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Karl Otto Hondrich: Der Neue Mensch aus der Perspektive der Skeptischen Generation

 
       
     
       
     
       
   

Nachrufe zum Tod von Karl Otto Hondrich

 
       
   

Neu:
JÄGER, Lorenz (2007): Der Skeptiker,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 19.01.

"Am Dienstag ist Karl Otto Hondrich gestorben. Anfang März wird im Frankfurter Campus-Verlag sein letztes Buch erscheinen: "Weniger sind mehr - Warum der Geburtenrückgang ein Glücksfall für unsere Gesellschaft ist", meldet Lorenz JÄGER.

WALTHER, Rudolf (2007): Zur Wertung verdammt,
in: Frankfurter Rundschau v. 20.01.

Rudolf WALTHER würdigt Karl Otto HONDRICH als Sozialdemokraten, der sich nicht scheute anzuecken:

"In seinem letzten Buch, das im März bei Campus erscheinen wird, rechnet er mit dem modischen Trend ab, demographische Prognosen für politische Zwecke zu instrumentalisieren".

GIESEN, Bernhard (2007): Rücksichtslos im besten Sinne,
in: Süddeutsche Zeitung v. 20.01.

Bernhard GIESEN würdigt HONDRICH als einen der wenigen öffentlichen Intellektuellen unter den Soziologen.

ADAM, Konrad (2007): Die andere Frankfurter Schule.
Geteilte Gefühle sind das Amalgam jeder erfolgreichen Gesellschaft,
in: Welt v. 20.01.

Konrad ADAM geht - wenig überraschend - mit keinem Wort auf HONDRICHs letztes Buch ein, sondern bestätigt WALTHERs Einschätzung:

"Seit dem Golfkrieg von 1991 erfreute sich Karl Otto Hondrich insbesondere in den eher konservativen Feuilletons großer Beliebtheit. Wie kein anderer beharrte er auf der »Unausweichlichkeit des Krieges« und fand die Gründe dafür in der psychischen Grundausstattung der Menschen."

ADAM bringt HONDRICH deshalb in die Nähe des Kulturkämpfers Samuel HUNTINGTON.

 
       
   

Karl Otto Hondrich in seiner eigenen Schreibe

 
       
   

HONDRICH, Karl Otto (1986): Die Verwandlung,
in: Spiegel Nr.50 v. 08.12.

Karl Otto HONDRICH beschäftigt sich in dem Artikel angesichts der Debatte um die Asylanten mit dem Geburtenrückgang:

"Fallende Geburtenraten lassen sich bis weit ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen. In diesem Trend markiert allerdings das Jahr 1972 einen besonderen Punkt: Seither übertrifft die Zahl der sterbenden Deutschen die der Geborenen, die deutsche Bevölkerung nimmt ab.
          In den letzten 14 Jahren schrumpfte sie in der Bundesrepublik, ausgehend von 58,3 Millionen, um knapp zwei Millionen, bis zum Jahr 2030 sagt ein Arbeitskreis beim Bundesinnenminister einen Rückgang auf 42,6 Millionen voraus, eine Modellrechnung läßt nur noch 34 Millionen Deutsche übrig. Ob sich die Bundesrepublik in 40 Jahren um knapp die Hälfte, um ein Drittel oder nur um ein Viertel der deutschen Bevölkerung entleert: In Zeitbegriffen gesellschaftlichen Wandels ist dies ein atemberaubender, wenn auch von den einzelnen nicht wahrgenommener Prozeß."

HONDRICH, Karl Otto (1997): Die Dialektik von Kollektivierung und Individualisierung - am Beispiel der Paarbeziehung,
in:
Stefan Hradil (Hg.) Differenz und Integration. Die Zukunft moderner Gesellschaften. Verhandlungen des 28.Kongresses der DGS in Dresden 1996, Frankfurt, S. 298-308

HONDRICH, Karl Otto (2000): Von Generation zu Generation wird die Liebe weniger.
Die Gesellschaft hat Angst vor Unfruchtbarkeit und Kinderarmut, aber traut sich nicht, darüber zu reden. Stattdessen lenkt sie ihre Ängste auf die Homosexuellen-Ehe,
in: Tagesspiegel v. 02.09.

Karl Otto HONDRICH unternimmt eine Interessenanalyse, deren Fazit heißt:

"im Verteilungskampf sind die Kinderarmen längst auf dem Weg zur numerischen und moralischen Mehrheit der Modernisierungsgewinner".

Mit einem Taschenspielertrick macht HONDRICH aus einer Minderheit eine Mehrheit, indem er die Interessengleichheit verschiedener Gruppen wie Homosexuellen, Singles, unverheirateten Paaren und verheirateten kinderlosen Doppelverdienern unterstellt. Er fasst diese unter dem Begriff "Kinderarme" zusammen, ohne diesen Begriff zu definieren.
          
