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Marc Szydlik: familiale, ökonomische und politische Generationenbeziehungen

 
       
     
       
     
       
   

Marc Szydlik in seiner eigenen Schreibe

 
   

SZYDLIK, Marc (2002): Nicht weit vom Stamm.
Die Solidarität zwischen Alten und Jungen ist intakt. Das hat Konsequenzen für die Sozialpolitik,
in: Die ZEIT Nr.27 v. 27.06.

In der Sozialpolitik dominieren die Polarisierer, die einen Generationenkonflikt herbei schreiben. Der Soziologe Marc SZYDLIK geht dagegen aufgrund eigener empirischer Forschungen davon aus, dass die innerfamilialen Generationenbeziehungen Solidaritätsbeziehungen sind, auch wenn sie heutzutage in erster Linie in Form der multilokalen Mehrgenerationen-Familie (Hans BERTRAM) gelebt werden. Dies führt im Zusammenhang mit der Vererbung zu sozialen Ungleichheiten innerhalb einer Generation, d.h. die innergenerationelle Dimension ist konflikthafter als die intergenerationelle Ungleichheit, die mit dem Schlagwort "Generationengerechtigkeit" (zur Kritik siehe Christoph BUTTERWEGGE) in der öffentlichen Debatte in den Vordergrund gerückt wird. Aus diesem Grunde fordert SZYDLIK eine Umorientierung der Sozialpolitik:

"Soziale Ungleichheit in der Elterngeneration zieht soziale Ungleichheit in der Kindergeneration nach sich. Wer von einer allgemeinen Krise der Familie und dem Kampf der Generationen spricht, liegt falsch. Das Augenmerk sollte sich vielmehr auf die negativen Folgen der ausgeprägten lebenslangen Generationensolidarität richten."

SZYDLIK, Marc (2002): Von wegen alte Hüte.
Klassische Unterschiede und neue Herausforderungen: Generationen statt Schicht?,
in: Frankfurter Rundschau v. 03.12.

Der Generationenforscher Marc Szydlik unterscheidet drei Ansätze der gegenwärtigen soziologischen Ungleichheitsdebatte: Die kulturalistische Perspektive interessiert sich nur noch für Freizeitorientierungen und nicht mehr für Einkommenshöhen. Ungleichheitsforscher wie Peter A. BERGER haben dagegen die klassischen Dimensionen der Ungleichheit um Alter, Geschlecht usw. erweitert, während sich die öffentliche Debatte der "neuen" Ungleichheitsdimension "Generation" im Sinne einer Ansammlung von Geburtsjahrgängen zugewandt hat. Hier dreht sich die Debatte um wohlfahrtstaatliche Verlierer- und Gewinnergenerationen. Diese Zuspitzung auf Generationen als Motoren sozialer Ungleichheit hält SZYDLIK für nicht gerechtfertigt:

"Politikvorschläge zugunsten der Verringerung einer Generationenungleichheit nehmen (...) die Vergrößerung der Ungleichheit zwischen Sozialschichten in Kauf. Wer sich auf der Basis von Renditegesichtspunkten den Ausstieg aus der gesetzlichen Rentenversicherung wünscht, vernachlässigt ein wesentliches Element des Generationenvertrages, nämlich die Generationensolidarität. (...).
          
 Falsch wäre es auch, eine Senkung der Beitragsleistungen zu fordern, weil die gegenwärtigen Rentenbezieher insgesamt überversorgt seien. Hohe Alterseinkommen sind auf eine bestimmte Personengruppe beschränkt. Diese Gruppe ist in der Regel besonders gut ausgebildet und hat bereits während des Erwerbslebens hohe Einkommen erzielt. Es wäre also weniger die Einforderung der so genannten »Generationen«gerechtigkeit angebracht als eine Diskussion über die Verringerung der sozialen Ungleichheit im Alter durch eine stärkere Umverteilungskomponente von Reich zu Arm."

