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Markus Schroer: Individualisiere dich, aber richtig!

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • Studium der Sozialwissenschaften, Germanistik und Geschichte
    • Mitarbeiter der Ludwig-Maximilians-Universität in München
    • 2001 Buch "Das Individuum der Gesellschaft"
 
       
     
       
   

Markus Schroer in seiner eigenen Schreibe

 
   
  • SCHROER, Markus (2001): Urbanität im Netz.
    Der Cyberspace als "gute Gesellschaft",
    in: Telepolis v. 15.01.
    • Inhalt:
      Der Soziologe SCHROER skizziert die urbanen und antiurbanen Positionen und zeigt auf, dass sich diese Positionen auch in der Debatte um das Internet wieder finden. Er hält diese Fortführung des "Stadt- und Urbanitätsdiskurses mit Netzmitteln" für unfruchtbar und plädiert für die Erforschung der Auswirkungen des Netzes auf reale Städte.
      • Kommentar:
        Der antiurbane Diskurs ist immer auch eine Kritik am Single-Dasein gewesen. Stadtluft macht frei, aber krank: Anonymität, Einsamkeit und Isolation sind die Stichworte.
  • SCHROER, Markus (2001): Im Supermarkt des Lebens.
    Jeden Tag stöhnen wir unter der Vielfalt der Möglichkeiten - und nie sind wir sicher, ob wir richtig gewählt haben. Von der Lust an Optionen, der Last der Entscheidungen und der List der Individuen
    in: TAZ v. 28.07.
    • Kommentar:
      Entscheidungsterror? Wer wie SCHROER einen quantitativen Entscheidungsbegriff benutzt, bei dem die Wahl zwischen rotem, gelbem und grünem Paprika genauso wichtig ist wie die Entscheidung für oder gegen ein Kind, der verstellt den Blick für die Grenzen der Wahlfreiheit und unterschiedliche Entscheidungsqualitäten.
             SCHROERs Logik an einem typischen Beispiel: Wenn wieder einmal der einzige Supermarkt in der Nähe schließt, dann bleibt das lethargische Selbst wohnen, obwohl Umzug angesagt wäre (Nichtentscheidung). Das gehetzte Selbst sucht sich einen neuen Wohnsitz zwischen drei Supermärkten, die gleich weit entfernt sind (Entscheidungskonflikt). Das verunsicherte Selbst sucht in Buchhandlungen nach einem Ratgeber für diesen Fall (Entscheidungsübertragung). An dem Beispiel wird jedoch gleichzeitig sichtbar, dass SCHROERs Entscheidungsbegriff bereits die Unverhandelbarkeit gewisser Entscheidungen (Verlegung eines Supermarktes) voraussetzt.
             Völlig ausgeblendet bleibt bei SCHROER die lebenszeitliche Dimension von Entscheidungen. Der Soziologe Günter BURKART hat in dem Aufsatz "Biographische Übergänge und rationale Entscheidungen" (BIOS 1/1995) und in dem Buch "Die Entscheidung zur Elternschaft" (1994) grundlegende Kritik am Entscheidungsbegriff von Individualisierungstheoretikern wie SCHROER geübt. BURKART geht davon aus, dass Entscheidungen in Paarbeziehungen und Familien das Ergebnis von Aushandlungsprozessen sind. Weiterhin unterscheidet er zwischen Alltags- und Lebensentscheidungen. Letztere sind biographische Entscheidungen mit weitreichenden Folgen wie z.B. die Entscheidung zur Elternschaft.
  • Neu:
    SCHROER, Markus (2001): Verschlungene Wege in den Vordergrund.
    In der Mediengesellschaft muss das Individuum die Aufmerksamkeit anderer auf sich ziehen - aber wie sieht dieses Angesehenwerden aus?,
    in:
    TAZ v. 25.08.
    • Inhalt:
      2. Teil: SCHROERs Sicht der Gesellschaft durch die Brille der Individualisierungsthese.
 
       
   

Markus Schroer im Gespräch

 
   
  • MOLITOR, Andreas (2000): Die Konflikte im Reich der Freiheit.
    Der Soziologe Markus Schroer über den Wissenschaftlerstreit um die Folgen der Individualisierung: Nutzt der Einzelne seine Chancen? Oder verliert er nur seine Bindungen?,
    in: Die ZEIT Nr.36 v. 31.08.
    • Inhalt:
      Es werden die Vordenker der Individualisierungsthese vorgestellt. SCHROER verteidigt die Perspektive von Ulrich BECK, die Schichtunterschiede ignoriert.
 
       
   

Das Individuum der Gesellschaft (2001)
Frankfurt: Suhrkamp

 
   
 
 

Klappentext

"Individualisierung ist das Zauberwort von heute. Markus Schroers These lautet, daß sich drei Hauptstränge in der Diskussion um Individualisierung unterscheiden lassen: die negative Individualisierung, die positive Individualisierung und die Hyperindividualisierung."

 
 
       
   
  • Rezensionen

  • HARTMANN, Martin (2001): Und vergesst die Deutung nicht.
    Negativ, positiv oder ambivalent? Der Soziologe Markus Schroer versucht die Geschichte der Individualisierungsthese neu zu schreiben
    in: Frankfurter Rundschau v. 05.05.
 
   
  • Markus Schroer in der Debatte

  • HARTMANN, Martin (2000): Goldregen für alle.
    Individualisierung - auch out of München theorietauglich?
    in: Frankfurter Rundschau v. 12.10.
    • Inhalt:
      HARTMANN bezeichnet den Ansatz des Soziologen Ulrich BECK als "Yuppiesoziologie. Die Anhänger der Individualisierungsthese, so der Einwand, meinen im Grunde immer nur die mehr oder weniger wohlhabende Sicht junger, urbaner Manager, die von Termin zu Termin jetten, um abends dann von New York aus der fernen Freundin per Handy mitzuteilen, dass man sich am nächsten Morgen doch in Florenz treffen könne". In seinem Artikel bezieht sich HARTMANN auf das Interview mit SCHROER in der ZEIT Nr.36 v. 31.08. (siehe dort)
 
     
   

weiterführende Links

 
     
   
 
   

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© 2002
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 25. November 2001
Update: 30. Oktober 2002
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