Bevölkerungspolitisch ist eine Kinderzahl von 2,3 pro Paar notwendig, um die Reproduktion zu sichern, d.h. die sog. Normalfamilie (Eltern mit zwei Kindern) muss bevölkerungspolitisch zu den Kinderarmen gezählt werden.
          
Die Begriffe "Singles" und "unverheiratete Paare" sagen darüber, ob es sich um Eltern handelt, erst einmal gar nichts aus. Singles - ob als Alleinlebende oder Alleinstehende - können genauso Eltern sein wie unverheiratete Paare. Zahlen muss HONDRICH schuldig bleiben, weil die Statistik in dieser Hinsicht große Lücken aufweist.
          
Singles sind im Gegensatz zu HONDRICHs Interessenanalyse nicht konfliktfähig. Es gibt weder eine soziale Bewegung der "Kinderarmen" (nicht einmal der Kinderlosen), noch einen einheitlichen Verband, der "Kinderarme" politisch vertreten würde.
          
Singles sind eine heterogene Gruppe. Ältere Witwen, die mehr als zwei Kinder aufgezogen haben, bevor sie nun als Alleinlebende ihren Lebensabend verbringen und junge Ledige, die kinderlos sind, aber irgendwann Kinder wollen, sind im statistischen Sinne Singles. Sie passen jedoch nicht so recht in das Bild von HONDRICH, der sich lieber den Medienstar "allein lebender Yuppie" zu eigen macht - eine statistisch gesehen unbedeutende Gruppe.

KRAFT, Peter (2000): Die Mär vom Geburtenrückgang und der Mythos von der Vorherrschaft der Ein-Kind-Familie, Internet-Aufsatz v. 01.05.

Im GLOSSAR werden die Begriffe "Alleinlebende" und "Yuppies" erklärt.

HONDRICH, Karl Otto (2001): Ausblick auf das 21. Jahrhundert.
in:
Neue Zürcher Zeitung v. 20.01.

HONDRICH, Karl Otto (2001): Eine globale Wirtschaft braucht eine kulturelle Basis.
Sozialpolitische Herausforderungen in den alten Industrieländern,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 16.06.

"Nicht die große Zahl der Arbeitenden und des Arbeitsnachwuchses, sondern ihre Produktivität und Solidarität mit der nicht arbeitenden Bevölkerung sind die beiden Pfeiler, auf denen der Sozialstaat materiell ruht",

heißt das Credo des Frankfurter Soziologen. In Gefahr sieht er die Solidarität, einerseits durch Private Versicherungen und andererseits durch die Grundrente. Wie lange müssen wir auf den «Krieg der Generationen» warten?

"Die Antwort lautet: unendlich lange. Zumindest so lange, wie die Wirtschaft produktiv ist, die politischen Institutionen zur Regelung von Verteilungskonflikten funktionieren und die Generationen durch persönliche Zuneigung, durch die Liebe zwischen Eltern und Kindern, einander verbunden sind.
Destabilisierung droht dem Gesamtsystem vielmehr aus einer ganz anderen Richtung, nämlich aus dem Zusammenhang zwischen steigender Produktivität und sinkender Reproduktivität (...). Die Befürchtung, dass dadurch die Wirtschaftskraft mangels Arbeitskräften und die sozialen Sicherungssysteme mangels Beitragszahlern erlahmen würden, ist aber unbegründet: Produktivitätssteigerungen ersetzen die fehlenden Arbeitskräfte, sie stellen sozusagen die künstliche Jugend der alten Gesellschaften dar."

Es wäre nicht HONDRICH, wenn diese schizoide Argumentation (HONDRICH argumentiert mit makrosoziologischem Pessimismus gegen seinen mikrosoziologischen Optimismus) nicht am Schluss doch noch den Einsatz der Moralkeule erforderlich machen würde:

"Zu den tiefsten moralischen Voraussetzungen aller Sozialität gehört das Gegenseitigkeitsprinzip «Wie du mir, so ich dir». Es gebietet uns, uns auch tätig zurückzuwenden zu den Eltern, um ihnen das zu vergelten, was sie für uns getan haben. Gerade in der Beziehung zu den eigenen Eltern kann aber Reziprozität nicht nur ein Zurückgeben sein. Denn das Wichtigste, was uns die Eltern gegeben haben, ist das Leben. Das Leben können wir den Eltern nicht zurückgeben. Wir können es nur weitergeben, indem wir selbst Eltern werden. Die fortgeschrittenen Industriegesellschaften, die von Generation zu Generation immer mehr Elternschaft und Jugend empfangen, als sie zurück- und weitergeben, geraten damit in ein Ungleichgewicht, das sie vielleicht in ihrem moralischen Innersten erschüttert."

