auf der anderen Seite die damit verknüpfte Anbindung, oft heftig abgelehnt: das ist ihr Dilemma. Auf diese Weise entsteht ein vielschichtiges Spannungsfeld »Geburtenrückgang - Kinderwunsch - Mutterschaft«, das hier aus wechselnden Blickwinkeln erforscht wird. Im Mittelpunkt stehen die Fragen: Warum und seit wann wird Kinderhaben überhaupt zur Frage? Und warum ist diese so bohrend, so zwiespältig, so emotionsgeladen? Was macht Kinderhaben heute so schwierig, trotz Sozialstaat und Wohlstand, Waschmaschine und Kühlschrank? Was bedeutet Kinderhaben im Leben von Frau und Mann, wie läßt es sich damit vereinbaren oder auch nicht, wie greift es ein in die Beziehung der beiden, in ihre Gewohnheiten, Hoffnungen, Pläne, in Alltag und Arbeit und Freizeit? Wie verändern sich Kinder und Kindheit in einer Welt der Schnellstraßen, Rolltreppen, Konsumanreize, unter dem Einfluß von immer mehr Erziehungsexperten und Elternratgebern? Welche neue Formen von Elternschaft und Kindheit entstehen da, und wieviel Ähnlichkeit haben sie noch mit dem alten Bild von Vater-Mutter-Kind, das in der Politik gerade neuen Auftrieb gewinnt? "

Inhaltsverzeichnis

Einleitung: Geburtenrückgang - altes Thema, neue Fragen

I. Der Kinderwunsch in der modernen Gesellschaft: einige Paradoxien zur Einstimmung

1. Familie und Elternschaft früher
2. Familie und Elternschaft heute

II. Was haben »Frauenrolle« und »Emanzipation« mit dem Geburtenrückgang zu tun? Über historische Veränderungen im weiblichen Lebenszusammenhang

1. Frauen in der Übergangsphase: zwischen »Nicht-mehr« und »noch-nicht«
2. Umbrüche im  weiblichen Lebenszusammenhang: der Anspruch auf ein Stück »eigenes Leben«
3. Veränderungen im Bildungsbereich
4. Veränderungen im Berufsbereich
5. Veränderungen im Bereich von Sexualität und Partnerbeziehung
6. Die neue Frage: Wie passen Mutterschaft und eigenes Leben zusammen?

III. Die späten Mütter: ein Beispiel für neue Formen im Verhältnis von Frau und Kind

1. Institutionelle Maßnahmen, um die Lebenschancen der Frau zu erweitern: Ausbildung und Beruf
2. Das Private ist politisch: die Suche nach »neuen Beziehungsformen«
3. Späte Mutterschaft: nur ein Thema für hochqualifizierte Frauen?
4. Die medizinischen Risiken
5. Zu einer Sozialgeschichte der Mutterschaft
6. Die biographischen Chancen (und auch ein paar Risiken)
7. Späte Mütter und frühe Mütter: eine neue Teilung zwischen den Frauen?
8. Das gemeinsame Anliegen: ein »unbescheidener Anspruch«

IV. Geburtenrückgang: Die wissenschaftliche Karriere eines politischen Themas

1. Wie problematisch ist der Geburtenrückgang
2. Geburtenrückgang und Makroperspektive: Bevölkerungswissenschaftliche Forschung in der Bundesrepublik

- Die Ebene der Übersetzung: Folgeprobleme in verschiedenen Politikbereichen
- Die praktischen Empfehlungen: Maßnahmenbündel Frauenrolle/Frauenerwerbstätigkeit

3. Geburtenentwicklung und Mikroperspektive: Familienforschung und Frauenforschung

- Geburtenentwicklung und die Entstehung der modernen Familie
-Geburtenentwicklung und die Lebenschancen der Frau
-Neuartige immaterielle Belastungen der Elternschaft
-Anzeichen eines neuen Kinderwunsches bei Männern und Frauen
Die praktischen Empfehlungen

