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Jutta Stich: Die Alleinlebenden der 68er-Generation

 
       
     
       
   

Jutta Stich in ihrer eigenen Schreibe

 
       
   
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Alleinleben - Chance oder Defizit (2002)
Opladen:
Leske + Budrich

 
   
     
 

Klappentext

Das Buch gibt anschaulich Einblicke in die Gründe, warum manche langfristig alleinlebenden Frauen und Männer ein reichhaltiges und zufriedenes Leben führen, während andere kaum einer Verarmung ihrer sozialen Beziehungen entgehen.
Im Zentrum der empirischen Untersuchung stehen langfristig allein lebende Frauen und Männer, die in den 1940er Jahren geboren sind, also Angehörige einer Generation, in der langfristig und ohne äußeren Zwang alleine zu leben noch Pioniercharakter hatte. Lebenszyklisch haben sie die Altersphase der Familiengründungsphase hinter sich. Die Studie untersucht Chancen und Risiken des Alleinlebens: Unter welchen Bedingungen führen die – historisch gesehen – günstiger werdenden Rahmenbedingungen für das Alleinleben und dessen zunehmende Realisierung für die Individuen eher zu einem Zuwachs von Handlungsspielräumen? Welche Risiken liegen in der starken Zunahme des Alleinlebens für die Gesellschaft und welche Chancen? Auf der Basis narrativ-biografischer Interviews mit allein lebenden Frauen und Männern kristallisiert sich eine große Variation typischer gegensätzlicher Lebensentwürfe und Muster der Lebensführung heraus, bei denen sich Partnerwünsche und der Umgang mit Diskrepanzen von Wunsch und Wirklichkeit, die Entwicklung von Interessen jenseits von Partnerschaft, die sozialen Netze, die subjektive Lebenszufriedenheit und Vorstellungen über die eigene Zukunft auf charakteristische Weise verbinden.
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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1 Einführung

1.1 Annäherungen an eine strukturell hochindividualisierte Gruppe
1.2 Zum Verhältnis von biographischem Handeln und strukturellen Voraussetzungen
1.3 Zum Aufbau der Arbeit

2 Biographische Weichenstellungen im Spiegel rückblickender Erzählungen

3 Drei Rekonstruktionen von Lebenserzählungen - ein Werkstattbericht

3.1 Susanne Ebenholz: Ich habe nie trautes Heim, Glück allein gesucht - eine Beziehung war schöner als die andere

3.1.1 Aufwachsen in der Herkunftsfamilie: "Nix Schönes, nur Angst in der Kindheit" und Entspannung in der Jugend
3.1.2 Die Politisierung oder "die Feigheit des Vaters"
3.1.3 Die ersten Beziehungen im Kontext der Achtundsechziger: Wie man sich wünscht, erwachsen zu werden
3.1.4 Junges Erwachsenenalter: auf dem Weg zur Selbstfindung
3.1.5 Arbeit und Freizeit: so wenig getrennt wie Politik und Privatleben
3.16 Zusammenfassung und Verallgemeinerung

3.2 Herbert Fest: Haus und Familie will ja jeder - ich habe es nicht erreicht

3.2.1 Aufwachsen in der Herkunftsfamilie: Leiden unter der Mutter und sportliche Behauptung
3.2.2 Studentenzeit: Es war keine schöne Zeit
3.2.3 Scheitern der Ehe: Meine falsche Wahl
3.2.4 Leben in der Kleinstadt: Seitdem sitze ich in der Provinz fest
3.2.5 Beziehung mit einer allein erziehenden Mutter: Warum sie nicht gelingen konnte
3.2.6 Beziehung zu verheirateter Frau: Es darf nicht sein
3.2.7 Alltagsleben und Lebenszufriedenheit

3.3 Georg Stehaufer: Ich möchte gerne noch mal heiraten - aber auch so ist das Leben gut

3.3.1 Kurzbiographie
3.3.2 Zwei entgegengesetzte Familienwelten in der Kindheit: Alkoholprobleme des Vaters und eine "heimelige" Welt bei den Großeltern
3.3.3 Das Bewältigungsmuster Flucht
3.3.4 Der Wandel: beruflicher Neubeginn und Annehmen der eigenen weiblichen Anteile
3.3.5 Freund - eine wichtige Ressource
3.3.6 Gegenwart und Zukunftswünsche: Es wird langsam Herbst
3.3.7 Zusammenfassung und Verallgemeinerung

4 Lebensentwürfe im Spannungsfeld von Nähewünschen, Distanzbedürfnissen und gesellschaftlichen Leitbildern

4.1 Partner- und Familienwünsche: ein "unordentlicher" Überblick

4.1.1 Wunsch nach einer Partnerbeziehung auf Distanz erfüllt
4.1.2 Offener Wunsch nach Zusammenleben in einer Partnerschaft
4.1.3 Ambivalenter Wunsch und Moratorium
4.1.4 Partnerwunsch aufgegeben
4.1.5 Partnerwünsche: Ambivalenzen und Prozesse

4.2 Exkurs: Von der "gottgewollten und natürlichen Ordnung" zur Pluralisierung der Lebensformen

4.2.1 "Das goldene Zeitalter der Familie"
4.2.2 Das Protestmilieu der 68er

4.3 Alleinlebende zwischen traditionellen Leitbildern und Distanzbedürfnis

4.3.1 Übernahme neuer Leitbilder für Liebe und Sexualität im sozialen Milieu der 68er Protestbewegung
4.3.2 Von der "unernsten Ehe" zur Distanzbeziehung - subversives Unterlaufen von sozialen Erwartungen

4.4 Ersehnen und gleichzeitiges Verhindern einer traditionellen Familiengründung

4.5 Autonomie und Partnerbindung im zeitlichen Nacheinander - ein selbsttrügerisches Lebensprogramm

4.6 Frühzeitige Aufgabe von Bindungswünschen auch vor dem Hintergrund missbräuchlicher Bindung durch einen Elternteil

5 Muster individualisierter Lebensführung - Voraussetzungen und Kompetenzen

5.1 Geschlechtsspezifische Kompetenzen zur Alltagsbewältigung

5.1.1 Androgynität als Voraussetzung und Folge des Alleinlebens
5.1.2 Führt das Konfliktfeld Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern zum Alleinleben?

