Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Das Paar und die Liebe
Ursprünge der Liebe
Ehekonzeption und Familienpolitik der christlichen
Kirche
Höfische Liebe (Minne), Renaissance, Reformation
Liebe und Ehe in der frühen Neuzeit
Vorläufer des modernen ehelichen Liebespaares
Der Übergang zur modernen bürgerlichen Liebesehe
Romantische Liebe, bürgerliche Ehe und
Geschlechterverhältnis
Romantische Liebe und Partnerschaft im 20.
Jahrhundert
2. Die Theorie und das Paar
Das Paar in der Familienforschung
Historische Ausdifferenzierung des Liebespaares
Ein Bezugsrahmen für Paarbildung und Paarbeziehung
Dauerhaftigkeit und Institutionalisierungsform
Individualität und Paar
Paar und Geschlecht
Liebe, Erotik und Sexualität
Intimität, Bindung und Autonomie
3. Paarbildung und Partnerwahl
Der Bezugsrahmen zur Erklärung von Paarbildungen
Individualisierung der Paarbildung und Partnerwahl?
Sozialer Aufstieg durch geschickte Partnerwahl?
Bedeutungszuwachs von Bildung für die Paarbildung
und zunehmende Bildungshomogamie
Sinkender Altersabstand?
Zusammenfassung
4. Zusammen leben
Zur Terminologie
Verbreitung er Kohabitation
Soziale Träger und biographische Bedeutung
Wie kam es zu dieser raschen Ausbreitung?
Kohabitation - ein alter Hut?
Kohabitation als Ausdruck des
Individualisierungsprozesses?
Kohabitation als biographischer Übergang
Milieu-Unterschiede
Die Bedeutung des Zusammenlebens als Lebensphase
5. Heiraten?
Rückgang der Heiratsneigung - biographischer
Aufschub der Heirat
Die Ehe als Lebensphase
Ledig bleiben
Historische Markierungen
Ablehnung, Ambivalenz, Indifferenz
Strukturelle Angleichung von Ehe und Kohabitation
Wo die Ehe noch selbstverständlich ist
Wiederholungsehen
Ungültige Ehen
6. Elternpaare und Kinderlose
Wenn Paare zu Eltern werden
Biographische Aspekte des Geburtenrückgangs
Entscheidung zur Elternschaft? - Grenzen
biographischer Planbarkeit
Fallbeispiele
Biographische Zwangsläufigkeiten beim Übergang in
die Elternschaft
Milieu-Unterschiede: Teenage-Mothers, späte Mütter,
Kinderlose
Der kritische Zeitpunkt: "Wie lange kann ich noch
warten?"
Entscheidungskoordination zwischen Mann und Frau
Kinderlosigkeit
7. Getrenntleben, Alleinleben, Mythos Single
Partnerlos Alleinlebende und getrenntlebende Paare
Wer oder was ist ein Single?
Die Singles und die Tücken der Haushaltsstatistik
"Richtige Singles": nur im mittleren Alter
Alleinleben als Übergangsphase im Lebenslauf
Determinanten der "Single"-Gesellschaft:
Bildungsexpansion und Individualisierung
Alleinleben und Bildungsexpansion
Individualisierte Milieus
Zu Bewußtseinslage, Habitus und Lebensstil von
Singles
Sind Singles individualisiert?
Sind Singles eher einsam, depressiv und krank als
andere?
Getrenntlebende Paare - Singles in Paarbeziehungen
8. Geschlechtsnormen in Paarbeziehungen
Sozialisation, Konstruktion, Geschlecht
Das System der Zweigeschlechtlichkeit und die
Institution des Paares
Stützung des Geschlechtersystems durch Paarbildung
Entschärfung des Geschlechterkampfes durch
Koalitionsbildung
Partnerschafts-Diskurs und Geschlechtsnormen
Partnerschaftsideologie und Milieu
Normen der komplementären Funktionsteilung
(häusliche Arbeitsteilung)
Normen der Unterstützung und der Kooperation
Normen der Attraktivität
9. Treue und Sexualität
"Treue" (deutsch)
Treue als soziologischer Begriff - Versuch einer
Definition
Bedeutungswandel: Treue aus Vernunft?
