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Gunter Schmidt in
seiner eigenen Schreibe
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NZZ
Folio-Thema: Singles
Lust und Last der Ungepaarten |
- SCHMIDT, Gunter (1999): Singlesex.
Zügellos? Atemberaubend? Oder nur viel Lärm um nicht viel? Wie
junge Leute den Sex ausserhalb einer festen Beziehung beurteilen,
in: NZZ Folio. Zeitschrift der Neuen
Zürcher Zeitung, Nr.5, Mai
- SCHMIDT, Gunter &
Johannes von STRITZKY (2004): Beziehungsbiographien im sozialen
Wandel.
Ein Vergleich dreier Generationen,
in: Familiendynamik, H.2, April, S.78-100
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Gunter Schmidt
im Gespräch
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- KAMANN, Matthias
(2001): Ein Kuss ist nur ein Kuss.
Zum Auftakt der WELT-Serie "Wie wir
lieben": Der Sexualforscher Gunter Schmidt im Gespräch,
in: Welt v. 23.07.
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Klappentext
"10
Variationen über Sexualität und alles, was mit ihr
zuammenhängt: Liebe, Perversionen, Konflikte, Moral,
Beziehungen, Familien - spannend, ein wenig
verblüffend und durchaus provozierend"
Pressestimmen
"1986 veröffentlichte der Sexualforscher Gunter
Schmidt Das große Der Die Das. In seinem Buch Das
neue Der Die Das zieht Schmidt Bilanz, wie sich
seitdem die Sexualität in den westlichen
Industriegesellschaften verändert hat.
(...).
Wie die ganze Gesellschaft wird das sexuelle Leben
informeller und mobiler. Beziehungen dienen nicht
mehr dazu, die Existenz einer Familie abzusichern.
Sie sollen vielmehr die Bilanz des Gefühlshaushalts
sichern (...). Vor allem Partnerschaften von
kinderlosen Paaren oder von Menschen gleichen
Geschlechts unterliegen nur noch dem Zweck, dass sie
den Partnern gut tun.
(...).
Das Bild, das er von der modernen Sexualität
entwirft, scheint jedoch vor allem das von Sex and
the City unter den kulturell avantgardistischen
Schichten zu sein, die immer auf der Suche nach
Reizen sind, ohne zur Befriedigung zu kommen."
(Ulfried Geuter in der Psychologie
Heute, April 2005)
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Inhaltsverzeichnis
1
Moral von unten
Verhandlungsmoral
Ein Kuss ist nur ein Kuss
"Intimate Citizenship"
2
Spätmoderne Beziehungswelten
Diesseits der Ehe
Beziehung pur
Sexualität im Griff fester Beziehungen
Dauer und Intensität im Wettstreit
Kinderwelten
"Emotionale Demokratie" oder Wegwerfbeziehungen?
3
Geschlechterkämpfe, Geschlechterspiele
Erosionen des sozialen Geschlechts
Inszenierungen des kulturellen Geschlechts
Femme fatal und Macho
4
Vom Trieb zum designten Verlangen
Wünsche werden knapp
Designter Sex und Träume des Verlangens
Entdramatisierung des Sexuellen
Verlangen verlangt Verlangen
5
Sexfacts
Wie oft?
Dauer und Leidenschaft
Reziproke Wünsche gehen verloren
6
Liebesentwürfe und Perversionen
Geschichten hinter der Geschichte
Unplausible Sexualitäten
Exkurs über Pädophilie
Microdots, Scripte und Liebeslandkarten
Sex ist eine "fuzzy matrix"
7
Wandel der Jugendsexualität
Liberalisierung und Selbstbestimmung
Romantisierung männlicher Sexualität
Masturbation
Medialisierung des Jugendsex
8
Zwei, drei, vier Geschlechter
Schwule und Lesben als Geschlechtsabweichler
Intersexualität und Geschlechtertheorie
Transsexuelle und andere Geschlechtswechsler
9
Gibt es Heterosexualität?