FR-Serie "alte und neue soziale Ungleichheiten"

 
       
   

Generationen (2009).
Multidisziplinäre Perspektiven
(herausgegeben zusammen mit Harald Kühnemund)

Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften

 
   
     
 

Klappentext

"Die Beschäftigung mit Generationen hat eine sehr lange Tradition - und ist weiterhin hochaktuell. Bereits im Alten Ägypten wurden Probleme der Generationenverhältnisse diskutiert, heutzutage ist das Generationenthema in aller Munde, und für die Zukunft wird sogar eine noch weiter zunehmende Relevanz prognostiziert. Namhafte Autorinnen und Autoren einschlägiger Disziplinen (Ägyptologie, Biowissenschaft, Erziehungswissenschaft, Ethnologie, Geschichte, Literaturwissenschaft, Politikwissenschaft, Psychologie, Publizistik, Rechtswissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaft) diskutieren in diesem Band die Thematik aus ihrer Sicht und eröffnen damit neue Perspektiven auf das Problem der Generationen."

     
 
       
   

Beiträge des Buches

Einleitung

  • SZYDLIK, Marc & Harald KÜHNEMUND - Generationen aus Sicht der Soziologie
  • Generationen-Geschichte

  • VOLAND, Eckart - Altern und Lebenslauf: ein evolutionsbiologischer Aufriss
  • SEIDLMAYER, Stephan - Väter und Söhne: Generationen aus Sicht der Ägyptologie
  • EHMER, Josef - Generationen in der historischen Forschung: Konzepte und Praktiken
  • FEND, Helmut - Was die Eltern ihren Kinder mitgeben: Generationen aus Sicht der Erziehungswissenschaft
  • Generationen-Gesellschaften

  • ALBER, Erdmute - Ethnologische Generationenforschung in Afrika
  • TROMMSDORFF, Gisela & Isabelle ALBERT - Kulturvergleich von Beziehungsqualität in Mehrgenerationenfamilien aus psychologischer Sicht
  • Generationen-Geschichten

  • NIELABA, Daniel Müller - "Die alten großen Meister": Generationenfolge als literarische Ursprungserzählung
  • BONFADELLI, Heinz - Medien und Alter: Generationen aus Sicht der Kommunikationswissenschaft
  • Generationen-Gerechtigkeit

  • BACH, Stefan & Gert G. WAGNER - Generationen in der Volkswirtschaftslehre: Ein wichtiges, aber lieblos behandeltes Konzept
  • PREUß, Nicola - Generationenkonflikt im Recht: Die enterbten Kinder
  • BUTTERWEGGE, Christoph - Sozialstaat, demografischer Wandel und Generationengerechtigkeit: Betrachtungen aus der Perspektive einer kritischen Politikwissenschaft
  • Schlussbetrachtung

  • KOHLI, Martin - Ungleichheit, Konflikt und Integration: Anmerkungen zur Bedeutung des Generationenkonzeptes in der Soziologie
  • Zusammenfassungen

     
       

    Rezension von single-generation.de

    Neu:
    Generationenforschung
    Ein Überblick über die aktuelle Generationenforschung anhand des Sammelbandes Generationen 
     
           
       

    Flexibilisierung (2008).
    Folgen für Arbeit und Familie
    Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften

     
       
         
     

    Klappentext

    "Die Arbeitswelt befindet sich in Bewegung. Dem alten Bild vom sicheren Normalarbeitsverhältnis stehen neue Anforderungen und Lebensmuster gegenüber. Was bedeutet die Flexibilisierung der Arbeit? Die Buchbeiträge behandeln wachsende Unsicherheiten, flexible Lebensläufe und Arbeitsmarktübergänge im internationalen Vergleich. Fallstudien widmen sich Alleinselbständigen in Kultur- und Medienberufen, weltweiten Projektarbeitern, Tagesmüttern und atypisch Beschäftigten. Weitere Aufsätze untersuchen die Folgen für Heirat, Elternschaft, Geschlechterrollen und Familienzeiten aus Sicht von Eltern und Kindern. Wie weit ist die Flexibilisierung fortgeschritten, welche politischen Schlussfolgerungen lassen sich daraus ziehen, wer sind die Gewinner und Verlierer?"