Der Krieg der Generationen, den HONDRICH oben noch abstreitet, kommt also durch die moralische Hintertür!

HONDRICH, Karl Otto (2001): Der Neue Mensch - und seine Grenzen,
in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 13.10.

In seinem Essay kritisiert der Soziologe Karl Otto HONDRICH die Vorstellungen vom individualisierten, flexiblen Menschen als neue Utopien, die alte Großutopien abgelöst hätten.
          
Der Angriff auf Amerika zwingt dagegen zur "Besinnung auf seine eigene Kollektivität". SF-Phantasien der "Dritten Kultur" gehen noch weiter, wenn sie den Neuen Menschen als einen von Leib und Lebenszeit (Klone à la HOUELLEBECQ oder Cyborgs) befreiten Menschen denken.
          
Für HONDRICH ist vollkommene Flexibilität weder willkommen, noch möglich. Auch ein "Ende der Arbeitsgesellschaft" vermag er nirgends zu erkennen. HONDRICH fordert eine Neuorientierung der Soziologie - weg von unwichtig gewordenen Fragen der Herrschaft oder Klasse - hin zur Erforschung der "Differenzen zwischen Kulturen", denn in "der globalen Welt, in der sie aufeinanderstoßen, gewinnen die Unterschiede zwischen Kulturen eine besondere Sprengkraft".
          
Aber auch das ist nicht ausreichend, denn die übergreifende Gemeinsamkeit aller Menschen ist nicht in den Menschenrechten begründet, sondern in den sozialen Beziehungsgesetzen:

"Das sind Prozesse und Gesetzmäßigkeiten des Zusammenlebens, denen sich niemand entziehen kann: Das Gesetz der Gegenseitigkeit ('Wie du mir, so ich dir'), das Gesetz der Präferenz für das Eigene, das Gesetzt der Unantastbarkeit des Heiligsten ('Tabu')...".

HONDRICHs Ansatz versteht sich als eine Absage an die sich historisch verstehende Soziologie à la Ulrich BECK.

HONDRICH, Karl Otto (2002): Hürden vor dem Untergang.
Einige Bemerkungen zu Endzeit und Anfang in Deutschland,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 28.12.

Karl Otto HONDRICH tröstet die CDU/CSU/FDP-Wähler angesichts der erlittenen Wahlschlappe:

"Die wirtschaftsliberale Rechte, über grosse Strecken hinweg als Regierungskoalition am Rhein den Krisenprophetien und Endzeitbeschwörungen der Linken ausgesetzt, hat nun selbst die Lufthoheit am Krisenhimmel erobert (Rache ist süss). Über kurz oder lang wird sie auf dem Regierungsatoll landen, und sei es in einer grossen Koalition. In den jüngsten einvernehmlichen Massnahmen von Regierung und Opposition ist sie bereits auf dem Weg. Nebenbei wird die CDU dabei noch die SPD retten. Hat die erste grosse Koalition (in den sechziger Jahren) die Sozialdemokraten de facto aus dem Schneewittchensarg der Klassenpartei erlöst, so wird die kommende grosse Koalition sie von einer Klienten- zu einer Allround-Partei machen, mit der modernen Fähigkeit zu «paradoxer Politik». Statt «mehr soziale Gerechtigkeit» wird es auch in der SPD «durch mehr Leistung zu mehr Gerechtigkeit» heissen, was auf ein Hintanstellen sozialer Gerechtigkeit im Namen sozialer Gerechtigkeit hinausläuft.
Die Politik, die diese Umwertung sozialdemokratischer Werte vollzieht und unter dem Etikett «Reformen» zugleich verbirgt, wird kommen, so oder so."

Als Hürden vor dem Untergang bezeichnet HONDRICH Regierungswechsel, die anderen politikkorrigierenden Lebenssphären und den "Takt internationaler Konjunkturen und Krisen". Zusammen machen sie die "Ohnmacht der Politik" aus, die der Soziologe HONDRICH nicht als politisches Steuerungsproblem oder als Unregierbarkeit erscheint, sondern als Segen.

HONDRICH, Karl Otto (2004): Die mittleren Jahre.
Wie kann der einzelne sich ein langes Leben in Wohlstand leisten, wenn er (demnächst) nur noch ein Viertel seines Lebens lang selbst Wohlstand schafft? Aufs Ganze gesehen: Können die beruflichen Leistungsträger in ihren besten Jahren alle anderen mitversorgen? Warum die Verhältnisse sich den vielen guten Einsichten widersetzen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.05.

