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Karl Otto Hondrich: Liebe in Zeiten der Weltgesellschaft

 
       
   

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Liebe in Zeiten der Weltgesellschaft (2004)
Frankfurt a/M: Edition
Suhrkamp

 
   
     
 

Klappentext

"Wie verändern sich soziale Beziehungen in der Welt von heute? Nach gängiger Meinung verwandeln sie sich mehr und mehr von angeborenen in selbstgewählte Bindungen. Dass die Menschen so schlicht zur Freiheit fortschreiten, gehört in den Bereich der modernen Mythen. Anders, als wir annehmen, sterben Herkunftsbindungen keineswegs ab. Im Gegenteil, ihre Macht wird größer, je schneller sich die Gesellschaft verändert. So bindet etwa, als paradoxes Beispiel, die hohe Zahl an Scheidungen, also die Auflösung von individuellen Wahlbeziehungen, die Menschen wieder vermehrt an ihre nichtgewählten Herkunftsgruppen. Die Institution der Ehe wird durch die vielen Scheidungen ebenfalls nicht geschwächt. Eher wird der einzelne, unzureichende Partner individuell aufgegeben als die kollektive Idee von Liebe und Gemeinschaft. Warum tun wir uns dennoch so schwer, die Wirklichkeit und Wirkungsmacht der Gefühle zu akzeptieren?
Dieser Frage geht Karl Otto Hondrich in den acht Essays dieses Bandes nach."

Pressestimmen

"Sigmund Freud, Georg Simmel und Emile Durkheim (...) bilden die Phalanx wider alle Anhänger von rational choice und Individualisierungschancen. Statt lustvoller Entscheidungsfreiheit sieht Hondrich »handfeste Normzwänge« am Werk; wo Ulrich Beck und Elisabeth Beck-Gernsheim die Vielfalt neuer Lebensentwürfe preisen, hält Hondrich eine Verschiebung des allgemeinen Wertesystems dagegen, das die Selbstbestimmung wieder in ihre Schranken weist."
(Dorian Weikmann in der Süddeutschen Zeitung vom 25.08.2004)

"Die Aufsätze des Buches, die teilweise in Tageszeitungen erschienen, richten sich daher auch gegen jenen Trend in der Soziologie, den heutigen Individualisierungsprozess als eine Erweiterung der Freiheit und als Verwirklichung vernünftiger sozialer Strukturen zu begreifen."
(Hans-Martin Schönherr-Mann am 27.12.2004 im DeutschlandRadio)

     
 
       
   

Rezensionen

UPJ (2004): Liebe, noch immer,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 17.07.

  • Der Autor rezensiert den Band "Liebe in Zeiten der Weltgesellschaft" von Karl Otto HONDRICH. Der Band fasst acht ältere Essays aus unterschiedlichen Kontexten unter das Thema Liebe:

    "Warum nur tun wir uns so schwer, die Wirkungsmacht der Gefühle anzunehmen? Der Soziologe Karl Otto Hondrich gibt auf diese Frage eine vierstufige Antwort: Als undefinierbare Gefühle beleidigen sie nur zu oft unsere Rationalität, als kollektive Gefühle unsere Individualität, als unbeabsichtigte Gefühle unseren Willen, als verborgene Gefühle schliesslich unseren Anspruch auf Aufklärung."

WEICKMANN, Dorian (2004): Kühl statt Gefühl.
Karl Otto Hondrich verabschiedet die romantische Liebe,
in: Süddeutsche Zeitung v. 25.08.

  • WEICKMANN ist enttäuscht, dass sich die Essays über die Liebe in der Weltgesellschaft des Soziologen Karl Otto HONDRICH nicht als Argumente in der gegenwärtigen Sozialstaatsdebatte missbrauchen lassen: kein Zerfall der Familie, kein Generationenkonflikt nirgends!

ENGELS, Bettina (2004): Wo Gene flüstern.
Hormone, Haushalt und Begehren: Neue Versuche über die Liebe,
in: Literaturbeilage der Frankfurter Rundschau v. 06.10.

  • ENGELS resümiert:

    "Zusammenfassend muss gesagt werden, dass es den Sachbüchern dieses Herbstes, die mit dem Titel »Liebe« für sich werben, in der Regel nicht um Liebe geht: Hondrich schreibt über Kinderlosigkeit, Kipnis über die Ehe und Kast übt sich in muntermachender Bestseller-Rhetorik. Die Bilanz wäre enttäuschend, hätte der Psychosozial-Verlag nicht ein Buch des kürzlich verstorbenen amerikanischen Psychoanalytikers Stephen A. Mitchell herausgebracht. Mitchell glaubt daran, dass die romantische Liebe gerade in einer langjährigen Beziehung Bestand haben kann".

  • SCHÖNHERR-MANN, Hans-Martin (2004): Individualisierung eine Erweiterung der Freiheit?
    Karl-Otto Hondrich entdeckt die "Liebe in Zeiten der Weltgesellschaft",
    in: Büchermarkt. Sendung des DeutschlandRadio v. 27.12.

    Neu:
    SCHÖNHERR-MANN, Hans-Martin (2005): Kulturkampf im Schlafzimmer.
    Romantische Liebe ist keineswegs ein Hort der Freiheit,
    in: Psychologie Heute, April

     
       

    Das Buch in der Debatte

    BRÜGGEMANN, Axel (2005): Liebe als Kulturkampf.
    Eine neue Studie sagt: Deutsche bekommen keine Kinder, weil ein Partner fehlt. Ein Soziologe prophezeit aber das Ende der Individualität
    in: Welt am Sonntag v. 16.01.2005

    • BRÜGGEMANN zitiert von Roland BARTHES ("Fragmente einer Sprache der Liebe") über Niklas LUHMANN ("Liebe als Passion") bis zu Karl Otto HONDRICH ("Liebe in den Zeiten der Weltgesellschaft") Wissenschaftliches über das Liebesleben.
     
       

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    webmaster@single-generation.de Erstellt: 25. November 2001
    Update: 26. Januar 2011