         
     
           
       

    Beiträge des Buches

    Einleitung

  • SZYDLIK, Marc  - Flexibilisierung und die Folgen
  • Flexibilisierung und Arbeit

  • BLOSSFELD, Hans-Peter/HOFÄCKER, Dirk/HOFMEISTER, Heather/KURZ, Karin - Globalisierung, Flexibilisierung und der Wandel von Lebensläufen in modernen Gesellschaften
  • MÜLLER, Dana - Der Traum einer kontinuierlichen Beschäftigung. Erwerbsunterbrechungen bei Männern und Frauen
    LAUTERBACH, Wolfgang & Mareike WEIL - Mehrfachausbildungen und die Folgen für die Erwerbstätigkeit. Oder: Wer ist am erfolgreichsten?
    BETZELT, Sigrid - Zur begrenzten Nachhaltigkeit flexibler Erwerbsmuster. Das Beispiel hoch qualifizierter Alleinselbständiger
    KELS, Peter - Flexibilisierung und subjektive Aneignung am Beispiel globaler Projektarbeit
    NOLLERT, Michael & Alexxandro PELIZZARI - Flexibilisierung des Arbeitsmarktes als Chance oder Risiko? Atypisch Beschäftigte in der Schweiz
    FUX, Beat - Flexibilisierung und Politik. Ein Vergleich west- und osteuropäischer Länder
  • Flexibilisierung und Familie

  • GOEDICKE, Anna & Hanns- Georg BROSE - The Proof of the Pudding is in the Eating: Was heißt "Familienfreundlichkeit" von Personalpolitik?
    SCHERGER, Simone - Flexibilisierte Lebensläufe? Die Dynamik von Auszug und erster Heirat
    DÜNTGEN, Alexandra & Martin DIEWALD - Auswirkungen der Flexibilisierung von Beschäftigung auf erste Elternschaft
    KREYENFELD, Michaela - Ökonomische Unsicherheit und der Aufschub der Familiengründung
    PFAHL, Svenja - Moderne Zeiten. Ansprüche an Arbeits- und Familienzeiten aus Sicht von Eltern und Kindern
    THELEN, Tatjana & Astrid BAERWOLF - Traditionalisierung in der Flexibilisierung: Familiäre Arbeitsteilung in Ostdeutschland
    KAISER, Lutz C. - Arbeitsmarktflexibilität, Arbeitsmarktübergänge und Familie: Die europäische Perspektive 
  • Zusammenfassungen

     
           
       

    Generation und Ungleichheit (2004).
    Band 19 Sozialstrukturanalyse
    Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften

     
       
         
     

    Klappentext

    "Ungleichheiten über Generationen hinweg?
    Der Band bietet ausgewählte Beiträge zum Zusammenhang von Generationenbeziehungen und sozialer Ungleichheit. Zunächst werden theoretische Überlegungen angestellt, die Generationen in Gesellschaft und Familie in den Blick nehmen. Die folgenden empirischen Beiträge behandeln soziale Ungleichheit durch Familiensolidarität, belegen aber auch Verbindungen zu gesellschaftlichen Generationen. Der enge Zusammenhang zwischen Generation und Ungleichheit zeigt sich über den gesamten Lebenslauf. Soziale Ungleichheit geht auf frühe Generationenbeziehungen zurück, sie wird aber auch durch Generationentransfers unter Erwachsenen fortgeschrieben - und vergrößert. Die Beiträge stammen von Susanne von Below, Martin Diewald, Johannes Huinink, Dirk Konietzka, Britta Matthes, Reinhold Sackmann, Martin Schmeiser, Thorsten Schneider, Jürgen Schupp, Olaf Struck, Marc Szydlik und Laszlo A. Vaskovics.
    "

         
     
           
       

