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Kurzbiographie
- 1956 geboren
- 1994 Buch "Lebensverlauf und
Sozialpolitik"
- 2000 Mitherausgeberin des
Buchs "Soziologie des Sozialstaats"
- Präsidentin des
Wissenschaftszentrum Berlin (WZB)
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Jutta Allmendinger in
ihrer eigenen Schreibe
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- ALLMENDINGER,
Jutta/LUDWIG-MAYERHOFER, Wolfgang/STEBUT, Janina von/WIMBAUER,
Christine (2001): Gemeinsam leben, getrennt wirtschaften? Chancen
und Grenzen der Individualisierung in Paarbeziehungen. In: Ulrich
Beck & Wolfgang Bonß (Hg.) Die Modernisierung der Moderne, Frankfurt
a/m: Suhrkamp, S.203-215
- ALLMENDINGER, Jutta &
Christine WIMBAUER (2003): Von der Magd zum Markt.
Zwiespalt Beruf und Familie: Trotz unbestreitbarer Fortschritte
bleibt Geschlechtergleichheit oft eine bloß diskursive Idee,
in: Frankfurter Rundschau v. 25.02.
- Kommentar:
Die Münchner Soziologin Jutta ALLMENDINGER
und Christine WIMBAUER widmen sich in der Serie zur sozialen
Ungleichheit dem Aspekt der Geschlechterungleichheit.
Sie beschreiben zuerst den Erfolg der
Bildungsexpansion der 60er Jahre. Die Bildungsbenachteiligung des
katholischen
Arbeitermädchen vom Lande existiert heutzutage nicht mehr. Auf dem Arbeitsmarkt bestehen die
Geschlechterungleichheiten jedoch weiterhin fort, weswegen sich
die Autoren der Frage zuwenden, warum sich diese nicht auflösen. Sie unterscheiden dabei die drei
analytischen Ebenen Person, Organisation und gesellschaftliche
Rahmenbedingungen. Den Personfaktoren schreiben sie
keinerlei Erkenntniswert zu. Auf der Ebene der Organisation werden
Frauen dagegen aufgrund möglicher Mutterschaft anders behandelt
als Männer. Dies hat
Katja KULLMANN in "Generation Ally" anschaulich dargestellt.
Außerdem hindern die extremen Verfügbarkeitsnormen Mütter an der
Einnahme von Führungspositionen. Die größten Hindernisse sehen die
Autoren jedoch auf der gesellschaftlichen Ebene. Die gesetzliche Begünstigung des
"Ein-Verdiener-Familienernährermodells" ist ihnen ein Dorn im
Auge, denn es definiert die
Familie als
verheiratete Zwei-Eltern-Zwei-Generationen-Familie.
Die Autoren sehen eine
Wende hin zur
Bevölkerungspolitik als Gefahr für die Gleichstellung von Mann
und Frau:
"Die
gegenwärtigen partiellen politischen Reaktivierungsversuche
hergebrachter Rollenaufteilungen, die sich aus dem Zusammenwirken
einer gesellschaftlich für notwendig erachteten Erhöhung der
Geburtenrate und einer ebenso notwendig erscheinenden Entlastung
des Arbeitsmarktes ergäben, legen nahe, dass der Zenit der
gesellschaftlich angestrebten Gleichberechtigung zwischen den
Geschlechtern bereits überschritten ist. Politische Akteure
versuchen so, die Rolle der nicht oder nur geringfügig
erwerbstätigen Mutter auch durch hohe finanzielle Anreize
attraktiver zu machen".