Eine Gegentendenz der Remoralisierung und
Romantisierung
Treue im Milieu-Vergleich
Bedeutungswandel der Treue?
Sexualität und Intimität in den neunziger Jahren
10. Das Ende der Liebe: Trennung und Scheidung
Das Ende der Liebe
Gesellschaftliche und rechtliche Entwicklung: Die
Ordnung der Trennung
Preußisches Landrecht und Bürgerliches Gesetzbuch
Habsburg und Österreich
Die Rechtslage im internationalen Vergleich
Scheidungshäufigkeit im internationalen Vergleich
Trennungs- und Scheidungsgründe
Kulturelle Modernisierung
Ehescheidung als rationale Entscheidung?
Scheidungsfolgen
11. Lebenszeitliche Perspektiven
Alltagszeit und Lebenszeit
Liebe im Lebensverlauf
Phasen der Liebe
Übergänge und Rituale
Ein natürliches Ende der Liebe?
Zeitstrukturen und Zeitperspektiven in verschiedenen
Milieus
Das Synchronisationsproblem des individualisierten
Paares
Offener biographischer Horizont bei den Alternativen
Das Liebespaar auf Zeit
Biographische Kontinuität und "Lebensplanung"?
12. Individualisierungsdiskurse
Strukturwandel und familiensoziologische Debatten
Ursachenforschung
"Individualisierung" als Erklärung?
Der Aufstieg der Idee des Individualismus
Amerikanischer Individualismus
Standardisierte Struktur und individualistische
Ideologie
Dimensionen der Individualisierung
Schwächen der Individualisierungstheorie
Individualisierte Milieus
Selbstverständlichkeit von Ehe und Familie in den
anderen Milieus
Spannungen zwischen Familismus und Individualismus
im akademisch-alternativen Milieu
13. Die Zukunft de Paares und der Liebe
Verschärfte Individualisierung?
Das postmoderne Paar
Weitere Ausdifferenzierung des Intimsystems?
Polarisierung: Kinderlose Karrierepaare und
Hausfrau-Ernährer-Paare
Steigende Bedeutung von Bildung für Sozialstruktur
und soziale Entwicklung
Bildungsgesellschaft und Geschlechterdifferenz
Die Zukunft der "Liebe"
Zitat:
Die Generation
der Bildungsexpansion und mögliche Probleme der
Paarbildung
"Die Kohabitation wurde (...) in den siebziger
Jahren als neue Lebensform etabliert, zunächst nicht
als Alternative zur Ehe im allgemeinen, sondern als
Alternative zur frühen Ehe, zum Alleinleben und zum
längeren Verweilen im Elternhaus. Ihre Träger waren
die jungen Erwachsenen der Bildungsexpansionsphase.
Hier taucht die Frage auf, ob vielleicht diese
Generation der Bildungsexpansion besonders anfällig
ist für das Scheitern von Ehe und Familie, nicht
nur, weil sie die erste ist, die das Experiment
versucht, anders zu leben (erst mal nicht den
gesicherten Weg zu Familie und Karriere
einzuschlagen, aber dann, später, vielleicht nicht
mehr dazu in der Lage zu sein), sondern auch weil es
sich dabei häufig um soziale Aufsteiger handelt. Bei
ihnen sind Probleme mit der habituellen
Übereinstimmung in der Partnerschaft
wahrscheinlicher, sind sie doch hin- und hergerissen
zwischen dem Herkunftsmilieu (meist Arbeiter- oder
kleinbürgerliches »Harmoniemilieu«) und dem durch
den Gang ins Bildungsmilieu erworbenen
Selbstverwirklichungsdiskurs." (S.90f.)