Karl Otto HONDRICH vergleicht zu Beginn seinen universitären Lebenslauf mit dem außeruniversitären Arbeitsleben seines Vaters, um dann zum Schluss zu kommen, dass eine generelle Verlängerung der Lebensarbeitszeit der Logik der Produktivitätsdynamik entgegensteht. Weder die Kindheit/Jugend noch das Alter können unter diesem Gesichtspunkt entscheidend verkürzt werden. Für HONDRICH ist die Produktivitätssteigerung zugleich das Problem und die Lösung für das Wirtschaftssystems. Die mittleren Jahren sind einerseits die beruflich produktiven Jahre, andererseits werden sie durch familiäre Verpflichtungen gegenüber den Jungen und den Alten überlastet. Die so genannte "Sandwich-Generation" der 40-60jährigen sind gemäß HONDRICH die gesellschaftlichen Leistungsträger. HONDRICH definiert Generationen als familiäre und nicht als politische, sodass er schreiben kann:

"zwischen den Generationen ist nicht Gerechtigkeit das Regulativ, sondern Liebe."

Aus dem Blickwinkel von HONDRICH hat Kinderlosigkeit deshalb primär eine Entlastungsfunktion:

"Die Fülle der mittleren Jahre gerät zur Überfülle, für manche zum Überdruß. Wünsche und Visionen der Jugend konnten nicht erfüllt werden. Erfüllungen erstarren zu Routinen. Auch was aus Liebe getan wird, kann zur Last, ja zur Überlast werden. Die moderne Gesellschaft weist Auswege: Sie bietet Neuanfänge. Sie verringert die Zahl der Kinder und entlastet so die mittleren Jahre von Bindungen und Verpflichtungen."

Für HONDRICH ist Kinderlosigkeit zwar in den mittleren Jahren objektiv entlastend für Kinderlose, wirkt aber doppelt defizitär, d.h. infantilisierend und vergangenheitsfixierend:

"Erwachsene ohne Kinder bleiben selbst länger in der Rolle des Kindes. Sie wird nicht dadurch aufgehoben, daß sie selbst Eltern werden. Sei bleiben immer Nichteltern. Den eigenen Eltern gegenüber mögen sie sie auch im sozialen Aufstieg überflügeln, werden sie niemals ebenbürtig. (...). Mangels Bindungen an eigene Kinder, die nach vorn weisen, dominieren bei den Kinderlosen Rückbindungen an alte Eltern, eventuell Onkel und Tanten und Geschwister. Unwillkürlich und untergründig bleiben sie deshalb (...) der Vergangenheit oft stärker verbunden, als sie selbst für möglich halten."

Damit nicht genug: Die Entlastungsfunktion wird gemäß HONDRICH für die Kinderlosen im Alter zur Falle:

"Die kinderlosen Alten sind (...) ganz und auf die Kinder von anderen - und immer mehr: aus anderen Kulturen - angewiesen. Sie wandeln auf dem Grat zwischen Vereinsamung und Kommerzialisierung ihrer letzten Lebensbezüge. Dies ist ein hoher Preis für die Entlastung der mittleren Jahre von eigenen Kindern. Entlastung enthält den doppelten Verlust einer eigenen familialen Lebensmitte und eines von eigenen Nachkommen zumindest emotional mitgetragenen Alters."

HONDRICH sieht wie Ulrich BECK (Neue Zürcher Zeitung vom 18.06.2004) das Problem der mittleren Jahre (und damit auch des Demografieproblems) nicht im nationalen Rahmen politisch lösbar, sondern sieht Chancen durch die Internationalisierung:

"Reformer und Bewußtseinsexperten (...) überschätzen die Politik und unterschätzen die soziokulturellen Kräfte, die untergründig und wirksamer an einer anderen Lösung der Probleme arbeiten - allerdings nicht im nationalen Rahmen: Die Produktivitätsspirale wird exportiert, mittlere Jahre werden importiert. Dieser merkwürdige Austausch wird von Kassandrarufen begleitet: Eine Gesellschaft, die sich nicht mehr selbst reproduziert, gebe sich selbst auf. Irrtum. Sie geht nur auf - in einer erweiterten Gesellschaft."