Dem bevölkerungspolitischen
Blacklash stellen die Autoren ihr "radikales" Modell einer
lebenszeitlichen Entzerrung der Lebensbereiche entgegen:
"Lebenszeit
haben wir mittlerweile genug. Warum also hetzen wir uns in der
frühen Mitte des Lebens ab, um alles auf einmal zu schaffen, wenn
dann die Wenigsten im Alter von 50 Jahren noch im Erwerbsleben
stehen? Könnten Bildungs- und Ausbildungswege nicht vielmehr so
geschnitten werden, dass Personen auch bei späterem beruflichem
Einstieg noch auf der Höhe der Zeit sind? Was spricht dagegen,
dass wir die Hochphase der Erwerbstätigkeit um zehn Lebensjahre
zurückverlegen und im Alter von 40 bis 60 Jahren konzentriert
arbeiten, anstatt wie heute zwischen 30 und 50? Werden Kinder
heute hauptsächlich aufgrund ihres »Konsumnutzens« geboren, also
wegen der mit ihnen einkehrenden »Güter« wie Freude, Glück und
Liebe, nicht aber wegen ihres finanziellen Nutzens, so würde eine
Entzerrung beiden Elternteilen zumindest diesen »Konsum«
erlauben".
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Jutta Allmendinger im
Gespräch
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- BURCHARD, Amory & Anja KÜHNE (2007):
"Zu wenig Nachdruck bei Reformen".
Was geschehen muss, von der Krippe bis zur Hochschule: Ein
Gespräch mit Jutta Allmendinger,
in: Tagesspiegel v. 02.04.
- Inhalt:
Jutta ALLMENDINGER u.a. über den
Streit um Krippenplätze:
"Deutschland
streitet um Krippenplätze. Geht es dabei um die Rolle der Frau in
der Gesellschaft?
Ja.
Leider führen wir diese Diskussion im Vergleich zu anderen Ländern
sehr spät und noch nicht grundsätzlich genug. Mehr Krippenplätze
sind nötig, um Frauen überhaupt eine Wahlfreiheit zu geben, richtig.
Aber welche Gesellschaft wollen wir? Die alte Arbeitsgesellschaft
mit einem Normalarbeitsverhältnis nun auch für Mütter? Oder reden
wir über eine Umverteilung der Arbeitszeit zwischen Müttern und
Vätern? Wie justieren wir das Verhältnis von Markt, Staat und
Familie?"
-
OESTREICH, Heide & Cosima SCHMITT Cosima (2008): "Wir sind
Feiglinge".
"Ich führe wie ein Mann", sagt Jutta Allmendinger. Norbert Bolz:
"Damit leugnen Sie 2.000 Jahre Kulturgeschichte." Ein Streitgespräch
über Männlichkeit und Weiblichkeit,
in: TAZ v. 08.03.
- VITZTHUM, Thomas (2008): Neue Männer
braucht das Land.
Ein Gespräch mit der Sozialforscherin
Jutta Allmendinger über das schwächelnde starke Geschlecht und
das Eva-Prinzip,
in: Welt v. 12.04.
-
BAUREITHEL, Ulrike (2008): Heirat "nach oben"? Nein danke.
Jutta Allmendinger über toughe Mädchen und vernachlässigte
Jungen, Bildungsmisere und Dienstleistungsgesellschaft,
in: Freitag Nr.23 v. 06.06.
- Inhalt:
Die Soziologin Jutta ALLMENDINGER erläutert
die Ergebnisse einer Studie, die sich mit den Wünschen und
Vorstellungen der 17 - 29jährigen Frauen befasste:
"In
Ihrer Studie erklären 99 Prozent der jungen Frauen, dass sie auf
eigenen Beinen stehen wollen und 80 Prozent, dass sie für den Job
auch umziehen würden. Das ist das traditionell männliche
Erfolgsmodell, das voraussetzt, dass jemand da ist, der ihnen den
Rücken freihält. Werden das in Zukunft eher die Männer sein?
