1. Die "Frankfurter Zeitung" und ihr
jüdischer Heiratsmarkt
2. Anzeigen für "israelitische Heiraten" in der "Frankfurter
Zeitung" nach 1933
3. Fazit
Zitate:
Heiratsanzeigen von
Juden/Jüdinnen in der Frankfurter Zeitung
"Die »Frankfurter Zeitung«, die im
Ensemble der deutschen Tagespresse besondere Bedeutung
besaß, hat bis zum Herbst 1938 Heiratsgesuche von Juden und
Jüdinnen gedruckt. Damit blieb das deutsche Judentum im
»Dritten Reich« erstaunlich lange mit eigenen Worten vor den
Augen einer breiten deutschen Öffentlichkeit präsent.
Zwar handelte es sich bei der FZ-Rubrik »Heiraten« fraglos
um eine winzig kleine Nische Sie erschien nur einmal pro
Woche (jeweils am Sonntag) und füllte in der Regel kaum eine
halbe Seite des Blattes." (2010, S.451)
Das Verschwinden der Heiratsanzeigen in anderen deutschen
Zeitungen
"Zumindest
für zwei wichtige Tageszeitungen in Berlin und Hamburg lässt
sich (...) belegen, dass sie ihre Funktion als virtueller
Heiratsvermittler für jüdische Ehen in den ersten Jahren der
NS-Herrschaft verloren. Das »Berliner Tageblatt«, das vor 1933 in
dieser Hinsicht auf ähnliche Weise wie die FZ als eine
Zeitung mit jüdischer Leserschaft zu erkennen gewesen war,
gab seine Kleinanzeigen-Rubrik »Heiraten« im Februar 1934
ohne Angabe von Gründen auf (die Nr.95 vom 25.2. enthält sie
zum letzten Mal). Beim »Hamburger Fremdenblatt« verhielt es
sich etwas anders: Hier war es eine von der lokalen
NS-Zeitung öffentlich vorgetragene Attacke, Anzeigen von und
für Juden hätten in einer »deutschen Zeitung« nichts zu
suchen, die das Blatt im September 1935 bewog, keine
Annoncen jüdischer Kunden mehr anzunehmen". (2010, Fn S.451)