HONDRICH, Karl Otto (2005): Die mittleren Jahre.
Die Zeit aktiver Berufstätigkeit verkürzt sich in den Einzelbiografien immer mehr. Zu gesellschaftlichen Veränderungen durch die Logik der Produktivitätssteigerung (Teil 1),
in:
Die Politische Meinung, Nr.160, Juni

HONDRICH, Karl Otto (2005): Die Bevölkerung schrumpft? Wunderbar!
Deutschland jammert über den Geburtenrückgang und die Alterung der Bevölkerung. Bestürzt registriert die nationale Erschreckensgemeinschaft alle Szenarien der kollektiven Vergreisung. Dazu gibt es keinen Grund: Die demografische Transformation ist das Ergebnis einer sozialen Erfolgsgeschichte und ermöglicht die Lösung zahlreicher Probleme. Denn der Geburtenrückgang verschafft der Gesellschaft mehr Luft und Leistungsraum,
in:
Cicero, Nr.8, August

Karl Otto HONDRICH, der bislang nicht gerade als Verfechter des Lebensstilpluralismus bekannt war, erkennt nun im Geburtenrückgang das Gute und wettert gegen die Apokalyptiker:

"2,1. Für die demografischen Gefahrenbeschwörungsgemeinschaft ist dies eine magische Zahl. Eine Geburtenrate, die tief darunter liegt, wird zum Inbegriff des Untergangs.
          
Bei genauer Betrachtung ist der Geburtenrückgang eine Lösung für viele Probleme."

Wie kommt HONDRICH zu dieser neuen Sicht? Zum einen greift er auf ein Alternativszenario zurück, das single-generation.de bereits im Mai 2002 für ein Deutschland ohne Verhaltensänderung entworfen hat:

"Der Fall der Geburtenrate (...) verhinderte (...), dass sich heute in Deutschland zwischen 100 und 200 Millionen Menschen drängeln. Man kann nicht alles zugleich haben: ein längeres Leben, eine jugendliche Gesellschaft und eine stabile Gesellschaft."

Zum anderen vertritt HONDRICH im Gegensatz zu den Polarisierern, deren Argumentation der Soziologe Franz-Xaver KAUFMANN in seinem neuen Buch Schrumpfende Gesellschaft zu einem reaktionären Cocktail vermixt hat, eine Entkopplungsthese:

"Bevölkerungswachstum und Wirtschaftswachstum scheinen historisch zusammenzugehören. (...). Entscheidend ist aber, dass das Wirtschaften selbst (...) ein sozialer Prozess ist, der sich von demografischen Schwankungen unabhängig macht. Je besser die Wirtschaft funktioniert, desto weniger Menschen braucht sie."

HONDRICH räumt auf mit der Vorstellung, dass die Jungen die Alterslasten zu tragen hätten:

"Es sind nicht die Jungen, die die Alterslast tragen, sondern die Hochleister der mittleren Jahre, Männer wie Frauen. (...). Keine Kinder zu bekommen, bedeutet für sie nicht nur Verzicht, sondern auch Entlastung."

Einem weit verbreiteten Mythos tritt HONDRICH ebenfalls entgegen, dass nämlich der demografische Wandel die sozialen Sicherungssystem gefährden würden:

"Wenn die hochproduktive, unablässig rationalisierende Wirtschaft nur noch kleine, jüngere »Olympiamannschaften« in den Unternehmen belässt, kreiert sie Arbeitslose und Alte und schiebt sie im gleichen Atemzug auf die Systeme der sozialen Sicherung ab.
          
Aber ist deren Problem ein demografisches Problem? Es ist in erster Linie durch die Wirtschaft gemacht, und zwar nicht durch ihr Erlahmen, sondern durch ihre Effizienz. Es ist zweitens ein Problem der offenen Gesellschaft, das die Politik auf die Sozialsysteme übergewälzt hat."

Sein Fazit zum Sozialsystem lautet deshalb:

"Die Zerreißprobe, auf die das Sozialsystem jetzt gestellt wird, hat wenig mit Geburten- und Sterbeziffern zu tun, aber viel mit politisch überdehnter und überforderter Solidarität".

Nicht im demografischen Wandel, sondern in den veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sieht HONDRICH deshalb den notwendigen Umbau des Sozialsystems begründet:

"Dass eventuell alle Generationen kürzer treten müssen, ist weniger demografischen Faktoren geschuldet als Veränderungen im Leistungsgefüge der Weltwirtschaft."

Die Überschätzung des Problems der lebenslangen Kinderlosigkeit ist mittlerweile auch bei HONDRICH angekommen:

"»40 Prozent aller Akademikerinnen bleiben kinderlos!«, tönt der Chor der demografischen Tragödie. Und noch bevor wir von besonnenen Statistikern erfahren, dass die Zahl völlig ungesichert ist, haben sich ihre vermeintlichen Folgen schon in unsern Köpfen festgesetzt".

Auch mit dem gefühlten Niedergang der Familie wird es nichts:

"Geburtenrückgang und Langlebigkeit führen dazu, dass Familien weniger in die Breite, sondern als »Bohnenstangenfamilie«, in die Länge dehnen. Auch Menschen ohne Kinder können, sich an Verwandte und Freunde anschließend, ihre Familie »machen«.
Entgegen den Vorurteilen von der zerfallenden und verstreuten Familie sind Familienbande heute eher wichtiger und dichter als vor einem halben Jahrhundert."

