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Klappentext
"Der
Traum von der Postmoderne ist endgültig ausgeträumt:
Das Leben im 21. Jahrhundert wird nicht immer
bequemer, lässiger, freier, sondern anstrengender.
Das liegt weniger an Terrorgefahr und neuen Kriegen
als an jenen Spannungslinien, die wir im Innenraum
unserer Gesellschaft verspüren – und selber
produzieren: von der demographischen Krise zur
Massenarbeitslosigkeit, von der Bildungsmisere bis
zur Scheu vor Innovationen. Staunend stellen wir
fest, daß anderswo – von China über Osteuropa bis
Nordamerika – jene Moderne weiter vorwärtsdrängt,
die wir in Deutschland immer wieder einzuhegen und
stillzulegen versucht haben. Aber klar ist heute
auch: Die Dynamik dieser Moderne führt nicht in das
konfliktfreie Paradies. Wohlstand und Risiko gehören
mehr denn je zusammen – das ist das Kennzeichen der
»riskanten
Moderne«.
Paul Nolte,
der sich mit Generation Reform als einer der
wichtigsten Vordenker des gesellschaftlichen Wandels
in Deutschland etabliert hat, analysiert die Wege
und Irrwege einer Gesellschaft, die auf praktisch
allen Feldern ihr Handeln einer veränderten Realität
anpassen muß – im Verhältnis der sozialen Klassen,
der Generationen und der Geschlechter zueinander
ebenso wie in den globalisierten Strukturen von
Kapitalismus, Erwerbsarbeit und Mobilität. Sein
Konzept der Investiven Gesellschaft stellt auch eine
neue Ordnung der Werte jenseits des Konsums zur
Diskussion. Es bietet Stoff für die dringend
notwendige intellektuelle Debatte über die
langfristigen Ziele unserer Gesellschaft."
Stimmen zum Buch
"Der
Systemkritiker spart kein Phänomen aus.
Aber das Relief ist flach. Nolte schürft seine
Erkenntnisse gewissermaßen im Tagebau.
Tiefenbohrungen finden nicht statt. Es fehlen die
Stützbalken der Empirie. Ein paar Zahlen vertrüge
das Buch. Und wer darauf gehofft hatte, Nolte würde
Thesen, die seine »Generation Reform« zur spannenden
Lektüre machten, weiterführen und mit Material
unterfüttern, sieht sich getäuscht."
(Günter Müchler im
DeutschlandRadio vom 24.02.2006)
"Suada
(...), die bald auch noch dem Letzten klarmacht,
dass hier nicht der Prinz zu Dornröschen, sondern
der Wolf zu den sieben Geißlein redet."
(Stefan Breuer in der Süddeutschen
Zeitung vom 21.03.2006)
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Rezensionen
ARNING, Matthias (2006): Ohne Risiko.
Paul Nolte, Vordenker der
Neokonservativen, enttäuscht mit seinen Reflexionen über die "riskante
Moderne",
in: Frankfurter Rundschau v. 22.02.
MÜCHLER, Günter (2006): Bekannte Thesen.
Paul Nolte: "Riskante Moderne - Die Deutschen und der neue
Kapitalismus",
in: DeutschlandRadio v. 24.02.
MINKMAR, Nils (2006):
Lesen macht dumm.
Paul Nolte riskiert keinen Gedanken, schreibt aber trotzdem ein
Buch: "Riskante Moderne",
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 26.02.
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Nils MINKMAR Rezension des Buches "Riskante Moderne" von Paul NOLTE
ist ein 100 %iger Verriss:
"Paul Noltes neues Buch
heißt (ein Mix aus Habermas und
Beck) »Riskante Moderne«; das vorige
hieß (ein Mix aus Illies und
Miegel)
»Generation Reform«. Nolte
benutzt gerne den Begriff des Risikos und meint damit (...) immer
das Risiko des anderen. Ein intellektuelles Risiko vermeidet er unter
allen Umständen."
Beispielhaft
für die intellektuelle Risikoscheu von NOLTE sind dessen
Ausführungen zur
"Single-Gesellschaft":
"Manchmal schreibt
Nolte einfach irgend etwas hin. An anderer Stelle geht es um die
Familienvorstellungen der Parteien. Da hießt es dann,
Sozialdemokraten und Grünen seien »eher als Fürsprecher der
bindungslosen Singlegesellschaft bekannt gewesen« - und würden nun
aber Familie »wieder« wertschätzen. Er braucht dieses erste Moment
nur, um irgendwie ein historisches Verlaufsmuster konstruieren zu
können. Bloß: Es ist falsch. Zu keinem einzigen Zeitpunkt sind SPD
und Grüne als
Fürsprecher einer bindungslosen Singlegesellschaft
aufgetreten.
Keine deutsche Partei ist das, denn es widerspricht dem
Gedanken einer jeden Partei. (...). Es stimmt weder soziologisch
noch milieutheoretisch: Viele Sozialdemokraten kommen aus
kinderreichen Familien, und Grüne wachsen bekanntlich in
Wohngemeinschaften."