    Beiträge des Buches

    SZYDLIK, Marc - Zum Zusammenhang von Generation und Ungleichheit

    Generationenkonzepte und soziale Ungleichheit

  • SACKMANN, Reinhold - Institutionalistische Generationenanalyse sozialer Ungleichheit
  • STRUCK, Olaf - Generation als zeitdynamische Strukturierung von Gesellschaften und Organisationen
  • Generation und Ungleichheit in Kindheit und Jugend
  • SCHNEIDER, Thorsten - Hauptschule, Realschule oder Gymnasium? Soziale Herkunft als Determinante der Schulwahl
  • DIEWALD, Martin  & Jürgen SCHUPP - Soziale Herkunft, Beziehung zu den Eltern und das kulturelle und soziale Kapital von Jugendlichen
  • VASKOVICS, Laszlo A. - Familiale Perpetuierung sozialer Ungleichheit in der Moderne
  • HUININK, Johannes & KONIETZKA, Dirk - Der Weg in die soziale Unabhängigkeit: Sozialstruktureller Wandel des Auszugs aus dem Elternhaus im Kohortenvergleich
  • Generation und Ungleichheit unter Erwachsenen
  • MATTHES, Britta - Intergenerationale Mobilität beim Erwerbseinstieg während der ostdeutschen Transformation
  • BELOW, Susanne von - Zur doppelten Relevanz der Generation: Bildung und Erwerbstätigkeit junger Migranten in Deutschland
  • SCHMEISER, Martin - Sozialer Abstieg in akademischen Familien: Lebensverlaufsformen, Geschwisterpositionen und familiäre Generationenbeziehungen
  • SCHUPP, Jürgen & Marc SZYDLIK - Zukünftige Vermögen – wachsende Ungleichheit
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    Lebenslange Solidarität? (2000)
    Generationenbeziehungen zwischen erwachsenen Kindern und Eltern
    Opladen: Leske + Budrich

     
       
         
     

    Klappentext

    "Wie gestalten erwachsene Kinder und Eltern ihr Verhältnis zueinander? Entsprechen ihre Beziehungen eher einem Autonomie- oder einem Solidaritätsszenarium? Gilt das Wort von der »Krise der Familie«, oder existieren weitreichende Verbindungen zwischen den Familiengenerationen, selbst wenn sie nicht mehr im selben Haushalt leben? Inwiefern unterscheiden sich hierbei Frauen und Männer sowie Ost- und Westdeutsche? Und welche Folgen hat die Familiensolidarität für die individuelle Lebenssituation, für soziale Ungleichheit sowie für die gesamtgesellschaftliche Solidarität?
    Das Buch behandelt die familialen Generationenbeziehungen zwischen erwachsenen Kindern und Eltern in allen ihren wesentlichen Aspekten.
    "

         
     
           
       
    • Rezensionen

    • fehlen noch
     
       

    Die Erbengeneration in der Debatte

    LADENTHIN, Volker (2001): Hilfe, wir sterben aus!
    Soll doch der Lebensborn versiegen: Unsere Individualethiker haben die Verpflichtung, für Nachwuchs zu sorgen, ausgeblendet.
    in: Rheinischer Merkur Nr.36 v. 07.09.

    Volker LADENTHIN macht sich unter anderem Gedanken über die Last der Erbengeneration:

    "Bei einer Rate von zwei Kindern pro Paar erbte die nachfolgende Generation einen Hausstand. O. k., das war zu verkraften. Bei einer Rate von 1,4 Kindern pro Paar erben die Kinder einen gesamten Hausstand plus 60 Prozent. Das ist mehr, als eine Einzelperson brauchen kann."

    ALBERS, Markus (2002): Wer ist das neue Establishment?
    Sie sind gut erzogen, erfolgreich, erben Milliarden: Eine junge Elite statusbewusster, stilsicherer und pragmatischer Individualisten wird unser Land in Zukunft prägen,
    in: Welt am Sonntag v. 06.01.

    Markus ALBERS berichtet nicht über die neue Elite, sondern über die Erbengeneration und die Generation Golf. Er grenzt sie gegen die Bobos von David BROOKS ab:

    "Anders als die Generation zuvor definieren sich die heute 25- bis 40-Jährigen nicht über einen Akt der Rebellion, sondern über einen der Distinktion".