Um seinen Überlegungen noch mehr Stringenz zu verleihen, sieht HONDRICH im Geburtenrückgang sogar das Ergebnis einer neuen Stufe der gesellschaftlichen Evolution:

"Was heute an den demografischen Klagemauern bejammert wird - Geburtenrückgang, Vergreisung, Migration -, sind nicht Irrläufer und Ausläufer der Evolution. Eher kündigt sich darin eine neue Entwicklungsstufe mit neuen Problemlösungen an. Gesellschaften stellten ihre Nachwuchssicherung um: von vielen, riskanten und kurzen auf wenige, sichere und längere Lebensläufe; von Quantitäten auf Qualitäten; von biologischer auf soziokulturelle Reproduktion; von Autarkie auf Arbeitsteilung. Diese neue Arbeitsteilung zwischen produktiven und reproduktiven, kinderarmen und kinderreichen Gesellschaften gilt womöglich nur für eine Übergangsphase von 50 oder 100 Jahren. nach und nach werden alle Kulturen sich umstellen: von einer breiten Reproduktionsbasis mit hoher Sterblichkeit auf eine schmale Basis lang lebender Individuen.
          
Dies zu begreifen und zu akzeptieren, fällt uns schwer."

Damit wendet sich HONDRICH auch gegen eine unrealistische Politik, die den gesellschaftlichen Fortschritt an der Bestandserhaltungszahl orientieren möchte:

"Dass die Politik (...) die Geburtenrate der magischen »2,1« annähern könnte, ist nur ein Wunschtraum. Die Systeme der Wirtschaft, de sozialen Sicherung, der Familie und der Kultur haben sich auf andere Größen eingestellt. Ihr Eigen-Sinn und ihre Fähigkeit zur Selbststeuerung sind ausgeprägt - über nationale Grenzen hinweg."

Regelmäßigen Lesern von single-generation.de ist das alles nicht neu. In den Themen des Monats und diversen Debattenbeiträgen wurden die meisten Aspekte bereits vor längerem abgehandelt, aber HONDRICH hat die einzelnen Elemente in einer positiven, gesellschaftlichen Vision zusammengefasst, die - zumindest in dieser allgemeinen Fassung - auch die Bedürfnisse der Singles ernst nimmt.

KRÄTSCHMER-HAHN, Rabea & Karl Otto HONDRICH (2005): Glücksfall Geburtenrückgang.
...denn ihm haben wir es zu verdanken, dass wir älter werden dürfen, ohne uns gegenseitig totzutrampeln. Und außerdem: Kinderreiche und kinderlose Gesellschaften ergänzen sich vortrefflich,
in: Emma, November/Dezember

Die Kerngedanken dieses Artikels waren bereits im August diesen Jahres in der Zeitschrift Cicero zu lesen. Wenn es heißt:

"Der Fall der Geburtenrate (...) verhindert (...), dass sich heute in Deutschland zwischen 100 und 200 Millionen Menschen drängeln",

dann greift HONDRICH einen Gedanken auf, der von uns bereits vor 3 1/2 Jahren vorgedacht wurde. Wir forderten damals schon, dass Singles eine Projektion einklagen sollten, um die Debatte zu versachlichen. Was HONDRICH liefert, ist noch keine Projektion, aber zumindest ein Anfang, denn bislang wagte sich ein renommierter Soziologe in dieser Angelegenheit noch nicht so weit vor.
          
Was hier von den Autoren näher beleuchtet wird, das ist der Zusammenhang von Kinderlosigkeit, Arbeitsteilung und Globalisierung:

"Der Gedanke, dass fortschreitende Arbeitsteilung sich weltweit nicht nur auf Güter und Dienste erstrecken könnte, widerstrebt dem tief verwurzelten Vorrang, den wir eigenen Kindern geben. Dass Outsourcing (...) eine Option (...) auch für die Reproduktion der eigenen Lebensformen und ihrer lebendiger Träger (ist), erscheint mehr als befremdlich.
          
Die Chance, die daraus erwachsen könnte, wäre die Aufwertung der Lebensoption der Kinderlosigkeit in einem transnationalen gesellschaftlichen Rahmen. Die heutige gesellschaftliche Abwertung und unausgesprochene Selbstabwertung von kinderlosen Frauen könnte im Rahmen transnationaler Arbeitsteilung sogar zu einer höherwertigen Option werden."

