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Gerhard Bäcker: Sozialpolitik und soziale Lage in Deutschland

 
       
     
       
     
       
   

Gerhard Bäcker in seiner eigenen Schreibe

 
   
  • Neu:
    KOCH, Angelika & Gerhard BÄCKER (2003): Die Jungen als Verlierer?
    Alterssicherung und Generationengerechtigkeit in Zeiten des demographischen und wirtschaftlichen Wandels,
    in: Frankfurter Rundschau v. 03.06.
    • Kommentar:
      Die Politikwissenschaftler Gerhard BÄCKER und Angelika KOCH ergreifen Partei für die soziale Gerechtigkeit und kritisieren das Konzept der Generationengerechtigkeit.

            
         Die beiden Gerechtigkeitsformen machen sie an den beiden Systemen der Alterssicherung fest. Verfechter einer privaten Alterssicherung, die auf Generationengerechtigkeit pochen stehen den Anhängern der umlagefinanzierten Rentenversicherung gegenüber, die das Prinzip der sozialen Gerechtigkeit beherzigt.
            
         Das Problem des Beitrags ist jedoch, dass KOCH und BÄCKER behaupten, dass den beiden Systemen unterschiedliche Gerechtigkeitsnormen unterliegen, die im einen Fall die Altersgruppe und im anderen Fall die Kohorte als Bezugspunkt haben. Diese idealistische Gegenüberstellung vernachlässigt jedoch, dass heutzutage Gesetzesänderungen Regelungen enthalten, die nicht nur Altersgruppen, sondern gleichzeitig Kohorten betreffen.
            
         Ungeachtet dieser Kritik ermöglicht der Beitrag einen guten Überblick über die Vor- und Nachteile beider Gerechtigkeitsnormen.
            
         Wichtig ist dabei, dass die jetzige Rentenreform nicht zwangsläufig die Folge des demografischen Wandels ist - wie das die Verfechter der Generationengerechtigkeit gerne behaupten, sondern eine vorgängige Entscheidung für eine bestimmte Form der Solidarbeziehung zwischen den Staatsbürgern.
            
         Unabhängig vom demografischen Wandel bestimmt das zukünftige Beitrags- und Rentenniveau auch die folgenden nicht-demografischen Faktoren:
            
         "Maßgeblich ist auch das Verhältnis von Rentenbezieher/-innen zu erwerbstätigen, beitragszahlenden Versicherten. (...). Wie groß das Finanzierungspotenzial durch einen erweiterten Beitragszahlerkreis ist, zeigt sich daran, dass gegenwärtig nur rund die Hälfte der Personen im erwerbsfähigen Alter von 20 bis unter 65 Jahren tatsächlich Beiträge zur Rentenversicherung zahlen. Die anderen 50 Prozent sind u.a. arbeitslos, in Ausbildung, im Erziehungsurlaub, frühverrentet, Hausfrauen oder trotz Erwerbstätigkeit nicht sozialversicherungspflichtig (z. B. Selbständige, Beamte).
      (...). Steigende Beitragssätze müssen nicht mit einer absoluten Verschlechterung im Einkommens- und Lebensstandardniveau einhergehen, da zu erwarten ist, dass Produktivität und Wertschöpfung auch weiter steigen werden und damit das zwischen der Bevölkerung aufzuteilende Sozialprodukt größer wird."
 
       
   

Sozialpolitik und soziale Lage in Deutschland (2000)
2 Bände, 3., grundlegend überarbeitete und erweiterte Auflage
(zusammen mit Reinhard Bispinck, Klaus Hofemann und Gerhard Naegele)

Wiesbaden: Westdeutscher Verlag

 
   
 
 

Klappentext

"Das völlig überarbeitete und erweiterte Hand- und Lehrbuch bietet in zwei Bänden einen breiten empirischen Überblick über die Arbeits- und Lebensverhältnisse in Deutschland und die zentralen sozialen Problemlagen. Im Mittelpunkt der Darstellung stehen Einkommensverteilung und Armut, Arbeitsmarkt, Arbeitslosigkeit und Arbeitsbedingungen, Krankheit und Pflegebedürftigkeit sowie die Lebenslagen von Familien und von älteren Menschen. Auf der Grundlage dieses Überblicks werden die Maßnahmen, Leistungen und Einrichtungen des sozialstaatlichen Systems ausführlich vorgestellt und bewertet. Berücksichtigt werden neben Sozialversicherung und Sozialhilfe auch Arbeitsmarktpolitik, Arbeitsschutzpolitik, Gesundheitspolitik, Familienpolitik, Steuerpolitik, Altenpolitik und kommunale Sozialpolitik. Besondere Aufmerksamkeit finden die nicht-staatliche Sozialpolitik durch Betriebs- und Tarifpolitik sowie die Versorgung mit sozialen Diensten durch Wohlfahrtsverbände, kommunale Träger sowie Selbsthilfe und Ehrenamt. Das Buch gibt nicht nur den aktuellen Stand der Gesetzeslage wieder, sondern greift auch in die gegenwärtige theoretische und politische Diskussion um die Zukunft des Sozialstaates in Deutschland ein. Es wendet sich an Studierende und Lehrende an Hochschulen, Schulen, Bildungseinrichtungen sowie an Experten in Verwaltungen, Verbänden und Gewerkschaften."

 
 
 
       
   
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Update: 03. Juni 2003
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