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Günter Burkart: Mythos Single

 
       
     
       
     
       
   

Günter Burkart in seiner eigenen Schreibe

 
     
       
   

Lebenszeiten (2002).
Erkundungen zur Soziologie der Generationen.
Martin Kohli zum 60. Geburtstag.
(herausgegeben zusammen mit Jürgen Wolf)
Opladen: Leske + Budrich

 
   
 
 

Klappentext

"Das Buch gibt Auskunft über Forschungsfelder, Themen und methodische Ansätze innerhalb der Soziologie des Lebenslaufs. Für ein breites Spektrum bilanzieren und detaillieren die Beiträge und führen weiter."

 
 
 
       
   

Liebesphasen - Lebensphasen (1997)
Vom Paar zur Ehe zum Single und zurück?
Opladen: Leske + Budrich

 
   
 
 

Klappentext

"Nach wie vor überwiegt eine statistische Betrachtung bei der Analyse alternativer Lebensformen. In einer lebenslauftheoretischen Perspektive wird hier gezeigt, daß Lebensformen eigentlich Lebensphasen sind, die weit weniger frei gewählt werden können als in der Rede von den 'pluralisierten Lebensformen' anklingt."

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Das Paar und die Liebe

Ursprünge der Liebe
Ehekonzeption und Familienpolitik der christlichen Kirche
Höfische Liebe (Minne), Renaissance, Reformation
Liebe und Ehe in der frühen Neuzeit
Vorläufer des modernen ehelichen Liebespaares
Der Übergang zur modernen bürgerlichen Liebesehe
Romantische Liebe, bürgerliche Ehe und Geschlechterverhältnis
Romantische Liebe und Partnerschaft im 20. Jahrhundert

2. Die Theorie und das Paar

Das Paar in der Familienforschung
Historische Ausdifferenzierung des Liebespaares
Ein Bezugsrahmen für Paarbildung und Paarbeziehung
Dauerhaftigkeit und Institutionalisierungsform
Individualität und Paar
Paar und Geschlecht
Liebe, Erotik und Sexualität
Intimität, Bindung und Autonomie

3. Paarbildung und Partnerwahl

Der Bezugsrahmen zur Erklärung von Paarbildungen
Individualisierung der Paarbildung und Partnerwahl?
Sozialer Aufstieg durch geschickte Partnerwahl?
Bedeutungszuwachs von Bildung für die Paarbildung und zunehmende Bildungshomogamie
Sinkender Altersabstand?
Zusammenfassung

4. Zusammen leben

Zur Terminologie
Verbreitung er Kohabitation
Soziale Träger und biographische Bedeutung
Wie kam es zu dieser raschen Ausbreitung?
Kohabitation - ein alter Hut?
Kohabitation als Ausdruck des Individualisierungsprozesses?
Kohabitation als biographischer Übergang
Milieu-Unterschiede
Die Bedeutung des Zusammenlebens als Lebensphase

5. Heiraten?

Rückgang der Heiratsneigung - biographischer Aufschub der Heirat
Die Ehe als Lebensphase
Ledig bleiben
Historische Markierungen
Ablehnung, Ambivalenz, Indifferenz
Strukturelle Angleichung von Ehe und Kohabitation
Wo die Ehe noch selbstverständlich ist
Wiederholungsehen
Ungültige Ehen

6. Elternpaare und Kinderlose

Wenn Paare zu Eltern werden
Biographische Aspekte des Geburtenrückgangs
Entscheidung zur Elternschaft? - Grenzen biographischer Planbarkeit
Fallbeispiele
Biographische Zwangsläufigkeiten beim Übergang in die Elternschaft
Milieu-Unterschiede: Teenage-Mothers, späte Mütter, Kinderlose
Der kritische Zeitpunkt: "Wie lange kann ich noch warten?"
Entscheidungskoordination zwischen Mann und Frau
Kinderlosigkeit