KRÄTSCHMER-HAHN & HONDRICH überwinden mit diesem Ansatz das Defizit der nationalkonservativen Debatte, die von Susanne GASCHKE bis Herwig BIRG dominiert wird. Den Wert der Kinderlosigkeit neu zu definieren, das dürfte eine wichtige Zukunftsaufgabe sein. Das Problem ist jedoch, dass diese neue "Avantgarde der Kinderlosen" (GASCHKE), die sich als transnational versteht, kaum etwas mit jenem gerade entstehenden "Kinderlosenproletariat" zu tun hat, das ebenfalls mit der Globalisierung entsteht. Ob z.B. die männlichen Singles in den neuen Bundesländern ihre "Freiheit, keine Kinder zu haben" zu würdigen wissen, darf bezweifelt werden.

HONDRICH, Karl Otto (2005): Riten des Übergangs, Riten des Alltags.
Soziologische Beobachtungen: Es gibt viele Riten des Übergangs in unseren Gesellschaften. Nicht alle sind so sichtbar wie Einschulungen, Maturfeiern oder Hochzeiten. Einwanderung und Integration bieten dem soziologischen Blick derzeit aufschlussreiche Einsichten,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 24.12.

HONDRICH, Karl Otto (2006): Geburtenrückgang als Chance.
Die demografische Situation schafft nicht nur soziale Probleme, sondern löst auch manche,
in:  Wiener Zeitung v. 31.03.

HONDRICH, Karl Otto (2006): Der Fall der Geburtenrate - ein Glücksfall.
Wirtschaft und Sozialversicherungen sind nicht auf "eigenen" Nachwuchs angewiesen,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 29.07.

Für HONDRICH ist die Bestandserhaltungszahl 2,1, die von nationalkonservativen Bevölkerungspolitikern und ihren Sympathisanten zum Maß der Dinge erklärt wird, irrelevant (Anmerkung: Auch Ökonomen wie z.B. Stephan FASSHAUER bestreiten dies):

"Die entscheidende Frage ist vielmehr, über welche Mechanismen der Bestandserhaltung und der Leistungssteigerung soziale Systeme verfügen, auch wenn Geburtenraten gegen null tendieren".

Dieser Frage geht HONDRICH dann anhand der Wirtschaft, der sozialen Sicherung und der Familie nach. Die Wirtschaft kommt gemäß HONDRICH mit weniger Kindern aus. Weniger auf Migranten, sondern auf Frauen setzt hier HONDRICH, weil die Integrationskosten für Letztere geringer sind und noch ein großes Kräftereservoir vorhanden ist.
          
Das Problem der sozialen Sicherung sieht HONDRICH nicht - wie Nationalkonservative und ihre Sympathisanten - in der Unterjüngung, sondern in der Zunahme der Älteren, der verlängerten Jugend, der Arbeitslosigkeit und der "Einwanderung in die Sozialsysteme, statt in den Arbeitsmarkt". Die Umstellung der sozialen Sicherung vom Umlageverfahren auf die Kapitaldeckung löst die Probleme nicht, sondern erzeugt neue Probleme. Seine These:

"Die sozialen Sicherungssysteme können sich ohne selbstgeborenen Nachwuchs erhalten oder mit einem Minimum, sofern Produktivität und Dienstleistungen weiter wachsen. »Produktivitätssteigerung« heisst denn auch das Lösungswort".

Auch vom Aussterben der Familie kann keine Rede sein, da die Familie über mindestens zwei Mechanismen der Selbsterhaltung verfüge: zum einen die Erweiterung durch Verwandtenwahl:

"Wer zur Familie gehört, entscheiden letztlich nicht Biologen, Demographen und Statistiker anhand vorgefasster Kriterien, sondern die Beteiligten selbst, indem sie sich gegenseitig Liebe, Intimität und Halt schenken, also die zentralen Funktionen der Familie erfüllen."

Ein solcher Ansatz, der Familie als "ego-zentriertes" Netzwerk auffasst, wurde in Deutschland erstmalig mit dem Familiensurvey des Deutschen Jugendinstituts, angewandt. In der Verringerung der Anzahl biologischer Eltern sieht HONDRICH keine Schwächung des Familiensystems, sondern eine Stärkung im Sinne einer evolutionären Qualitätssteigerung. Deswegen kritisiert er auch die Subventionierung von Kindern, z.B. durch die Senkung der Opportunitätskosten (siehe z.B. RÜRUP). HONDRICH sieht die Bevölkerungspolitiker gar auf verlorenem Posten, weil sie sich gegen den Lauf der Evolution stellen:

"Werden die Kinder-Subventionen wenigstens im Sinne ihrer Erfinder erfolgreich sein? Widerstände und perverse Effekte sind schon heute sichtbar. Sie bestehen einerseits bei den Menschen, deren Energien, wie bei den meisten Subventionen, in Tätigkeiten geleitet werden sollen, die ihren Präferenzen nicht entsprechen. Sie treten andererseits auch seitens der Systeme Wirtschaft, soziale Sicherung, Familie auf. Schliesslich wird auch gegen den Lauf der Evolution selbst subventioniert. Angesichts dieser geballten Gegen- und Übermächte stehen die Bevölkerungspolitiker auf verlorenem Posten.
          