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ROSENDORFER, Andreas (2006): Gib Gas Bürger, vergiß dein Nutellabrot.
Paul Nolte findet es gar nicht gut, wenn weiter auf der Rückbank
gelümmelt wird,
in: Literaturbeilage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung v. 15.03.
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ROSENDORFER bespricht eher lustlos das Buch "Die riskante Moderne" von Paul
NOLTE:
"Ein Historiker,
der für die sonst eher bei Soziologen und Philosophen beliebten
Moderne wirbt - das wirkt halt ein wenig wie ein Naturfreund, der
für den Bau neuer Autobahnen die Werbetrommel rührt".
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DETTLING, Warnfried (2006): Vorsicht, Risiko!
Der Historiker Paul Nolte
liest unserer Gesellschaft gehörig die Leviten – aber wo
bleibt die Analyse?
in: Literaturbeilage der ZEIT Nr.12 v. 16.03.
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Warnfried DETTLING
bedient mit seiner Besprechung des Buches "Riskante
Moderne" von Paul NOLTE die alte und die neue Mitte
gleichermaßen.
Diesen
Spagat schafft er durch eine Dreiteilung. Am Anfang und
Ende lobt er den süffigen und tröstenden Sound des Buches,
den er in der Mitte dann jedoch als Mangel an Analyse
zerpflückt. Nach Meinung von
DETTLING sind nicht die Mentalitäten, sondern die
Strukturen unser Problem. Er wirft NOLTE seine Doppelmoral
vor: einerseits lebe er "das Zukunftsmodell der
bürgerlichen Familie", andererseits verkünde er jedoch das
Scheitern der Emanzipation und die neue
Geschlechterdifferenz.
Wo eigentlich
Analyse sein sollte, da findet sich bei NOLTE nur
Normatives:
"Strukturelle Reformen lehnt er nicht ab:
Er wertet sie ab".
War noch vor
kurzem die Entdeckung der Unterschicht das Markenzeichen
des Paul NOLTE, so stört mittlerweile die Art der
Thematisierung. DETTLING hört einen neuen Ton in dieser
Debatte:
"die
Ästhetisierung und Moralisierung sozialer Fragen, die es
so bisher in Deutschland nicht gegeben hat. (...). Von den
deserving poor, von den Armen, »die es nicht besser
verdient haben«, spricht man in anderen kulturellen und
sozialen Räumen."
Wenn DETTLING nun
die
neue Bürgerlichkeit als Selbstkonstruktion bezeichnet,
die eine neue Unterschicht zur Selbststilisierung
benötigt, dann zeigt dies auch den Bruch zwischen Agenda
2010-Rot-Grün und der Großen Koalition. |
HERRMANN, Ulrike (2006): Klötzchen aus dem Schreibbaukasten.
In den letzten Jahren stieg
der Historiker und Essayist Paul Nolte zum Star unter den politischen
Publizisten auf. Gebannt warteten vor allem seine konservativen Fans
auf das Buch "Riskante Moderne". Doch: Enttäuscht stellen sie fest,
dass er nichts Neues zu sagen hat. Und überziehen ihn mit Häme,
in: TAZ v. 16.03.
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Ulrike HERRMANN befasst sich ausgiebig mit der
Rezeptionsgeschichte der beiden Werke von Paul NOLTE, denn so sehr
"Generation
Reform" in den Himmel gelobt wurde, so sehr wird nun das
neue Buch
"Riskante Moderne" verdammt. Für HERRMANN lässt sich das erklären:
"Wie
konnte Nolte zu einem der angeblich »wichtigsten Vordenker«
(Klappentext) avancieren? Er war der erste Konservative, der gesehen
hat, dass Deutschland wieder eine Klassengesellschaft ist. Das sagen
sonst nur Linke jenseits der SPD. Anders als die Linken hat er diese
Einsicht jedoch mit einem patriarchalen Gestus gekoppelt: Die
Unterschichten sollen zur Vollwertkost und zum Lesen erzogen werden,
der Gameboy in den Abfall wandern. Das ist eine neue Form des
Klassenkampfs - er wird nun von den Oberschichten definiert. Diese
Strategie ist inzwischen von den Eliten übernommen worden. Nolte
wird nicht mehr benötigt, wie er jetzt zu spüren bekommt."
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HACKE, Jens (2006): Einfach
mal losrucken.
Der Historiker Paul
Nolte will mit "Riskante Moderne" unser Psychocoach werden,
in: Berliner Zeitung v. 18.03.
