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Dagmar Herzog:
Die Politisierung der Lust
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Kurzbiographie
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1961 geboren
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2005 Buch
"Die Politisierung der Lust"
2011 Buch "Sexuality in
Europe"
-
Professorin für Geschichte am
Graduate Center der City University of New York
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Dagmar Herzog in
ihrer eigenen Schreibe
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Neu:
HERZOG,
Dagmar (2010): Post coitum triste est...? Sexual Politics and
Cultures in postunification Germany. In: Jeffrey Anderson & Eric
Langenbacher (Hrsg.): From the Bonn to the Berlin Republic. Germany at
the Twentieth Anniversary of Unification, Berghahn Books
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Dagmar Herzog
im Gespräch
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HAMMELEHLE (2005): "Hillary Clinton ist verunsichert".
Die amerikanische Professorin Dagmar
Herzog hat sich in einem Buch mit der "Politisierung der Lust"
beschäftigt. Ein Gespräch über "reinen Nazi-Sex", Angela Merkel und
die Frauen der US-Präsidenten,
in: Welt am Sonntag v. 27.11.
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Die Politisierung der Lust (2005).
Sexualität in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts
(Original: Sex after Fascism, 2005)
München:
Siedler
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Klappentext
"Eine ebenso provokante wie
überzeugende und gut lesbare Untersuchung des
gesellschaftlichen Umgangs mit Sexualität in
Deutschland. Im Zentrum stehen der
Nationalsozialismus sowie der Aufbruch von 1968.
Diese bahnbrechende Studie steckt voller
Überraschungen: Dagmar Herzog zeigt, dass die
Betrachtung der Wechselwirkungen zwischen Politik
und Sexualität zentrale Fragen der deutschen
Geschichte neu zu beleuchten vermag.
Wie hängen Empfängnisverhütung, Pornografie,
Sexualmoral, Homo- und Heterosexualität mit
Antisemitismus und Nationalsozialismus zusammen, mit
der Verarbeitung der Niederlage von 1945, der
Beziehung von Kirche und Staat in der
Nachkriegszeit, der Studentenrevolte in der BRD oder
der wechselvollen Beziehung zwischen Regime und
Bevölkerung in vier Jahrzehnten DDR? Kurz: Welche
neuen Erkenntnisse für wichtige Fragen der deutschen
Geschichte lassen sich durch einen genauen Blick auf
den Umgang mit Sexualität gewinnen?
Die Antwort gibt Dagmar Herzog in diesem Buch. In
einer umfassenden Sexualgeschichte Deutschlands von
der Weimarer Republik bis zur Gegenwart zeichnet sie
nach, wie Lust und Moral im zwanzigsten Jahrhundert
zu machtvollen Instrumenten der politischen
Auseinandersetzung wurden. Pointiert und mit
überraschenden Ergebnissen zeigt Herzog, wie und
warum sich ausgerechnet der Bereich der Sexualität
zu einem Hauptschauplatz der Debatte über die
deutsche Vergangenheit, über Schuld und Massenmord,
über Moral und Ethik entwickelte.
Lebhaft und anschaulich macht »Die Politisierung der
Lust« einem breiten Publikum deutlich, warum eine
politische Geschichte Deutschlands ohne die
Einbeziehung von Sexualität unvollständig ist."
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Beiträge von
single-generation.de zum Thema
Die neuen
Sexfronten - Oder: Wie normal ist das heterosexuelle, verheiratete
Paar mit Kind?
Michel Houellebecq als Leitfigur
oder die Debatte um die sexuelle Revolution
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Rezensionen
THADDEN, Elisabeth von (2005): Die ruinierte Intimität.
Dagmar Herzogs
»Politisierung der Lust« rekonstruiert, wie im deutschen 20.
Jahrhundert bis in die Betten hinein regiert wurde,
in: Die ZEIT Nr.42 v. 13.10.