4. Die praktisch-politische Ebene: Wo und bei wem werden welche Empfehlungen wirksam?

V. Frauen zurück in die Familie? Eine Diskussion der neuen Familienpolitik

1. Die politische Tendenzwende: von »Gleichberechtigung« zur »Neuen Mütterlichkeit«
2. Familienpolitische Maßnahmen im Zeichen der neuen Mütterlichkeit
3. Die gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen: Arbeitslosigkeit und Geburtenrückgang
4. Die Neue Mütterlichkeit: im Interesse der Frauen?
5. Berufsverzicht der Mütter: im Interesse der Kinder?
6. Für eine Politik der Neuen Väterlichkeit
7. Schlußfolgerung: Nicht »Frauen zurück in die Familie« sondern »Mehr Familienbeteiligung des Mannes«

Pressestimmen

"Das Kind hat »instrumentellen Wert« - als Thema für Illustrierte und Magazine - so beschwor zuletzt der STERN  »Die Furcht vorm Kind«; - als Einkommenschance für immer mehr Kinderboutiquen für weniger und kostbaren Nachwuchs, »für die Politik ... Es verspricht eine Vielzwecklösung im politischen Krisenmanagement«. Sei es Erwerbslosigkeit oder Rentensicherung und - last but not least - Erhaltung der patriarchalischen Ordnung.
Diese Makroperspektive wird in dem vorliegenden Band zum Ausgangspunkt für Überlegungen zur »Lebensform Mutterschaft« unter veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Wer es leid ist, all die von Bevölkerungswissenschaftlern und (Stammtisch-) Politikern vermuteten Ursachen für das veränderte generative Verhalten zu akzeptieren, dem bieten sich hier neue Denkanstöße."
(Johanna I. Beyer in Psychologie Heute, Juni 1985)

 
     
 
       
   

Rezension von single-generation.de

Elisabeth Beck-Gernsheim - Die Kinderfrage heute
Oder: Der Geburtenrückgang der Berliner Republik aus Sicht einer Politik für die Mütterelite

 
   

Rezensionen

BEYER, Johanna I. (1985): Ein Kind, kein Kind?
in:
Psychologie Heute, Juni

 
       
   

Das halbierte Leben (1980).
Männerwelt Beruf, Frauenwelt Familie
Frankfurt: Fischer

 
   
     
 

Klappentext

"Wie werden wir alle durch die Arbeitsteilung zwischen Beruf und Familie, zwischen Mann und Frau geprägt? Das ist die Grundfrage, die dieses Buch stellt. Es zeigt, wie durch die vorgezeichneten Bereiche unser Leben aufgespalten und verengt wird. Hier die Zwänge und Karriereregeln des Berufs, dort die Gleichförmigkeit und Isolation des Hausfrauendaseins: Männer wie Frauen sind gefangen in der Einseitigkeit ihres Alltags, werden begrenzt in ihren Erfahrungen und Entwicklungsmöglichkeiten, ihren Fähigkeiten und Zielen.
Doch immer mehr Frauen wollen sich so nicht mehr festlegen lassen, wollen auch berufstätig sein. Die meisten freilich blieben festgeschrieben auf die untergeordneten und schlecht bezahlten Positionen. Und die wenigen »Karrierefrauen« sind am Ende oft mit neuer Einseitigkeit konfrontiert: kaum ein Privatleben, kaum Freizeit, keine eigene Familie.
Gibt es eine Chance, diesem Dilemma zu entkommen? Wir müssen - das ist die These dieses Buchs - die alte Arbeitsteilung zwischen Beruf und Familie aufgeben. Wir müssen statt dessen gesellschaftspolitische Maßnahmen entwickeln, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erhöhen, etwa durch eine familiengerechte Organisation der Arbeitswelt. Dann könnte ein breites, vielfältiges Leben möglich werden - für Männer wie Frauen."

Zitat:

Der »familienfreie Ehemann« als Anforderungsideal der Arbeitswelt

"Die Berufsarbeit ist nicht so sehr zugeschnitten auf den »familienfreien Mann«, sondern genauer auf den »familienfreien Ehemann«. Idealtypisch gefordert ist eine Ehebeziehung, in der keinerlei Anforderungen und Ansprüche an den Mann herangetragen werden, im Gegenteil möglichst nur Entlastung und Befreiung von allen Alltagssorgen erfolgt. Dies freilich scheint eine sehr einseitige und eingeschränkte Ehebeziehung, und die Versuchung liegt nahe, sie als andere, perfektere Version von Junggesellendasein zu bezeichnen." (S.72)

 
     
 
       
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 14. Dezember 2002
Update: 11. August 2014