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Karl Otto Hondrich
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Weniger
sind mehr (2007).
Warum der Geburtenrückgang ein
Glücksfall für unsere Gesellschaft ist
Frankfurt a/M:
Campus Verlag
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Klappentext
"Blüht uns der Krieg Alt gegen Jung?
Werden wir das Ende der Familie erleben? Sehen wir
dem Zusammenbruch der sozialen Sicherungssysteme,
unserer Wirtschaft, unserer Kultur ins Auge? Sind
mehr Kinder wirklich die Lösung? NEIN!"
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Inhaltsverzeichnis
1. Die deutsche Angst und andere Wirklichkeiten
2. Die Wirklichkeit der Wirtschaft - steigende
Produktivität und fallende Reproduktion
3. Soziale Sicherung - ohne Nachwuchs?
4. Auslaufmodell Familie?
5. Der Geburtenrückgang im Kampf der Kulturen
6. Das Individuum ohne Kinder
7. Steuerung durch die Politik
8. Die Triebkräfte des Geburtenrückgangs und die
Chancen des Schrumpfens
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Weitere Rezensionen
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SCHMID, Thomas (2007): Eine alte Gesellschaft muss nicht vergreisen.
Karl Otto Hondrich zeigt, dass die Propheten der demografischen
Katastrophe sauertöpfischen Unsinn verbreiten,
in: Welt v. 17.03.
- Inhalt:
"Die demografischen Warner sagen, viele Kinder
bedeuteten viel Zukunft, gerade auch für die Sozialsysteme: Viele
Kinder, erwachsen geworden, zahlen viel ein. Falsch, ruft Hondrich:
Viele wirkliche Kinder sind im Zeitalter langer Kindheit, Adoleszenz
und Ausbildung eher ein Feind der Sozialsysteme. Denn sie zahlen
ziemlich lange nicht ein, sondern erheischen Auszahlungen", merkt
Thomas SCHMID zum
Buch "Weniger sind mehr" von Karl Otto HONDRICH an.
-
NEWMARK, Catherine (2007): Altern ist Fortschritt.
Karl Otto Hondrich freut sich über den Geburtenrückgang,
in: Berliner Zeitung v. 20.03.
- Inhalt:
"Das Älterwerden der Bevölkerung (...) fasst Hondrich
nicht als Dekadenzerscheinung auf, sondern als Zeichen des
wirtschaftlichen Wohlstandes und des medizinischen Fortschritts. Je
höher die wirtschaftliche Produktivität einer Gesellschaft, desto
niedriger ihre biologische Reproduktionsrate (...).
Diese gewonnene
Freiheit aufzugeben und durch einen Geburtenzwang zu ersetzen,
erscheint Hondrich, der einen dezidiert liberalen Standpunkt
einnimmt und die Gesellschaft für ein überkomplexes,
selbstregulierendes und relativ interventionsresistentes System
hält, weder nötig noch möglich," schreibt NEWMARK zum Buch
"Weniger sind mehr" von Karl Otto HONDRICH.
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AUCKENTHALER, Sabina (2007): Auf der Spur des
Süsswasserpolypen.
Vergreist unsere Gesellschaft? Stirbt sie gar aus? Drei
Neuerscheinungen warten mit unterschiedlichen Schlüssen und
Vorschlägen auf,
in: Falter Nr.12 v. 21.03.
-
KAUBE, Jürgen (2007): Weniger Menschen, mehr Möglichkeiten,
in: DeutschlandRadio v. 21.03.
- Inhalt:
Als Außenposten der FAZ rezensiert der
Sozialstaatskritiker
Jürgen KAUBE das Buch "Weniger sind mehr"
des Soziologen Karl Otto HONDRICH:
"Hondrich
sammelt viele bedenkenswerte Argumente gegen demografische
Untergangs-Szenarien. Und er weist zu Recht darauf hin, dass der
Verzicht auf Kinder ein gesellschaftlicher Trend ist, den man nicht
einfach durch Ökonomisierung oder Moralisierung aufhalten kann. Als
Kritik der Talkshow-Soziologie ist sein Buch sehr lesenswert.