Die monosexuelle Ordnung
Verfall binnengeschlechtlicher Intimität
Heterosexualisten und Homosexualisten - for ever?
10 Aus der Zauber? (Ein Resumé)
Sexuelle Restauration: die 1950er
1968 und einige Folgen
Entmystifizierung
Nachbemerkung
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Beitrag von
single-generation.de zum Thema
-
Menschen ohne Beziehungserfahrung
Olaf Wickenhöfer und Arne Hoffmann machen auf
die Probleme von Menschen aufmerksam, die im mittleren
Lebensalter noch keine Beziehungserfahrung haben
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Rezensionen
- Neu:
GEUTER, Ulfried
(2005): Das Spiel mit der Lust.
Sexualforscher Gunter Schmidt zieht Bilanz: Nicht
Spannungsreduktion, sondern die ständige Suche nach Erregung
charakterisiert die neue Sexualität,
in: Psychologie Heute, April
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Klappentext
"Der Übergang von der Moderne in die
Spätmoderne wird als Zeit profunden Umbruchs
beschrieben, in der uns bekannte Formen der
Arbeit, der Freizeit, der Kindheit und Jugend, der
Information, des sozialen und privaten Lebens, der
Politik und Kultur durch vielfältig andere ergänzt
oder gar ersetzt werden. In diesem Band
untersuchen Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen die
Erscheinungsformen sexuellen Wandels in der
Gegenwart und deren gesellschaftliche
Hintergründe.
Wir leben,
so wird gesagt, im Übergang von der Ersten oder
Einfachen Moderne in die Zweite oder Spät-, Hoch-
oder Postmoderne. Hinter diesen verschiedenen
Begriffen für das, was der Moderne folgt, stehen
sehr unterschiedliche theoretische Positionen und
Einschätzungen darüber, wohin die Entwicklung
führen kann: Mal werden die transmodernen
Phänomene als Manifestationen einer anderen
Normalität wahrgenommen und dargestellt, mal als
Destruktion des Sozialen und Zivilen und als
kulturelle Verelendung. Abgesehen von solchen
dramatischen Unterschieden in der Bewertung
signalisieren die Begriffe jedoch etwas
Gemeinsames: Die Annahme, dass wir in Zeiten
profunden Umbruchs leben, in denen uns bekannte
Formen der Arbeit, der Freizeit, der Information,
des sozialen und privaten Lebens, der Politik und
Kultur durch vielfältig andere ergänzt oder gar
ersetzt werden. Bis zum Ende der 80er Jahre
beschäftigten sich Soziologen und
Gesellschaftswissenschaftler mit diesen
allgemeinen Phänomenen des Wandlungsprozesses der
Moderne, seitdem aber richten sie ihren Blick
zunehmend auf die Bereiche Liebe, Sexualität,
Beziehung, Intimität und Identität. Mit dem Chaos
der Liebe, reinen Beziehungen, dem reflexiven
Selbst, postfamilialen Familien, schwebender Liebe
usw. produzieren sie Begriffe und Konzepte, die
für den Kliniker und Psychotherapeuten ebenso
perspektivöffnend sind wie für den
Sozialwissenschaftler. Dies war Anlass genug, die
19. Wissenschaftliche Tagung der Deutschen
Gesellschaft für Sexualforschung im Oktober 1997
in Hamburg unter ein soziologisches Thema zu
stellen, nämlich »Kultureller Wandel der
Sexualität«. Dieser Band versammelt alle auf der
Tagung gehaltenen Vorträge von
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern
unterschiedlicher Fachgebiete."