5.2 Soziale Einbindung und Interessen

5.2.1 Ein traditionelles und ein individualisiertes Freundschaftsmuster - ein Kontrastvergleich
5.2.2 Soziale Einbindung in nicht traditionell orientierten Gruppenzusammenhängen
5.2.3 Gruppeneinbindung auf Distanz
5.2.4 Sozialer Rückzug auf dem Hintergrund biographischer Hypotheken
5.2.5 Charakteristika der sozialen Einbindung nach traditionellem Muster und nach individualisiertem Muster - eine Gegenüberstellung

5.3 Wechselwirkungen zwischen beruflicher Einbindung und Lebensform

5.3.1 Berufstätigkeit als Stützpfeiler im Alltag
5.3.2 Arbeitsplatz als Familienersatz
5.3.3 Aufstiegsorientierung, aber keine Priorität für den Beruf
5.3.4 Erweiterung der Erfahrungsräume
5.3.5 Berufliche Selbstverwirklichung auf Kosten der Karriere
5.3.6 Soziale Nähe in Beruf und Privatheit
5.3.7 Rückzug aus sozialen Beziehungen und Beruf
5.3.8 Eigenes Erwerbseinkommen: strukturelle Voraussetzung fürs Alleinleben
5.3.9 Wechselwirkungen zwischen beruflichem und außerberuflichem Engagement

5.4 Zukunftsvorstellungen und Perspektiven

5.4.1 Konkrete Zukunftspläne, die neue Perspektiven einschließen
5.4.2 Alleinlebende ohne Entwürfe für die Zukunft
5.4.3 Selbständige Gestaltung des Alters ohne große Träume
5.4.4 Ungleich verteilte Vorfreude und Befürchtungen hinsichtlich der Zukunft

5.5 Gewinner und Verlierer: Normalitätsvorstellungen, praktische Lebensbewältigung, soziale Einbindung und Identitätsformation

5.5.1 Das doppelte Beziehungsdilemma der Verlierer
5.5.2 Voraussetzungen der Gewinner, äquivalente Beziehungen jenseits von Ehe und Familie herzustellen

6 Soziale Infrastruktur für Alleinlebende: eine Herausforderung für eine moderne Sozialraumplanung?

6.1 Charakteristische Unterschiede der sozialen Einbindung Alleinlebender und in Familienhaushalten Lebender

6.1.1 Zugehörigkeit: das Spiel zwischen Unverbindlichkeit und Teilhabe
6.1.2 Zugänglichkeit: das Spiel zwischen Anonymität und Intimität
6.1.3 Solidarität: das spiel zwischen Unverbindlichkeit und Verlässlichkeit

6.2 Einige Thesen zu sozialräumlichen Infrastrukturen für eine individualisierte Lebensführung

7 Thesen zum Verständnis von Individualisierungsprozessen

7.1 Zum Verhältnis von Mikro- und Makrostruktur
7.2 Kritische Anmerkungen zu individualisierungstheoretischen Erklärungsmustern für die Zunahme Alleinlebender
7.3 Thesen zur kollektiven Verbreitung und zum individuellen Gelingen des allein Lebens als langfristiger Lebensform

Literatur
Anhang:
Kurzporträts der interviewten Frauen und Männer

Zitate:

Die Singledefinition

"Ich bezeichne (...) Frauen und Männer, die alleine wohnen und wirtschaften, als Alleinlebende, unabhängig davon, ob sie in einer Partnerschaft bei getrenntem Wohnen leben". (S.28)

Altersgruppe und historische Rahmenbedingungen

"Die Altersgruppe, die im Zentrum dieser Untersuchung steht, ist sehr eng gefasst, auf die Geburtsjahrgänge 1943 - 1947 beschränkt. Diese Frauen und Männer waren 1993, als ich sie interviewt habe, in einem Alter, in dem lebenszyklisch eine Familiengründung bei Frauen nicht mehr und bei Männern kaum noch zu erwarten war, ein Interesse an sexuellen Beziehungen aber noch vermutet werden kann. Zeitgeschichtlich gesehen gehören diese Jahrgänge zu den »Pionieren« eines nicht durch äußere Gründe erzwungenen Alleinlebens. Sie waren zur Zeit der so genannten Studentenbewegung im typischen Heiratsalter, einer Phase, in der Menschen besonders aufnahmefähig sind für die Auseinandersetzung mit partnerbezogenen Leitbildern." (S.28)   

 
     
 
       
   

Rezensionen

WIMMER, Monika (2003): Wann Alleinleben gelingt.
Das Partnerschaftsideal und die sozialen Fähigkeiten von Singles entscheiden über ein zufriedenes Leben,
in: Psychologie Heute, Nr.2, Februar

WIMMER berichtet über die Interviewstudie "Alleinleben - Chance oder Defizit?" von Jutta STICH. STICH hat 13 in den 1940er Jahren geborene Alleinlebende befragt.

WIMMER stellt mit dem Modernisierungsverlierer Herbert Fest und der Modernisierungsgewinnerin Susanne Ebenholz zwei typische Vertreter dieser 68er-Generation vor.

 
       
   

weiterführende Links

 
       
     
       
   
 
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 12. August 2002
Update: 09. März 2017