    Die Identitätsbibel ist deshalb Illies' Bestseller Generation Golf. Von Berluti-Schuhen hatten sie beim Lesen von Christian KRACHTs 1979 keine Ahnung, aber die FAZ hat diese Stilwissenslücke mittlerweile beseitigt. Kumpane Eckhart NICKEL hat über den Kult um den Schuh am 13.11. berichtet. Naomi KLEIN zu lesen ist keine Frage der Handlungsorientierung, sondern nur des Small Talks.

    FUHR, Eckhard (2003): Generationen-Neid,
    in: Welt v. 07.08.

    Eckhard FUHR sieht das Thema "Generationengerechtigkeit" nicht nur als Ausdruck einer verteilungspolitischen Interessenpolitik an:

    "Der sozialpolitische Streit in Deutschland gewinnt seine Schärfe (...) nicht nur aus materiellen Interessengegensätzen. Es geht auch um Deutungsmacht und um Identität. Die 30-Jährigen neiden den 60-Jährigen nicht nur die Renten und Pensionen, sondern auch den kulturellen Einfluss. Das neoliberale Credo ist für sie so etwas wie ein Schrei der Selbstbehauptung".

    Die Generationengerechtigkeit blendet für FUHR das Wesentliche des sozialpolitischen Interessengegensatzes aus:

    "Erbschaft oder nicht Erbschaft - diese Frage ist für Zukunftschancen junger Leute immer noch wichtiger als alle staatliche Rentenpolitik. Generationengerechtigkeit funktioniert ganz ohne Staat. Man hält seinen Kram für die Kinder zusammen. Der Staat sorgt dafür, dass dort, wo kein Kram ist, nicht Armut und Chancenlosigkeit herrschen."

    SCHULLER, Alexander (2004): Bitte neu sortieren: Eigentum, Familie, Bildung,
    in: Politisches Feuilleton. Sendung des DeutschlandRadio v. 15.03.

    Alexander SCHULLER verteidigt die Großerben und begründet mittels ELTERNpolitik, warum den Reichen eine Erbschaftssteuer nicht zumutbar ist:

    "Ohne Familie kommen wir aus dem Nichts und gehen ins Nichts. Ohne Kinder sind wir das Letzte - zumindest im wörtlichen Sinne. Nach uns die Sintflut. Familie, Gut und Geschichte bedingen sich. Kinder zeugen, Eigentum vererben, Geschichte sichern: das ist eine Einheit. Auf die Zerstörung dieser Einheit zielt bekanntlich die Erbschaftssteuer, ein sozialistisches Lieblingsprojekt."

    Fakt ist , dass der Reichtum in der Erbengeneration extrem ungleich verteilt ist. Um sich das ganze Ausmaß dieser sozialen Ungleichheit vorzustellen, genügt ein Blick auf die Daten des repräsentativen Alterssurvey von 1996. Marc SYDLYK schreibt:

    "Allerdings machen ein Fünftel der bisherigen und ein gutes Sechstel der gesamten Erbschaften nicht einmal 5000 DM aus. Fünf bzw. acht Prozent der Erben erhalten mindestens eine halbe Million Mark; zwei bzw. drei Prozent mindestens eine ganze Million." ("Lebenslange Solidarität", 2000, S.160).

    Wer eine Erbschafts- bzw. Vermögenssteuer ablehnt, der muss begründen, wie er verhindern will, dass zukünftig die soziale Herkunft die Chancengleichheit noch stärker beschränkt, als dies Studien heutzutage bereits beweisen. Der Elitenforscher Michael HARTMANN hat eindrucksvoll nachgewiesen, dass die soziale Herkunft selbst noch im Berufssystem als Selektionskriterium dient. Wer eine Leistungsgesellschaft tatsächlich möchte und nicht nur beschwört, der muss ständische Privilegien abbauen, ansonsten macht er sich unglaubwürdig.

    SOBOCZYNSKI, Adam (2006): Alles nur geerbt.
    Die Angehörigen der "Generation Praktikum" arbeiten umsonst, klagen über Ausbeutung und warten auf den Traumjob. Viele können es sich leisten: Sie leben vom Wohlstand ihrer Eltern,
    in: Die ZEIT Nr.50 v. 07.12.