7. Getrenntleben, Alleinleben, Mythos Single

Partnerlos Alleinlebende und getrenntlebende Paare
Wer oder was ist ein Single?
Die Singles und die Tücken der Haushaltsstatistik
"Richtige Singles": nur im mittleren Alter
Alleinleben als Übergangsphase im Lebenslauf
Determinanten der "Single"-Gesellschaft: Bildungsexpansion und Individualisierung
Alleinleben und Bildungsexpansion
Individualisierte Milieus
Zu Bewußtseinslage, Habitus und Lebensstil von Singles
Sind Singles individualisiert?
Sind Singles eher einsam, depressiv und krank als andere?
Getrenntlebende Paare - Singles in Paarbeziehungen

8. Geschlechtsnormen in Paarbeziehungen

Sozialisation, Konstruktion, Geschlecht
Das System der Zweigeschlechtlichkeit und die Institution des Paares
Stützung des Geschlechtersystems durch Paarbildung
Entschärfung des Geschlechterkampfes durch Koalitionsbildung
Partnerschafts-Diskurs und Geschlechtsnormen
Partnerschaftsideologie und Milieu
Normen der komplementären Funktionsteilung (häusliche Arbeitsteilung)
Normen der Unterstützung und der Kooperation
Normen der Attraktivität

9. Treue und Sexualität

"Treue" (deutsch)
Treue als soziologischer Begriff - Versuch einer Definition
Bedeutungswandel: Treue aus Vernunft?
Eine Gegentendenz der Remoralisierung und Romantisierung
Treue im Milieu-Vergleich
Bedeutungswandel der Treue?
Sexualität und Intimität in den neunziger Jahren

10. Das Ende der Liebe: Trennung und Scheidung

Das Ende der Liebe
Gesellschaftliche und rechtliche Entwicklung: Die Ordnung der Trennung
Preußisches Landrecht und Bürgerliches Gesetzbuch
Habsburg und Österreich
Die Rechtslage im internationalen Vergleich
Scheidungshäufigkeit im internationalen Vergleich
Trennungs- und Scheidungsgründe
Kulturelle Modernisierung
Ehescheidung als rationale Entscheidung?
Scheidungsfolgen

11. Lebenszeitliche Perspektiven

Alltagszeit und Lebenszeit
Liebe im Lebensverlauf
Phasen der Liebe
Übergänge und Rituale
Ein natürliches Ende der Liebe?
Zeitstrukturen und Zeitperspektiven in verschiedenen Milieus
Das Synchronisationsproblem des individualisierten Paares
Offener biographischer Horizont bei den Alternativen
Das Liebespaar auf Zeit
Biographische Kontinuität und "Lebensplanung"?

12. Individualisierungsdiskurse

Strukturwandel und familiensoziologische Debatten
Ursachenforschung
"Individualisierung" als Erklärung?
Der Aufstieg der Idee des Individualismus
Amerikanischer Individualismus
Standardisierte Struktur und individualistische Ideologie
Dimensionen der Individualisierung
Schwächen der Individualisierungstheorie
Individualisierte Milieus
Selbstverständlichkeit von Ehe und Familie in den anderen Milieus
Spannungen zwischen Familismus und Individualismus im akademisch-alternativen Milieu

13. Die Zukunft de Paares und der Liebe

Verschärfte Individualisierung?
Das postmoderne Paar
Weitere Ausdifferenzierung des Intimsystems?
Polarisierung: Kinderlose Karrierepaare und Hausfrau-Ernährer-Paare
Steigende Bedeutung von Bildung für Sozialstruktur und soziale Entwicklung
Bildungsgesellschaft und Geschlechterdifferenz
Die Zukunft der "Liebe"

Zitat:

