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Johannes Huinink: Der schrumpfende Familiensektor

 
       
     
       
     
       
   

Johannes Huinink in seiner eigenen Schreibe

 
   
  • Neu:
    HUININK, Johannes (2003): Zwischen Solidargemeinschaft und Luxusgut.
    FR-Serie "Alte und neue Ungleichheiten": die Familie in Deutschland,
    in: Frankfurter Rundschau v. 14.01.
    • Kommentar:
      Der Subtext im Essay von Johannes HUININK besagt über weite Strecken genau das Gegenteil dessen, was der Familiensoziologe als Sozialpopulist zum Thema schreiben muss, um nicht gegen die ungeschriebenen Regeln der Familienlobby zu verstoßen.

                   HUININK führt zwar breit aus, dass sich die Bedeutung der Familie radikal verändert habe. Diese Änderungen hatten jedoch so gut wie keinen Einfluss auf die Ungleichheitsdimension:
                   "Die Schichthomogamie unter den Paaren der Elterngeneration ist zwar immer noch relativ hoch, und Bildungs- und Berufschancen werden, wie die Pisa-Studie zeigt, nach wie vor »vererbt«. All das beruht aber nicht mehr auf sozialen Regeln, sondern ist das Ergebnis individueller Interessen und struktureller Opportunitäten".
                   Die Herkunft ist also nach wie vor der entscheidende Faktor bei der Zuweisung von Lebenschancen. Das ist nicht nur materialistisch zu verstehen, sondern auch im Sinne des Milieus, wie Michael HARTMANN anhand einer empirischen Studie bewiesen hat.
                   HUININK entfaltet dann das typische sozialpopulistische Szenario. Er bedient die Neidgefühle von Eltern auf Kinderlose (ohne den identitätstheoretischen Aspekt zu erwähnen) und argumentiert unter Vernachlässigung von Alters- und Geschlechtseffekten bei der Einkommenssituation, dass Eltern gegenüber Kinderlosen generell benachteiligt seien. Eine solche Position bezeichnet Christoph BUTTERWEGGE dagegen als sozialpolitische Demagogie.
                   Nach fast der Hälfte der Ausführungen kommt jedoch die entscheidende Wende, indem HUININK fragt, ob nicht umgekehrt die Kinder- oder Familienlosigkeit im Lebensverlauf als eine neue Form sozialer Deprivation angesehen werden muss.
                   Diese Umkehrung der Perspektive wird jedoch nur halbherzig vorgetragen, obwohl HUININK im Laufe der Argumentation deutlich vor Augen führt, dass die Herkunft auch bei den Chancen bei der Familiengründung das Drehbuch schreibt.
                   So schreibt er zwar, "dass wirtschaftlich benachteiligte Männer ohne qualifizierte Ausbildung und Tätigkeit erst spät und vergleichsweise häufig gar nicht heiraten oder keine Kinder bekommen". Erwähnt wird jedoch nicht, dass ein Großteil dieser Männer die größte Gruppe der Alleinlebenden im mittleren Lebensalter stellen.
                   Für die USA - das Musterland des Neoliberalismus - hat Sylvia Ann HEWLETT in ihrem umstrittenen Buch "Creating a Life" darauf hingewiesen, dass unter den erfolgreichen Männern nur 19 % kinderlos sind. Leider wird nicht nach den Herkunftsmilieus unterschieden, sodass der Anteil der Herkunft auf die Kinderlosigkeit unklar bleibt. In der oberen Mittelschicht sind Kinder also ein Symbol für Erfolg.
                   Was im mittleren Lebensalter bereits ein Nachteil ist, das wird im Alter weiter verstärkt. Die Rückkehr der Altersarmut ist bereits unter der Regierung KOHL vorprogrammiert worden und wird von der jetzigen Regierung weiter forciert. Kinderlose werden nicht vorrangig aufgrund des Pflegeproblems - das in sozialpopulistischen Darstellungen an erster Stelle steht - im Alter schlechter dastehen, sondern weil kaum jemand von ihnen den Status eines "Eckrentners" erreichen wird.
      HUININK geht davon aus, dass sich die wirtschaftliche Bedeutung der Familie wieder
      den vormodernen Zeiten annähern wird. Diese Prognose ist sicherlich nicht zu gewagt.
 
       
   

Johannes Huinink in den Medien

 
   
  • fehlt noch
 
       
   

Sozialstruktur Deutschlands (2008)
(zusammen mit Torsten Schröder)
Konstanz: UVK

 
   
 
 

Klappentext

"Eine kompakte Einführung in die Sozialstruktur Deutschlands: Grundbegriffe, zentrale Modelle und Methoden der Sozialstrukturanalyse werden erklärt.

Dabei werden die beiden zentralen Themenfelder »Bevölkerung« und »soziale Ungleichheit« umfassend behandelt. Der Zusammenhang zwischen der Sozialstruktur und grundlegenden gesellschaftlichen Institutionen wie Arbeitsmarkt oder Wohlfahrtsstaat wird anhand empirischer Befunde verständlich gemacht."

 
 
       
   
  • Rezensionen

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Orientierung Soziologie (2001).
Was sie kann, was sie will

Reinbek: Rowohlt

 
   
 
 

Klappentext

"In der Freiheit des universitären Lernens kann man leicht die Orientierung verlieren - selbst angehende Soziologen. Dieses Buch schafft Abhilfe. Eine Einführung für alle diejenigen, die mehr über die Wissenschaft von den Grundlagen des gesellschaftlichen Miteinanders erfahren wollen."

 
 
       
   
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webmaster@single-generation.de Erstellt: 14. Januar 2003
Update: 14. Februar 2009