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Klappentext
"Der Vergleich von drei repräsentativen Studien
aus den Jahren 1966, 1981 und 1996 gibt höchst
interessante Aufschlüsse darüber, wie sich das
sexuelle Verhalten von Studierenden und ihre
Einstellungen zu Fragen der Sexualität,
Partnerschaft, Liebe usw. in den letzten 30 Jahren
verändert haben. Wie die Studie belegt, hat die
sexuelle Revolution der 60er Jahre die noch heute
vorherrschenden Einstellungen zur Sexualität
nachhaltig geprägt. Neue Trends sehen die Autoren
in der wachsenden Bedeutung, die festen
Partnerschaften zugesprochen wird und im
ambivalenten Verhältnis zur Lebensform des
Singles.
Präsentiert werden die Ergebnisse von drei
vergleichenden empirischen Studien, die Aufschluss
darüber geben, wie sich das sexuelle Verhalten von
Studierenden und ihre Einstellung zu Fragen der
Sexualität, Partnerschaft, Liebe, Treue, homo- und
bisexuellen Erfahrungen, Verhütung und
Schwangerschaft, sexuellen Belästigung und Gewalt,
zu HIV, zum Verhältnis der Geschlechter usw. in
den letzten mehr als 30 Jahren gewandelt haben.
In der repräsentativen Studie von 1996 wurden
7.500 Studierenden im Alter zwischen 19 und 32
Jahren aus fünfzehn Universitäten - drei davon aus
den neuen Bundesländern - befragt.
Die Unterschiede zwischen 1981 und 1996 sind
weniger gravierend als die zwischen 1966 und 1981,
das heißt also, daß sich die wesentlichen
Veränderungen im Sexualverhalten und in den
moralischen Einstellungen in der sexuellen
Revolution der 60er Jahre abgespielt haben. Die
sexuellen Freiheiten, die junge Erwachsene heute
genießen, sind in ihrem wesentlichen Gehalt
bereits von der Jugend- und Studentenbewegung der
60er Jahre erkämpft worden.
Zwischen 1981 und 1996 ist ein Trend zu mehr
Partnerbindung und Treue festzustellen. Das
Single-Leben ist weniger eine gesuchte Lebensform,
als eine Zwischenlösung oder Erholungsphase
zwischen mehreren Beziehungen. Nicht selten
beklagen Singles eine untergründige Traurigkeit.
Die Hälfte der Studierenden hatte zum Zeitpunkt
der Befragung bislang nur drei Sexualpartner
gehabt. Zum Zeitpunkt der Befragung waren 2/3 der
Studierenden in fester Partnerschaft, die bei der
Hälfte der Befragten schon 30 Monate andauerte.
Das bedeutet, daß relativ lange Partnerschaften
relativ häufig vorkommen."
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Rezensionen
- LÜDEMANN, Susanne
(2000): Zwischen den Daunen.
Serielle Monogamie zu verhandeln:
Vermischte Meldungen aus der Sexualdemokratie,
in: Frankfurter
Rundschau v. 18.10.
-
KÄMMERLINGS, Richard
(2000): Lustverlustanzeige.
Bloß keine Experimente!,
in: Frankfurter
Allgemeine Zeitung v. 6.11.
- Infos zu:
Richard
Kämmerlings - Autor der Generation Golf
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Sexuelle
Verhältnisse (1998).
Über das Verschwinden der Sexualmoral
(vollständig und erweiterte
Neuausgabe von "Das Verschwinden der Sexualmoral. Über sexuelle
Verhältnisse", 1966)
Reinbek: Rowohlt
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Klappentext
"In
den 50er Jahren durften wir, 40 Jahre später wollen wir keinen
Sex haben. Internationale Untersuchungen von Sexualforschern
bestätigen: Viele Beziehungen sind geprägt von sexueller
Langeweile. Die Diskrepanz zwischen einer übersexualisierten
äußeren Welt und einer kargen sexuellen Praxis der Menschen wird
grotesk. In Zukunft, so prognostiziert der renommierte
Sexualforscher Gunter Schmidt, wird Sexualität in den uns bisher
vertrauten Erscheinungsformen noch mehr an Bedeutung verlieren.