Die
Entwicklung wird in diese Richtung gehen. In den USA spricht man
heute schon vom »dating
down«, das heißt die Frauen sind nicht mehr so daran interessiert,
status- und einkommensbezogen »nach oben« zu heiraten. Die
nicht monetäre Unterstützung durch ihre Partner wird dagegen immer
wichtiger. Das wird in Deutschland auch so kommen. Unsere Studie
zeigt in beiden untersuchten Altersgruppen der 17- bis 19- und 27-
bis 29-Jährigen, dass die jungen Frauen ökonomisch selbstständig
sein wollen. Sie verlassen sich weder auf die Versorgung durch den
Partner, noch auf die Alimentierung durch den Staat. Inwieweit
das, was sich die Frauen wünschen und was gesellschaftlich
sinnvoll wäre, eintritt - dass wir nämlich von der
Anderthalb-Berufstätigkeit auf zwei Dreiviertel-Tätigkeiten
übergingen, verbunden mit anders organisierten Arbeits- und
Lebensmodellen -, bleibt abzuwarten."
-
FÜLLER, Christian (2009): Wir haben Morgenröte gesehen ...ich hoffe
nur, dass kein Sonnenuntergang draus wird", sagt Jutta Allmendinger,
die Präsidentin des WZB.
Ein Gespräch über Ungerechtigkeiten und Aufbrüche,
in: TAZ v.
14.02.
- Neu:
SIEMS, Dorothea (2009): "Frauen tun sich schwer bei der
Partnersuche."
Arbeitsmarktforscherin Jutta Allmendinger über unerfüllte
Kinderwünsche von Akademikerinnen,
in: Welt v.
03.08.
- Anmerkungen:
Die Welt forciert das Thema
Kinderlosigkeit von Akademikerinnen.
In der gestrigen Welt am Sonntag
mussten kinderlose Redakteurinnen ihre Kinderlosigkeit
rechtfertigen. Wird das Thema nun zum Wahlkampfthema?
Nationalkonservative
Internet-Netzwerke wie freiewelt.net, in denen z.B. der
ehemalige Chefkorrespondent der Welt,
Konrad ADAM schreibt, setzen bereits auf dieses Thema.
Kurt J. HEINZ kritisierte dort gestern:
"Die
Republik stirbt allmählich wegen Kinderlosigkeit. Doch das hält
die SPD nicht davon ab, die Gleichstellung als ein zentrales Ziel
in ihrem Wahlkampf zu propagieren, während die Kinderlosigkeit
nicht einmal Randthema ist."
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Soziologie
des Sozialstaats
(2000).
Gesellschaftliche Grundlagen, historische Zusammenhänge und aktuelle
Entwicklungstendenzen
(herausgegeben
zusammen mit Wolfgang Ludwig-Mayerhofer)
Weinheim
und München: Juventa
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Klappentext
"Kenntnisse über den Sozialstaat
sind dringender denn je. Kaum eine gesellschaftliche
Institution hat so an Selbstverständlichkeit
verloren und wird so intensiv und kontrovers
diskutiert, kaum eine Institution durchdringt aber
auch die Gesellschaft in einem vergleichbaren
Ausmaß. Der Sozialstaat begleitet uns buchstäblich
von der Wiege bis zur Bahre, und noch viel mehr: Er
steuert, beeinflußt, fördert oder behindert
individuelle Lebensläufe und kollektive Schicksale.
Dabei ist er ein außerordentlich komplexes Gebilde
mit vielfältigen und keineswegs immer eindeutigen
Formen, Funktionen und Folgen. Dieser Band wird
dieser Komplexität gerecht, indem er den Sozialstaat
von vielen Seiten beleuchtet. Neben Themen, die
meist im Zentrum der wissenschaftlichen Betrachtung
und der öffentlichen Diskussion stehen, wie etwa
Arbeit, Armut, Familien, Frauen und Gesundheit,
werden auch Gebiete betrachtet, die in manchen
Darstellungen zu kurz kommen, aber nicht weniger
bedeutsam sind: Bildungspolitik, Wohnungspolitik,
Kriminalpolitik oder die Herausforderungen durch
Migration und europäische Integration.
Grundlagenkapitel über die rechtlichen und
institutionellen Grundlagen des deutschen
Sozialstaates und über soziologische Erklärungen der
Entstehung, des Wachstums und der gesellschaftlichen
Wirkungen moderner Wohlfahrtsstaaten liefern
wesentliche Fundamente für ein umfassendes
Verständnis."
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weiterführende Links
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