Aber Hondrich fühlte sich offenbar auch verpflichtet,
dem oft
besinnungslosen Pessimismus seiner Kontrahenten einen ebenso
entschlossenen Optimismus entgegenzusetzen. Das hat seinen intellektuellen
Preis. Die Gleichung »weniger Kinder, mehr Zuwendung für sie« etwa
leuchtet nur ganz abstrakt ein. Und auch der Befund, die Renten seien
sicher, nur eben auf viel niedrigerem Niveau, ist ein bisschen nonchalant
angesichts dessen, was das für die Betroffenen bedeuten kann. Das Gleiche
muss man auch von der etwas arglosen Beschreibung der zugewanderten
Unterschichten und ihrer Sozio-Demografie sagen.
Die Evolution wird's schon richten - diese Aussage durchzieht den ganzen
Text. Wer würde sie bestreiten wollen? Aber ob sie es gut richten wird,
das ist nach wie vor eine offene Frage."
-
RICKENS, Christian (2007): Der Anti-Methusalem.
Anfang dieses Jahres verstarb der Volkswirt und Soziologe
Karl Otto Hondrich. Sein letztes Werk ist eine lesenswerte
Attacke gegen das allgegenwärtige demografische
Panikgeschrei,
in: Manager-Magazin, H.4, April
- Infos zu:
Christian Rickens -
Autor der Generation Golf
-
DILK, Anja
(2007): Vom Glück der kleinen Zahl,
in: change X v. 02.04.
-
GÜNTNER, Joachim (2007): Lob des Geburtenrückgangs.
"Weniger sind mehr", behauptet Karl Otto Hondrich,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 08.05.
- Inhalt:
Joachim GÜNTNER stellt das Buch
"Weniger sind mehr" des Soziologen
Karl Otto HONDRICH vor:
"Hondrichs
Studie steht quer zu
Alarmrufen, wie sie seit einiger Zeit demografische Befunde
begleiten. Die Publizistik ist erfüllt von aufgeregten Stimmen,
die vor dem Kollaps der Sozialsysteme warnen, da diese angeblich,
unter der Überlast pflegebedürftiger Greise ächzend, von den weniger
werdenden Jungen nicht mehr finanziert werden können.
Der Wirtschaft wird ein Niedergang prophezeit, und da weibliche
Akademiker als besonders wenig gebärfreudig gelten, fürchtet man
das Schrumpfen der Bildungselite: Vermehren sich da etwa «die
Falschen»? Schrecken macht überdies der Kinderreichtum der
arabischen Welt. Im
globalen Zusammenprall der Kulturen könnte es scheinen, als
würde die westliche Wertegemeinschaft schon deshalb unterliegen,
weil ihr der Nachwuchs an eigenen Kulturträgern fehlt.
Den Schwarzmalern hält Hondrich seine Gegenthese vor. Der
Geburtenrückgang sei kein Desaster, meint er, sondern ein Glück für
unsere Gesellschaft. Kapitel für Kapitel widerlegt er die
Befürchtungen."
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GILLEN, Gabriele (2007): Wider die Vermehrungspropaganda.
Karl Otto Hondrich: Weniger sind mehr,
in: DeutschlandRadio v. 21.05.
- Inhalt:
"Unter dem Stichwort Geburtenrückgang geht es
wahlweise um
Horden von pflegebedürftigen Alten,
mangelnde Arbeitskräfte oder
kollabierende Sozialsysteme, um
mit späterem Unglück bestrafte Kinderlose,
durch
Karriereambitionen fehlgeleitete Muttertiere oder gleich
den
Untergang der deutschen Kultur. Die Einen befürchten das
Ende von Nächstenliebe, Geborgenheit und selbstgebackenem
Apfelkuchen, die Anderen ein Selbstmordattentat der
gebärstreikenden Akademikerinnen auf unsere westliche
Wertegemeinschaft. Denn, wir alle kennen die böse Zahl,
die Reproduktionsrate der deutschen Frau liegt derzeit bei
1,3. Oder vielleicht auch 1,4. Zu niedrig jedenfalls. Denn
merke: 2,1 Kinder pro Frau, sonst droht der biologische Gau.
Doch was bleibt von den alarmistischen Horrorszenarien, wenn
sie einer kritischen Prüfung unterzogen werden? Diese Frage
hat sich Karl Otto Hondrich gestellt und - um es gleich zu
sagen - die gängigen Untergangsszenarien auf ökonomischer,
sozialer und kultureller Ebene elegant widerlegt", meint
Gabriele GILLEN zum Buch "Weniger sind mehr" von Karl Otto
HONDRICH.