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Bürger HACKE erteilt dem
Neubürger Paul NOLTE und seiner "Riskanten Moderne" eine
Absage:
"Die
Einsicht in die seit Jahren bekannten Probleme des
Wohlfahrtsstaates reicht uns offenbar nicht, wir brauchen
wie Klinsmanns verwöhnte Kicker einen Psychocoach - und
Nolte möchte diesen Job übernehmen. Erst malt er unseren
Zustand in den düstersten Farben, dann schlägt er sich
ganz auf die Seite der Optimisten: »Kapitalismus ist
Risiko. Um den Kapitalismus zu zähmen, muss man sich in
ihn hineinbegeben«, und auf geht's in die »investive
Gesellschaft«!
Bei aller
Aufgeschlossenheit gegenüber der Rhetorik des Anpackens -
hier ruckt entschieden zu viel, der Welterklärungsdrang
strengt an. Dauernd "müssen", »könnten«, »sollten« wir
etwas tun, um unseren mangelhaften ökonomischen
Alltagsverstand zu schärfen und die Zukunft
wiederzugewinnen."
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SAKKAS, Konstantin J. (2006):
Ist den Deutschen noch zu helfen?
Paul Nolte
empfiehlt Arbeit und Werte als Mittel, den deutschen Karren
aus dem Dreck zu ziehen,
in: Tagesspiegel v. 20.03.
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"Offensichtlich geht es bei der heutigen
Krise um etwas Tieferes als um die Alternative zwischen
Individualismus und Bürgersinn, und also auch um etwas
Tieferes als die Synthese der beiden. (...).
Nicht konkrete Risiken wie Arbeitslosigkeit oder
Partnerverlust, sondern das absolute Risiko eines
sinnlosen Lebens ist eigentlicher Bezugspunkt von
Pessimismus und Verfallsdenken. Was immer die Moderne
geistesgeschichtlich bedeutet haben mag, dies eine ganz
sicher: die Suche nach dem (verlorenen) Sinn. Auf dieser
Suche lässt uns Paul Nolte dann aber allein",
meint SAKKAS zum Buch "Riskante Moderne" von Paul NOLTE. |
BREUER, Stefan (2006): Einer
der Härtesten.
Paul Nolte fährt im Transrapid durchs Dornröschenland,
in: Süddeutsche Zeitung v. 21.03.
"Am besten getroffen ist dieses Buch, wenn
man es als Streitschrift bezeichnet. Es ist (...) eine
Polemik gegen ein vor 20 Jahren erschienenes Buch, in dem
Paul Nolte sowohl ein Symptom als auch eine Ursache dieser
Stimmung zu erkennen meint: die
»Risikogesellschaft« des
Soziologen Ulrich Beck. Dessen Negativbilanz habe dazu
geführt, dass in Deutschland die Moderne erstickt und die
Risikogesellschaft in eine Risikovermeidungsgesellschaft
verwandelt worden sei",
meint Stefan BREUER.
Wenn auf single-generation.de vom
"Terror
der Individualisierungsthese" gesprochen wird und Ulrich
BECK als Wegbereiter des neuen Familienfundamentalismus
bezeichnet wird, dann ist damit das genaue Gegenteil dessen
gemeint, was Paul NOLTE darunter versteht.
Die
Familien-Rhetorik des Paul NOLTE setzt die Single-Rhetorik
des Ulrich BECK unabdingbar voraus. Beide Autoren nehmen
ihren Ausgang bei der
Single-Lüge,
um die Interessen ihrer Neuen Mitte-Klientel durchzusetzen. |
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Der Soziologe
Ulrich
BECK rächt sich mit einer "Nicht-Besprechung"
an dem Historiker Paul NOLTE. Das Buch "Riskante Moderne"
wird ganz nebenbei abgefertigt:
"Aus
Deutschland sei eine »Risikovermeidungsgesellschaft«
geworden, kritisiert Nolte. Darin schwingt wohl auch die
Enttäuschung mit, daß die »Generation Reform« (so ein
früherer Buchtitel Noltes) sich als
Reformvermeidungsgeneration entpuppt hat. Warum das so
sein könnte, darüber lohnt es sich allerdings tiefer
nachzudenken, als es Nolte tut.
(...).
Während meine Generation die Universität ohne jeglichen
Zweifel verlassen konnte, daß sie einen gutbezahlten
Arbeitsplatz finden würde (den Index für die später
auszuzahlende Rente hätten wir nur nachschlagen müssen),
stehen heute selbst die Besten, die Erfahrensten,
Risikobereitesten zunächst meist vor den verschlossenen
Türen des Arbeitsmarktes. Wie man zwei Karrieren, einen
Haushalt und Elternschaft verbindet, ist zu einem
riskanten Kunststück geworden, das keiner Generation zuvor
selbstverständlich abverlangt wurde. Es braucht wenig
Soziologie, um zu verstehen, daß selbst der unbändige
Kinderwunsch sich, wenn noch nicht einmal (wie in
Frankreich oder Schweden) Kindertagesstätten angeboten
werden, in ein Risiko verwandelt, das Mann und Frau nicht
mehr eingehen wollen."
Der
Rest ist typischer BECK-Sound, der NOLTE offensichtlich
Pate steht. |
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