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Kurzbiographie
- 1943 in Kulmbach
(Oberfranken) geboren
- Studium der
Psychologie, Soziologie und Pädagogik
- 1987 Buch "Psychosoziale
Praxis im gesellschaftlichen Umbruch"
- 1988 Buch "Riskante Chancen"
- 1993 Herausgeber des Buchs
"Zugänge zum Subjekt"
- 1999 Buch
"Identitätskonstruktionen"
- Professor für
Sozial - und Gemeindepsychologie an der Universität
München
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Heiner Keupp in seiner
eigenen Schreibe
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- KEUPP, Heiner (1987): Soziale
Netzwerke. Eine Metapher des gesellschaftlichen Umbruchs? In:
Bernd Röhrle & Heiner Keupp: Soziale Netzwerke, Frankfurt:
Campus
- KEUPP, Heiner (1990):
Identitäten im Umbruch: Das Subjekt in der "Postmoderne", in:
Initial Nr.7, S.698-710
- Neu:
KEUPP, Heiner (2004): Das leere Selbst.
Über Bert Hellinger, seine Anhänger und die Welt, in der sie
leben,
in: Jungle World Nr.33 v. 04.08.
- Kommentar:
Der Münchner Sozialpsychologe Heiner KEUPP,
der am Wochenende
über die Reformen palavern durfte, erklärt nun den JW-Lesern die
Folgen der Individualisierung.
KEUPP spricht gar -
im Anschluss an den konservativen Religionssoziologen Peter L.
BERGER - von "explodierendem Pluralismus".
Lebt der Mensch eigentlich
in Deutschland? Offenbar nicht! Wer heutzutage Individualisierung
als Befreiung und nicht als Zwangsindividualisierung durch Markt
und Staat thematisiert, der hat die Zeichen der Zeit noch nicht
erkannt.
KEUPP wendet sich hier
natürlich auch nur an den elitären Kreis der Globalisierungslinke,
die Teil der neuen privilegierten globalen Klasse (DAHRENDORF)
sind.
Von dieser
Überflieger-Perspektive aus, widmet sich KEUPP den fünf
Identitätserzählungen, die auf die Krise der Moderne reagieren:
"Man
kann fünf Typen von Identitätserzählungen unterscheiden, die in
ihrer jeweiligen Spezifik auf die Krise der Moderne antworten.
(...) Erstens: Der »proteische Typus« sieht in der Erosion
moderner Lebensgehäuse die große Chance für den Einzelnen, sich
flexibel und mobil in immer neuen Gestalten verwirklichen können.
Er vertritt einen neoliberalen Freiheitsmythos. Zweitens: Der
»fundamentalistische Typus« lehnt all das ab, was für den ersten
Typus als »Freiheitsgewinn« verbucht wird, und verspricht die
unverrückbaren Behausungen, in denen man sein gesichertes
Identitätsfundament finden könne. Hier wird in Gestalt des
Angebots von »unverrückbaren Ordnungen« ein Skript geboten, das
sich jeder historisch-kulturellen Reflexivität entzieht. Drittens:
Der »reflexiv-kommunitäre Typus«, für den der gegenwärtig wirksame
Individualisierungsschub und Entbettungsprozess Anlass für die
Förderung von posttraditionalen Einbindungen darstellt, in denen
Menschen sich selbstbestimmt vernetzen und dadurch kollektive
Handlungs- und Gestaltungsressourcen schaffen. Viertens: Der
»Typus Selbstsorge«, der sich den heimlichen Fesseln der
allgegenwärtigen »Pastoralmächte« entzieht und in
Empowermentprozessen Eigensinn und Selbstbemächtigung zu
entwickeln versucht. Fünftens: Der »Typus ›beschädigtes Leben‹«,
der gegenüber allen vier auf positive Veränderungsmöglichkeiten
setzenden Typen auf der provokanten Gegenposition beharrt: »Es
gibt kein richtiges Leben im falschen.«
Hellinger repräsentiert für mich den Typus des
»fundamentalistischen Selbst«, aber zugleich ist er keine Kopie
vergangener Zeiten. Er stellt für mich den C. G. Jung der
Postmoderne dar."