Elisabeth von THADDEN missbraucht die
Rezension eines sexualgeschichtlichen Buches, um in
sophiedannenberghafter Tradition
die Viktorianisierung der Berliner Republik nahe zu legen:
"Was
die 68er über den Nationalsozialismus dachten, passt mit dessen
Interpretation in den fünfziger Jahren auffällig nicht zusammen.
In den fünfziger Jahren galt der Nationalsozialismus als sexuell
unerträglich permissiv, also schien Sittenstrenge das Gebot der
Stunde zu sein, um die Republik moralisch neu zu fundieren. Den
68ern hingegen galt der Nationalsozialismus als sexuell
repressiv, als ein Regime unterdrückter Lust, also erschien
vielen die sexuelle Befreiung als der gebotene Weg, die Republik
von ihrer Vorgeschichte zu emanzipieren.
Im stärksten Teil ihrer Studie rekonstruiert Herzog, in
Anknüpfung an Herbert Marcuse, die ambivalente Doppelstrategie
der Nationalsozialisten: zum einen die Sexualität in totalitäre
Regeln gesteuerter Fortpflanzung zu bringen. Zum anderen aber
innerhalb dieser Regeln eine sexuelle Freizügigkeit auszurufen,
die eine Entsprechung im modernisierten Konsum hatte."
THADDEN
verweist u. a. auf den Soziologen Alexander SCHULLER, der
joachimbessinghaft die
Modernisierung der Familie verdammt (da schrieb BESSING noch
Popliteratur), um zum Resümee zu kommen:
"Kann
es sein, dass diese Sexualitätsgeschichte zur heutigen
Kinderlosigkeit der Republik beiträgt? Man darf es in aller
Vorsicht vermuten."
Wie
erklärt sich dann bitte, Frau Thadden, dass bereits in den
20er/30er Jahre der gleiche Diskurs wie heute geführt wurde? Die
hohe deutsche Kinderlosigkeit ist kein neues Phänomen und schon
gar nicht durch die NS-Zeit zu erklären.
Der Schweizer Bevölkerungssoziologe HÖPFLINGER hat auf diesen
Sachverhalt hingewiesen. Die
Single-Lüge erklärt dagegen
eher die heutige Problematik. Das
politische Patt zwischen Alter und Neuer Mitte erklärt die
fatale Dynamik, bei der junge Singles und damit unsere
potentiellen Eltern auf die Verliererstraße geraten. |
RUTSCHKY, Katharina (2005): Billige
Polemik.
Die US-Amerikanerin
Dagmar Herzog versucht sich an einer Sittengeschichte der
Deutschen im 20. Jahrhundert,
in: Frankfurter Rundschau v. 26.10.
Katharina RUTSCHKY rezensiert
das Buch "Die Politisierung der Lust" von Dagmar HERZOG:
"Herzogs
Buch zur Sexualgeschichte zwischen den Bezugspunkten 1933 und
1968 illustriert das Problem. Auch wenn sie einige interessante
Hypothesen aufbietet, so fehlt es doch an einer plausiblen
Beweisführung. Ihre Quellen sind zu disparat, deren Gewichtung
zu willkürlich und oft genug auch schlicht falsch. Als
Gesamteindruck resultiert daher - trotz des wissenschaftlichen
Apparats, der fast ein Drittel des Buches ausmacht - eine
Polemik gegen »68« aus der Generation der dafür offenbar
prädestinierten Vierzigjährigen. Das mindert die Freude an
Herzogs Pioniertat jedenfalls bei einer
Rezensentin
(Jahrgang 1941), die zugleich auch Zeitzeugin ist."
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MOHR, Markus (2005): In die Oper.
Sex ist in jedem politischen
System ein Problem: Dagmar Herzog hat eine Geschichte der
Sexualität in Deutschland seit 1933 geschrieben,
in: junge Welt v. 06.12.
REICHARDT, Sven (2005): Die lose Volksgemeinschaft.
Libertäre Nazis? Muffige Fünfziger? Unverklemmte Achtundsechziger?
Dagmar Herzogs deutsche Sexualgeschichte,
in: Süddeutsche Zeitung v. 07.12.
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weiterführende
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