    HERRMANN, Ulrike (2007): "Wer hat, dem wird gegeben".
    Erbschaften stabilisieren die großen Vermögensunterschiede, hat der Soziologe Jürgen Schupp in einer Studie ermittelt. Nur 4 Prozent der Erben erhalten über 250.000 Euro,
    in: TAZ v. 01.02.

    SCHMITT, Cosima (2007): Die gefühlte Sicherheit.
    Zur angeblich so prekären "Generation Praktikum" kann sich nur zählen, wer es sich leisten kann - weil eine Erbschaft winkt,
    in: TAZ v. 01.02.

    SPIEGEL -Titelgeschichte: Erben statt arbeiten.
    Vom unverschämten Glück, steuerbegünstigt reich zu werden

    DAHLKAMP, Jürgen/FLEISCHHAUER, Jan/NEUBACHER, Alexander/POPP, Maximilian/REUTER, Wolfgang, SAUGA, Michael/VERBEET, Markus (2007): Unverdientes Vermögen.
    Allein in diesem Jahr werden 150 Milliarden Euro vererbt. Doch der Steuerstaat, der die Arbeitenden hoch belastet und die Vermögenden schont, wird davon kaum profitieren: Deutschlands Erben tragen zur Staatsfinanzierung weniger bei als Deutschlands Raucher,
    in: Spiegel Nr. 6 v. 05.02.

    "Was für den Geldadel immer schon stimmte, Geld macht Geld, gilt jetzt für eine ganze Generation, die Erbengeneration",

    meinen die Autoren anlässlich eines Gerichtsurteils des Bundesverfassungsgerichts. Der Elitenforscher Michael HARTMANN und der Soziologe Jens BECKERT werden zum Thema zitiert. Die Autoren kritisieren:

    "Die Arbeitnehmer finanzieren heute mit ihren Sozialbeiträgen praktisch allein die staatlichen Renten- und Krankenkassen und bestreiten über die Lohnsteuer einen wesentlichen Teil des Steueraufkommens. Erben dagegen tragen inzwischen nicht einmal ein Prozent zu den staatlichen Einnahmen bei. (...).
                 Vor allem drei Irrtümer sind es, die das verbreitete Unbehagen an einer höheren Erbschaftssteuer nähren.
    Wer das Erbe besteuert, lautet der erste, besteuert die Bürger doppelt. (...). In Wahrheit ist das Erbe vor allem ein enormer Reichtumszuwachs für den Empfänger, der in wirtschaftlich stärkt, genauso wie eine Jahresprämie seines Arbeitgebers. Entsprechend muss es besteuert werden. (...).

                 Irrtum Nummer zwei ist die Annahme, dass eine höhere Erbensteuer massenhaft Unternehmer aus dem Land triebe. (...).
                 Die Erbschaftssteuer schwächt die Kapitalbildung und den wirtschaftlichen Elan, so lautet der dritte Irrtum. (...). Ganz im Gegenteil scheint es das süße Gift des Erbens zu sein, das die Antriebskräfte zersetzt."

    ZEIT-Thema: Die Erbenrepublik.
    Fünfzig Prozent der Deutschen werden in den kommenden Jahren etwas erben, die anderen nichts. Julia Friedrichs fragt, was das wohl mit uns allen macht

    FRIEDRICHS, Julia (2015): Eine Klasse für sich.
    Noch nie wurde in Deutschland so viel Vermögen vererbt. Ist es gerecht, dass manche, ohne zu arbeiten, viel Geld kriegen und dafür kaum Steuern zahlen? Zeit für ein paar Fragen,
    in:
    ZEITmagazin Nr.11 v. 12.03.

     
       

    Marc Szydlik im WWW

    www.suz.uzh.ch/szydlik.html

     
       

    weiterführende Links

     
         
       
     
       

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    Bernd Kittlaus
    webmaster@single-generation.de Erstellt: 13. Februar 2002
    Update: 14. Juni 2016