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Heiner Keupp im Gespräch
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- SIEMENS, Anne
(2004): Heiner Keupp über Reformen.
in: Süddeutsche Zeitung v. 31.07.
- Kommentar:
SIEMENS hat den Münchner Sozialpsychologen
Heiner KEUPP interviewt.
Die Fragen sind jedoch so abstrakt und
werden auch nicht konkreter beantwortet, sodass sich eine
Inhaltsangabe erübrigt.
Themen sind die Unfähigkeit von
Politikern/Bürgern zur Änderung, zivilgesellschaftliches
Engagement und die Agenda 2010 zu der KEUPP lapidar meint:
"die Agenda 2010 hat in manchen
Bereichen nichts mehr mit sozialer Gerechtigkeit zu tun. Die
Neuentstehung einer linken Partei verweist auf dieses Defizit und
hat wahrscheinlich damit schon ihre Funktion erfüllt."
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Identitätskonstruktionen (1999).
Das
Patchwork der Identitäten in der Spätmoderne
(zusammen mit Thomas Ahbe, Wolfgang Gmür, Renate Höfer, Beate
Mitzscherlich, Wolfgang Kraus und Florian Straus)
Reinbek:
Rowohlt Verlag
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Klappentext
"Auf die klassische Frage der
Identitätsforschung will dieses Buch eine
zeitgerechte Antwort geben: Wer bin ich in einer
sozialen Welt, deren Grundriß sich unter Bedingungen
der Individualisierung, Pluralisierung und
Globalisierung dramatisch verändert? Identität ist
ein subjektiver Konstruktionsprozeß, in dem ein
Ausgleich von innerer und äußerer Welt gesucht wird.
Wie gelingt es Subjekten in einer fragmentierten und
widersprüchlichen Welt, für sich eine stimmige
Passung herzustellen? Insofern wird über diese
alltägliche Identitätsstudie mit jungen Erwachsenen
in West- und Ostdeutschland gezeigt, wie sie die
Identitätsbausteine, die sich auf Arbeit, Liebe,
soziale Beziehungen und kulturelle Verortung
beziehen, für sich zu dem Patchwork einer
paßförmigen Identitätskonstruktion verknüpfen, das
sie handlungsfähig macht. Es wird aufgezeigt, daß
dieser Herstellungsprozeß einer nachvollziehbaren
inneren Logik folgt und daß er sozialer, psychischer
und materieller Ressourcen bedarf. Deutlich wird:
Identitätsbildung in der Spätmodernezerfällt nicht
in eine postmoderne Beliebigkeit, sondern ist eine
aktive Leistung der Subjekte, die als riskante
Chance angesehen werden kann."
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Heiner Keupp
in den Medien
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KNA/WAZ (2001): Es geht auch ohne Familie.
Die Ich-Gesellschaft als Ausdruck von Einsamkeit und
Isolation? Der Münchner Sozialpsychologe Heiner Keupp
widerspricht dieser Betrachtung und warnt vor
"gesellschaftsdiagnostischen Schnellschüssen",
in: WAZ Wochenende v. 13.07.
- Inhalt:
Der
Sozialpsychologe Heiner KEUPP widerspricht der These vom
Niedergang des Sozialkapitals. Jüngere haben eine neue
Form des sozialen Engagements entwickelt: "Menschen in
ähnlicher Lebenslage kümmerten sich verstärkt umeinander.
Das Gute: Die Hilfe erfolge freiwillig und weniger aus dem
Gefühl der Verpflichtung heraus, das durch traditionelle
Gemeinschaftsbindungen entstehe. Die neuen Beziehungen
beschreibt Keupp als zwangloser, vielseitiger und
beweglicher. Und: Sie seien weniger von einem 'moralisch
aufgeladenen Helferpathos' geprägt".
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weiterführende
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