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GÜNTNER, Joachim (2007): Gegen demografische Schwarzmalerei.
Karl Otto Hondrich: "Weniger sind mehr",
in: DeutschlandRadio v. 27.05.
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KAUFMANN,
Franz-Xaver (2007):
Karl Otto Hondrich.
Weniger sind mehr,
in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und
Sozialpsychologie, H.4, Dezember
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PREYER, Gerhard (2008):
Karl Otto Hondrich.
Weniger sind mehr,
in: Soziologische Revue, H.2, April
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Neu:
SPECKMANN, Thomas (2008): Karl
Otto Hondrich. Weniger sind mehr,
in: Literaturen, Juni
- Inhalt:
"Am Ende seines bedenkenswerten und brillant
komponierten Essays macht Hondrich auf das eigentliche Dilemma
staatlicher Geburtenpolitik aufmerksam: Ihr gewichtigster Misserfolg
könnte gerade in ihrem Erfolg liegen - wenn er etwa, wie in
Deutschland geplant, infolge einer gewaltigen Subventionssteigerung
einträte. Denn so werden staatliche Mittel in den
Reproduktionsbereich geleitet, die dann in anderen Bereichen
fehlen", meint SPECKMANN zum Buch "Weniger sind mehr" von Karl Otto
HONDRICH.
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Das Buch in der Debatte
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LANG, Susanne (2007): Ich-Kampfschriften pro familia.
Iris Radisch, Eva Herman, Udo Di Fabio, Frank Schirrmacher - alle
schreiben dicke Bücher über die Familie, als sei sie ein von der
Moderne wegrationalisiertes Paradies. Das Panorama einer
privilegierten Generation im Stadium der Torschlusspanik,
in: TAZ v. 24.03.
- Inhalt:
Susanne LANG rechnet mit dem neuen Genre der
"Ich-Kampfschriften pro familia" ab, zu denen sie die Bücher von Udo
DiFABIO (Jahrgang 1954,
"Die Kultur der Freiheit"), Norbert BOLZ
(Jahrgang 1953,
"Die Helden der Familie"), Frank SCHIRRMACHER
(Jahrgang 1959,
"Das Methusalem-Komplott" und
"Minimum"), Eva HERMAN
(Jahrgang 1958,
"Das Eva-Prinzip"), Iris RADISCH (Jahrgang 1959,
"Die Schule der Frauen") und Ursula von der LEYEN (Jahrgang 1958,
"Wir müssen unser Land für die Frauen verändern") zählt.
Zur
Generationslagerung dieser Autoren stellt LANG fest:
"Auffälligerweise
sind sie alle Angehörige der Generation der 40- bis 60-Jährigen.
Auffälligerweise haben sie als Erste alle Vorteile, materiell wie
emanzipatorisch, der jungen BRD genossen. Auffälligerweise empfinden
sie nun trotzdem die Welt um sich herum als bedroht."
Gemäß
LANG gehen die Autoren von der unhinterfragten Annahme aus, dass
"Familie (...) etwas zu Rettendes sei". Das Gemeinsame des Mythos
Familie sieht sie in der romantischen Vorstellung, dass die Familie
ein "Gegenmodell zur Allgewalt der Ökonomie und der Beschleunigung"
sei.
Dieser
romantischen Vorstellung von Familie setzt LANG die Vorstellung
entgegen, wonach Familie, Ökonomie und Staat keine gesonderten
gesellschaftlichen Sphären seien.
Mit
Niklas LUHMANN (Jahrgang 1927,
"Liebe als Passion"), Eva ILLOUZ
(Jahrgang 1961,
"Konsum der Romantik"),
Pierre BOURDIEU (Jahrgang
1930, "Familiensinn") und Karl Otto HONDRICH (Jahrgang 1937,
"Weniger sind mehr") tritt LANG den Ich-Kampfschriften pro familia
entgegen.