Und wenn ihr Subventions-Vorhaben gleichwohl gelänge, was wäre gewonnen? Wenig, ganz unabhängig davon, ob man mit «linkem» Impetus sozial schwache Familien und Alleinerziehende subventioniert oder «rechts denkend» Eltern mit vermeintlich guten genetischen und sozialen Voraussetzungen, also auch die kinderlosen Akademikerinnen, fördern will. Die Folge von Subventionen ist, dass immer mehr Leute Eltern werden, die es sonst mangels Mitteln oder kraft anderer Interessen und Wertorientierungen, Stärken und Schwächen nicht wären. Ob es den Kindern, der Familie und der Gesellschaft zugute käme?"

In dem Buch "Die Single-Lüge" wird ähnlich argumentiert, wenn es heißt:

"Dieses Buch sollte als Beitrag zur Versachlichung der Debatte verstanden werden und lieferte deshalb Argumente für eine neue Sichtweise auf das Single-Dasein im Zeitalter der Demografiepolitik. In einer funktional-differenzierten Gesellschaft sollten Kinderlose genauso selbstverständlich sein wie Kinderreiche. Warum sollten sich unterschiedliche Lebensformen, mit ihren jeweils spezifischen Potenzialen nicht sinnvoll ergänzen können? Solange jedoch in Singles nur eine Bedrohung und nicht auch eine Chance gesehen wird, leben wir in einer blockierten Gesellschaft, in der wichtige Energien gebunden sind, die bei den anstehenden Herausforderungen fehlen werden. (2006, S.254)"

 
       
   

Karl Otto Hondrich: Porträts und Gespräche

 
       
   

LAU, Jörg (2004): Die Macht der kollektiven Gefühle.
Der Soziologe Karl Otto Hondrich sucht nicht mehr nach großen Weltentwürfen. Er versteht sein Fach als Wissenschaft von dem, was nicht zu ändern ist,
in: Die ZEIT Nr.3 v. 08.01.

Infos zu: Jörg Lau - Autor der Single-Generation
 
       
   

Der Neue Mensch (2001)
Frankfurt: Edition
Suhrkamp

 
   
     
 

Klappentext

"Dieser Band beschäftigt sich mit den verschiedenen Visionen und Versionen des Neuen Menschen: dem individualisierten, dem kommunizierenden, dem genetisch verbesserten Menschen. Alle Essays haben gemeinsam, daß sie den sozialen Utopien und Atopien der letzten Jahre ihre Grenzen aufweisen. Karl Otto Hondrich zeigt, daß die sozialen Prozesse und Gesetzmäßigkeiten, die unweigerlich kultur- und fortschrittsunabhängig ablaufen, wo immer Menschen miteinander in Beziehung treten, letztlich alle Ideen eines grundsätzlich anderen Menschen oder anderen Lebens zunichte machen. Die Tatsache der Sozialität selbst, die Eigengesetzlichkeit der Gesellschaft ist mächtiger als alle Politik, Pädagogik, Technologie, ja sogar Genetik. Mit der Ausarbeitung dieser Grundthese, aus der alle Essays ihren Zusammenhang beziehen, erdet Hondrich die Zeitdiagnostik an der Zeitlosigkeit elementarer soziologischer Einsichten und gewinnt damit der Soziologie im öffentlichen Diskurs eine Relevanz zurück, deren Verlust sie sonst immer larmoyant beklagt."

     
 
       
   

Rezensionen

  • GEYER, Christian (2001): Piff, paff - der neue Mensch.
    Karl Otto Hondrich sucht Josef Pieper,
    in:
    Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.11.

  • Infos zu: Christian Geyer - Autor der Single-Generation
  • SCHÜTZE, Christian (2002): Alltag von Idealmenschen.
    Karl Otto Hondrich misstraut den Utopien der Gentechnologie
    in: Süddeutsche Zeitung v. 22.05.

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    Karl Otto Hondrich in der Debatte

    LAU, Mariam (2000): Auf der Suche nach dem Glück.
    Nie war sie so wertvoll wie heute, nie war sie so gefährdet wie heute: die Familie,
    in: Welt v. 16.09.

    Mariam LAU setzt sich mit dem Tagesspiegel-Artikel von Karl-Otto HONDRICH am 02.09. (siehe dort) auseinander. Sie widerspricht seiner kulturpessimistischen Sichtweise.

     
           
       

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