Die Generation der Bildungsexpansion und mögliche Probleme der Paarbildung

"Die Kohabitation wurde (...) in den siebziger Jahren als neue Lebensform etabliert, zunächst nicht als Alternative zur Ehe im allgemeinen, sondern als Alternative zur frühen Ehe, zum Alleinleben und zum längeren Verweilen im Elternhaus. Ihre Träger waren die jungen Erwachsenen der Bildungsexpansionsphase.
Hier taucht die Frage auf, ob vielleicht diese Generation der Bildungsexpansion besonders anfällig ist für das Scheitern von Ehe und Familie, nicht nur, weil sie die erste ist, die das Experiment versucht, anders zu leben (erst mal nicht den gesicherten Weg zu Familie und Karriere einzuschlagen, aber dann, später, vielleicht nicht mehr dazu in der Lage zu sein), sondern auch weil es sich dabei häufig um soziale Aufsteiger handelt. Bei ihnen sind Probleme mit der habituellen Übereinstimmung in der Partnerschaft wahrscheinlicher, sind sie doch hin- und hergerissen zwischen dem Herkunftsmilieu (meist Arbeiter- oder kleinbürgerliches »Harmoniemilieu«) und dem durch den Gang ins Bildungsmilieu erworbenen Selbstverwirklichungsdiskurs." (S.90f.)

 
 
 
       
     
       
   

Biographische Übergänge und rationale Entscheidungen (1995)
in: BIOS - Zeitschrift für Biographieforschung und Oral History, 8, 1, S.59-88

 
   
 
 

Inhaltsverzeichnis

1. Fragestellung

2. Empirische Illustrationen

Entscheidung - Art der Entscheidung?
Entscheidungskoordination zwischen Mann und Frau
Biographische Wurzeln des Familialismus

3. Rationalität und Entscheidung

Entscheidung: Eine vorläufige formale Definition
Kritik des Rational-Choice-Entscheidungsbegriffs

4. "Entscheidung" in der soziologischen Theorie

Entscheidung als Problemlösung

5. Exkurs: Das Verhältnis von Handlung und Entscheidung und die Rationalität von Entscheidungen

6. Zur Psychologie der Entscheidung

Ursprünge des Entscheidungsbegriffs bei William James
Unbewußte Aspekte und biographische Hintergründe von Entscheidungen

7. Biographische Übergänge und biographische Entscheidungen

8. Autonome Entscheidung, biographische Zwangsläufigkeit und sozio-kulturelle Selbstverständlichkeit beim Übergang in die Elternschaft

Zitat:

Strukturelle Überforderung, Entscheidungsdruck und ungeplante Elternschaft

"Die Entscheidung zur Elternschaft ist (...) häufig nicht das Ergebnis einer Entscheidung; zumindest nicht das Ergebnis einer einfachen »rationalen« Entscheidung. Zu sehr scheinen hier auf der einen Seite strukturelle Überforderung (Nichtanwendbarkeit des Nutzenkalküls, Unabsehbarkeit der Folgen etc.), auf der anderen Seite starke biographische Wurzeln des »Kinderwunsches« - die basale Motivation - eine Bedeutung zu haben. Der Anteil ungeplanter Schwangerschaften ist hoch, die Motive oft ungeklärt, es gibt Ambivalenzen zwischen Familismus und Individualismus, gerade auch im individualisierten - und rationalisierten - Akademikermilieu. Nach unserer Erfahrung fällt die »Entscheidung« deshalb eher aufgrund manchmal tiefsitzender Affekte, die einen bestimmbaren biographischen Hintergrund haben, aber den Akteuren nur potentiell klar sind. Auf der anderen Seite ist der Übergang zur Elternschaft für viele Paare - in bestimmten Milieus - immer noch selbstverständlich und insofern keine Frage von Rationalität und Entscheidung. Also: Entweder der Übergang in die Elternschaft erfolgt unreflektiert selbstverständlich oder die Frage ist unter Rationalitätsgesichtspunkten kaum entscheidbar.
(...).
Häufig kann überhaupt nicht von Entscheidung gesprochen werden; häufig wird nur unter unmittelbarem Entscheidungsdruck die Frage: Abtreibung oder nicht? entschieden. Und selbst diese Entscheidung überlassen die Paare manchmal dem »Schicksal« oder der »Zeit«." (S.83)