Vor
allem im Buch
"Weniger sind mehr" von Karl Otto HONDRICH sieht LANG
eine Alternative zu den Ich-Kampfschriften:
"Im
Innenteil wartet (...) die Feststellung, die dem ideologischen
Konsens »Wir brauchen mehr Kinder« endlich entgegenhält: »Wenn die
Gesellschaft keine Kinder hervorbringt, dann hat das einen
gesellschaftlichen Sinn. Die Gesellschaft braucht die Kinder nicht,
die nicht geboren werden. Sie fragt sie nicht nach.»
Ja darf man da seinen Augen trauen? Man darf, schließlich steht der
Name des Verfassers, des Soziologen Karl Otto Hondrich, für klare
Analysen, wie und warum sich unsere, also die moderne westliche und
weniger die »deutsche« Gesellschaft oder gar die »unseres Landes«
verändert hat und stetig dabei ist, sich zu verändern. Für
Panikmache, die heutzutage gerne Meinungsmache heißt, ist sich
Hondrich zu schade. Was sollte sie auch? Schließlich würden
Gesellschaften dennoch nicht kinderlos, »schlimmstenfalls werden sie
weniger Kinder haben, als wir gewöhnt sind. Es sind die
Gewohnheiten, die uns die Verhältnisse als normal und richtig
erscheinen lassen - und es sind Veränderungen, die uns Angst vor
künftiger Anormalität einflößen.«
Exakt jene Angst ist es, die in der deutschen Gesellschaft vor allem
die Mittelschicht erfasst hat, die aber (...) der realen Grundlage
entbehrt. (...).
Unter der Leitfrage, wie sich Systeme, also in diesem Fall die
Familie, stabilisieren, wie sie ihre Problemlösungsfähigkeit
steigern, trotz weniger Menschen und trotz Sinkens der Geburtenrate,
kommt er ganz in der Tradition von Luhmann zu einer plausiblen
Schlussfolgerung: Der innerhalb von 200 Jahren erreichte
Modernisierungsgrad der Gesellschaft, der immer mehr Funktionen der
Familie in andere Teilsysteme ausgelagert hat (Sex, Wirtschaften,
Alterspflege etc.), der Individualität erst ermöglicht hat, führt zu
einer Qualitätssteigerung innerhalb des Systems Familie - unter dem
einzig verbleibenden Leitwert, der Familie von anderen Systemen
unterscheidet: »Liebe und sonst nichts«.
Dementsprechend kleiner und exklusiver wird die Familie - bis hin
zum Paar ohne Kind. Angesichts all der gestiegenen Anforderungen ans
Individuum lässt sich in der Logik Hondrichs für Menschen, die
Familie und Karriere und Kinder vereinbaren, schlicht nur
feststellen: Sie sind nicht die besseren Menschen, sondern die
besseren Familienmenschen. (...).
Anders als die triviale Spielart der
Küchen-und-Heim-Romantik à la Herman oder eine literarisch
untermalte Zufluchtsort-Romantik à la Radisch lässt Hondrich dabei
die Welt, wie sie ist, zu. Familie mit dem Leitwert Liebe, in der
verlässliche Bindungen gesucht und gefunden werden, darf auch
erweitert gedacht werden: homosexuelle Ehe oder Wahlverwandtschaften
mit familiärer Qualität, der Wunsch nach Familie trotz ihrer
neuartigen Brüchigkeit (die armen Scheidungskinder!)."
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HEINEMANN, Christoph (2007): Mit Familienförderung den
Bevölkerungsrückgang stoppen.
Linkspartei-Politikerin Müller fordert Änderungen im
Steuerrecht,
in: DeutschlandRadio v. 25.05.
- Inhalt:
Christa Müller, die familienpolitische
Sprecherin der Linkspartei im Saarland, Ehefrau von Oskar
Lafontaine, ist nicht der Meinung, dass der Fall der
Geburtenrate ein Glücksfall sei, sondern fordert die
Rente nach Kinderzahl:
"Die Familien
subventionieren massiv die Kinderlosen, und das muss geändert
werden. Hauptsächlich geschieht das in der Rentenversicherung,
denn da zahlen eben die Kinder später auch die Renten der
kinderlosen Älteren, also nicht nur die Renten ihrer Eltern,
sondern auch noch derjenigen der Elterngeneration, die keine
Kinder bekommen haben. Das geht natürlich nicht. Da muss
dringend etwas geändert werden."
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