Praktiziert wird Techno-Sex, Designer-Sex, Lean-Sex,
Telefon-Sex. Menschen outen sich als ambi-, multi-, poli- und
nonsexuell. Das Primat der Heterosexualität verschwindet, und
die Monosexualität wird durch eine Vielzahl sexueller
Orientierungen ersetzt. Alles scheint möglich, wenn zwei
Menschen sich darauf einigen können, denn Sexualität unterliegt
inzwischen, so die These von Gunter Schmidt, einer
Verhandlungsmoral. In zehn Aufsätzen entfaltet er das
Kaleidoskop der wichtigsten Tendenzen - kurz: der Zukunft
unserer sexuellen Verhältnisse."
Inhaltsverzeichnis
1. Sexualmoral verschwindet
2. Verschwindet Sexualität?
3. Brüchige Liebesbeziehungen
4. Wünsche werden knapp
5. Das Gewöhnliche an
sexuellen Störungen
6. Perversionen
7. Sexuelle Langeweile
8. Nachruf auf die
Pornographie
9. Kindersexualität, Inzest
und Mißbrauch
10. Gibt es Heterosexualität?
Zitate:
Das Alleinleben als Konsequenz eines neuen Beziehungsideals
"Wie dem
auch sei, »reine Beziehung« und »schwebende Liebe« verändern die
Beziehungsbiographien heterosexueller Männer und Frauen
nachhaltig. Im Lebenslauf von immer mehr Männern und Frauen
lösen sich Perioden des Alleinseins ab mit Perioden
nichtfamiliären Zusammenlebens (z.B. Wohngemeinschaft,
unverheiratet zusammenleben in einer Beziehung) und Perioden
familiären Zusammenlebens (verheiratet oder unverheiratet mit
eigenen Kindern; oder mit den Kindern aus früheren Beziehungen;
oder alleine mit Kindern usw.). Die Wechsel erfolgen oft
mehrfach in einer Biographie. Es entsteht eine postfamiliale
Familienvielfalt und eine Vielfalt des Alleinlebens, sekundär,
tertiär, quartiär." (S.48)
Sexualität in der neuen Klassengesellschaft
"Wir
erleben in der Bundesrepublik - wie in anderen westlichen
Gesellschaften - eine Wiederkehr der Armut, die so viele
Frauen, Kinder und Männer erreicht, wie man es vor einigen
Jahren nicht für möglich gehalten hätte. Die nicht mehr so
schnell wachsenden Ressourcen werden immer einseitiger,
ungerechter verteilt, und zwar mit einer derart dreisten
Konsequenz, die noch vor einigen Jahren kaum vorstellbar
gewesen wäre. Das heißt: Mit der Zahl der Arbeitslosen wächst
der Luxus derer, die ohnehin darin leben. »Krieg den Hütten,
Objektschutz den Palästen« hat Dieter Hildebrand das
Büchner-Wort (»Krieg den Palästen, Friede den Hütten«)
paraphrasiert und damit die militante Klassenpolitik jener
beschrieben, die immer davon reden, daß der Klassenbegriff ein
alter sozialistischer Hut sei, dessen Relevanz sie aber
ständig vorführen.
(...).
Die Modernisierungskrise, die viele Veränderungen notwendig
macht, wird konsequent genutzt, um die Verteilungskrise, die
die Gesellschaft spaltet, zu vertuschen. diese Spaltung der
Gesellschaft wird die Schichtunterschiede im Sexualverhalten
vermutlich wieder drastisch verschärfen. (...). Es ist zu
befürchten, daß die soziale Marginalisierung und Deklassierung
von immer mehr Menschen zu einer Brutalisierung der Sexualität
und zu einer Re-Traditionalisierung des
Geschlechterverhältnisses bei den ausgeschlossenen Gruppen
führt." (S.56ff.)
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