 
 
 
       
   

Die Entscheidung zur Elternschaft (1994).
Eine empirische Kritik von Individualisierungs- und Rational-Choice-Theorien
Stuttgart: Enke

 
   
 
 

Zitat:

Die biografischen Wurzeln von Entscheidungen

"Biographische Übergänge - wie jene zur Elternschaft - können das Ergebnis von Entscheidungen oder von Nichtentscheidungs-Handlungen sein. In Entscheidungen drückt sich ein gewisser Grad von Handlungsautonomie des Subjekts aus, doch sind Entscheidungen ebenso wie Nichtentscheidungen immer auch das Ergebnis von strukturellem Zwang (vor allem im Sinne von Geschlechts-, Klassen-, Milieu- und Generationszugehörigkeit). Vermittelt über diese sozialstrukturellen Einschräkungen reduzieren auch Normen und Werte, vor allem solche, die Lebenslaufmuster regulieren, die Handlungsautonomie. In ihrer Verarbeitung durch individuelle biographische Erfahrungen bilden sie den Kern der »biographischen Wurzeln« individueller Entscheidungen. Dazu gehören auch nichtbewußte Motive und Antriebe." (S.103)

 
 
 
       
       
   
  • Weitere Veröffentlichungen

  • BURKART, Günter/FIETZE, Barbara/KOHLI, Martin (1989): Liebe, Ehe, Elternschaft. Eine qualitative Untersuchung über den Bedeutungswandel von Paarbeziehungen und seine demographischen Konsequenzen, Schriftenreihe des Bundesinstitut für Bevölkerungswissenschaft, Materialien zur Bevölkerungswissenschaft, Heft 60, Wiesbaden
  • BURKART, Günter (1990): Paarbeziehungen.
    Probleme der Typenbildung bei der Auswertung von biographischen Interviews,
    in:
    Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Hg.) Methoden zur Auswertung demographischer Biographien, Materialien zur Bevölkerungswissenschaft, Heft 67, Wiesbaden, S. 47-67
  • BURKART, Günter (1991): Kohabitation und Individualisierung.
    Nichteheliche Paarbeziehungen im kulturellen Wandel,
    in: Zeitschrift für Familienforschung, 3, 3, S. 26-48
  • BURKART, Günter (1992): Auf dem Weg zur vollmobilen Single-Gesellschaft?
    Kommentar zum Artikel von Schofer/Bender/Utz (ZfBW 4/1991),
    in: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, 18, 3, S. 355-360
  • BURKART, Günter/KOHLI, Martin (1992): Liebe, Ehe, Elternschaft: Die Zukunft der Familie, München: Piper
  • BURKART, Günter & Kornelia Hahn (1998): Liebe am Ende des 20. Jahrhunderts. Neue Wege in der Soziologie intimer Beziehungen, Opladen: Leske + Budrich
  • KOPPETSCH, Cornelia/MAIER, Maja S./BURKART, Günter (1999): Individualisierung und Partnerschaft im Verhältnis der Geschlechter. Der Alltag von Paarbeziehungen im Milieuvergleich, in: HONNEGGER, Claudia/HRADIL, Stefan/TRAXLER, Franz (Hg.) Grenzenlose Gesellschaft? Verhandlungen des 29. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, des 16. Kongresses der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie, des 11. Kongresses der Schweizerischen Gesellschaft für Soziologie in Freiburg i. Br. 1998, Teil 1, Opladen: Leske + Budrich, S.609-622
  • Neu:
    KOPPETSCH, Cornelia & Günter BURKART (1999): Die Illusion der Emanzipation. Zur Wirksamkeit latenter Geschlechtsnormen im Milieuvergleich. Unter Mitarbeit von Maja S. Maier, Konstanz: Universitäts-Verlag
 
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 26. November 2001
Update: 02. April 2005
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